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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Sulfur (Sulphur) lotum, Schwefel


kristallisierter Sulfur (Schwefel)

gereinigte Schwefelblüte (Sulf.)


Zur Herstellung des homöopathischen Mittels wird Schwefelblüte verwendet, eine gelbe Kristallform des Schwefels, die mit Milchzucker verrieben wird, da Schwefel weder in Wasser noch in Alkohol löslich ist. Chemisch zeigt Schwefel eine große Reaktionsfreudigkeit mit anderen Stoffen, eine Eigenschaft, die man sich bei der Herstellung z. B. von Zündhölzern zunutze macht. Denn reibt man Schwefel, so erhitzt er sich und brennt. Diese Eigenschaft findet sich im homöopathischen Arzneimittelbild wieder: auch der Sulfur-Patient ist warmblütig, entwickelt im Krankheitsfall schnell Hitze und Rötungen.
Betrachtet man Schwefel unter dem Mikroskop so kann man seine chaotische Struktur erkennen, die sich auch wiederum im Wesen des Sulfur-Patienten wiederfindet; der Homöopath C. Hering nennt den Sulfuriker „Philosoph in Lumpen“.
Die Industrie verwendet Schwefel vor allem gegen Parasiten und Pilze, z. B. wird Wein geschwefelt, um einen Befall mit Schimmelpilzen zu verhindern. Schwefeldämpfe sind für die Gesundheit sehr abträglich; sie reizen die Schleimhäute und führen zu chronischen Bronchitiden und heftig juckenden Hautausschlägen, den sog. Schwefelekzemen. Weiterhin ist Schwefel wegen seiner leichten Entflammbarkeit ein Bestandteil von Schießpulver, Schwarzpulver und Feuerwerkskörpern.

In der Mythologie werden Schwefeldämpfe und ihr fauliger Geruch seit jeher mit der Unterwelt, der Hölle und dem Teufel in Verbindung gebracht; auch die Hautausschläge und üblen Absonderungen wurden mythologisch immer als Strafe für Sünden angesehen. Daher wurden in der Volksheilkunde Schwefeldämpfe als Räucherungen gegen böse Geister oder bei Besessenheit verwendet.
In der klassischen Homöopathie gilt Sulfur als „König der Arzneimittel“ und größtes Antipsorikum Hahnemanns, denn er ist eines der größten symptomreichsten und am besten geprüften Mittel der Materia medica; über 8000 Prüfungssymptome wurden dokumentiert. Wenn gut gewählte homöopathische Mittel nicht wirken, stellt eine Gabe Sulfur oft die Reaktionsfähigkeit des Körpers wieder her. Weiterhin ist Sulfur ein großes Resorptions- und Ausleitungsmittel und wird häufig eingesetzt nach akuten Krankheiten, die nicht völlig ausheilen.

Polychreste - Konstitutionsmittel Sulfur

Während einige „kleine“ Mittel vorwiegend auf bestimmte Organe einwirken und dadurch relativ leicht den akuten Beschwerden zuzuordnen sind, haben die „großen“ Mittel, die sog. Polychreste (Polychrest=für vieles zu verwenden) ein sehr großes Wirkspektrum auf Körper, Psyche und Geist (Konstitutionsmittel).

Sulfur wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Haut und Schleimhäute, Leber, Atemwege, Magen-Darm-Trakt, Venen, Stütz- und Bindegewebe

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Unterdrückungen (besonders von Hautausschlägen), Impfung, Alkohol, Medikamente, Sonne, Verstauchungen, Überanstrengungen, Stürze, Schläge.

