Manuka - Leptospermum scoparium

Frau Zimmermann ist viel auf Reisen, daher kann sie nur ab und zu vorbei schauen (etwa alle 2 Wochen).
Ich bitte um Euer Verständnis.

Moderator: Eliane Zimmermann

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Christine Friederike
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Manuka - Leptospermum scoparium

Beitrag von Christine Friederike » 18.07.2006, 13:47

Nachdem ich hier erstmals etwas über Manukaöl gelesen habe, informierte ich mich in unserer örtlichen Apotheke darüber. Man beschaffte mir aus den Niederlanden ein hämöopatsch aufbereitetes Manukaöl unter dem Namen Leptospermum scorparium D1 / Leptospermusan D1 zum einnehmen. Da es anscheinend in Deutschland bisher nicht bekannt ist, würde ich gerne wissen, ob jemand bereits dieses Mittel eingenommen hat.
Ich habe es 2 Tage eingenommen und sofort eine erhebliche Reduzierung
von eitrigem Auswurf registrieren können. Das Sputum ist wenig, hell und wässrig. Allerdings habe ich auch jetzt nach 2 Tagen nach der letzten Einnahme noch das Gefühl, als wenn es im Körper noch aktiv ist.
Die Dosierung war meines Errachtens gering: 3 x 2 Tropfen pro Tag
Meines Wissens sind ätherische Öle nicht ungefährlich bei einer Einnahme und würde gerne mehr Informationen darüber bekommen, ob ich die Tropfen weiterhin unbesorgt einnehmen kann und ob die Anzahl der Tropfen angemessen ist.
Wer kennt sich aus, wer kann mir weiterhelfen???
Herzlichen Dank
Christine ~~

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Stefan
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Manuka - Leptospermum scoparium

Beitrag von Stefan » 25.07.2006, 19:46

Hallo Christine, ->>
Manuka (Leptospermum scoparium) wirkt stark antibakteriell, daher sollte man es so anwenden, dass es möglichst lange wirkt und sich möglichst wenig Resistenzen bilden können.
Wenn man das Öl innerlich einnimmt ist das Risiko entgegen landläufiger Meinung doch ziemlich groß, dass Bakterien auf Manuka resistent werden.
Bei Lungenerkrankungen stellt sich die Situation sowieso anders da:
Lungenariale, die schlechter durchblutet werden, können bei innerlicher Einnahme von Manuka dort auch kaum wirken. Logisch, denn Manuka wird ja vom Körper resorbiert und gelangt ins Blut. Hier ist eine Inhalation, ein (max. 2) Tropfen in ein mit Wasser gefüllten Heizstein - indirekt über die Raumluft inhaliert, wesentlich sinnvoller.
Und selbst bei dieser Anwendung würde ich es nicht länger als 14 Tage (morgens und abends) anwenden, dann eine längere Pause, bevor man es wieder anwendet....
Auf diese Weise hast Du ein wirksames Medikament, was auch noch übermorgen wirkt...
Die Tagesdosis musst Du selbst für Dich herausfinden, wie Du es am besten verträgst.
Sommerliche Grüße
Stefan
((()))

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Eliane Zimmermann
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Manukaöl

