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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Nux moschata, Myristica fragans


Muskatnuss, Familie der Myristicaceae (Nux-m.)



Bei der Muskatnuss handelt es sich um die Frucht des Muskatnussbaumes, ein immergrüner Baum, heimisch in den Tropen Asiens, Afrikas und Südamerikas. Sein Samen wird als Semina myristicae oder Nux moschata bezeichnet. Er enthält ätherische Öle, die für den typischen Geruch und Geschmack sorgen. Ursprünglich dienten die Nüsse zum Räuchern bei kultischen Handlungen und Ritualen sowie zur Behandlung von Besessenheit. Wohl erst im 12. Jhdt. wurden sie zu kosmetischen und pharmazeutischen Zwecken verwendet, auch die Hl. Hildegard von Bingen erwähnt Muskat schon in ihren Schriften. Paracelsus setzte es bei Uterusbeschwerden, Menstruationsstörungen und als Herzmittel ein. In der Volksmedizin diente die Nuss vor allem zur Fiebersenkung und bei Schwangerschaftserbrechen. Heutzutage wird Muskat vor allem als Gewürz und als Zusatzstoff für Parfüms verwendet. Weiterhin ist die berauschende Wirkung von Muskat bekannt; bei Überdosierung kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Halluzinationen, Kopfschmerz, Schwindel und Delirium.
In der klassischen Homöopathie wird Nux moschata vorwiegend bei Gemütskrankheiten und Ohnmachtsneigung verordnet.

Nux moschata wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Nerven, weibliche Genitalien, Schleimhäute.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Schreck und Schock, geistige Anstrengung, Kummer, unterdrückte Hautausschläge, enttäuschte Liebe, Schwangerschaft, Terpentin.

Hauptanwendungsgebiete von Nux moschata:

- Geistesstörungen mit Wahnideen

- Depressionen
- Kopfschmerzen
- Apoplexie (lSchlaganfall)
- Anfallsleiden
- Amnesie (Gedächtnisverlust)
- Ataxie (Koordinationsstörungen)
- Magersucht (Anorexie)
- Morbus Alzheimer
- Senile Demenz
- Ohnmacht
- Narkolepsie (Schlafsucht)
- Stottern - Hysterie, Hypochondrie
- Asthma
- Menstruationsbeschwerden
- PMS (prämenstruelles Sydnrom)
- Beschwerden in der Schwangerschaft wie:
- Husten, Zahnschmerzen, Krämpfe, Abortneigung
- Wochenbetteklampsie
- Magenbeschwerden
- Meteorismus (Auftreibung)
- Flatulenz (Blähsucht)
- Sodbrennen
- Obstipation (Verstopfung)
- Durchfall (Diarrhoe)
- Sjögren-Syndrom

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Die Stimmung ist sehr veränderlich, Lachen und Weinen wechseln sich ab. Der Patient spricht mit sich selbst oder hält seltsame Reden mit merkwürdigen Gesten; seine Gedanken vergehen plötzlich beim Reden, Lesen oder beim Schreiben. Gedächtnisverlust, die Erinnerung an das vorhergehende Leben ist verloren. Vertraute Straßen oder Gegenden werden nicht erkannt. Arbeiten werden automatisch verrichtet, hinterher fehlt die Erinnerung daran. Vielfältige Wahnideen können auftreten, z. B. er sei zwei oder drei Personen oder er habe zwei Köpfe, er beobachte sich selbst von aussen. Der Körper wird verändert wahrgenommen, z. B. erscheint der Kopf vergrößert oder andere Körperteile geschrumpft. Gegenstände erscheinen übergroß, die Proportionen anders. Entfernungen erscheinen verändert und die Zeit vergeht zu langsam. Gefühl zu schweben. Hellsichtige Zustände. Gefühl wie betrunken. Depressive Zustände als Folge von Kummer. Auch Schreck oder Schock können die Zustände ausgelöst haben.

Zentralnervensystem

Beschwerden des Zentralnervensystem, für die Nux moschata infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Schläfrigkeit und Schweregefühl der Augen, plötzlicher unüberwindlicher Drang zu schlafen, auch begleitet von Schwindel. Anfallsleiden mit zeitweiser Bewußtlosigkeit, Narkolepsie, Katalepsie. Ausgeprägte Ohnmachtsneigung, z. B. in überfüllten Räumen, nach langem Stehen, beim Anblick von Blut, auch hysterisch. Kopfschmerzen, die durch Druck gelindert werden. Schwindel wie betrunken mit Torkeln. Gefühl, als sei das Gehirn locker und schwappe gegen den Schädel. Überempfindlichkeit des Gehörs und für Gerüche. Herzflattern oder -zittern als Folge von Schreck oder Schock, Furcht oder Traurigkeit.

