Streptokokken-Vaginitis kurz vor der Geburt

Sie sind sich unsicher, welche Therapieform bei den betreffenden Beschwerden oder der Erkrankung sinnvoll ist? Dann sind Sie hier richtig.

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szoller
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Streptokokken-Vaginitis kurz vor der Geburt

Beitrag von szoller » 24.11.2012, 15:35

Ich habe auch eine Frage zu Grapefruitkern-Extrakt:

Da ist eine schwangere Frau, schon kurz nach dem Geburtstermin. Die Gynäkologin diagnostiziert: vaginale Streptokokken-Infektion und sagt, dass die Patientin eine Penizillin-Infusion bekommen wird, sofern dies ca. 2 Stunden vor der Geburt möglich sein wird. Natürlich ist die werdende Mamma nicht erfreut darüber. Meine Idee ist nun, dass sie die Tage bis zur Geburt eine Vaginalspülung mit Grapefruitkern-Extrakt (3 Tropfen auf 1/4 Linter) und Echinacea (5 Tropfen) durch führt, 3 mal täglich, wie es im Buch "Das Wunder im Kern der Grapefruit vom Windpferd-Verlag beschrieben ist. Zusätzlich soll sie mässig dosiert 6-9 Tropfen vom Extrakt 1 mal täglich in Wasser zu sich nehmen.

Die Zeit ist kurz, die Antibiotika-Perspektive ist unerfreulich. Was halten sie von der beschriebenen Lösung?

Vielen Dank für die rasche Antwort...!
sz

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wattebällchen
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Beitrag von wattebällchen » 25.11.2012, 10:18

HAllo szoller,

was ist denn nun richtig ? Ist die Frau kurz vor oder nach der Geburt ?

Ist eigentlich auch egal, denn eine Streptokokkeninfektion kann man vor allem bei einer Schwangeren oder Wöchnerin nur mit Penicillin behandeln.

Sollte die Frau noch schwanger sein, kann sich das Neugeborene unter der Geburt mit den nun wirklich gefährlichen Streptokokken infizieren, was möglicherweise sogar zur Erblindung führen kann. Deshalb bekommen die Neugeborenen die so genannte Credé`sche Prophylaxe d. h. Augentropfen verabreicht.
Früher machte man dies mit Silbernitrat, heute werden Antibiotika-Augentropfen genommen.

Gib mal "Streptokokken" hier oben auf der Seite in die grüne Suchleiste ein. Ich habe schon mehrfach dazu geschrieben.

Man mag zu Antibiotika eingestellt sein, wie man will, in manchen Fällen müssen sie einfach sein.
Ein Laie kann nicht abschätzen, was für Folgen eine Verweigerung haben kann.

Da unter der Geburt kleine Blutgefäße einreißen, können die Keime ins Blut gelangen und eine Sepsis (Blutvergiftung) auslösen.
Und das ist sehr gefährlich und dann sind sowieso nur Antibiotika lebensrettend.

Und wenn eine Wöchnerin eine Infektion entwickelt (wir waren schon bei erhöhter Temperatur in Alarmbereitschaft), ist dies ebenso gefährlich.
Wenn das Kind geboren ist, löst sich die Placenta und dann ist da eine Wunde in der Gebärmutter (zwar verkleinert sie sich durch das Zusammenziehen derselben), die Sekret (Wochenfluss) absondert. Und es ist immer auch die Gefahr einer aufsteigenden Infektion gegeben.

Jedenfalls sollte die Frau auf ihre Gynäkologin hören und sich über die Folgen einer Ablehnung informieren lassen.

Und wenn die Frau erhöhte Temperatur hat, gehört sie sowieso in die Klinik. Dort wird dann täglich der CRP-Wert (C-Reaktives Protein) abgenommen. Dies ist ein Laborparameter im Blut, an dem man durch ein Ansteigen des Wertes eine Infektionsentwicklung feststellen kann.
Es werden auch noch weitere Werte untersucht.