Beitrag von Eliane Zimmermann » 02.10.2006, 21:04

Hallo Christine, das ätherische Öl aus dem wunderschön cyclamrot blühenden Manukastrauch oder auch Bäumchen ist ein wunderbar hilfreiches und stabilies Produkt, ganz anders als sein ganz leicht verderblicher Vetter Teebaumöl. Ich nehme das Öl bei drohender Erkältung immer wieder ein, bis zu dreimal je ein Tropfen am Tag, es ist sehr gut verträglich. Auch meinem 13-jährigen Sohn hat es schon bei einem schweren grippalen Infekt geholfen, auch wenn er sich bitterlich über den Geschmack beschwert hat. Man sollte es sicherheitshalber in etwas Ahornsirup, Honig o.ä. verdünnen oder aber in 1-2 ml Wodka verschütteln, es also wie eine Tinktur einnehmen.
Wenn man die 14 Tage-Regel befolgt - also nur zwei Wochen verwenden, dann ein bis zwei Wochen ein anderes Öl verwenden - gibt es mutmaßlich wirklich keine Resistenzen. Ein ätherisches Öl ist ein Vielstoffgemisch, das es Bakterioen außerordentlich schwer macht, sich dagegen zu immunisieren. Es lebt - wie ein guter Wein, d.h. es vollziehen sich täglich minimale Verwandlungsprozesse in der Flüssigkeit 8genau das, was für die konventionelle Medizin unerwünscht ist). Wichtig ist es, Manuka Chemotyp Triketone zu verwenden, leider weist das bislang keine deutsche Firma aus. Die öleliefernden Bäume wachsen nur am East Cape von Neuseeland. Andere Manuka-Öle haben meistens keinerlei antibakterielle Wirksamkeit. Es ist das nachweislich wirksamste Manuka-Öl und es gibt einige wissenschaftliche Studien dazu (englisch). Die antivirale Wirkung wurde an der Universität Heidelberg unter Prof. Reichling ausgiebig belegt. Es ist übrigens auch ein wunderbares Mittel, um Lippenbläschen schneller abklingen zu lassen bzw. bei regelmäßiger Anwendung tauchen sie viel seltener auf. Es ist auch ein gutes Öl, um das Immunsystem langfristig zu stabilisieren.
Viele Grüße aus Südwest-Irland, wo viele Manukabäume wachsen, einer ist sogar irischer Champion-Tree, also der größte Manukabaum des Landes.
Eliane Zimmermann
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Sabine
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Beitrag von Sabine » 06.10.2006, 09:27

Ich leide seid Jahren unter permanenten Kopfschmerzen. Organisch bin ich vollkommen gesund, habe schon x verschiedene Therapien ohne Erfolg ausprobiert. Nun bin ich bei einem Homöopathen gelandet, welcher mir Leptospermum scoparium D1 , 3xtäglich 8 Tropfen, verordnet hat. Ich nehme es nun seid 1 Woche - ohne Erfolg. Hautleiden habe ich keines, bin daher etwas verwundert, warum ich es nehmen soll. Kann mir jemand weiter helfen?
Sabine

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Eliane Zimmermann
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Kopfschmerzen und ätherische Öle

Beitrag von Eliane Zimmermann » 06.10.2006, 13:47

Liebe Sabine,
das war ja eine sehr verwunderliche Verschreibung... Manuka zählt zwar zu den mächtigsten und überzeugendsten ätherischen Ölen bei ganz vielen, vor allem, chronischen infektiösen Geschehen, doch mit Schmerzbekämpfung tut sich das Öl schwer, da muss man sich nur mal die Inhaltsstoffe anschauen.
Die gute Nachricht könnte jedoch für dich sein, dass es ein bestens untersuchtes ätherisches Öl für dein Problem geben könnte (vorausgesetzt, du leidest nicht unter Migräne). Das ist schlicht und einfach das Pfefferminze-Öl (Mentha piperita, bitte nicht Japanisches Heilpflanzenöl nehmen). In der bekannten Schmerzklinik Kiel (Prof. Göbel, hat man es freiwilligen Probanden, denen man vorher durch Elektrostimulation möglichst einheitliche Spannungskopfschmerzen verpasst hat, in einer 10-prozentigen Lösung in Ethanol auf Stirn, Schläfen und Nacken aufgetragen. Vergleichsgruppen mit Kopfschmerzen bekamen Paracetamol bzw. Aspirin-Schmerzmittel und siehe da, alle drei schnitten ähnlich ab. Darum empfehle ich Menschen mit häufigen Kopfschmerzen, es zunächst immer erst mit der 10%-igen Minze zu probieren, notfalls kann man ja immer noch zur herkömmlichen Medizin greifen.
Aus der Studie ist das in jeder Apotheke erhältliche Medikament EUMINZ entstanden. Du könntest aber auch einen kleinen Kosmetikroller aus Kosmetik-Selbermach-Läden kaufen (wie ein kleiner Deoroller mit Glasflasche und Kugel) und diesen fast mit Wodka (9 ml) füllen und darauf 20 Tropfen gutes Pfefferminze-Öl geben und gut mischen. Du musst mal beobachten, wie sich das Produkt auf die Schleimlösung auswirkt, eventuell wirst du es auch bei CF-Beschwerden einsetzen können, beispielsweise unterwegs zum Inhalieren). Und du darfst es nicht zu nah an den Augen und auf anderen Schleimhäuten auftragen (obwohl Minze sehr eipthelisierend wirkt, sprich zellregenerierend).
Wenn Minze nicht helfen sollte (jeder Mensch ist anders, die psychische Situation muss ja auch berücksichtigt werden), probiere es mal mit 10 ml fetten Öles (Mandelöl, Jojobalöl o.ä.) und vermische es mit je 2 Tropfen Lavendel fein und Mandarine sowie 1 Tropfen Zitronenbasilikum. Diese Mischung ist insgesamt sehr entkrampfend, lösend, stressvermindernd, am besten, du reibst dir zunächst zweimal täglich, ob Kopfweh oder nicht, damit die Fußsohlen, die Unterarme und eventuell den oberen Bauchbereich (Solarplexus) damit ein. Bitte auf hochwertige Öle achten, bitte nichts aus Drogerie, Flohmarkt etc verwenden!
Viel Erfolg!
Eliane Zimmermann von der Insel am Atlantik
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Ursula
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Re: Manukaöl