Verdauung

Beschwerden der Verdauung, für die Nux moschata infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Der Mund ist so trocken, dass die Zunge am Gaumen klebt, trotzdem hat der Betroffene keinen Durst. Oder der Patient hat die Empfindung von Trockenheit obwohl der Mund feucht ist. Der Speichel ist zäh und dick wie Watte. Rote Zunge mit weißen Papillen. Starke Blähungskoliken: der Bauch ist aufgetrieben schon während der Mahlzeit oder gleich danach; ohne viel Schmerz, alles Essen scheint sich in Luft zu verwandeln. Der Patient leidet unter Verstopfung, der Stuhl ist zwar weich, kann aber nicht entleert werden, Ohnmacht während oder nach dem Stuhlgang. Sommerdurchfall mit schaumigen, teils unverdauten Stühlen, schlimmer oder ausgelöst durch kalte Getränke.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Nux moschata:

Erkrankungen die von Schläfrigkeit oder Schlafsucht begleitet sind, dabei unüberwindliches Verlangen nach Schlaf. Anfallsleiden mit Neigung zu Ohnmachten. Ohnmacht in überfüllten Räumen, nach langem Stehen, beim Anblick von Blut. Schneller Stimmungswechsel, Gedächtnisschwäche und Gedächtnisverlust, Gedanken schwinden beim Reden, Lesen oder Schreiben. Alzheimer und senile Demenz. Viele Wahnideen: doppelt zu sein, zwei Köpfe zu haben, drei Personen zu sein (multiple Persönlichkeit). Wahnwahrnehmungen: Vergrößerung oder Verkleinerung von Körperteilen, die Zeit erscheint verlangsamt. Nervenmittel bei gastrokardialem und gastrozerebralen Symptomenkomplex. Hysterie mit Ekel vorm Essen. Anorexie. Lach- und Weinkrämpfe. Hypochondrie. Depression. Platzangst. Ausgeprägte Trockenheit aller Schleimhäute, die Zunge ist so trocken, dass sie am Gaumen klebt, trotzdem Durstlosigkeit. Trockene Haut ohne Schweiß. Auftreibung des Bauches während oder gleich nach dem Essen. Flatulenz. Sommerdurchfall ausgelöst oder schlimmer durch kalte Getränke. Verstopfung bei weichem Stuhl. Schwangerschaftsbeschwerden: Zahnweh, Husten, Erbrechen, Durchfall, Krampfleiden. Allgemeine Frostigkeit. Schmerzhaftigkeit der Körperstellen, auf denen der Patient liegt. Verlangen nach Schnaps, Kaffee und scharf gewürzten Speisen. Die Beschwerden bevorzugen die linke Seite.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Nux moschata als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
feuchte Hitze, warmes Zimmer, trockenes warmes Wetter, Trinken von heißem Wasser.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
kaltes Bad, feuchte Kälte, kalter Wind, Zugluft, Nebel, Wetterwechsel, kalte Füße, Schwangerschaft, vor und während der Regel, Gemütsbewegungen.

Sonstiges

Silicea und Sulphur sollten nicht zusammen mit Nux moschata eingenommen werden.
Kümmel kann die Wirkung von Nux moschata antidotieren.
Nux moschata ist ein Antidot für Quecksilerdämpfe, Terpentin, und alkoholische Getränke.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Zerebrale Thrombose - Nux moschata-Fall von Dr. M. Tyler

Die berühmte Homöopathin Dr. M. Tyler schildert folgenden Fall:
In großer Besorgnis um eine Patientin suchte sie in London einen Kollegen auf, einen homöopathischen Arzt, um ihn um Rat zu fragen. Ihre 80jährige Patientin war bereits seit 9 Wochen als Folge einer zerebralen Thrombose gelähmt und ins Koma gefallen, jedoch war das Koma schon so weit fortgeschritten, dass man sie kaum noch ernähren konnte. Nun stellte Frau Tyler fest, dass sie genau an den Richtigen geraten war, denn er hatte am eigenen Leibe Seltsames erlebt. Er hatte nach einer Reihe von grippalen Infektionen seltsame anfallsartige Zustände von Gleichgültigkeit und automatischem Verhalten entwickelt. Er zeigte an nichts mehr Interesse, ließ seine Post unbeantwortet oder trug sie tagelang mit sich herum und war keine große Hilfe für seine Patienten. Dennoch zeigten sie große Nachsicht und warteten geduldig dass seine postgrippale Indisponiertheit sich wieder legte. Nux moschata war es schließlich gewesen, die diesen Zustand beendete und seine Arbeitsfähigkeit wieder herstellte, daher kannte er das Mittel sehr gut und riet mir bei meinem Fall zu seinem Einsatz. Und wirklich es wirkte prompt - lediglich eine Gabe in der C200 erweckte die Patientin aus ihrem Koma und sie erholte sich wieder vollkommen und lebte noch 5 weitere Jahre. Nach einer Erfahrung wie dieser vergisst man ein Mittel nie wieder. Auch andere Mittel brachten ihr später noch Hilfe, aber es war doch Nux moschata, welches ihr das Leben gerettet hatte.



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