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Wickel und Umschläge - bewährte Hausmittel!


Der Senfwickel wirkt wunderbar entzündungshemmend, hier ein Senffoto

Bei der Anwendung von Wickeln handelt es sich um ein uraltes Hausmittel, welches bereits in der Zeit der Höhlenmenschen und im alten Rom angewendet wurde. Bis in die 60er und 70er Jahres des letzten Jahrhunderts haben unsere Großeltern und Eltern noch so manches Leiden mit einem Wickel geheilt (z. B. Wadenwickel bei Fieber, das Zwiebelpäckchen bei Ohrenschmerzen) und war ein selbstverständlicher Bestandteil bei der Behandlung vieler Erkrankungen. Durch den Fortschritt der Medizin und der modernen Entwicklungen in der Pharmaindustrie verdrängten die meist schnell wirkenden Fieberzäpfchen, Cortionsalben und Hustenstiller, usw. diese alte Heilkunst.
Ende der 80er Jahre bis zur heutigen Zeit bekam das Wissen um diese alte Heilkunst wieder mehr an Bedeutung, da man mehr Eigenverantwortung gegenüber seinem Körper übernehmen wollte und trotz der oft guten Wirkung der neuen Arzneimittel erkannt wurde, dass diese auch mit Nebenwirkungen versehen sind. Somit zählen Wickel und Umschläge mittlerweile zur Therapie der klassischen Naturheilverfahren und das alte Wissen unterwandert immer mehr wieder unsere Gesellschaft.
Wissenschaftliche Studien, die die Heilkraft der Wickel bestätigen können, gibt es leider so gut wie keine. Grund dafür ist, dass die Wirkung dieser Heilkunst kaum wissenschaftlich untersucht wird.

Wickel und Umschläge unterstützen den Heilverlauf, indem sie zum Einen für Ruhe und Entspannung sorgen und zum Anderen dem Patienten Zuwendung zukommen lassen. Obendrein können thermische Reize (z. B. Temperatur und Feuchtigkeit) Schwellungen und Schmerzen reduzieren und die Durchblutung steigern, was dem Heilverlauf zu Gute kommt. Pflanzliche Zusätze oder bestimmte Lebensmittel (z. B. Quark) unterstützen die Wirkung der Wickelauflagen und können so manche Halsschmerzen oder Gelenkschmerzen lindern.

Desweitern reichen einfache Mittel und Instrumente aus, welche oft sowieso in einem Haushalt zu finden sind, um im Krankheitsfall einen Wickel oder einen Umschlag zu legen. Folgende Grundausstattung wird benötigt:

- ein Innentuch aus Leinen oder Baumwolle, z. B. ein Geschirrtuch
- ein dickes Moltontuch als Zwischentuch
- außen zum Umwickeln der beiden inneren Tücher ein Tuch aus Wolle oder aus Frottee zur Wärmespeicherung
- zur Fixierung oder Befestigung des Wickels oder der Auflage kann ein Mulltuch bzw. Verband verwendet werden
Die Größe der Tücher hängt immer von der zu behandelnden Körperregion ab.

Einsatzgebiete von Wickeln und Auflagen:

Wadenwickel bei Fieber ab ca. 39°: wohl der bekannteste unter den Wickeln und Auflagen.
Das Innentuch in ein handwarmes (bei Kindern ca. 32 °/bei Erwachsenen etwas kühler) Wasser tauchen (Achtung - kein eiskaltes Wasser!). Das Tuch auswringen und feucht (nicht mehr tropfend) und straff ausgebreitet um den Unterschenkel legen. Darauf kommt das trockene Zwischentuch (zum Aufsaugen der überschüssigen Flüssigkeit) und im Anschluss das Außentuch, zur Erhaltung der Temperatur des Wickels.
Die Auflagezeit dauert ca. 10 - 20 Minuten, desto höher das Fieber, desto kürzer sollte die Auflagezeit sein.
Es empfehlen sich 2 - 3 Durchgänge hintereinander. Den Wickel abwechselnd auf den rechten und linken Unterschenkel anbringen. Die Anwendung kann bis zu 2mal täglich erfolgen.
Der Wadenwickel entzieht dem Körper langsam die Wärme und lässt somit das Fieber sinken. Zudem wirkt er beruhigend und fördert die Schlafbereitschaft.