Beitrag von Ursula » 02.05.2009, 13:42

Eliane Zimmermann hat geschrieben: Wichtig ist es, Manuka Chemotyp Triketone zu verwenden, leider weist das bislang keine deutsche Firma aus. Die öleliefernden Bäume wachsen nur am East Cape von Neuseeland. Andere Manuka-Öle haben meistens keinerlei antibakterielle Wirksamkeit. Es ist das nachweislich wirksamste Manuka-Öl und es gibt einige wissenschaftliche Studien dazu (englisch).
Sehr geehrte Frau Zimmermann,

in Ihrem Buch "Aromatherapie" erwähnen Sie diese Problematik nicht, hat sich dies inzwischen geändert, d. h. ist bspw. jedes Manukaöl von Primavera, Wadi oder Oshadhi geeignet?

Ursula

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Eliane Zimmermann
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Chemotypen bei Manuka

Beitrag von Eliane Zimmermann » 04.05.2009, 21:03

Hallo Ursula,
ich mache wegen dieser Manuka-Chemotypen-Geschichte wahrscheinlich die Öle-Firmen verrückt... Ich habe gerade mal in meinem Original-Irisiana-Manuskript nachgeschaut, darin hatte ich das Thema beschrieben, möglicherweise ist es beim heftigen Zusammenstreichen der Lektorin "hopps" gegangen.
Ich weiß, dass beispielsweise die in meinem Fachbuch aufgelistete Manukaölanalyse von Neumond von einem East Cape-Chemotyp stammt. Über den Grad der antimikrobiellen Wirkung alleine ist dieser Herkunft aber auch nicht aussagekräftig. Am besten ist, bei der Ätherisch-Öle-Firma freundlich die aktuelle Analyse anzufordern: wenn der Triketone-Gehalt in Richtung 30 Prozent geht, kann man neuseeländischen Quellen zufolge mit einer recht hohen antibakteriellen Wirkung beim ätherischen Öl rechnen. Beim Manuka-Honig ist der Wirkstoff noch ein anderer, ich habe im November bereits in meinem Blog http://www.aroma-therapie.blogspot.com (Eintrag unter "Antibiotikum" oder am 6.11.08 schauen, dort kann man mit den aktivierten Links direkt auf die Videos klicken) darüber berichtet, hier ein Ausschnitt: Manuka-Honig trägt oft die Bezeichnung UMF mit einer Zahl von 10 bis 16 (Unique Manuka Faktor). Nicht jeder Manuka wirkt antibiotisch, darum hat man dieses Siegel eingeführt, so dass der Kunde sich die Qualität seiner Wahl aussuchen kann. Je höher die Zahl, desto teurer das Produkt, kein UMF-Siegel ist ganz normaler hochwertiger Speisehonig. Eine neue Studie (Januar 2008) von Prof. Dr. Thomas Henle und seinem Team von der TU Dresden konnte endlich zeigen, warum dieser Honig so einzigartig antibakteriell wirkt: Je höher der Gehalt an Methylglyoxal ist, desto besser. Die Bezeichnung für einen besonders methyloxalreichen Manuka-Honig ist MGO 400.
In der englischsprachigen Welt ist der Heilwert dieses tollen Produktes bereits recht bekannt, auf YouTube findet man innerhalb eines recht informativen Werbefilmchens sogar ein Videoclip mit einem Interview mit Prof. Henle.
Im klinischen Bereich setzt sich nun auch in Deutschland ganz langsam Medihoney durch, ein standardisiertes Verbandsystem mit Manukahonig und anderen Honigen, das bei chronischen Wunden erstaunlich gut hilft. Ein Team der Uni Bonn um Aromatherapie-Spezialistin Gisela Blaser testet es intensiv, insbesondere an krebskranken Kindern.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein klein wenig weiter helfen!
Eliane Zimmermann
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Theresa144
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Manukaöl richtig anwenden