Typus/Konstitution laut klassischer Homöopathie

Der Menschentyp, für den Sulfur als Heilmittel besonders wirksam ist, hat typischerweise folgende Charakteristika:
Sulfur eignet sich für dünne Personen mit hängenden Schultern und gebeugter Haltung, die gebückt gehen und nicht lange stehen können; für Menschen mit nervösem Temperament, schnellen Bewegungen, leicht erregbar und leicht errötend mit warmen Händen und guter Durchblutung. Für unpünktliche schlampige nachlässige Typen mit großer Sammelwut, oft findet man Faulheit gepaart mit Intelligenz. Für schmutzige unreinlich wirkende Menschen mit fettigem Haar und unreiner Haut, mit Neigung zu Hauterkrankungen. Ferner für Kinder, die sich nicht waschen lassen, unter Würmern leiden, warmblütig sind und nachts Kleidung und Decken wegstoßen.
Kent liefert uns folgende Beschreibung des Sulfurikers:
„Der Sulfur-Patient ist ein magerer, schlanker, hungriger, schlecht verdauender Bursche mit hängenden Schultern, obwohl es bisweilen auch fetten runden wohlgenährten Menschen entspricht. Es gibt eine weitere Gruppe von Kranken, bei denen wir im Gesicht das Sulfur-Bild ablesen können. Es sind schmutzige runzlige Menschen mit roten Gesicht. Das Gesicht rötet sich beim Fahren im Freien sowohl bei sehr kaltem als auch feuchtem Wetter. Die empfindliche dünne Haut errötet beim geringsten Anlaß und sieht immer rot und schmutzig aus, egal wie oft er sich wäscht. Bei Kindern muss die Mutter oft das Gesicht waschen, aber es sieht immer so aus, als ob es flüchtig gewaschen wurde.“


Kinder

Kinder, für die Sulfur als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Das Sulfur Baby ist sehr warmblütig und erhitzt sich sehr leicht, es hat so heiße Füße, dass es seine Strümpfe fortstrampelt und es hat eine Neigung zu Windelausschlägen. Weiterhin besteht eine Disposition zu Erkältungen, Katarrhen und Hautausschlägen, letztere meist sehr stark juckend oder brennend. Durch Wärme werden alle Beschwerden verschlimmert. Im Laufe der Zeit entwickelt sich das typische Sulfur-Kind zu einer fröhlichen furchtlosen unruhigen und eher widerspenstigen Persönlichkeit, die gern im Mittelpunkt steht, mit einem Hang zur Unsauberkeit und Unordentlichkeit mit Abneigung gegen Waschen oder sogar Wasserscheu. Diese Kinder wirken ungepflegt mit schmutzigen Fingernägeln und unangenehmem Geruch; auf Kleidung legen sie wenig Wert. Sie sind meist sehr durstig und trinken große Mengen und haben ein starkes Verlangen nach Süßigkeiten. Trotz guten Appetits und ständigem Hungergefühl sind sie eher mager und nehmen nicht an Gewicht zu. Ein zweiter Sulfur-Typus ist ein schlechter Esser mit großem Durst, dem der Appetit schon beim Anblick der Speisen vergeht. In der Schule sind Sulfur-Kinder meist sehr kreativ mit sprühender Fantasie, aber auch unkonzentriert, leicht gelangweilt und chaotisch. Nach Impfschäden ist neben Thuja häufig auch Sulfur indiziert ebenso wie bei der Gelbsucht der Neugeborenen.

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Stimmung des Sulfurikers schwankt zwischen Traurigkeit und Unruhe, er ist reizbar, weinerlich und depressiv; das Weinen kann sich mit Lachen abwechseln. Das Gedächtnis ist schwach mit großer Vergeßlichkeit, das Denken fällt schwer. Allgemein sind die Betroffenen eher faul, sie sind der Arbeit abgeneigt und es fällt ihnen schwer, sich zu etwas aufzuraffen. Abendliche Ängstlichkeit, Schreckhaftigkeit. Gedächtnisschwäche. Melancholie mit Angst um das Seelenheil. Der Sulfuriker gilt als Eigenbrötler, weil er sich oft zurückzieht; er hat eine Neigung zu philosophischen oder religiösen Schwärmereien. Er redet um des Redens willen, neigt zu Haarspalterei und sagt allen was sie zu tun haben. Phantastische Einbildungen lassen alles schön erscheinen („sieht Lumpen als schöne Kleider an“). Er kann übergenau und kleinlich sein, in seinen Gewohnheiten aber nachlässig, gleichgültig gegenüber dem eigenen Aussehen und dem Wohlergehen anderer. Neigung zum Alkoholismus. Beschwerden von Trinkern.

