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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Palladium metallicum


Palladium (Pall.)


Palladium metallicum kam früher häufig in Flusssedimenten vor Palladium ist ein seltenes silberweiß glänzendes Edelmetall; es wurde 1803 von William Hyde Wollaston entdeckt und nach dem kurz zuvor entdeckten Asteroiden Pallas benannt. Es ist etwas härter als Platin und läßt sich gut schmieden und ebenso wie Gold zu dünnen Folien auswalzen. Palladium kommt etwa doppelt so häufig vor wie Gold, daher wird es daher wird es auch ungefähr diesem Verhältnis entsprechend an den Edelmetallbörsen notiert. Wegen seiner Seltenheit ist es ein begehrtes Produkt für Investoren. Nur wenige Fundstellen auf der Erde in der UdSSR und Südafrika decken 95% des gesamten Bedarfes an Palladium. In Flusssedimenten kam es am häufigsten vor (daher auch das Foto). Die Industrie nutzt es häufig für Legierungen mit anderen Stoffen, vorwiegend für den zahnärztlichen und orthopädischen Gebrauch. Da Gold zu weich ist um dem Kaudruck der Zähne standzuhalten wird dem Zahngold bis zu 50% Palladium zugesetzt um die Festigkeit des Materials zu erhöhen. Umgangssprachlich wird es auch Spargold genannt, da es um ca. die Hälfte günstiger ist als Hochgold.
Auch zu Hahnemanns Zeiten war Palladium als Element bereits bekannt und wurde von Constantin Hering in die Materia medica eingeführt. In der klassischen Homöopathie wird Palladium vorwiegend bei Beschwerden von Uterus und Ovarien eingesetzt.

Palladium wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Gemüt, Uterus, rechtes Ovar

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Verletzter Stolz, Kränkung, Gefühlserregung, schlechte Nachrichten

Hauptanwendungsgebiete von Palladium

- Kopfschmerz und Migräne

- Neuralgien
- Oophoritis (Entzündung der Eierstöcke)
- Ovarialzyste
- Uterusprolaps (Gebärmuttervorfall)
- Retroflexio uteri (Gebärmutterverlagerung)
- Descensus uteri (Gebärmuttersenkung)
- Fluor (Ausfluß)
- Peritonitis (Bauchfellentzündung)
- Blähsucht
- Obstipation
- Pruritus (Juckreiz)
- Lumbalgie (Rückenschmerzen)
- Ischias
- Schulterschmerz
- Hüftschmerz
- Rheuma
- Lidrandentzündungen

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Meist handelt es sich um sehr selbstbezogene Personen mit einem starken Bedürfnis nach Lob und Anerkennung. Sie sind sehr von der Wertschätzung anderer abhängig, ihr Geltungsbedürfnis ist groß und sie sprechen immer nur von sich selbst. Werden sie ignoriert oder nicht genügend beachtet, sind sie schnell beleidigt und eingeschnappt. Viele ihrer Beschwerden haben ihre Ursache in einer vorausgegangenen Kränkung oder durch verletzten Stolz. Neigung zum Weinen. In Gesellschaft zeigen sie sich strahlend von ihrer besten Seite, erscheinen wie geborene Entertainer. Allerdings strengt sie dieser Energieaufwand sehr an und hinterher sind sie dann völlig erschöpft und alle Beschwerden verschlimmert. Gefühl als ob die Zeit zu langsam verginge. Kopfschmerzen erstrecken sich als Band wie ein Kopfhörer von Ohr zu Ohr über den Scheitel hinweg.

Weibliche Organe

Beschwerden der weiblichen Organe, für die Palladium als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Palladium hat eine Affinität zu Beschwerden des rechten Ovars; die Patienten klagen über Schmerzen der Eierstöcke, vorzugsweise auf der rechten Seite, häufig bedingt durch eine Ovarialzyste. Die Schmerzen sind schlimmer durch Erschütterung, wie beim Gehen, schlimmer nach der Menstruation, auch durch Gemütserregungen. Sie werden gelindert durch Druck, das Beugen der Beine und wenn die Patientin sich auf die linke Seite legt. Das Ovar ist schmerzhaft geschwollen, verhärtet und der Schmerz schießt vom Nabel bis ins Becken. Bleiernde Schwere im Becken, Gefühl von Ermüdung im Kreuz. Gefühl von einem Gewicht mit Drängen oder Ziehen nach unten. Uterusvorfall bzw. Senkung. Die Menstruation setzt während der Stillzeit wieder ein. Alles ist schlimmer nach Anstrengung und Stehen und besser im Liegen auf der linken Seite.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Palladium:

Folgen von Kränkungen, verletztem Stolz und Demütigung, extremes Bedürfnis nach Lob und Anerkennung. Schwaches Selbstwertgefühl mit übermäßiger Abhängigkeit vom Urteil anderer. In Gesellschaft voller Esprit wie der geborene Entertainer, hinterher dann große Erschöpfung und Schwäche. Kopfschmerzen mit Bandgefühl, über dem Scheitel, von Ohr zu Ohr. Neuralgien und rheumatischer Schulterschmerz, Ischias. Beschwerden der Eierstöcke besonders rechtsseitig, chronische Oophoritis, Ovarialzyste, Ovarialschmerz schlechter nach Erregung, Regel, nach Erschütterung, besser im Liegen und Beugen der Beine. Uterusvorfall und -verlagerung. Schweregefühl im Becken mit Nach-unten-Drängen. Schneidende Schmerzen in Blase und Uterus, besser durch Stuhlgang. Eiweißartiger Ausfluß vor und nach der Regel. Blutungen während der Stillzeit. Schießender Schmerz vom Nabel in Brust oder Beine. Blähsucht. Peritonitis. Gefühle von Vergrößerung einzelner Körperteile. Flüchtige Schmerzen.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Palladium als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
Berührung, Druck, Reiben, Ablenkung

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Starke Gemütserregung, Stehen, gesellschaftliche Ereignisse, Anstrengung

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Palladium-Fall

Der Homöopath Voegeli berichtet über ein 9jähriges Schulkind, das ihm als Bettnässer vorgestellt wurde. Trotz aller Behandlung näßte es nachts immer wieder ein. Sowohl schulmedizinische wie auch homöopathische Therapien hatten bisher versagt. Voegeli befaßte sich näher mit dem Kind und befragte es zur Schulsituation. Dabei erzählte ihm das Kind, dass seine Leistungen in der Schule nicht besonders gut seien und auch das letztes Zeugnis sei wieder recht schlecht ausgefallen. Das Kind hatte sich diese Dinge sehr zu Herzen genommen, fühlte sich schwach und erschöpft, war deprimiert und schämte sich entsetzlich.
Da auch andere Homöopathen sich an dem Fall versucht hatten, mehrere gut gewählte Mittel verordnet hatten, die aber keine Besserung bewirkt hatten, verordnete Voegeli 1 Gabe Palladium D200 und das Kind war von Stund an geheilt.



Begründung der Mittelwahl

Relevant für die Wahl des homöopathischen Arzneimittels Palladium war für Voegeli in diesem Falle die Causa (auslösende Ursache), die Demütigung durch das schlechte Zeugnis, welche das Kind sich so sehr zu Herzen genommen hatte.



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