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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Sanguinaria canadensis, Kanadische Blutwurzel


Blutwurzel, Familie der Papaveraceae (Sang.)



Die Blutwurzel ist heimisch in Kanada, Nordamerika und Mexico. Der Name leitet sich her aus dem Lateinischen von sanguis=blut, da die Pflanze in ihrer Wurzel einen rötlichen blutähnlichen Saft enthält; die Indianer verwendeten diesen Saft zum Färben und Bemalen. Die amerikanischen Farmersfrauen konnten sich kaum einen Winter ohne den Tee aus dieser Wurzel vorstellen und verabreichten ihn routinemäßig bei Erkältung und der Folgebeschwerden. Sanguinaria enthält mehrere Alkaloide, die beim Menschen Erbrechen, Durchfall und Lähmungen verursachen können.
In der klassischen Homöopathie wird Sanguinaria vorwiegend bei Kopfschmerz und Migräne sowie Atemwegserkrankungen verordnet.

Sanguinaria wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Kopf. Nerven. Atemwege.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Kälte. Überanstrengung (Migräne). Süßigkeiten (Halsschmerz)

Hauptanwendungsgebiete von Sanguinaria

- Kopfschmerzen, vor allem rechtsseitige
- Migräne
- Neuralgien (Nervenschmerzen)
- Neuritis (Nervenentzündung)
- Erkältungen
- Heuschnupfen
- Halsschmerzen, schlimmer nach Süßigkeiten
- Bronchitis
- Asthma nach allergischem Schnupfen
- Husten nach Keuchhusten
- Husten geht über in Pneumonie
- Kehlkopf- oder Nasenpolypen
- Katarrh wegen Nasenpolypen
- klimakterische Beschwerden
- Hitzewallungen
- Diarrhoe (Durchfall) nach Schnupfen
- Rheuma

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Die Patienten zeigen eine Überempfindlichkeit auf Licht, Geräusche und einen überempfindlichen Geruchssinn. Reizbarkeit bei Kopfschmerzen. Der Patient möchte festgehalten werden.

Kopf

Beschwerden des Kopfes für die Sanguinaria als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Sanguinaria ist ein häufiges Mittel für Kopfschmerzen und periodisch auftretende Migräne (oftmals jeden 7. Tag), auch Überarbeitungsmigräne. Meist beginnen die Kopfschmerzen im Hinterkopf, dehnen sich nach oben aus und setzen sich über dem rechten Auge fest. Sie sind berstend oder als ob die Augen herausgedrückt werden und bevorzugen die rechte Seite. Sie beginnen morgens bei Sonnenaufgang, steigern sich bis zum Abend und lassen erst nach wenn die Sonne untergegangen ist. Kopfschmerz beim Fasten. Oft besteht begleitend ein Ohnmachtsgefühl mit Übelkeit und Erbrechen. Die Schmerzen werden verschlimmert durch Bücken nach vorn und Aufrichten, außerdem durch Bewegung, Lärm und Licht. Sie erfahren eine Besserung durch Schlafen, nach dem Erbrechen, beim Kopf ins Kissen drücken oder den Kopf gegen etwas Hartes drücken. Gesichtsneuralgien mit Schmerzen, die vom Oberkiefer in alle Richtungen ausstrahlen und besser durch festes Drücken des Kopfes werden. Umschriebene Röte der Wangen, auch die Augen sind gerötet, vor allem morgens beim Aufwachen.

Husten/Atemwege

Beschwerden der Atemwege, für die Sanguinaria als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Der Husten beginnt durch Kitzeln hinter dem Brustbein und steigt nach oben, er ist trocken und tritt in Anfällen auf. Der Patient wird vom Husten geweckt und muss sich im Bett aufsetzen. Der Husten ist krampfartig, kann krächzend und pfeifend sein und erschöpft sehr. Der Auswurf ist schwierig hinauszuhusten, oftmals rostfarben und übelriechend. Sanguinaria ist ein Mittel für Lungenentzündung mit Brennen zwischen den Brüsten oder stechenden Schmerzen hinter dem Brustbein, die zur rechten Seite ausstrahlen. Weiterhin schwierige Atmung und Atemnot, die sich in Rückenlage und im Schlaf bessert. Völle- und Trockenheitsgefühl im Kehlkopf, bei Sängern.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Sanguinaria:

