Rosenwurz ( Rhodiola rosea )

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Wanderer
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Rosenwurz ( Rhodiola rosea )

Beitrag von Wanderer » 12.10.2006, 23:03

Hallo u. einen schönen Gruß aus dem hohen Norden,
ich bin was Naturheilverfahren angeht total unerfahren u.
würde mich echt Freuen wenn mir hier im Forum ein echter
Profi in Naturheilverfahren etwas über Rosenwurz (Rhodiola rosea)
erzählen kann u. mir erklären kann wie ich aus etwa 200gr. dieser
Wurzel ein Extrakt herstellen kann.Ganz klasse dann noch einnahmerichtlinien für dieses Extrakt.Gehört habe ich zum Extrakt
das ich 40% Alkohol wie wodka nehmen soll u. die zerkleinerten
Wurzeln darin im verhältnis 1:2 1teil wurzel: 2teile wodka etwa 3-4 wochen lagern soll das ganze jeden Tag schütelln u. nach der zeit
sieben u. in braune Flaschen abfüllen.Dann 2-3x tägl. etwa 30 tropfen
einnehmen. Stimmt das????
Liebe Grüße aus dem Norden an alle Heilkundigen Hier im Forum u. vielen Dank für eure Hilfe.

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Adolf Nahrstedt
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Rhodiola rosea

Beitrag von Adolf Nahrstedt » 18.10.2006, 20:18

Das Rhizom von Rhodiola rosea, eine Pflanze, die zu den Crassulaceen gehört, wird aus der tibetanischen, sibirischen und nordeuropäischen traditionellen Medizin kommend volksmedizinisch als Adaptogen, Immunstimmulans, auch als Antidiabetikum, gegen Herzrhythmusstörungen und weitere Erkrankungen eingesetzt. Die wesentliche Nutzung ist die als Mittel zur Stärkung der Widerstandskraft gegen Infektionen. Daneben wird auch (z.T. aus Tierversuchen) über stressmindernde, leistungssteigernde, antiarrhytmische und allgemein antioxidative Eigenschaften berichtet.
Die Extraktherstellung erfolgt entweder mit Wasser oder verdünntem Alkohol (ca. 50% Ethanol). 40%iger Wodka wäre hier eine Möglichkeit; jedoch scheinen die vermuteten Wirkstoffe (Glykoside von niedermolekularen Phenolen, Flavonoide, niedermolekulare Proanthocyanidine) auch ausreichend gut in Wasser löslich zu sein, da immunstimulierende und antidiabetische (Hemmung der alpha-amylase in vitro) aber auch Blutdruck-senkende Aktivität mit Wasser-Extrakten beobachtet worden sind. Meist wurden die Extrakte (ob wässrig oder alkoholisch) als Trockenextrakte eingesetzt, bei denen die Lösungsmittel nach Extraktion wieder abgezogen wurden. In der laienhaften Eigenherstellung ist dies nicht zu machen.
Die angegebene Herstellung für eine „Wodka-Tinktur“ scheint in Ordnung zu sein, allerdings scheint mir die Extraktionszeit von 3-4 Wochen zu lang. Bei gut zerkleinertem Material, evtl. sogar gepulvertem Material, sollten 10-12 Tage unter häufigem Umschütteln reichen. Die überstehende Flüssigkeit sollte dann dekantiert und der Rest durch ein Kaffee-Filter gegeben werden, so dass eine möglichst klare Lösung erhalten wird. Die angegebene Dosis ist schwer zu beurteilen, da nicht klar ist, welches Droge/Extrakt-Verhältnis mit 40%igem Wodka erhalten wird. Sie scheint aber im akzeptablen Bereich zu liegen (wobei anzumerken ist, dass für Rhodiola rosea Droge keine Dosisempfehlungen existieren). Es ist nicht ratsam, einen Wasserextrakt herzustellen, da eine mikrobielle Kontamination nicht ausgeschlossen werden kann. Falls ein Wasserextrakt gewünscht wird, wäre ein heisser Aufguss (Infus) bereitet mit einer Tagesdosis von etwa 2 g trockener Droge (fein gemahlen) zu empfehlen. Vorsichtshalber sollte die Droge nicht länger als 3 Monate ununterbrochen eingenommen werden.

