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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Sticta pulmonaria, Lungenmoos


Sticta, Lungenmoos oder Lungenflechte, Familie der Parmeliaceae (Stict.)


Sticta Der Name leitet sich ab aus dem Griechischen von stictos=gefleckt und (lat.) pulmo=Lunge. Man mutmaßt, daß das Lungenmoos seinen Namen trägt, weil seine Blätter eine starke Ähnlichkeit mit dem menschlichen Lungengewebe aufweisen. Ferner wurde die Flechte in der Volksmedizin seit jeher zur Behandlung von Lungenleiden wie Asthma und Grippe eingesetzt.
In der klassischen Homöopathie wird Sticta vor allem bei absteigenden Atemwegsinfekten oder Gelenk- und Schleimbeutelentzündungen, besonders der Knie, verordnet.

Sticta wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Atmungsorgane. Stütz- und Bindegewebe.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): Grippaler Infekt.

Hauptanwendungsgebiete von Sticta

- Katarrh nach Grippe

- Reizhusten
- Bronchitis
- Keuchhusten
- Heuschnupfen
- Husten nach Masern
- chronische Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung)
- Kopfschmerz
- Bursitis (Schleimbeutelentzündung)
- Kniegelenkserguß
- Hausmädchenknie
- Gelenkverletzung
- Arthritis (Gelenkentzündung)
- Rheuma

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Ruhelosigkeit. Der Patient hat großes Verlangen zu sprechen und es ist ihm egal ob jemand zuhört. Der Patient hat das Gefühl zu leicht zu sein oder zu schweben.

Extremitäten

Beschwerden der Extremitäten, für die Sticta als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Gelenkentzündungen. Schleimbeutelentzündung des Knies oder Verletzung. Das Knie ist geschwollen, steif und schmerzt heftig. Die Schmerzen sind meist neuralgisch oder stechend und werden auch als querverlaufend empfunden. Häufig sieht man rote Flecken oder Punkte auf den betroffenen Gelenken. Die Schwellung des Knies fühlt sich schwammig und heiß an. Sticta ist ein wichtiges Mittel für sog. "Hausmädchenknie" - Erkrankungen der Knie, die durch häufigen Belastungsreiz entstanden sind (früher mussten die Hausmädchen auf Knien die Böden reinigen).

Husten/Atemwege

Beschwerden der Atemwege, für die Sticta als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Sticta wirkt sowohl bei akuten wie auch chronischen Bronchitiden, eine weitere Indikation ist ein Husten, der sich nach Masern einstellt. Die Sticta-Erkältung verläuft typisch: sie beginnt mit einem Fließschnupfen und andauerndem Niesen. Die Nasenschleimhäute sind trocken und es bilden sich Borken in der Nase. Der Patient hat das ständige Verlangen die Nase zu schneuzen, was erfolglos bleibt, der Schleim läuft in den Rachen hinab. Es besteht Völlegefühl und Druck an der Nasenwurzel. Die Erkältung steigt nun in den Rachen, dann in den Kehlkopf und die Bronchien hinab, nie umgekehrt oder gleichzeitig. Der Husten ist trocken, krampfhaft, hackend und ein ständiger Hustenreiz quält den Patienten bis zur Erschöpfung. Der Husten ist schlimmer nachts, er hindert am Schlafen. Begleitend kann beim Husten ein Schmerz auftreten, der vom Brustbein zur Wirbelsäule ausstrahlt.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Sticta:

Typisch sind Infekte, die von der Nase in die Bronchien hinabsteigen. Trockener Reizhusten oder bellender Husten nach grippalen Infekten oder von einem Schnupfen ausgehend. Verschlimmerung abends und nachts. Kitzeln in der Kehle schlimmer beim Einatmen. Trockene Schleimhäute. Keuchhusten. Husten endet oft mit Niesanfällen. Schnupfen mit dauerndem Verlangen zu schneuzen ohne Absonderung. Stirnkopfschmerz vorwiegend über der Nasenwurzel. Empfindlich gegen kalte Luft. Schniefen der Kleinkinder. Heuschnupfen. Niesanfälle. Gelenkentzündungen. Schleimbeutelentzündung. Hausmädchenknie. Kniegelenkserguß. Roter Fleck auf dem Kniegelenk.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Sticta als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
frische Luft, Druck, Absonderungen.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
nachts, Liegen, Einatmen (Husten), plötzliche Temperaturveränderungen.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Bursitis (Schleimbeutelentzündung) - Sticta-Fall aus der Praxis

Herr Sch., ein passionierter Bergwanderer und Kletterer kommt in die Praxis mit einem geschwollenem Knie. Er berichtet von einem Kletterausflug, er hatte einen Felsvorsprung erklommen und war von dort herab gesprungen. Dabei landete er unglücklich, sein rechtes Knie schlug auf einen Felsen auf und ein scharfer spitzer Felsen durchstieß seinen Schleimbeutel. Innerhalb kürzester Zeit entwickelten sich heftige Schmerzen und das Knie schwoll an. Er konnte kaum noch gehen vor Schmerzen, hatte aber noch einen längeren Abstieg vor sich. Unten angekommen ließ er sich in der dortigen Klinik akut behandeln, woraufhin sich die Schwellung und der Schmerz zurückbildeten. An Klettern war allerdings nicht mehr zu denken. Nun kommt er in die Praxis, weil nach anfänglicher Besserung die Knieschmerzen wieder schlimmer wurden und auch die Schwellung wieder zunimmt. Bei der Inspektion fällt auf, dass das Knie geschwollen ist und sich wie schwammig anfühlt. Seine Schmerzen beschreibt er als ein Stechen quer durchs Knie.
Daraufhin verordnet der Homöopath ihm Sticta C30.

Begründung der Mittelwahl

In Herrn Sch.s Fall hätte nach seinem Sturz als erstes eine Gabe Arnica wohl die entzündliche Entwicklung verhindern können. Für die jetzt vorliegende Schleimbeutelentzündung kommen u. a. die homöopathischen Arzneien Silicea und Sticta infrage, spezifisch für eine Bursitis nach einem Sturz ist allerdings Sticta. Außerdem findet sich der von Herrn Sch. geschilderte stechende Schmerz quer durch das Knie nicht im Arzneimittelbild von Silicea sondern nur bei Sticta.




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