Rechtsseitige Kopfschmerzen und Migräne, setzen sich über dem rechten Auge fest, besser durch Schlaf und Erbrechen, schlimmer morgens nach Sonnenaufgang. Verschlimmerung durch Bücken nach vorn, durch Licht, Lärm und Bewegung. Umschriebene Wangenröte, Hitzewallungen und Blutandrang zum Kopf. Brennendes Gefühl in verschiedenen Körperteilen, besonders Sohlen und Handflächen. Gesichtsneuralgie mit Röte und Brennen, vom Oberkiefer ausgehend. Nervenentzündung. Hackender Husten und brennender rechtsseitiger Brustschmerz, der zum Aufrichten zwingt. Übergang in Pneumonie mit Atemnot, besser nachts, in Rückenlage und während des Schlafes. Rostfarbener übelriechender Auswurf. Husten durch Magenstörung. Bei jeder Erkältung wiederkehrender Husten nach Keuchhusten oder Grippe. Schnupfen gefolgt von Durchfall. Asthma nach allergischem Schnupfen, schlimmer durch (Wohl-)Gerüche. Kann den Arm nicht heben wegen rheumatischem Schmerz in rechtem Arm und Schulter. Klimakterische Beschwerden mit Hitzewallungen und brennendem Gefühl. Die Beschwerden bevorzugen die rechte Seite.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Sanguinaria als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
während und nach Schlaf, nach Sonnenuntergang, Rückenlage, Erbrechen, kühle Luft einatmen, Kopf gegen etwas Hartes drücken.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
morgens beim Aufwachen, bei Sonnenaufgang, Bücken nach vorn, Schauen nach oben, Berührung, Bewegung, Liegen auf der rechten Seite, Gerüche, Licht, Lärm, alle 7 Tage.

Sonstiges

Sanguinaria ist angezeigt, wenn der Patient scheinbar nie über einen Keuchhusten oder eine Grippe hinweggekommen ist und der Husten nach jeder Erkältung wiederkehrt.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Migräne - Sanguinaria-Fall aus der Praxis

Frau R. kommt zum Homöopathen und klagt über regelmäßig wiederkehrende migräneartige Kopfschmerzen. Sie ist 32 Jahre alt und arbeitet als Büroangestellte. Seit einigen Monaten treten die Kopfschmerzen wöchentlich auf. Sie beginnen morgens beim Erwachen, manchmal wird sie auch durch die Schmerzen geweckt. Es beginnt dann im Hinterkopf, zieht nach oben und setzt sich in der rechten Schläfe fest. Im Laufe des Tages steigern sich die Schmerzen dann und halten bis zum Abend an. Meist gehe es Frau R. dann so schlecht, daß sie die Arbeit abbrechen und sich hinlegen muss. Ab und zu kommt noch ein Erbrechen dazu, wonach es ihr etwas besser geht. Gibt es sonst noch Umstände, die die Kopfschmerzen bessern? Ja, wenn sie ganz still liege und einschlafe, danach fühle sie sich etwas besser, auch wenn Erbrechen eintritt erleichtere es sie. Was verschlimmere die Schmerzen? Vor allem Licht und Helligkeit seien ihr unerträglich. Daraufhin verschreibt der Homöopath Frau R. das homöopathische Arzneimittel Sanguinaria in einer LM-Potenz.

Begründung der Mittelwahl

Bei Migräne, die periodisch - in diesem Falle alle 7 Tage - wiederkehrt, denkt der Homöopath vor allem an die Arzneimittel Sanguinaria und Iris versicolor. Typisch für Sanguinaria ist die Lokalisation der Schmerzen (rechte Seite, Hinterkopf, erstreckt sich zur Schläfe) und dass die Beschwerden mit dem Lauf der Sonne steigen und sinken, was im Arzneimittelbild von Iris versicolor nicht beschrieben ist.




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