geburt und zwangsgedanken

Bei chronischen Erkrankungen leidet meist nicht nur unser Körper, sondern auch unsere Seele; leider wird jedoch oft unsere Seele vernachlässigt. Die Psychoecke soll Mut machen, sich seiner Seele bewusst zu werden.
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mausigel
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geburt und zwangsgedanken

Beitrag von mausigel » 18.02.2010, 22:01

hallo,

nach der geburt meiner tochter (Wunschkind) litt ich an einer Wochenbettdepression. zum glück sind die symptome der depression recht schnell weg gegangen und meine tochter macht mich jeden tag glücklicher. was mir schreckliche angst macht sind furchtbare zwangsimpulse/bilder, die ich in Bezug auf das Wohlergehen meiner Tochter immer wieder sehen. Ich sehe z.B. wie mein geliebtes Kind aus dem Fenster fällt oder andere schlime sachen, die durch mich verursacht werden. niemals würde ich das meinem kind antun, aber ich sehe es und es macht mir schreckliche angst. Ich bin von Natur aus schon ein ängstlicher Typ und hypochondrisch veranlagt. Was hilfst mir aus homöopatischer Sicht, diese Bilder los zu werden und die angst davor bzw. die angst ich könnte unbewußt so etwas machen.


danke für antworten

Fr. Laurence Gromier-Heim

Beitrag von Fr. Laurence Gromier-Heim » 19.02.2010, 20:50

Liebe Mausigel,
Eine Schwangerschaft und danach die Geburt stellen ein äußerst erschöpfendes Ereignis für die Frau dar. Die Impulse, die Sie verspüren sind ein Zeichen eine große Erschöpfung. Am besten sollten Sie zu Ihrem Frauenarzt oder Allgemeinarzt gehen und erklären wie es ihnen geht. Die Therapeuten werden Verständnis dafür haben und Sie aufpäppeln. Homöopathisch gibt es einiges aber nur beim Therapeut.
Später, wenn Sie Ihrer Erschöpfung überwunden haben, können Sie eine Behandlung der Hypochondrie mit der kognitiven Verhaltenstherapie machen. In den meisten Fällen ist eine vollständige Heilung möglich. Die Psychotherapie kann ambulant erfolgen und wird von der GKrankenkasse bezahlt.
Eine Schwangerschaft/Geburt ist eine große Umstellung, die uns Frauen sehr stark herausfordert. Auch, wenn viele Frauen leider nach außen erzählen alles sei so leicht gewesen, sind wir doch ziemlich alle betroffen von dieser Umstellung. Zu wenig Schlaf, unregelmäßiges Essen für die Mutter, Unsicherheit, der Wille alles perfekt machen zu wollen fördern eine wirklich heraus. Versuchen Sie bis Montag zwischendurch zu schlafen, sich von Ihrem Partner/Familie im Haushalt helfen zu lassen. Die können eine Runde mit dem Kind spazieren gehen, Sie nehmen während der Zeit ein Bad und am Montag sind Sie beim Arzt und Sie werden sehen es wird alles gut.
Wenn Sie das Bedürfnis haben dürfen mich gerne direkt mailen.
Liebe Grüße
Laurence Gromier-Heim

mausigel
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Beitrag von mausigel » 20.02.2010, 16:04

Vielen Dank für die schnelle Antwort von ihnen. Bei einem Homöopathen bin ich bereits und er hat mir anfangs eisenhut, dann Phosphortropfen gegeben. Die Symptome der Depression sind dadurch weggegangen, nur leider nicht die Bilder. Ich hatte auch schon ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten, der sich auf Tiefenpsychologie spezialisiert hat. Ich wollte mich erkundigen, ob es noch andere homöopathische Mittel gibt, um die Angst vor erneuten Bildern los zu werden und wieder unbeschwert leben zu können.
Ich habe jetzt auch seit zwei Tagen Droseria q6 probiert, nur leider kommen die Symptome der Depression dadurch wieder. Geht so etwas alleine weg oder wie lange dauert si eine Erkrankung?

