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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Podophyllum peltatum, Fußblatt


Fußblatt, Maiapfel oder Entenfuß, Familie der Berberidaceae(Podo.)


Das Fußblatt ist eine in Nordamerika heimische Pflanze, alle Teile bis auf ihre Früchte sind giftig. Der Name setzt sich zusammen aus dem Griechischen podos=Fuß und phyllum=Blatt.

Als Arznei besitzt die Pflanze zytostatische, virusstatische und antimykotische Wirkstoffe.
Auch gegen Kondylome (Feigwarzen) wird sie äußerlich angewendet, wegen der Giftigkeit sollte das allerdings nur unter ärztlicher Aufsicht geschehen. Die Indianer benutzten sie um Würmer auszutreiben und als Abführmittel.
In der klassischen Homöopathie ist Podophyllum ein häufig verordnetes Arzneimittel, welches vorwiegend bei Durchfallerkrankungen zum Einsatz kommt. Wegen der Toxizität ist es verschreibungspflichtig bis zur D3.

Podophyllum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Leber, Galle, Zwölffingerdarm, Rektum.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): Zahnung. Heißes Wetter. Quecksilber. Geburt. Überheben, Überanstrengung.

Hauptanwendungsgebiete von Podophyllum

- Durchfall (Diarrhoe)
- Gastroenteritis (Magen-Darm-Katarrh)
- Cholera
- Cholezystitis (Gallenblasenentzündung)
- Cholelithiasis (Gallensteine)
- Hepatitis (Entzündung der Leber)
- Kolitis (Darmentzündung)
- Ovarialzyste (Eierstockzyste)
- Uterusprolaps (Gebärmuttervorfall)
- Gebärmuttersenkung (Descensus uteri)
- Schuppenflechte (Psoriasis)
- Kopfschmerzen wechseln ab mit Diarrhoe (Durchfall)
- Obstipation (Verstopfung)
- Hämorrhoiden
- Zahnungsbeschwerden

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Niedergeschlagenheit. Der Patient denkt, daß er sehr krank sei oder bald sterben muss. Ekel vor dem Leben. Große Geschwätzigkeit während Schüttelfrost und Fieber.

Magen-Darm-Trakt

Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, für die Podophyllum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Patienten klagen über Übelkeit und heftigen Stuhldrang und lautes Kollern, Gurgeln und Gluckern im Bauch, besonders in der linken Unterbauchgegend. Durchfall mit heftigen Koliken oder mit völliger Schmerzlosigkeit. Die Stühle sind meist wässrig, dünn, gelb oder auch grünlich, manchmal mit Schleimbeimengungen, seltener mit Blut. Typisch ist die explosionsartige gußartige sehr plötzliche Entleerung (sog. Hydrantenstuhl) und der äußerst üble faulige Geruch. Während des Stuhlganges bestehen meist Übelkeit, krampfartige Schmerzen oder Hitzegefühl im Darm, es kann aber auch völlige Schmerzlosigkeit vorliegen. Die Entleerungen können auch unwillkürlich, beim Abgang von Blähungen und im Schlaf erfolgen. Bauch und Lebergegend sind sehr empfindlich und schmerzhaft, der Patient hat das Verlangen, den Bauch zu reiben, was auch seine Beschwerden lindert. Rektumprolaps vorm oder beim Stuhl. Nach dem Stuhlgang fühlt sich der Patient flau, elend und schwach. Der Durchfall ist schlimmer morgens, oft schon ab 3.00 Uhr nachts; z. B. kann nachmittags eine normale Entleerung erfolgen und in der Nacht dann wieder der Durchfall. Podophyllum ist passend bei Durchfall der Säuglinge durch Zahnung, aber auch bei Sommerdurchfällen, die keine besondere Ursache haben. Häufig liegt eine Leberbeteiligung vor.