Beitrag von Theresa144 » 11.02.2014, 19:11

Hallo Fr. Zimmermann!
Ich habe schon so viel im Internet "rumgelesen" und finde einfach keine genauen Angaben dazu, wie ich Manukaöl bei meiner Akne richtig anwende.
Weiterhin würde ich es auch gern bei meinem Hund benutzen, der seit einigen Wochen mit Demodex-Milben zu kämpfen hat, die Schulmedizin hilft nicht. Vielleicht haben sie ja auch für Tiere einen Anwendungstipp?!
Gruß
Theresa

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Eliane Zimmermann
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Manuka bei Akne

Beitrag von Eliane Zimmermann » 04.03.2014, 10:57

Akne ist nicht gleich Akne und Ernährung/übersauerung kann eine gewaltige Rolle dabei spielen. Eine Standardrezeptur könnte mein Akne-Roll-on sein das ich in meinem Buch "Aromatherapie für Sie stehen" habe:
10 ml Wodka oder Gin (40%)
4 Tropfen Teebaum oder Manuka
4 Tropfen Lavendel fein
1 Tropfen Rosengeranie
in eine kleine Braunglasflasche geben und vor jeder Anwendung gut schütteln da emulgator-frei. Etwas auf ein Wattestäbchen geben und die Pickel damit abtupfen. Oder noch 10 ml Teebaumhydrolat (zb von Farfalla) dazugeben und wie ein Gesichtswasser auf Wattepads benutzen. Für den Hund statt Wodka ein gutes Olivenöl nehmen und die Tropfenanzahl halbieren, der eine tr. Rosengeranie kann bleiben, das Öl ist ganz mild hilft immer sehr gut wenn Parasiten im Spiel sind (beim Menschen unterstützt es die Regulierung des Hormonhaushaltes). Sehr viele Infos über Anwendungen und Eigenschaften von ätherischen Ölen bekommen Sie kostenlos und ohne Anmeldung in den inzwischen über 550 "Lektionen" auf meiner Blog-Website http://blog.aromapraxis.de Seltsam das Sie dort nicht fündig geworden sind, Google scheint diese Seite die bei der Konkurrenz hergestellt wird (Wordpress) nicht gerne aufscheinen zu lassen, ich habe schon so oft über Manuka geschrieben, da der Strauch in unserem subtropischen irischen Garten wächst und im Juni wunderschön blüht.
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Eliane Zimmermann

Grace
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Registriert: 05.03.2018, 17:09

Beitrag von Grace » 05.03.2018, 17:23

Ich nehme das Öl bei drohender Erkältung immer wieder ein, bis zu dreimal je ein Tropfen am Tag, es ist sehr gut verträglich. Auch meinem 13-jährigen Sohn hat es schon bei einem schweren grippalen Infekt geholfen, auch wenn er sich bitterlich über den Geschmack beschwert hat. Man sollte es sicherheitshalber in etwas Ahornsirup, Honig o.ä. verdünnen oder aber in 1-2 ml Wodka verschütteln, es also wie eine Tinktur einnehmen.
Liebe Frau Zimmermann
zum verschütteln sind 1-2ml Wodka und 1 Tropfen ÄÖ Manuka doch recht wenig. Könnte man das entsprechend multiplizieren und von dieser Schüttelmischung dann 2 Tropfen auf Zucker träufeln und dieses als Ersatz "Hustenbonbon" lutschen? Honig und die Manukabonbons können wegen Allergien bzw Unverträglichkeiten auf Zusatzstoffe nicht genommen werden. Deshalb suche ich dringend nach Alternativen und pur ein zu nehmen ist zwar theoretisch möglich, aber ein bißchen in Alkohol verdünnt anzuwenden ist mir fast angenehmer als in Speiseöl, zudem haltbarer.
Danke für die Hilfe und viele Grüße aus Süddeutschland

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