Vielen Dank für Ihre Antwort

Fr. Laurence Gromier-Heim

Beitrag von Fr. Laurence Gromier-Heim » 21.02.2010, 12:38

Phosphorus schien Ihnen zunächst schon geholfen zu haben. Gehen Sie dann nochmal zu Ihrem Heilpraktiker, denn es kann sein, dass ein andere Potenz (stärkere) notwendig ist oder ein anderes Mittel folgen muss. Warum nehmen Sie die Tropfen nicht mehr? In welche Potenz haben Sie Phosphorus bekommen? Sind Sie bei einem klassischen Homöopath in Behandlung?
Selbstmedikation ist in Ihrem Fall nicht möglich, weil es sich nicht um einen akuten Geschehen wie z. Bsp bei einem grippalen Infekt handelt.
Drosera wirkt in erster Linie auf die Atmungsorgane, bei Keuchhusten. Sein Wirkungsbereich ist sehr eingegrenzt und es hat keine Wirkung auf das Gemüt.
Es ist schon sehr gut, dass Sie zu einem Ihrem Psychotherapeut/in gehen. Nach nur einem Gespräch werden die Probleme aber nicht gelöst werden. Sie sollen sich ein wenig gedulden. Meist werden sogar am Anfang 2 bis 3 Sitzungen pro Woche angeboten. Wie lange es dauern wird? Prognosen sind nicht möglich. Sie werden normalerweise schnell spüren, dass eine Veränderung auftritt.
Ein Erschöpfungszustand kann dennoch dahinter stecken. Bitte fragen Sie Ihrem Arzt/in schon am Montag wie er, Sie unterstützen kann.
Ihr Partner/Freunde sollen Sie auch stärker unterstützen. Im Haushalt, mit dem Kind spazieren gehen.
Ganz viel Erfolg wünsche ich Ihnen weiterhin! Und: geben Sie die Hoffnung nicht auf, Sie sind auf dem richtigen Weg.
Herzliche Grüße v.on Laurence Gromier-Heim

mausigel
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Beitrag von mausigel » 22.02.2010, 09:47

Vielen Dank für Ihre Antwort. Ja, ich bin bei einem klassischen Homöophaten. Er sagte, ich soll mit dem Phosphor aufhören, wenn ich mit Droseria anfange. Ich werde Ihn aber gleich heute danach fragen, ob es nicht besser ist, wenn ich Sie weiter einnehme. bzw. beides miteinander verbinde.
Nach Therapieplätzen habe ich auch schon gefragt. Diese sind aber erst wieder in einem Jahr zu vergeben. Ich habe mich bereits auf die Warteliste schreiben lassen und nehme in der Zwischenzeit Gesprächstermine eines Psychotherapeuten in Anspruch.

Danke und freundliche Grüße

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wattebällchen
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Beitrag von wattebällchen » 25.02.2010, 12:46

Liebe mausigel,

ich kann mich den Worten meiner Kollegin nur anschließen.
Gerade Zwangsgedanken müssen so schnell, d. h. so früh wie möglich angegangen werden, bevor es sich auswächst zu einem lebenseinschränkenden Problem.

Solche Zwangsgedanken sind sehr belastend und eine medikamentöse Unterstützung ist bei einer Psychotherapie angeraten.
Ich mache das Mögliche, GOTT macht das Unmögliche.

mausigel
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Beitrag von mausigel » 26.02.2010, 12:48

Vielen Dank für Ihre Antwort,
ich bin sehr zufrieden mit meinem Psychotherapeuten und vertraue ihm dahin gehend, dass er mit Sicherheit weiß, wie ich mein Problem in den Griff kriege. Außerdem habe ich bereits mehrere Sitzungen bei meinem Homöopathen hinter mir. Beide sind der Meinung, dass ich keine normale Wochenbettdepression habe, sondern eine Angststörung, die mit einer totalen Erschöpfung des Körpers einher geht, die man nicht immer gleich mit starken Medikamenten behandeln muss. Es geht auch auf dem sanften Weg. Das habe ich gesehen, denn es geht mir körperlich schon sehr viel besser und die Gedanken sind weniger geworden. Man sollte die Selbstheilungskräfte des eigenen Körpers nicht unterschätzen. Sehr viel Ruhe und auch die Abgrenzung zum Kind sind von Zeit zu Zeit von großer Wichtigkeit, riet mir mein Arzt. Man sollte die Zwangsgedanken nicht versuchen auszulöschen, sondern sie verstehen lernen und damit habe ich begonnen. Ich denke das ist mein Weg.

Vielen Dank an Sie beide.

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