Kopf

Sulfur wirkt auf alle Regionen des Kopfes und auf das rechte Auge. Die Kopfschmerzen erscheinen periodisch, z. B. Migräne jede Woche oder jeden Monat. Die Kopfschmerzen werden begleitet von einem roten Gesicht und einem heißen Kopf, sie sind besser in Ruhe und im warmen Zimmer, verschlimmern sich beim Bücken und im Freien. Kopfschmerz im Hinterkopf beim Husten, Brennen am Scheitel. Schwindel mit Neigung nach vorn zu fallen, wird in der Stirn empfunden. Die Augen sind gerötet, brennen oder wie ein Gefühl von Sand oder Fremdkörper in den Augen. Die Lider sind verklebt oder mit Gerstenkörnern oder Lidekzemen. Sehstörungen, optische Halluzinationen und Lichtscheu. Die Ohren sind gerötet, Ohrkatarrh mit eitrigen übelriechenden Absonderungen, Gefühl als ob Wasser im Ohr wäre. Gerötete Nasenlöcher, Nasenverstopfung oder brennender Fließschnupfen draußen und Stockschnupfen drinnen. Die Patienten sind sehr geruchsempfindlich und bilden sich Gerüche ein. Die Lippen sind gerötet, die Zähne sind empfindlich gegen Kälte und Berührung, mit zuckenden pochenden und schießenden Zahnschmerzen. Der Geschmack im Mund ist süßlich, faulig, bitter oder auch sauer, besonders am Morgen. Der Speichel fließt reichlich, riecht übel und sein Geschmack erregt Übelkeit. Die Betroffenen klagen über das Gefühl eines Kloßes im Hals, eines Splitters oder eines Haares.

Brust/Atemwege

Sulfur wirkt auf die gesamten Atemwege von der Nase bis zur Lunge. Die Nase ist im Hause verstopft und draußen frei. Asthma mit Schleimrasseln, schwieriges Atmen mit Atemnot und Lufthunger, nächtliche Erstickungsanfälle, so dass die Fenster geöffnet werden müssen. Der Husten ist schlimmer morgens und durch Sprechen, produziert grünlichen eitrigen süßlichen Auswurf. Kitzelhusten wie von Federstaub im Kehlkopf. Sulfur wird häufig als Zwischengabe bei Keuchhusten benötigt. (Bönninghausen). Eine weitere Indikation ist eine verschleppte nicht auskurierte Lungenentzündung, auch mit Pleuraerguß. Der Patient klagt über eine Brustbeklemmung wie von einer Last mit Hitzegefühl. Stechende Schmerzen in der Brust werden schlimmer durch tiefes Einatmen oder Rückenlage. Gefühl von Brennen oder Kälte in der Brust. Herzschmerzen breiten sich aus zum Rücken. Auf der Brust sieht man rote Flecken, auch bräunliche oder walnußfarbene. Gefühl wie von einem Band um die Brust oder wie von einer schweren Last auf ihr. Gefühl als ob das Herz vergrößert wäre und nicht genug Raum hätte. Perikarditis. Das Herzklopfen ist schlimmer im Liegen nachts im Bett und beim Steigen. Der Puls ist morgens schneller als abends.

Verdauung

Das Arzneimittelbild zeigt völligen Appetitverlust oder übermäßigen Appetit, meist ist der Durst größer als der Appetit und es werden große Mengen getrunken. Trotz gutem Appetit nimmt der Sulfuriker nicht an Gewicht zu oder magert sogar ab. Vormittags gegen 11 Uhr fühlt er sich schwach und leer und muss etwas zu Essen haben, um nicht ohnmächtig zu werden. Er hat häufig starkes Verlangen nach Süßigkeiten und damit auch eine Neigung zu Übersäuerung. Wasser kann Völlegefühl verursachen und Milch ist unverträglich. Er leidet unter starken Blähungen und Windabgang, alle Absonderungen und Ausscheidungen sind sehr übelriechend. Schmerzloser Durchfall treibt den Patienten schon früh morgens (häufig gegen 5 Uhr) aus dem Bett. Verstopfung mit harten knotigen Stühlen. Hämorrhoiden nässen und bluten, Jucken und Rötung des Darmausganges.