Quarkwickel bei Schmerzen und Entzündungen oder bei Beschwerden während der Stillzeit (entzündete Brustwarzen, Milchstau):
der kühlende Effekt auf dem schmerzenden und entzündenden Körperteil (z. B. Hals, entzündete Gelenke, Verstauchungen, Prellungen und Zerrungen) reduziert den Schmerz und verengt die Gefäße, so dass sich die Durchblutung der betreffenden Region verringert, was zur Folge hat, dass sich die Symptome der Entzündung verringern (Schwellung, Rötung und Schmerz werden gelindert). Verstärkt wird die Wirkung durch das im Quark enthaltene Kasein, welches durch die Poren in die Körper eindringt und die Entzündung aus dem Körper über die Quarkmasse rauszieht.
Herstellung eines Quarkwickels:
Eine ca. 0,5 cm dicke Quarkschicht (der Quark sollte nicht zu kühl sein!) auf das Innentuch streichen. Wichtig ist, dass das Innentuch so gefaltet wird, dass der Quark im Tuch ist, so dass kein direkter Körperkontakt zwischen dem Quark und der Haut besteht, da dieser sich ansonsten sehr fest auf der Haut festklebt und sich nur schwer abwaschen lässt! Es empfiehlt sich das Innentuch mit einer Mullbinde zu fixieren. Zum Schluss einen dicken Schal oder ähnliches um den Hals oder das betroffene Körperteil legen.
Dauer des Wickels: ca. 20 Minuten, mind. 1 x am Tag, kann aber unbegrenzt oft wiederholt werden.
Achtung! Nicht anwenden bei einer Milcheiweiß-Allergie, bei offenen Wunden und starken Verbrennungen!

Meerrettich-Wickel bei Schnupfen, Sinusitis, Bronchitis und Kopfschmerzen:
Eine frische Meerrettichwurzel fein reiben und ca. 1 cm dick auf das Innentuch streichen. Wichtig ist, dass die Ränder des Tuchs über der Meerrettichmasse eingeschlagen werden, so dass die Masse nicht nach außen dringt. Das Tuch z. B. bei verstopfter Nase über die Nasenflügel legen, bei einer Sinusitis auf die Stirn, bei Kopfschmerzen auf die Stirn oder in den Nacken legen und bei einer Bronchitis auf dem Rücken in Höhe der Lungenflügel auflegen.
Dauer des Wickels: ca. 10 Minuten
Achtung! Aufgrund er enthaltenen Senföle darauch achten, dass der Wickel nicht zu nah an die Augen kommt, da diese die Augen reizen können. Ebenso kann es bei empfindlicher Haut zu Hautreizungen und Rötungen kommen!

Senfumschläge bei Durchblutungsstörungen, verschleißbedingten Gelenkerkrankungen, Rheuma und Bronchitis:
1 EL Senfkörner in 1 Liter kochendes Wasser geben und ein Leintuch (Innentuch) mit dem Senfwasser tränken. Das Tuch auswringen und auf die betroffenen Stellen bzw. bei einer Bronchitis um die Brust wickeln. Das feuchte Tuch mit dem Zwischentuch (Moltontuch) überdecken und zum Schluss ein Wolldecke oder ein Frotteetuch über die beiden Innentücher wickeln. Durch die ableitende Wirkung der Senfkörner werden die Entzündungsstoffe durch die Atmung aus dem Körper ausgeschieden. Obendrein wirken die Senföle krampflösend, schmerzlindernd und durchblutungsfördernd.
Dauer des Wickels: ca. 10 Minuten, 1 mal täglich
Nach Abnehmen des Umschlages die Haut abwaschen!
Achtung! Aufgrund der hautreizenden Wirkung der Senföle nicht bei Kindern unter 6 Jahren anwenden!

Kartoffelwickel bei Halsschmerzen und bei einer beginnenden Erkältung:
eine gekochte, heiße Pellkartoffel zerdrücken und in das Innentuch streichen und so falten, dass der Kartoffelbrei nicht an den Seiten herausrutschen kann. So warm wie möglich, um den Hals oder auf die Brust legen. Darüber einen dicken Schal oder ein Frotteetuch wickeln, so dass die Wärme des Wickels möglichst lange erhalten bleibt. Am besten ruhig hinlegen und den Wickel solange um den Hals oder auf der Brust lassen, solange der Wickel noch warm ist.
Ideale Zeit: vor dem Schlafengehen, da eine anschließende Ruhephase die Wirkung verstärkt!

Zwiebelpäckchen bei Ohrenschmerzen:
Die schleimlösende und antibakterielle Wirkung der Zwiebel machen das Zwiebelpäckchen bei Ohrenschmerzen zu einem Klassiker der klassischen Naturheilkundeverfahren.
Eine Zwiebel kleinschneiden (Wichtig - Die Heilkräfte der Zwiebel entwickeln sich erst durch das Zerkleinern der Zwiebel!) Die fein zerhackte Zwiebel in ein Baumwolltuch (z. B. Geschirrtuch) geben und zu einem Päckchen falten. Das gefüllte Päckchen wird anschließend über Wasserdampf erwärmt und auf oder hinter das Ohr gelegt. Das Päckchen mit einem Tuch oder einer Mütze am Kopf befestigen.
Dauer des Wickels: ca. 1 Stunde, kann bis zu 3-mal täglich wiederholt werden!


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