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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Secale cornutum, Mutterkorn


Mutterkorn kommt im Roggen vor

Secale, Mutterkorn, Pilz der Familie der Pyrenomycetae (Sec.)


Zur Herstellung des homöopathischen Arzneimittels wird die Dauerform des auf Roggen schmarotzenden Pilzes Claviceps purpurea verwendet; der Name bedeutet übersetzt "gehornter Roggen", denn der Pilz sitzt dem Korn wie ein Horn auf. Im 18. Jhdt. wurde der Pilz von Hebammen verwendet, um Kontraktionen des Uterus hervorzurufen und die Wehentätigkeit anzuregen. In der Volksmedizin wurde Secale als Abortivum eingesetzt. Sein wirksamster Inhaltsstoff ist das Ergotamin, welches bei Überdosierung Übelkeit, Krämpfe und Sehstörungen bewirkt, ein Absterben der Finger und Zehen bis hin zu Koma und Atemlähmung. Im Mittelalter wurden als Folge des Verzehrs von Mehl, welches mit Mutterkorn verunreinigt war, viele Menschen Opfer der Vergiftung, des sog. Ergotismus. Um 900 sollen bei einer Mutterkornepidemie 40.000 Menschen ums Leben gekommen sein.
In der klassischen Homöopathie ist Secale vorrangig eine Arznei bei Blutungen und Durchblutungsstörungen. Es ist wegen seiner Toxizität verschreibungspflichtig bis zur D3.

Secale wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Zentralvervensystem. Kreislauf. Gefäße. Gebärmutter.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Geburt. Diabetes. Gerinnungsstörungen. Alkohol.

Hauptanwendungsgebiete von Secale


- Blutungsneigung mit Blutungen aus z. B.
Nase, Mund, Magen, Darm, Lungen, Uterus, Blase
- Purpura (Hautblutungen)
- Migräne
- Arterioskleriose
- Hypertonie (Bluthochdruck)
- Kollapszustände
- paranoide Psychose
- Parästhesien und Taubheitsgefühle
- Magenkrämpfe
- Diarrhoe (Durchfall)
- Géfäßkrämpfe
- Uteruskrämpfe
- Myome
- Menstruationsbeschwerden
- Wehenschwäche
- Krampfwehen
- Störungen von Haar- und Nagelwachstum
- Ulcus cruris (offenes Bein)
- schlechte heilende Geschwüre und Gangrän (Brand)
- diabetischer Fuß
- Furunkel
- Raynaudsche Krankheit
- Varizen (Krampfadern)
- Cholera


Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Rauschzustände, Niedergeschlagenheit, Angstzustände, Delirien und Manie. Persönlichkeitsspaltungen: die Betroffenen glauben doppelt zu sein; sie haben die Wahnidee, zwei Personen lägen im Bett. Die Patienten meinen Phantasiegebilde und Visionen zu sehen, die sich beim Schließen der Augen verschlimmern. Die Patienten haben das Gefühl, durch das Bett hindurch zu sinken oder beim Erwachen zu fallen.

Typus laut klassischer Homöopathie

Der Menschentyp, für den Secale als Heilmittel besonders wirksam ist, hat typischerweise folgende Charakteristika:
Das Mittel passt gut zu schwachen mageren knochigen Frauen mit schlaffer Muskulatur. Auch für alte schwache oder auch kachektische Personen. Die Augen sind eingesunken mit blauen Rändern, das Gesicht ist blass und eingefallen, die Haare sind früh ergraut und fallen aus. Für Frauen die zu passiven Blutungen neigen. Personen mit Blutungen aus allen Körperöffnungen.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Secale:

Blutungsneigung (sog. hämorrhagische Diathese) mit Blutungen aus Nase, Mund, Magen, Darm, Lungen, Uterus, Blase. Purpura und Ekchymosen (Hautblutungen), kleine Wunden bluten lange. Unverträglichkeit von Hitze und Verschlimmerung durch Hitze - alle Beschwerden werden durch Kälte gebessert. Eisige Kälte des Körpers - trotzdem ist Zudecken unerträglich. Brennende Schmerzen und Empfindungen in allen möglichen Körperteilen, innerliches Brennen wie Feuer. Taubheitsgefühl und Ameisenkribbeln. Steifheit und Krämpfe der Muskulatur. Trockene Haut mit schwarzen Blasen, blauen Flecken, Schwarzfärbung von Körperteilen. Schlecht heilende Wunden wie offenes Bein (Ulcus cruris) oder diabetischer Fuß. Brandwunden. Uterusblutungen: sowohl Sickerblutungen als auch massive Blutungen, schlimmer durch die geringste Bewegung. Drohende Fehlgeburt im 3. Monat. Fehlende Wehen unter der Geburt mit Blutungen. Ohnmacht bei den Wehen. Menstruationsbeschwerden mit reichlichen langandauernden dunklen Blutungen. Nasenbluten der Alkoholiker. Andauernde Krämpfe mit Überstreckung. Erweiterte Pupillen. Abmagerung bei gutem bis übermäßigem Appetit. Heißhunger und unstillbarer Durst.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Secale als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Kälte, kalte Luft, Reiben.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Wärme, Bettwärme, Bewegung, Berührung.

Sonstiges

Secale ist eines der "heißesten" Arzneimittel der Materia medica; wenn diese charakteristische Modalität fehlt, sollte man an ein anderes Mittel denken.


Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Schmerzen des Fußes - Fall aus der Praxis

(aus AHZ 1882 Bd. 105)
Eine 80 Jahre alte Patientin klagte über sehr heftige Schmerzen in der Ferse und in den Zehen. Bei näherer Untersuchung sah man an der Plantarfläche der Ferse einen schwarzen Fleck, der das Ausmaß eines Geldstückes hatte. Die Zehen waren eiskalt, livid und blau verfärbt. Der Fuß war angeschwollen und das Gehen war der Patientin unmöglich geworden. Weiterhin berichtete sie über brennende Schmerzen im Fuß. Die homöopathischen Ärzte verabreichen ihr daraufhin Arsenicum album und zusätzlich eine stärkende Diät. Nach 14 Tagen stellte sie sich wieder vor und keine Besserung war ersichtlich, im Gegenteil: die Schmerzen waren unverändert, die schwarze Stelle an der Ferse war gangränös zerfallen und die Zehen waren noch livider verfärbt. Nach erneuter Repertorisation bekam die Patientin daraufhin Secale cornutum und dieses Mittel brachte eine vollständige Heilung in 6 Wochen zustande.

Begründung der Mittelwahl

Die Schwellung und Eiseskälte sowie die brennenden Schmerzen finden sich in dieser Kombination im Arzneimittelbild von Arsenicum album und Secale cornutum. Auch die schwarze Verfärbung ist für beide Arzneien typisch. Die erste Verordnung von Arsenicum ist also gut nachzuvollziehen. Da sich jedoch nach 14 Tagen keine Besserung eingestellt hatte, sondern sich sogar ein Gangrän entwickelte musste erneut repertorisiert werden. Für das Symptom "Gangrän der Zehen" ist im Repertorium nur Secale als 3wertig angegeben und daher fiel die neuerliche Verordnung nicht schwer.




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