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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Sambucus nigra, Schwarzer Holunder


Sambucus, schwarzer Holunder

Sambucus, Holunder oder Flieder, Familie der Caprifoliaceae, (Samb.)


Der schwarze Holunder ist ein bis 10 m hoher in Europa heimischer Strauch und kann 100 Jahre alt werden. Schon in der Antike wurden alle Teile der Pflanze medizinisch verwendet, vor allem als galletreibendes, schleimlösendes, schweißtreibendes und abführendes Mittel; mit den Beeren wurden die Haare schwarz gefärbt. Für die Germanen war der Holunder der Wohnsitz der Haus- und Hofgöttin Frau Holle. Um ihren Schutz zu erbitten pflanzte man einen Holunderstrauch neben das Haus. Auch Hildegard von Bingen und Sebastian Kneipp empfahlen Sambucus wämstens vor allem "diweil er das Gewässer und den Schleim mit Gewalt aus dem Leib treibt". Die unreifen Fliederbeeren enthalten das Blausäure freisetzende Glykosid Sambunigrin, daher kann der Verzehr zu Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen führen.
In der klassischen Homöopathie ist Sambucus ein häufiges Kindermittel und wird vor allem bei fieberhaften Infekten der Atemwege verordnet.


Sambucus wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Atemwege. Magen-Darm-Trakt.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Schreck. Erkältung.

Hauptanwendungsgebiete von Sambucus

- Husten
- Keuchhusten
- Krupphusten
- Asthma
- Kehlkopfentzündung
- Rhinitis (Schnupfen)
- Säuglingsschnupfen
- Erkältung
- Fieber
- Nasenpolypen
- Nachtschweiß
- Nephritis (Nierenentzündung)
- Ödeme (Wassersucht), besonders der Beine und Füße
- Bauchkoliken
- Diarrhoe (Durchfall)

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Dauernd ärgerlich. Leichtes Erschrecken. Sieht Bilder beim Augenschließen.

Fieber

Fieber, für das Sambucus als Heilmittel infrage kommt hat typischerweise folgende Charakteristika:
Wird vorrangig bei Fieber von Säuglingen und Kleinkindern eingesetzt. Das Fieber beginnt meist im Schlaf und zeigt sich als brennende glühende Hitze, trotzdem möchte das Kind nicht abgedeckt werden, da es sonst sofort anfängt zu frösteln. Im Schlaf ist der Körper heiß, die Hände und Füße sind kalt. Füße, Unterschenkel und Beine können ödematös geschwollen sein. Während des Schlafes zeigt sich eine trockene Hitze, nach dem Erwachen bricht Schweiß aus, der recht lange anhält. Ein Leitsymptom von Sambucus ist Schweiß, der nur in wachem Zustand auftritt.

Husten/Atemwege

Beschwerden der Atemwege, für die Sambucus als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Husten und Heiserkeit bei Kindern, häufig mit zähem Schleim im Kehlkopf. Plötzliche Asthmaanfälle in der Nacht, besonders bei Kindern. Das Kind hat heftige Atemnot, wird blau und scheint fast zu sterben, schläft dann wieder ein und erwacht erneut mit Atemnot. Kinder, die zu Kruppanfällen neigen erwachen nachts mit Atemnot und Erstickungsgefühl, meistens nach Mitternacht. Während des Schlafes sind die Kinder trocken und heiß, wenn sie dann erwachen bricht starker Schweiß aus. Auch das Husten führt zu Schweißausbruch. Häufig fahren sie aus dem Schlaf hoch wie durch Schreck. Säuglinge mit verstopfter Nase, die während des Trinkens nicht atmen können und immer wieder absetzen müssen um Luft zu holen, sog. "Schniefkinder". Schnupfen der Säuglinge und Kleinkinder mit überaus trockener Nasenschleimhaut.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Sambucus:

Anfälle von Atemnot nach einem Schreck. Eines der wichtigsten Mittel bei Schnupfen von Säuglingen und Kleinkindern. Verstopfung und Trockenheit der Nase, behindert Essen und Trinken. Erstickender Husten, heisere Stimme mit Schleim im Kehlkopf. Plötzliche Asthmaanfälle, besonders nachts, mit Zyanose und Atemnot. Kruppanfälle mit Erstickungsgefühl, besonders nach Mitternacht. Häufiges Erwachen wie durch einen Schreck mit Auffahren und Angst. Kopfschmerzen bei Kindern durch einen Katarrh. Trockene Hitze im Schlaf und Schweißausbruch beim Wachsein. Reichlich Schweiß begleitet viele Beschwerden. Wasseransammlungen (Ödeme) besonders der Beine und Füße. Blaue Hände und eiskalte Füße. Nierenentzündung mit häufigem Urinieren aber wenig Urin. Abneigung sich aufzudecken.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Sambucus als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Aufrichten im Bett, Bewegung und Aufstehen.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Schlaf, Liegen, nachts, trocken-kalte Luft, durch Obstessen.

Sonstiges

Studien haben gezeigt, daß Sambucus eine antivirale Aktivität gegen Influenza Typ A und B besitzt.
Bestimmte Inhaltsstoffe in den Blüten wirken hemmend bei Infektion mit Helicobacter pylori.
Die Wirkdauer von Sambucus ist eher kurz.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Säuglingsschnupfen - Sambucus-Fall aus der Praxis

Frau G. hat vor 2 Monaten entbunden und kommt vor allem zum Homöopathen, weil ihre Kaiserschnittnarbe nicht recht heilen will. Sie hat ihren Sohn mitgebracht und stellt ihn dem Homöopathen vor. Seit einiger Zeit hat der Kleine eine verstopfte Nase, die ihn am Trinken hindert. Es handelt sich um einen trockenen Stockschnupfen ohne Absonderung. Außerdem schnieft das Kind ständig und muss das Trinken unterbrechen, weil es keine Luft durch die Nase bekommt, dann wird es sehr unwillig, weint und schreit. Der Homöopath fragt nach weiteren Beschwerden, aber nach Aussagen der Mutter fehlt ihm sonst nichts. Allerdings fällt ihr auf, dass er seit einiger Zeit sehr stark schwitzt, besonders nach dem Erwachen. Daraufhin bekommt der Junge das homöopathische Arzneimittel Sambucus.

Begründung der Mittelwahl

Zu behandeln sind hier die Symptome des trockenen Stockschnupfens und des Schniefens. Für die Verstopfung der Nase kommen sehr viele Mittel in Betracht; unter dem Symptom "Schniefen bei Neugeborenen" finden sich im Repertorium aber nur 3 dreiwertige Arzneien: Lycopodium, Nux vomica und Sambucus. Ausschlaggebend für die Mittelwahl war dann das Symptom "Schweiß beim Erwachen", welches als einziges Mittel Sambucus aufweist.




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