Ggf. wird je nach Wert die Geburt eingeleitet oder ein Kaiserschnitt gemacht.

Bitte keine Spülungen machen !
Ich bin trotzdem der Meinung, dass eine Vaginalspülung Nonsens ist. Egal womit. Vor allem bei einer Wöchnerin.
Ich mache das Mögliche, GOTT macht das Unmögliche.

szoller
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Beitrag von szoller » 25.11.2012, 21:26

Hallo wattebällchen

Danke für die Informationen. Allerdings habe ich in der Zwischenzeit erfahren, dass der Abstrich mit den Streptokokken 5 Wochen zurückliegt und die Gynäkologin erst jetzt, zum errechneten Geburtstermin informiert hat. Also kann die Infektion nicht schlimm sein. Die Frau hat noch nicht geboren, ist aber schon über dem Geburtstermin, d.h. die Geburt könnte jederzeit losgehen. Ich muss davon ausgehen, dass es sich um einen nicht so schlimmen bzw. einen Grenzfall handelt. Zahlen kenne ich keine.

Hast du, wattebällchen, in diesem Fall etwas gegen sorgsame Vaginalspülungen mit Grapefruitkern-Extrakt? Nachher muss die Patientin sowieso mit der Gynäkologin schauen, was gemacht wird. Jedenfalls wurde der Hochschwangeren gesagt, dass sie die Penicillin-Infusion auch ablehen kann...

Ach, diese Ärtze...
sz

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monika monkos
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Vaginalspülung

Beitrag von monika monkos » 27.11.2012, 16:45

Hallo,

eine Vaginalspülung mit den angegebenen Substanzen GSE & Echinacea in der Dosierung je 2-3 Tropfen auf 1/4 li. warmes Wasser ist bedenklos möglich.

Wenn, ja wenn die Keimbesiedlung regelrecht ist.
Also keine akute Entzündung oder Streptokokkeninfektin besteht.

Das ist zur Pflege & Kräftigung, der stark beanspruchten Haut /Schleimhaut eine gute Wahl.
Denn GSE wirkt fungizid & damit dem entstehen eines Candida-Pilzes entgegen. Die Spülung sorgt für ein gutes Keimmilieu im Vaginalbereich.

Viele Grüße & gute Wünche für Mutter & Kind aus der
"Voreifelmetropole" Rheinbach Mona Monkos
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Unterschiedliche Meinungen

Beitrag von monika monkos » 28.11.2012, 14:53

Hallo Frau Bergmann,

ja, so ist es wohl, es gibt unterschiedliche Meinungen & auch Erfahrungen
und das nicht nur zu diesem Thema!

Als ehemalige Krankenschwester & Pflegedienstleiterin habe auch ich
diverse Erfahrungen im Schulmedizinischen sammeln können.

Manches ist dort sicher sinnvoll, doch vieles auch völliger Unsinn.
Gerade gestern ein Bericht zu Amputationen bei Diabetes, 60 % der Op's sind überflüssig, vor einigen Wochen 80% der Wirbelsäuleneingriffe sind überflüssig, Kniegelenksuntersuchungen und Op's daran sind ebenfalls zu einem hohem %satz überflüssig.

Der Krankenhauskeim rafft jährlich mehr Menschen dahin als der Straßenverkehr. das liegt an der Hygiene, der dort Arbeitenden.
Ebenfalls an der Zerstörung der natürlichen Besiedlung, am falschen Einsatz von Desinfektionsmitteln.
Gerade zeigen uns wieder Kliniken mit plötzlichen Säuglingstoden, woran es liegt . In diesen Tagen war es in der Presse.

Prof. Daschner, der bis vor kurzem der Hygienepapst in der BRD war, hat vielfach darauf hingewiesen.
Pharmaindustrie im Verbund mit ÄrztInnen:
Medikamente werden verabreicht ohne ausreichende Studien, Krankheiten werden erfunden weil man ein Medikament unters Volk bringen will.
B12 bei Neurodermitis, ein ganz einfaches aber hilfreiches Mittel, mit dem allerdings wenig Geld zu verdienen ist, wird verhindert. (darüber gibt es ein sehr aufschlußreiches Buch)

Die Argumente ließen sich durchaus fortsetzen, aber es soll keine völlige Desillusionierung werden.