Uro-Genital-Organe

Jede Erkältung schlägt auf die Blase. Die Harnröhre juckt und brennt beim Wasserlassen, was noch lange danach anhält. Der Urin ist scharf und macht die Haut über die er fließt wund. Der Harndrang ist sehr plötzlich und der Patient muss sich beeilen, um nicht einzunässen, unwillkürlicher Harnabgang beim Husten. Besonders nachts muss der Patient vermehrt Wasserlassen; Bettnässen mit großen Mengen farblosem Urin. Die männliche Potenz ist schwach oder Impotenz mit Rückenschmerzen. Schwäche nach dem Koitus sowie Traurigkeit und Erschöpfung. Hodenverhärtung. Übelriechender Genitalschweiß. Bei Frauen juckt und brennt und schmerzt die Scheide wie wund, so dass sie kaum sitzen kann. Sie haben das Gefühl des Herabdrängens, was sich im Stehen verschlimmert. Die Menstruation ist dunkel, scharf und wundmachend. Die Brustwarzen sind rissig und brennen.

Extremitäten

Der Rücken schmerzt, besonders beim Gehen oder beim Aufstehen vom Sitzen. Stehen ist überhaupt die schlimmste Haltung für den Sulfuriker. Das Rückgrat ist verkrümmt oder verwachsen. Die Hände sind heiß und zittern, Schwäche in Armen und Knien; es zieht und reißt in den Beinen, Schwere der Beine, die Fußgelenke sind steif. Gichtanfälle gehen einher mit Hitze und Schwellung der Gelenke. Handgelenksganglion. Die Füße sind tagsüber kalt und brennen heiß in der Nacht, so dass die Füße unter der Decke herausgestreckt werden. Das Rheuma beginnt unten und breitet sich nach oben hin aus; rheumatischer Schmerz in der Schulter.

Haut

Allgemein neigen Sulfuriker zu Hauterkrankungen und Ausschlägen aller Art, die Haut sieht schmutzig aus, ist rau, schuppig oder schorfig, jede Verletzung eitert. Man findet eine typische Rötung und Wundheit der Körperöffnungen: Lippen, Lider, Ohren, Nasenlöcher, After, Harnröhre und auch eine Neigung zum Erröten. Als weiteres Leitsymptom findet man beim Sulfuriker einen Juckreiz, den Hahnemann als „wollüstig kitzelndes Jucken“ bezeichnet: es „juckt und beißt wie von Flöhen“, nach dem Kratzen setzt dann Wundheit und Brennen ein. Der Juckreiz verschlimmert sich durch Wärme, besonders in der Bettwärme; Sulfur ist eine wichtige Arznei bei Krätze. Wasser in jeder Form, auch der Schweiß, verschlimmert die Hautbeschwerden. Trotz häufigem Baden hat der Sulfuriker einen widerlicher Körpergeruch. Alle Ausscheidungen sind übelriechend: Schweiß, Speichel, Nasenschleim, Durchfall. Der Achselschweiß riecht nach Knoblauch. Alle Absonderungen brennen oder machen wund. Die Haut schält sich ab an Händen und Fingern. Weitere Indikationen sind: Warzen, Flechten, Schrunden, Geschwüre, Frostbeulen, Drüsenschwellungen, Narbenkeloide, Abszesse und Eiterungen.

Schlaf

Der Patient schläft erst spät ein, der Schlaf ist unruhig und er ist dann tagsüber sehr schläfrig. Morgens schläft er lange, fühlt sich aber durch den Schlaf nicht erfrischt. Nachts erwacht er aus dem Schlaf, ist dann sehr munter und nicht imstande wieder einzuschlafen. Der Schlaf ist leicht und oberflächlich, sog. Katzenschlaf, das geringste Geräusch weckt den Schläfer, er träumt viel und sehr lebhaft, viele Albträume, z. B. von Feuer, quälen ihn. Er spricht im Schlaf, singt sogar, ruckt und zuckt und fährt auf oder schlafwandelt. Häufiges Erwachen zwischen 2 und 5 Uhr. Viele Beschwerden sind schlimmer nachts durch die Bettwärme, vor allem Juckreiz. Ein Leitsymptom sind die heißen brennenden Fußsohlen, die aus dem Bett gestreckt werden müssen.

Schmerzen

Schmerzen, für die Sulfur als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Typisch für Sulfur-Schmerzen ist das Brennen: Brennen der Augen, der Zunge, brennender Ausfluß, brennende Schmerzen in jedem Körperteil. Weiterhin findet man starkes Jucken mit heftigem Verlangen zu kratzen, sogar bis es blutet. Ein starkes Hitzegefühl begleitet viele Beschwerden oder es breiten sich plötzliche häufige Hitzewellen über den ganzen Körper aus. Empfindung auf der Haut, als ob eine Maus darüber kriecht oder als ob etwas sich innen im Körper bewegt. Weitere Empfindungen sind Klopfen und Pochen, Gefühl wie von einem Band oder Reifen, Gefühl von Schwere oder Völle von inneren Teilen, von einem Klumpen.