Weibliche Organe

Beschwerden der weiblichen Organe, für die Podophyllum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Patientinnen klagen über Schmerzen in der Gebärmutter und im rechten Eierstock, begleitet von Geräuschen, die an der rechten Seite am aufsteigenden Darm entlang zu hören sind. Im Darm kollert und gluckert es, Blähungen wandern nach oben; die Beschwerden bessern sich durch Reiben. Die Schmerzen in den Eierstöcken sind schlimmer wenn das Bein ausgestreckt wird. Hämorrhoiden während und nach der Schwangerschaft, auch mit Darmvorfall. Gebärmuttervorfall (Uterusprolaps) oder Analprolaps nach starker Anstrengung oder nach Überheben, ebenso nach einer Geburt. Wenn die Frau in den ersten Schwangerschaftsmonaten nur auf dem Bauch einigermaßen bequem liegen kann.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Podophyllum:

Heftige Druckempfindlichkeit des Oberbauches. Gußartige Durchfälle (sog. Hydrantenstuhl), besonders frühmorgens zwischen 2 und 4 Uhr. Gelbe grüne wässrige und sehr übelriechende Stühle, häufig unverdaut. Krämpfe vor dem Durchfall. Explosionsartige Durchfälle, danach Erschöpfung. Auch schmerzloser Brechdurchfall. Elendes Schwächegefühl nach Stuhlgang. Kollern, Gluckern, Gurgeln und Rumoren in den Därmen. Auftreibung des Bauches. Leberschwellung. Schmerzhafte empfindliche Lebergegend, Verlangen sie zu reiben und Besserung durch Reiben. Schmerz im Schulterblatt rechts. Wechsel von Kopfschmerz und Verstopfung oder Kopfschmerz und Durchfall. Uterusprolaps durch Überheben, Überanstrengung, Geburt. Viele Beschwerden in der Schwangerschaft. Schwierige Zahnung, Zahnungsbeschwerden mit Diarrhoe. Geschwätzigkeit im Fieber. Die Beschwerden bevorzugen die rechte Seite.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Podophyllum als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Liegen (vor allem auf dem Bauch), abends, lokale Wärmeanwendung, Reiben.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
frühmorgens ab 3.oo Uhr, nach dem Essen und Trinken, warme Witterung, im Sommer, saures Obst, Zahnung.

Sonstiges

Podophyllum ist ein Antidot von Quecksilber.
In der Schwangerschaft sollten tiefe Potenzen vermieden werden.
Die Wirkung von Podophyllum wird durch Salz verstärkt.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Diarrhoe - Fall von J. T. Kent

Der große Homöopath J. T. Kent schildert diesen Fall während einer Durchfallepidemie. Eines Tages brachte eine Mutter ihr Kind auf dem Arm zu ihm; sie brachte es in großer Eile, denn es sah aus, als wenn es nicht mehr lange leben würde. Es war ein Baby und während es in ihrem Armen lag lief dünner gelblicher stinkender Stuhl auf seinen Teppich herab. Der Geruch fiel ihm sofort auf, er war fürchterlich durchdringend und so reichlich, daß die Mutter die Bemerkung machte, sie könne sich gar nicht vorstellen, woher das alles käme. Kent gab dem Kind einige Globuli Podophyllum C 30.
Am nächsten Tag machte er seine Besuchsrunde und musste auch an dem Haus der Frau vorbei. Er erwartete einen Trauerflor an der Tür, quälte sich mit seinen Gedanken, aber er wagte nicht vorbeizusprechen. Auf dem Heimweg sah er immer noch keinen Flor an der Tür, doch die Großmutter stand im Eingang und sagte: "Herr Doktor, das Baby ist in Ordnung heute morgen." Da war Kent unbeschreiblich erleichtert. Danach brauchte das Kind auch keine weiteren Medikamente mehr.

Begründung der Mittelwahl

Ausschlaggebend für die Mittelwahl war für J. T. Kent der außerordentlich üble Geruch, die Konsistenz und die enorme Menge der Stühle des Kindes. Es finden sich in der Materia medica zwar viele Arzneimittel für Diarrhoe bei Kindern, aber in dieser Konstellation wird die Symptomatik am besten von Podophyllum abgedeckt.




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