Das Schulmedizinsystem ist zur Geldmaschine geworden.
Vertrauen in viele Behandlungsmethoden ist in der breiten Bevölkerung zu recht verloren gegangen & vieles in Mißkredit geraten.

Je mehr Menschen , PatientInnen , NaturmedizinerInnen, HeipraktikerInnen das erkennen umso besser für die Volksgesundheit, für den Erhalt von Organen & Extremitäten.

Manches läßt sich noch bei: Transparenci International, nachlesen.

Mein kredo: eine weise Lebensweise, eine lernende Lebenshaltung,
Bewegung, 5Elemente Ernährung, Entspannung,
gutes Konfliktlösungpotential entwickeln.

In diesem Sinne haben Sie eine erhellende Dunkelzeit Mona Monkos
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wattebällchen
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Beitrag von wattebällchen » 28.11.2012, 15:37

Ich kann Ihnen nur beipflichten.

Ich habe mich ganz bewusst aus dem Klinikbetrieb zurückgezogen, denn eine Klinik ist leider zu einem kaufmännischen Betrieb heruntergesunken, wo die Menschen (sowohl Patienten als auch das Pflegepersonal...) nur noch als Mittel zum Zweck der Geldbeschaffung dienen ....
Man hat keine Zeit mehr, mal zu trösten oder Hand zu halten. Ich denke, das ist Ihnen in Ihren Klinikzeiten genauso gegangen.

Statt die Zeit für die Menschen am Krankenbett zu haben, muss man einen Wust an Schreibkram erledigen, der um mindestens die Hälfte reduziert werden könnte. Vorschriften, wie lange man für eine Verrichtung haben darf.
Im Moment soll ich ein Pflegetagebuch für den medizinischen Dienst für die Pflegestufe bei meiner Mutter führen und auflisten, wie lange ich zum Po abputzen etc. brauche.
Ich habe eine etwas verärgerte Stellungnahme dazu geschrieben....

Nicht alles, was die Schulmedizin macht ist gut, nicht alles was Heilpraktiker machen ist gut.
Es gibt leider überall schwarze Schafe und leider müssen es unsere Patienten leiden. Ich höre von fast allen Storys, da graust es einem.

Ich sehe meine Aufgabe in der Prävention und Aufklärung.
Wenn ich manchmal frage, ob denn der Arzt nix dazu gesagt habe, kommt eine resignierte Antwort: "Er hatte keine Zeit. Ich war nach 5 Minuten mit einer Spritze im Po und einem Rezept wieder draußen."

Was soll man dazu noch sagen ?

Ich mache eben einen Spagat zwischen Schulmedizin und was ich an Erfahrung gesammelt habe und der Naturheilkunde.
Und es ist wichtig, dass die Fragenden beide Ansichten sehen können, denn letztendlich muss jeder für sich/sein Kind selbst entscheiden, was er tut oder lässt und ggf. auch die Folgen tragen.
Ich mache das Mögliche, GOTT macht das Unmögliche.

szoller
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Beitrag von szoller » 29.11.2012, 21:42

Herzlichen Dank für die spannenden Beiträge! Es ist offensichtlich angesagt, das Gesunde im Gesundheitswesen zu fördern..

Das Kind ist gestern abend gesund zur Welt gekommen. Der Mutter geht es auch gut. Genauere Berichte fehlen allerdings noch.

Sie hat nun also bis vor der Geburt die Spülungen gemacht. Zusätzlich hat sich sich aber noch den Rat einer Kinderärztin eingeholt, die alternative Heilmethoden anwendet.

Ja, ja, es wird wohl nie den allgemeingültigen und absolut sicheren Weg geben. Deshalb war ich froh um die verschiedenen Imputs.

Nochmals vielen Dank.
sz

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