Fieber

Häufige und heftige Hitzewallungen mit trockener Haut gehen durch den ganzen Körper. Heftiger Durst begleitet die trockene Fieberhitze. Während der Frostphase hat der Kranke keinen Durst. Morgens und nachts schwitzt er vermehrt, vor allem an Nacken und Hinterkopf; der Schweiß kann übelriechend und sauer sein. Der Schweiß kann auch nur an einer Seite des Körpers oder an einzelnen Körperteilen auftreten.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Sulfur:

Schlüsselwörter für die Sulfur-Symptomatik sind: 1. Brennen, 2. Hitze, 3. Röte, 4. Jucken, 5. übler Geruch.
1. Brennende Schmerzen finden sich in allen Körperteilen.
2. Ein subjektiv empfundenes und objektiv wahrnehmbares Hitzegefühl begleitet die Beschwerden, warmblütige Patienten mit heißem Kopf und heißen Füßen, die nachts aus dem Bett gesteckt werden. Hitzewallungen.
3. Flammende Röte und Blutandrang kennzeichnet viele sulfurische Erkankungen. Röte und Wundheit der Körperöffnungen: Lippen, Lider, Ohren, Nasenlöcher, After, Harnröhre. Umschriebene Röte des Gesichtes und Neigung zum Erröten.
4. Jucken findet sich an allen Körperteilen, wobei der Juckreiz „wollüstig kitzelnd“ ist, sich durch Wärme, besonders Bettwärme verschlimmert und nach Kratzen Wundheit und Brennen verursacht.
5. Übler Geruch des Körpers oder seiner Ausscheidungen trotz Waschen, Verschlimmerung durch Wasser oder nach einem Bad. Abneigung gegen Waschen und Wasserscheu. Unsaubere unordentliche und auch schmutzige Patienten mit unreiner Haut und Neigung zu Hautleiden.
Die Sulfur-Wirkung ist zentrifugal - von innen nach außen, sie kann unterdrückte Krankheiten und Hautausschläge wieder hervorbringen. Stehen ist die schlimmste Haltung für den Sulfuriker. Intelligenz oft gepaart mit Trägheit und Faulheit, Neigung zum Reden und Philosophieren. Chronischer Alkoholismus. Asthma, Pneumonie, nächtliche Erstickungsanfälle. Keuchhusten. Schlaflosigkeit und sog. „Katzenschlaf“. Schwäche und Leeregefühl im Magen vormittags gegen 11 Uhr; Verlangen nach Süßigkeiten und scharfen Speisen, Abneigung gegen Eier und Unverträglichkeit von Milch. Abmagerung trotz guter Ernährung. Übler Geruch von Stuhl und Blähungen. Schmerzloser Durchfall der morgens aus dem Bett treibt. Verstopfung mit harten knotigen Stühlen. Hämorrhoiden. Trockene rote juckende und schuppende Hautleiden, Akne, Ekzeme, Psoriasis. Eiternde Infektionen, rezidivierende Furunkel, Narbenkeloid. Heuschnupfen und Allergien mit scharfen brennenden und wundmachenden Absonderungen. Sehstörungen vor Kopfschmerzen, Schulkopfschmerz. Rheumatische Leiden und Gicht. Chronische Krankheiten, die durch Unterdrückung von Hautausschlägen verursacht wurden. Impffolgen. Folgen von Medikamentenabusus. Beständig wiederkehrende Symptome oder andauernde Rückfälle. Das Fehlen von charakteristischen Symptomen ist ein bekanntes Merkmal Sulfurs. Eines der wichtigsten Ausleitungsmittel sowie Reaktionsmittel wenn gut gewählte Mittel nicht wirken.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Sulfur als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
im Freien, Bewegung, warme Anwendungen, Schwitzen, trockene Hitze.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Stehen, Unterdrückungen, Baden, Waschen, Milch, Hitze, (im Bett, durch Anstrengung, durch Wolle), atmosphärische Veränderungen, Sprechen, um 11.00 Uhr, im Klimakterium, Vollmond, periodisch.

