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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Sarsaparilla officinalis, Stechwinde


Sarsaparilla, Stechwinde, Familie der Smilacaceae, (Sars.)



Das homöopathische Arzneimittel wird aus der getrockneten Wurzel der Sarsaparille, einem immergrünen Strauch, hergestellt. Die Wurzel wird aus Jamaika importiert und ist über 1 m lang, rötlichbraun, geruchlos und schmeckt schleimig bitter und scharf. In der Volksmedizin galt die Stechwinde als abführend, harn- und schweißtreibend und wurde daher zur "Blutreinigung" und für Schwitzkuren eingesetzt. Ferner galt sie als Aufbaumittel nach Syphilisbehandlung, denn nach dem damals üblichen massiven Einsatz von Quecksilber war der Organismus meist durch das Gift total erschöpft und bedurfte der Regeneration. Relative Bekanntheit erlangte die Sarsaparille, weil sie angeblich Kaiser Karl den V. von der Gicht geheilt haben soll.
In der klassischen Homöopathie wird Sarsaparilla vor allem zur Behandlung des Urogenital-Traktes und der Haut eingesetzt.

Sarsaparilla wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Harnorgane. Haut. Knochen.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): Unterdrückte Gonorrhoe. Impfung. Nach Arbeiten im kalten Wasser. Quecksilbermißbrauch.

Hauptanwendungsgebiete von Sarsaparilla

- akute Beschwerden der Harnwege wie z. B.
- Blasenentzündung (Zystitis)
- Harnröhrenentzündung (Urethritis)
- Nierenentzündung (Nephritis)
- Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)
- Nierenkoliken
- Nieren- oder Blasensteine
- Enuresis nachts (Bettnässen)
- Folgen unterdrückter Gonorrhoe (Tripper)
- Folgen von Impfungen
- Marasmus (Abmagerung)
- Obstipation (Verstopfung)
- Aphten (Mundschleimhautgeschwüre)
- Rhagaden (Risse, Schrunden) der Haut
- Ulcerationen (Geschwüre) der Fingerspitzen
-Urtikaria (Nesselsucht, juckende Hautausschläge)
- Hautausschläge nach Impfungen
- Gicht
- rheumatische Beschwerden
- Rückenschmerzen und gleichzeitig Koliken
- Knochenschmerzen
- Kopfschmerzen
- Syphilis
- Gonorrhoe (Tripper)
- Genitalherpes

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Unbeständige und wankelmütige Laune. Traurigkeit durch den Schmerz. Weinen beim Urinieren.

Schmerzen

Schmerzen für die Sarsaparilla als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Bei Blasen- und Harnwegsbeschwerden ist der Schmerz krampfartig brennend oder drückend, er ist unerträglich am Ende des Wasserlassens, so daß der Patient schreien und weinen möchte. Es kann auch ein schneidender Nierenschmerz auftreten, der sich zur Blase und zum Harnleiter erstreckt, häufiger rechts lokalisiert. Kolikartige Nierenschmerzen werden von Rückenschmerzen begleitet. Der Ohrenschmerz ist eher drückend, der Schmerz von Zähnen und Zahnfleisch reißend. Der Kopfschmerz erstreckt sich meist vom Hinterkopf zu den Augen hin. Die Extremitäten schmerzen rheumatisch, in den Knochen ist der Schmerz eher stechend und schlimmer nachts. Schmerzen der Haut werden beschrieben "als wenn Salz in eine Wunde geschüttet wird". Die Schmerzen sind bevorzugt einseitig, meistens rechts.

