Diese Webseite benutzt Cookies. Wenn Sie cysticus.de weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.Mehr Infos Akzeptieren


Zurück zur Hauptseite

Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Tarantula hispanica, spanische Tarantel


Familie der Lycosidae (Tarent.)


Die Tarantel ist eine Giftspinne aus der Familie der Wolfsspinnen, die in Spanien und Italien heimisch ist. Ihr Biß führt zu dem Phänomen des sog. Tarantismus, die Betroffenen leiden unter heftigem Bewegungsdrang und steigern sich in eine Tanzwut hinein, für den sie den Spinnenbiß verantwortlich machen. Die Bewegungen des dort heimischen Tanzes Tarantella sollen angeblich die Symptome der gestochenen Personen nachahmen. Der Biß führt gewöhnlich zu schmerzhaften Verletzungen mit Nekrosen, die Stelle brennt und juckt intensiv, ist angeschwollen und dunkelviolett verfärbt. Wenn eine größere Menge Gift in den Körper gekommen ist kann es zu einer nervösen Erregung kommen, („wie von der Tarantel gestochen“), die sich aber durch Musik beruhigen läßt.
Im Mittelalter wurde das Gift der Tarantel als Ursache für den Veitstanz (Chorea Huntington) angesehen.
In der klassischen Homöopathie wird Tarantula vorwiegend bei Krämpfen und Unruhezuständen sowie Hautinfektionen eingesetzt.

Tarantula hispanica wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Nerven, Herz, Kreislauf

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Spinnenbiß, Verletzungen, Folgen unerwiderter Liebe, Bestrafung, Blutvergiftung

Hauptanwendungsgebiete von Tarantula hispanica

- Kopfschmerzen

- Tonsillitis (Mandelentzündung)
- Neuralgien
- Autismus
- organische Psychosen
- Hyperaktivität
- Epilepsie
- Chorea Huntington (Veitstanz)
- Multiple Sklerose
- Restless legs
- Nagelbettentzündung
- Nymphomanie
- Obstipation < br> - Harnverhaltung
- Karbunkel
- septische Prozesse
- als Antidot bei Spinnenbissen

Gemüt/Zentralnervensystem laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Der Gemütszustand ist charakterisiert durch heftige und plötzliche Stimmungsschwankungen und extreme Reaktionen. Die Patienten sind unberechenbar und impulsiv, sie haben die Kontrolle über ihre Bewegungen verloren, springen und schreien, werfen mit Gegenständen bevor sie jemand davon abhalten kann. Sie zerreißen ihre Kleider, tanzen, lachen oder singen bis zur Heiserkeit. Anfälle von Zerstörungswut, Haß und Boshaftigkeit. Oder sie simulieren hysterische Anfälle, beginnen zu zucken oder stellen sich ohnmächtig und beobachten aus den Augenwinkeln die Reaktionen der Umstehenden. Anfälle treten nur auf, wenn Zuschauer anwesend sind. Die Gemütssymptome sind besser abends und nach dem Essen.

Extremitäten

Beschwerden der Extremitäten, für die Tarantual hispanica als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Patienten sind extrem ruhelos mit einem ausgeprägten Bewegungsdrang, ständig bewegen sie Arme und Beine; es treten immer wieder anfallsweise Krämpfe und Zittern auf, besonders in den Abendstunden und nachts. Die Glieder sind dabei taub und kalt mit Schwächegefühl oder es besteht ein Kribbeln, Stechen oder Ameisenlaufen in den Gliedern wie wenn sie eingeschlafen wären (z. B. Restless-legs-Syndrom). Andere Patienten haben die Kontrolle über ihre Bewegungen verloren wie bei schweren Krankheitsbildern von Multipler Sklerose, Epilepsie oder Chorea Huntington. Die Haut neigt zu Entzündungen und eitrigen Abszessen mit brennenden und stechenden Schmerzen und einer charakteristischen Blaufärbung. Einseitige Beschwerden betreffen häufiger die rechte Körperhälfte.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Tarantula hispanica:

Übermäßiger Bewegungsdrang mit Zuckungen und Krämpfen. Epilepsie, Schwindel und Zittern vor einem Anfall. Lichtscheu. Rhythmische Körperbewegungen, hysterische Tics. Besserung durch Musik. Plötzlichkeit und Heftigkeit der Symptome. Stechende Augenschmerzen, stechende Kopfschmerzen besonders bei kaltem Wetter. Stechende Halsschmerzen wie von Splittern, Trockenheit im Hals und Engegefühl, Tonsillitis. Bauchkoliken, Krämpfe, Gasansammlungen. Ständiges Aufstoßen, welches kurzfristig bessert. Erbrechen und Übelkeit mit Verlangen nach viel kaltem Wasser. Abneigung gegen Fleisch, Verlangen nach pikanten und salzigen Dingen. Verstopfung, Harnverhaltung, Enuresis, Analprolaps. Genitaler Juckreiz und Trockenheit der Schleimhäute. Nymphomanie. Berührungsempfindlichkeit. Ruhelose Arme und Beine (Restless legs), Kontrollverlust über die Bewegungen, Krämpfe und Zittern. Taubheit, Schwäche und Kälte der Glieder, Multiple Sklerose. Eitrige Abszesse und Entzündungen der Haut mit Blaufärbung, Nagelbettentzündung. Brennendes Jucken. Verschlimmerung durch Berührung. Abneigung gegen Fleisch und starkes Verlangen Salz und nach großen Mengen kalter Getränke. Empfindungen von stechendem Kribbeln, welches sich durch Reiben bessert. Chorea (Veitstanz). Multiple Sklerose. Nächtliche Verschlimmerung aller Beschwerden. Die Beschwerden bevorzugen die rechte Körperhälfte und treten periodisch auf, vorwiegend abends, zur selben Stunde.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Tarantula als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
Musik, Tanzen, Bewegung, kräftiges Reiben und Massieren, Schwitzen, Rauchen, frische Luft.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Kälte, Wetterwechsel, Berührung, laute Geräusche, Gehen, tauchen der Hände in kaltes Wasser.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Tarantula-Fall von Clark

Der Homöopath Clarke beschreibt folgenden Fall eines Tarantelstiches aus der Praxis von M. Nunez:
Ein Bauer wurde Mitte Juli bei der Getreideernte von einer Tarantel in die linke Hand gebissen. Er machte sich mit seinen Kameraden auf den Heimweg und stürzte dann plötzlich wie vom Schlag getroffen zu Boden. Dann trat Atemnot ein und Gesicht, Hände und Füße färbten sich dunkel. Daraufhin holten seine Kameraden einige Musiker, da sie um das Heilmittel wußten. Als der Bauer die Musik hörte, begann er zu seufzen und wieder aufzuleben, bewegte erst Füße, dann die Hände, dann den ganzen Körper und stand auf um so heftig zu tanzen, dass es die Umstehenden mit der Angst zu tun bekamen. Er stampfte heftig auf und rollte auf dem Boden hin und her. Nach zwei Stunden verschwand die dunkle Färbung von Gesicht und Händen, er schwitzte reichlich und wurde wieder vollends gesund. Allerdings kehrten jedes Jahr zu gleichen Zeit die Schmerzen und die Begleitsymptome wieder, allerdings weniger heftig und sie konnten immer mit Musik beruhigt werden. Wurde der Anfall jedoch nicht rechtzeitig abgewendet, fand man ihn wie beim ersten Male am Boden liegend vor und er wurde in der gleichen Weise wiederbelebt.





Naturheilkunde Forum
Schüssler Salze Test  Bachblüten Test  Heilpilze   Top

 Impressum    Datenschutz