Speisen und Getränke

Patienten, für die Sulfur als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise Verlangen bzw. Abneigung nach folgenden Speisen und Getränken:
Vormittags gegen 11 Uhr verspürt der Patient ein starkes Leeregefühl im Magen und muss dann unbedingt etwas essen. Entweder ist der Sulfur-Patient ein schlechter Esser mit großem Durst, dem schon beim Anblick der Speisen der Appetit vergeht oder hat ein starkes Verlangen nach Süßigkeiten, nach Pikantem und Herzhaftem wie Pizza und fast food. Er ißt auch gern Fleisch und hat Verlangen nach sehr scharf gewürzten Speisen. Der Patient klagt, das Essen schmecke wie Stroh oder zu salzig Gegen Milch besteht meist eine Abneigung oder Milch verursacht Blähungen, Aufstossen oder Durchfall. Auch Eier werden abgelehnt. Weiterhin besteht großer Durst auf große Mengen kalter Getränke oder Wasser. Sulfur ist eines der wichtigsten Arzneien zur Behandlung des Alkoholismus.

Sonstiges

Calcium carbonicum sollte nicht vor Sulfur eingenommen werden.
Sulfur folgt gut auf Lycopodium, Lycopodium sollte aber nicht nach Sulfur eingenommen werden.
Nach E. B. Nash wirkt Sulfur am besten, wenn es morgens gegeben wird.


Hauptanwendungsgebiete von Sulfur:

