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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Ranunuculus bulbosus, Knolliger Hahnenfuß


Ranunuculus, knolliger Hahnenfuß

Knolliger oder Zwiebelhahnenfuß, Familie der Ranunculaceae (Ran.-b.)


Der Name setzt sich zusammen aus Ranunuculus=Fröschlein und Bulbus=Zwiebel, Knolle, Man nimmt an, daß der Name die Nähe der Pflanze zu Wasser und Fröschen ausdrücken soll. Der Hahnenfuß wird ca. 20 - 40 cm hoch und bevorzugt feuchte Wiesen mit Lehmböden. In der frischen Pflanze sind ihre Inhaltsstoffe giftig für Kühe, im getrockneten Zustand verliert sie ihre Toxizität. Schon im Altertum wurde der Hahnenfuß arzneilich verwendet, Hippokrates nutzte ihn als Abortivum; im 16. Jhd. fand er Verwendung bei Warzen, Frostbeulen und als Haarwuchsmittel.
In der klassischen Homöopathie wird Ranunculus bulb. vorwiegend bei herpesartigen Hautausschlägen, Nervenschmerzen sowie Alkoholfolgen verordnet.

Ranunculus bulbosus wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Nerven. Haut. Brustkorb.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): Zorn. Temperatur- oder Wetterveränderung. Verletzungen. Alkohol.

Hauptanwendungsgebiete von Ranunculus bulbosus

- Alkoholismus

- Delirium tremens (Alkoholdelir)
- Herpes zoster (Gürtelrose)
- Neuralgien und Postzosterneuralgien (Nervenschmerzen)
- Interkostalneuralgien (Schmerzen der Zwischenrippennerven)
- Pleuropneumonie (Lungenentzündung mit Rippenfellbeteiligung)
- Gicht
- Muskelschmerzen (Myalgien)
- rheumatische Schmerzen
- Atemnot (Dyspnoe)
- Durchfall (Diarrhoe)
- Heuschnupfen
- Ikterus (Gelbsucht)
- Leberschmerzen
- Magenschmerzen
- Verwachsungen der Pleura (Rippenfell)
- Folgen von Alkoholmißbrauch
- Hühneraugen

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Delirium tremens (Alkoholdelir). Der Patient ist überempfindlich, gereizt und streitsüchtig; er kann keinen Spaß vertragen. Es kann auch eine weinerliche Stimmung aufkommen. Das Denken an die Beschwerden verschlimmert sie.

Haut

Beschwerden der Haut, für die Ranunculus bulbosus als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Gürtelrose (Herpes zoster) mit bläulich schwarzen Bläschen, die sehr schmerzhaft sind und stark brennen. Die Hautausschläge sind vorwiegend im Bereich des Brustkorbes und der Rippen lokalisiert, aber auch Bläschen an der Handinnenfläche. Die Bläschen sind meist erhaben, von der Größe eines Stecknadelkopfes und mit durchsichtiger Flüssigkeit gefüllt. Der Schmerz ist brennend oder stechend, das Jucken ist unerträglich, nach dem Aufkratzen bildet sich Schorf. Häufig begleitet ein meist brennender Nervenschmerz die Erkrankung. Ekzeme mit Verdickung der Haut und Ausbildung harter horniger Schorfe (auch Antimonium crudum)

Brust/Rücken

Brust/Rückenbeschwerden, für die Ranunculus bulbosus als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Ein Leitsymptom für Ran.-b. sind stechende Schmerzen im Brustbereich, die Interkostalnerven oder die Rippen schmerzen beim Einatmen, das Drehen des Brustkorbes verschlimmert den Schmerz, besonders beim Herumdrehen im Bett. Schmerz zwischen den Schulterblättern morgens beim Aufstehen, aber auch stechender rechtsseitiger Schulterschmerz. Oft sind die Schmerzen schlimmer bei feuchtem veränderlichen Wetter und es besteht ein Kältegefühl in der Brust. Die Schmerzen können auch tiefer im Rücken lumbal lokalisiert sein, teils auch im Bauchbereich und sich beim Einatmen verschlimmern.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Ranunculus bulbosus:

Wichtiges Mittel für Folgen von Alkoholmißbrauch bis hin zum Delirium tremens oder Krampfanfall. Schluckauf, auch nach alkoholischen Getränken. Der geringste Ärger führt zu Zittern und Dyspnoe. Ein Hauptmittel bei Herpes zoster (Gürtelrose) mit vorangehenden oder folgenden Nervenschmerzen. Schmerzen von Nerven (Neuralgien), Muskeln (Myalgien) und rheumatische Schmerzen, schlimmer bei feuchtem Wetter oder Wetterwechsel. Stechende und schießende Schmerzen, besonders im Bereiche des Brustkorbes. Schulterschmerz rechts. Gicht in Fingern und Zehen. Heuschnupfen mit Beißen, Brennen und Jucken der Augen und Nase. Trockene verstopfte Nasenlöcher mit abendlicher Verschlimmerung. Hautausschläge mit harten hornigen Krusten. Hühneraugen. Starke Empfindlichkeit auf kalte Luft und Wetterwechsel

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Ranunculus bulbosus als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Wärme, nach Frühstück.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Alkohol, im Freien, (feuchte) Kälte, Bewegung, Berührung, atmosphärische Veränderungen, nasses stürmisches Wetter, abends.

Sonstiges

Ranuculus bulbosus sollte nicht gleichzeitig mit Alkohol, Wein oder Essig eingenommen werden.
Staphisagria, Sulfur und Dulcamara sollten nicht nach Ranunculus bulbosus eingenommen werden.
Bei Delirium tremens empfiehlt Boericke 10-30 Tropfen der Urtinktur.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Ranunculus bulbosus-Fall von Frau Dr. Margaret L. Tyler

Die berühmte englische Homöopathin Frau Dr. M. L. Tyler berichtet über einen ungewöhnlichen Fall:
Vor langer Zeit - noch bevor die Röntgendiagnose zur Verfügung stand - hatte sie einen Patienten, der an heftigsten Schmerzen in der Brust litt. Es konnte keine Ursache für die Schmerzen ermittelt werden und der Mann war untröstlich gewesen, weil der Chirurg ihm unterstellte, er würde simulieren. Dr. Tyler befaßte sich eindringlich mit dem Fall, repertorisierte sorgfältig und verschrieb ihm nach der Simile-Regel das ähnlichste Mittel - es war Ranunculus bulbosus - woraufhin nach einigen Gaben die Schmerzen dann vollständig verschwanden. So konnte er die Klinik glücklich und (dem Anschein nach) gesund wieder verlassen. Jahre später wurde er wegen einer akuten Lungenentzündung wieder stationär aufgenommen und kurz danach starb er. Die Obduktion, die danach durchgeführt wurde enthüllte etwas, das allen den Atem verschlug: ein riesengroßes Aortenaneurysma (eine sackartige Erweiterung der Hauptschlagader). Das erklärte natürlich vollkommen seine Schmerzzustände, es erklärte allerdings nicht deren Verschwinden. Ran.-b. hatte für diesen Mann wirklich etwas Unglaubliches getan: es hatte ihm das Leben erträglich gemacht, auch wenn es ihn nicht zu heilen vermochte!
"Unheilbar" bedeutet in der Homöopathie eben nicht, dass keine Linderung des Leidens möglich ist!




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