Blase/Harnwege

Blasenbeschwerden, für die Sarsaparilla als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Wichtiges Zystitis-Mittel. Der Patient hat heftige Schmerzen in der Harnröhre am Ende des Urinierens, so daß der Patient schreien oder weinen möchte. Kinder schreien vor und beim Urinieren. Im Sitzen tröpfelt der Urin, das Wasserlassen ist besser im Stehen oder sogar nur im Stehen möglich. Der Patient spürt oft ein Frösteln nach dem Urinieren, welches von der Blase ausgeht. Heftige Nierenkoliken, oft begleitet von Rückenschmerzen mit Abgang von Gries, kleinen Steinen oder weißem Sand; die Nierenschmerzen erstrecken sich zur Blase und in den rechten Ureter. Blasen- und Nierensteine. Der Urin kann hell und klar sein, aber auch reizend oder blutig. Auch schleimiger flockiger oder weiß sandiger Urin. Die Blasenbeschwerden sind schlimmer vor der Regel und nachts.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Sarsaparilla:

Wichtiges Arzneimittel bei Beschwerden von Blase, Nieren und Harnwegen, häufig durch kalte Nässe, Impfung oder unterdrückte Gonorrhoe entstanden. Nierenkoliken strahlen in Blase oder rechten Ureter aus. Heftigste meist brennende Schmerzen der Harnröhre am Ende des Urinierens, Kältegefühl und Frösteln nach Urinieren. Urin blutig, wolkig, schleimig oder flockig. Weißer Sand im Urin (roter Sand: Lycopodium). Wasserlassen besser im Stehen oder nur im Stehen möglich. Entleerung von Gries oder kleinen Steinen. Blasen- und Nierensteine, Nierenkolik. Marasmus - allgemeine Auszehrung und Abmagerung, besonders am Hals mit faltiger Haut, alt aussehend. Kein Durst, Mangel an Appetit, der Gedanke an Essen ist zuwider. Rheumatische Beschwerden, die bei feuchtem Wetter und nachts verschlimmern. Empfindliche Gichtknoten. Leicht blutende Risse in Handflächen und Fußsohlen, Rhagaden und tiefe Schrunden an Zehen und Fingern. Lederartige Haut mit Fingerrissen in Längsrichtung. Brennen unter den Nägeln. Juckende Hautausschläge, Herpes genitalis. Einziehung der Brustwarze. Obstipation mit vergeblichem Pressen. Rheuma und Knochenschmerz. Knochenschmerzen nach Gonorrhoe oder Syphilis. Die Beschwerden bevorzugen eine Seite, vor allem die rechte.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Sarsaparilla als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
Stehen.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
am Ende des Urinierens, sobald der Urin zu fließen aufhört, im Frühling, Nässe, nachts, vor der Regel, Bewegung, Gähnen, Treppensteigen, nach Impfung.

Sonstiges

Sarsaparilla ist ein Antidot zu Quecksilber.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Zystitis (Blasenentzündung) - Sarsaparilla-Fall aus der Praxis

Frau G. kommt wegen heftiger Blasenbeschwerden in die Praxis. Die Beschwerden begannen vor einigen Tagen aus völliger Gesundheit heraus. Im Vordergrund stünde ein heftiger ständiger Harndrang, sie müsse sehr oft urinieren und am Ende eines jeden Wasserlassens spüre sie einen derartig heftig brennenden Schmerz, dass sie am liebsten schreien würde. Danach wäre ihr dann immer sehr kalt. Es käme ihr vor, als ob die Kälte aus der Blase käme. Nachts seien die Beschwerden um ein Vielfaches schlimmer. Der Homöopath fragt nach eventuellen Auslösern wie Durchkühlung, Durchnässung oder kalten Füßen, was aber von Frau G. verneint wird. Sie hätte sich gut gefühlt, sonst hätte sie sich ja auch nicht in der letzten Woche gegen Grippe impfen lassen.
Daraufhin verordnet der Homöopath Frau G. das homöopathische Arzneimittel Sarsaparilla.

Begründung der Mittelwahl

Für die von Frau G. angegebenen brennenden Blasenschmerzen kommen verschiedene homöopathische Mittel infrage, der angegebene Schmerz am Ende des Urinierens findet sich im Repertorium hochwertig bei den Mittel Apis, Pulsatilla und Sarsaparilla. Da zeitgleich mit Beginn der Beschwerden eine Impfung stattgefunden hatte, geht der Homöopath von der Causa "Folgen von Impfung" aus und in dieser Rubrik findet sich dann dreiwertig nur Sarsaparilla.




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