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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Myristica sebifera, Talgmuskatbaum


Myristica (Muskatnuss)

Viola sebifera, Familie der Myristicaceae (Myris.)


Der Talgmuskatnußbaum ist ein in Südamerika Brasilien wachsender bis zu 30 m hoher Urwaldbaum. Der Name Myristica stammt aus dem Griechischen Myron=Myrrhe wegen des Duftes der Blüten; sebifera leitet sich ab aus lat. sebum=Talg wegen des Talggehaltes der Samen. Aus ihnen wird das gelbliche sog. Virolafett gewonnen, welches zur Herstellung von Fetten, Kerzen und Seifen dient. Die südamerikanischen Schamanen nennen den Baum „Ucuuba“, rauchen oder kochen die Rinde und heilen damit Fieber oder vertreiben böse Geister; der Saft wird bei Aphten und Karies verwendet.
Der Ausgangsstoff für das homöopathische Mittel ist der frische rote scharfe Saft, den man durch Ritzen der Rinde gewinnt.
In der klassischen Homöopathie ist Myristica als das „homöopathische Messer“ bekannt, da sein Einsatz bei Abszessen und eitrigen Entzündungen oft den Gebrauch des Skalpells überflüssig macht.

Myristica wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Haut, Zellgewebe, Drüsen, Lymphgefäße, Gelenke

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Verletzungen, Infektionen

Hauptanwendungsgebiete von Myristica

- Abszesse

- Eiterungen
- Parotitis (Entzündung der Ohrspeicheldrüse)
- Otitis media (Mittelohrentzündung)
- Panaritium (Nagelgeschwür)
- Paronychie (Nagelumlauf)
- Synovitis (Gelenkentzündung)
- Periostitis (Knochenhautentzündung)
- Analfisteln
- Karbunkel
- Furunkel
- Erysipel (Wundrose)
- Phlegmone (Bindegewebsentzündung)
- Ulcerationen (Geschwüre)
- Elephantiasis arabum
- Schwindel

Kopf/Hals

Beschwerden von Kopf und Hals, für die Myristica als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Kopfschmerzen im rechten Stirnhöcker mit Gefühl von Druck, welcher von innen nach außen drückt, ab und zu aussetzend, besser im Freien. Das Gesicht ist rot, die Zunge ist weiß und rissig mit kupferartigem metallischem Geschmack im Mund oder auch mit Geschmacksverlust. Die Mandeln sind eitrig entzündet (Tonsillitis und Tonsillarabszeß) mit brennenden Halsschmerzen und Neigung zu Abszeßbildung. Das Schlucken des Speichels ist schwierig und der Hals ist wie zugeschnürt. Jeder Bissen scheint beim Schlucken Verletzungen zu verursachen. Das Mittelohr ist entzündet und eitert. Entzündung und Anschwellung der Ohrspeicheldrüse (Parotitis). Schwindel morgens beim Erwachen mit Schwanken, vor allem nach links.

Haut

Beschwerden der Haut, für die Myristica als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Myristica ist ein spezifisches Mittel für eitrige Nagelgeschwüre und Nagelbettentzündungen vor allem an den Fingern, aber auch an den Füßen. Die Fingernägel schmerzen, die Fingerglieder sind angeschwollen. Die Finger sind steif, so als ob sie etwas eine lange Zeit gedrückt hätten; sie schmerzen wenn sie einander berühren. Myristica ist angezeigt bei allen Arten von eitriger Entzündung des Bindegewebes wie Furunkel oder Karbunkel. Diese werden häufig verursacht durch Staphylokokken; hier wirkt das Mittel stark antibiotisch und stoppt die Vermehrung der Erreger. Bei Abszessen und eitriger Entzündung treibt es die Eiterung voran, verkürzt die Eiterungsdauer und macht oft den Gebrauch des Skalpells überflüssig.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Myristica:

Ein Mittel zur Beschleunigung der Eiterung von Abszessen und eitrigen Entzündungen mit spezifischer Wirkung auf Nagelgeschwüre. Entzündungen der Haut, des Zellgewebes und des Periosts. Eitrige Infektionen durch bakterielle Erreger wie Staphylokkken und Streptokokken. Eitrige Entzündungen von Verletzungen und Wunden. Karbunkel, Furunkel, Fisteln. Häufig kann durch Myristica ein chirurgischer Eingriff umgangen werden („das homöopathische Messer“). Gelenk- und Knochenhautentzündung, Entzündung der Lymphgefäße. Kopfschmerzen im rechten Stirnhöcker besser im Freien. Rotes Gesicht, weiße rissige Zunge, kupferartig metallischer Geschmack im Mund oder Geschmacksverlust. Eitrige Tonsillitis und Tonsillarabszeß mit schwierigem Schlucken und brennenden Schmerzen. Otitis media (Mittelohrentzündung). Entzündung und Anschwellung der Ohrspeicheldrüse (Parotitis). Analfistel. Gefühl des Daumengelenkes wie von Ameisenlaufen. Schwankschwindel morgens mit der Neigung nach links zu fallen.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Myristica als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
frische Luft (Kopfschmerz)

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Berührung, Schlucken (Halssymptome)

Sonstiges

Myristica wirkt ähnlich wie Hepar sulfuris und Silicea: seine Wirkung soll aber noch kräftiger sein.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Zwei Myristica-Fälle

Der französische Homöopath Cartier schildert seine Erfahrungen:
Ein junges Mädchen hatte ein entzündetes Knie, das gesamte Knie war teigig geschwollen und sie trug es seit drei Monaten in einer Schiene. Nach der Fallaufnahme war Cartier überzeugt, daß sich Eiter im Gelenk befinden mußte und verordnete 3 x tägl. 5 Tr. Myristica, was drei Monate lang verabreicht wurde. Nach 5 Monaten waren Schwellung und Entzündung völlig verschwunden, das Gehen bereitete auch keine Schmerzen, aber das Gelenk war versteift.
Ein 87jähriger Mann bekam plötzlich hohes Fieber und eine Arthritis der Schulter. Die Beschwerden wurden erst als Osteomyelitis diagnostiziert; später wurde ein Chirurg hinzugezogen, der die Diagnose „Arthritis suppurativa“ stellte. Nachdem viele berühmte Pariser Ärzte den Patienten behandelt hatten und alle sagten, daß in diesem Falle nichts zu machen sei, wurde er zu Cartier geschickt. Dieser fand bei der Untersuchung die Schulter voller Eiter und eine schmerzhafte Stelle auf dem Schulterblatt, an der laut der Fachleute der Knochen angegriffen sei. Cartier verordnete 3 x tägl. 5 Tr. Myristica und nach 10 Tagen hatte die Eiterung sich zurückgebildet, die empfindliche Stelle war verschwunden und das Gelenk hatte wieder seine normale Größe. (nach Cartier, Rev. Hom. Fran., Dec. 1898)




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