Wanderer
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Ein herzliches Dankeschön

Beitrag von Wanderer » 19.10.2006, 16:29

Vielen Dank für diese schnelle antwort .Ich habe etwa 135gr. zerkleinerte
Wurzeln in 1 1/2 l Wodka gelegt wo das ganze seit 6tagen ruht
ich schüttel das gemisch jeden Tag u. hoffe das es so richtig ist Danke für Ihr Fundiertes Wissen auf dem Gebiet der Heilpflanzen u. dafür das sie sich die Zeit nehmen es hier im Forum mit Laien wie mir zu teilen.

Medi
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Rhodiola Haltbarkeit

Beitrag von Medi » 11.03.2011, 18:54

Hallo, ich würde auch gerne was über die Haltbarkeit über Rhodiola wissen. Ich möchte Rhodiola Tinktur in Limonadengrundstoff (Sirup) mischen und es dann mit Wasser verdünnen. Sind die Pflanzenextrakte dann immernoch genauso lang haltbar, vorallem behalten die Vitalstoffe Rosavin und Salidroside noch ihre Wirksamkeit, wenn die Tinktur mit Sirup und ggf. Wasser verdünnt länger gelagert wird und vorzugsweise luftdicht verschließt? Wäre schön, wenn meine Frage beantwortet werden kann.

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Adolf Nahrstedt
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Beitrag von Adolf Nahrstedt » 22.03.2011, 14:23

Bitte entschuldigen Sie die späte Antwort.
Die beiden genannten Wirkstoffe sind Phenolglykoside, die in einer wässrigen Lösung (Sirup) löslich sein sollten (Rosavin besser als Salidrosid). Sie können deshalb Ihre Rezeptur durchaus nach Ihren Plänen herstellen. Über die Stabilität der Stoffe in Zuckersirup ist m.W. nichts bekannt. Von ihrer chemischen Struktur her ist zu erwarten, dass sie wenigstens für einige Wochen (2-3) stabil sind. Sie sollten Ihre Zubereitung dann im Kühlschrank aufbewahren und nach Entnahme von Portionen sofort wieder verschliessen. Sollte sich die Zubereitung trüben, deutet das auf eine mikrobielle Verunreinigung hin, was bei Zucker-haltigen Zubereitungen vor allem im Sommer leicht möglich ist; dann ist die Zubereitung verdorben und sollte entsorgt werden.

Medi
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Beitrag von Medi » 22.03.2011, 16:15

vielen Dank für Ihre fachliche und ausführliche Antwort. Dann kann meiner Zubereitung also nichts im Wege stehen.

NatureBoy12
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Re: Rosenwurz ( Rhodiola rosea )

Beitrag von NatureBoy12 » 06.08.2020, 11:38

Flüssigen Rosenwurz-Extrakt habe ich selber noch nie gemacht. Bisher kaufte ich mir immer NEM-Pillen. Die reichen mir und wirken Top bei mir. Ich habe dann wesentlich mehr Energie und fühle mich auch innerlich ausgeglichener. Bisher hat noch kein NEM so gut bei mir gewirkt wie Rosenwurz. Hat da jemand ähnliche Erfahrunge mit machen können?

Abgesehen davon hat es ja zahlreiche Vorteile. Rosenwurz wirkt als Antioxidants, hilft gegen Stress, baut Ängste ab und wirkt auch super schnell. Zumindest bei mir.

Bis heute mein Liebslingskraut, wobie ich mich erst seit gut 4 Jahren mit der Materie beschäftige... ;)

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