Beschwerden des Gemütes wie
Angststörungen, Depressionen, Alkoholismus, Apathie, Bettnässen ( Enuresis), Bulimie (Ess-Brech-Sucht), Gedächtnisschwäche, Gedankenandrang, geistige Verwirrung, Globus hystericus, Hypochondrie, innere Unruhe, Manie, Neurosen, Reizblase, Reizdarm, Schlafstörungen, Suchterkrankungen, vegetative Dystonie, Wahnideen.
Beschwerden des Nervensystems wie
Alzheimer-Krankheit, Epilepsie (Krampfanfälle), Geschmacksstörungen, Multiple Sklerose (MS), Morbus Parkinson (Schüttellähmung) Neuralgien, Neuritis (Nervenentzündung).
Beschwerden des Kopfes wie
Foetor ex ore, Gesichtsakne, Haarausfall, Hydrocephalus (Wasserkopf), Kopfschuppen, Kopfschmerzen, Lippenherpes, Meningitis, Migräne, Morbus Meniere, Mundwinkeleinrisse, Nasenbluten, Nasenkrebs, Tonsillitis, Schwindel, Stomatitis, Zahnschmerzen, Zähneknirschen.
Beschwerden der Augen wie
Ambylopie (Schwachsichtigkeit), Amaurose (Lähmung des Sehnerv), Augenmuskellähmung, Augenzucken, Entzündung der Hornhaut (Keratitis), der Lider (Blepharitis), Fremdkörper, Gersten- und Hagelkorn, Grauer Star (Katarakt), Grüner Star (Glaukom), Hemianopsie (Halbsichtigkeit), Konjunktivitis (Bindehautentzündung), Lidrandentzündung, Netzhautentzündung (Retinitis), Photophobie (Lichtempfindlichkeit), Strabismus (Schielen), Trockenheit, Tränenfluß, Trübung der Hornhaut, Verletzungen der Augen.
Beschwerden der Ohren wie
Hörsturz, Ohrekzem, Otitis media (Mittelhrentzündung), Schwerhörigkeit, Taubheit, Tubenkatarrh, Tinnitus (Ohrgeräusche).
Beschwerden der Brust und Atemwege wie
Angina pectoris (Herzkranzgefäßverengung), Asthma bronchiale, Bronchitis, Bronchiektasen, Brustwarzenentzündung, COPD, Emphysem, Herzbeschwerden, Herzinfarkt, Laryngitis (Kehlkopfentzündung), Lungenemphysem, Mukoviszidose, Mundgeruch, Pharyngitis (Rachenentzündung), Pleuritis (Rippenfellentzündung), Pneumonie (Lungenentzündung), Rhinitis (Schnupfen), Sarkoidose, Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung), Tonsillitis (Mandelentzündung), Tuberkulose.
Beschwerden von Stoffwechsel/Verdauung wie
Adipositas, Aphten, Cholezystitis (Gallenblasenentzündung), Colitis ulcerosa (Darmentzündung), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Diarrhoe (Durchfall), Divertikulosel, Enteritis (Dünndarmentzündung), Fettleber, Flatulenz (Blähsucht), Gallensteine, Gastritis (Magenschleimhautentzündung), Gicht, Hepatitis (Leberentzündung), Ikterus (Gelbsucht), Meteorismus (Auftreibung), Morbus Crohn, Nahrungsmittelunverträglichkeit, Obstipation (Verstopfung), Peritonitis, Reizmagen, Reizdarm, Sodbrennen, Schluckauf, Stomatitis (Mundschleimhautentzündung), Übelkeit und Erbrechen, Ulcus ventriculi (Magengeschwür), Ulcus duodeni (Zwölffingerdarmgeschwür)
Uro-Genital-Beschwerden wie
Afterfissuren, Amenorrhoe (fehlende Menstruation), Blasen- und Gebärmuttersenkung, Endometriose, Eierstockzyste, Gonorrhoe (Tripper), Nephritis (Nierenentzündung), Ovarialtumor, Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung), Hämorrhoiden, Hodenentzündung, Hydrozele (Wasserbruch), Myome, Nierensteine, Phimose, Prostatitis, Prostatahypertrophie (Vergrößerung der Prostata), Urethritis (Harnröhrenentzündung), Uterusverhärtung, Uterusprolaps, Varikozele, Zystitis (Blasenentzündung)
Allergische Beschwerden wie
Heuschnupfen, Asthma, Allergien, Ekzeme, Neurodermitis, Quaddeln, Urtikaria (Nesselsucht).
Hormonelle Beschwerden wie
Fluor (Ausfluß), klimakterische Beschwerden, Menstruationsbeschwerden, Morbus Basedow, PMS (prämenstruelles Syndrom), Pubertätsprobleme, Schwangerschaftsbeschwerden, Stillprobleme, Struma (Kropf), Thyreoiditis (Entzündung der Schilddrüse), Über- und Unterfunktion der Schilddrüse.
Beschwerden des Bewegungsapparates wie
Arthritis (Gelenkentzündung), Arthrose, Fibromyalgie (Weichteilrheuma), Ganglion, Gicht, Ischialgie, Lumbago (Hexenschuß), Morbus Bechterew, Osteoprose, Rheuma, Rückenschmerzen, Spinalreizung, Verletzungen wie Frakturen, Stauchung, Verrenkung, Zerrung.
Hauterkrankungen wie
Abszesse, Akne, Dekubitus (Wundliegen), Drüsenschwellungen, Ekzeme, Erytheme, Fisteln, Frostbeulen, Furunkulose, Ganglion, Herpes zoster (Gürtelrose), Hautausschläge, Hühneraugen, Impetigo (Grindflechte), Keloide, Krätze, Lichen, Melanose, Nagelgeschwür, Narben, Neurodermitis, Parasitenbefall, Paronychie (Nagelbettentzündung), Pruritus (Juckreiz), Psoriasis (Schuppenflechte), Rhagaden, Tinea circinata, Urtikaria (Nesselsucht), Windeldermatitis, Wundheilungsstörungen, Ulcus cruris (offenes Bein), Vitiligo (Weißfleckenkrankheit), Warzen, Zysten.
Krankheiten von Herz und Gefäßen wie
Apoplexie (Schlaganfall), Anämie, Angina pectoris (Herzkranzgefäßverengung), Arteriosklerose, Blutungen, Entzündungen (Phlebitis), Hämorrhoiden, Herzbeschwerden, Herzrhythmusstörungen, Hypertonie (Bluthochdruck), Hypotonie (niedriger Blutdruck), Koronare Herzkrankheit, Roemheld-Syndrom, Thrombose, Varizen (Krampfadern), Varikozele, Wassersucht (Ödem).
Ferner Infektionskrankheiten wie grippaler Infekt, Influenza, periodisch wiederkehrende Fieberzustände, Kinderkrankheiten, Lähmungen, Schwäche, Ohnmachtsneigung und viele weitere Erkrankungen!


Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.



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