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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Magnesium muriaticum, Magnesium chloratum


Salzsaure Bittererde (Mag.-m.)


Magnesium muriaticum (Symbolfoto) Bei Magnesiumchlorid handelt es sich um das Magnesiumsalz der Salzsäure. In der Natur findet man es im Mineral Bischofit und im Meer, man gewinnt es durch Verdampfen aus dem Meerwasser. Es ist ein farbloses kristallines Pulver mit bitterem Geschmack und hat starke hygroskopische Eigenschaften, d. h. es zieht Feuchtigkeit an und verklumpt dann, so dass es luftdicht verschlossen aufbewahrt werden muss. Die Lebensmittelindustrie verwendet es als Lebensmittelzusatzstoff E511 vor allem als Säureregulator, Geschmacksverstärker und als Trennmittel; im Steinkohlebergbau wird es zur Staubbindung und als Explosionsschutz eingesetzt. Magnesium ist für den Menschen ein lebenswichtiger Nährstoff, der vom Körper nicht selbst gebildet werden kann und zugeführt werden muss. Er reguliert viele Stoffwechselaktivitäten, spielt eine wichtige Rolle bei der Reizweiterleitung und ist beteiligt an nahezu allen Reaktionen, bei denen Energie benötigt wird; es gilt als Anti-Streß-Mineral. Bei einem Mangel an diesem Mineral treten Muskelkrämpfe, Müdigkeit und Appetitlosigkeit auf.
In der klassischen Homöopathie wird Magnesium mur. vorwiegend bei Leberleiden und Verstopfung verordnet.

Magnesium muriaticum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Nerven, Leber, Verdauungstrakt, Beckenorgane.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Milch, Salz, Streit, Baden im Meer

Hauptanwendungsgebiete von Magnesium muriaticum

- Leberleiden

- Gallenkolik
- Obstipation (Verstopfung)
- Meteorismus (Auftreibung)
- Hämorrhoiden
- Milchunverträglichkeit
- Bulimie
- Neuralgien (Nervenschmerzen)
- Zahnschmerzen
- Zahnungsbeschwerden der Kinder
- Kopfschmerzen
- Katarrhe der oberen Luftwege
- spastischer Husten
- Erkältungsneigung
- Geschmacksverlust
- Geruchsverlust
- Menstruationsbeschwerden
- Leukorrhoe (Weißfluß)
- funktionelle Herzbeschwerden
- Hodenbruch
- Parästhesien der Glieder ("Einschlafen")

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Die Betroffenen haben ein starkes Bedürfnis nach Harmonie und Frieden und reagieren sehr sensibel auf Ungerechtigkeit. Sie können keine Gewalt in ihrem Umfeld ertragen; Streit macht sie krank, sie bezeichnen sich häufig als Friedensstifter. Oft besteht eine Mutterproblematik, sei es dass sie ein gestörtes Verhältnis zu ihrer Mutter haben, sich von ihr nicht geliebt fühlen oder Waise, Heimkind oder Scheidungskind sind. Verlust von Heim und Geborgenheit wirken noch bis ins Erwachsenenalter nach und bewirken einen Rückzug z. B. in eine Depression. Der Schlaf ist wenig erquickend, meist ist der Betroffene morgens müder als abends oder fühlt sich wie "verkatert" ohne Alkohol getrunken zu haben. Der Schlaf ist gestört durch Angst nachts im Bett, schlimmer durch Schließen der Augen. Während er beschäftigt ist, ist die Angst weniger präsent, aber nachts wenn er sich ins Bett legt, wird sie schlimmer, so dass er aufspringt und ruhelos umherläuft.

Verdauung

Beschwerden der Verdauung, für die Magnesium muriaticum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Weißer Schaum steigt beständig im Mund auf. Der Geschmackssinn ist reduziert oder verloren. Häufig muss der Betroffene aufstoßen mit Aufschwulken der Speisen die er gegessen hat, schlimmer nach Milch oder salzigen Speisen. Das Aufstoßen bewirkt einen üblen Mundgeschmack nach Zwiebeln oder verdorbenen Eiern. Es besteht ein Verlangen nach Süßigkeiten. Globusgefühl im Hals. Schluckauf stellt sich ein bei und nach dem Mittagessen, sogar bis zum Erbrechen. Der Bauch ist aufgetrieben, die Leber ist geschwollen, Schmerzen erstrecken sich von der Leberregion bis nach hinten ins Rückgrat und vorn bis in die Magengegend. Krämpfe der Gallenblasengegend werden besser durch Essen. Milch ist unverträglich und wird unverdaut wieder ausgeschieden, besonders bei Kindern. Typisch ist auch die Verstopfung ohne Stuhldrang mit trockenen knotigen Stühlen, krümelig und bröcklig, die aus kleinen Kugeln bestehen, sog. Schafskotstühle. Magnesium mur. ist eines der wichtigen Arzneien bei Bulimie.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Magnesium muriaticum:

Vorwiegend eine Arznei für Leber- und Nervenleiden. Seelische Beschwerden durch Streit oder Ungerechtigkeit, kann keine Gewalt ansehen, kann keinem wehtun. Mutterproblematik (Vater: Magnesium carbonicum). Scheidungs-, Heim- oder Waisenkinder. Depressiver Rückzug. Kopfschmerzen und Gesichtsneuralgien mit Besserung durch warmes Einhüllen. Schläfenschmerz besser durch Druck. Neigung zu Katarrhen der oberen Luftwege mit Geruchs- und Geschmackverlust. Globusgefühl im Hals. Gelblich belegte schwammige Zunge. Leberleiden mit Leberschwellung, pressender Schmerz im rechten Oberbauch, der sich zum Rücken erstreckt., schlimmer durch Liegen auf der rechten Seite. Herzleiden mit vergrößerter Leber. Obstipation mit trockenen harten krümelnden Stühlen, sog. Schafskotstühle. Verstopfung bei Kindern während der Zahnung. Zahnschmerz wenn kaltes Essen den Zahn berührt. Schlaflosigkeit mit unerquicklichem Schlaf, ist morgen müder als abends. Erwachen mit Gefühl von Schlägen durch den ganzen Körper. Allgemeine Überempfindlichkeit der Haut, schlimmer durch Berührung, besser durch harten Druck. Beschwerden schlimmer im Liegen. Herzklopfen und -schmerzen, besser beim Umhergehen. Periode mit jedesmal großer Erregung, schwarz klumpigem Blut, schlimmer im Sitzen als im Gehen mit Schmerzen, die in Rücken und Beine ausstrahlen. Ruhelosigkeit mit Empfindung von elektrischen Schlägen. Milchunverträglichkeit, Kinder können keine Milch verdauen. Verlangen nach Gemüse, Süßem und nach Obst. Fette schwere Speisen, Salz und Obst sind unverträglich. Viele Beschwerden treten nach dem Mittagessen auf: Ohnmacht, Atemnot, Anfälle, Übelkeit, Zittern. Hysterische und krampfartige Beschwerden. Alle Beschwerden verschlimmern sich bei Aufenthalt am Meer.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Magnesium muriaticum als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Bewegung, im Freien, fester Druck, gekrümmtes Liegen, Herabhängenlassen,

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Ruhe, nachts, Milch, kalte Getränke, nach dem Mittagessen (besonders salzige Speisen), Geräusche, am Meer, Liegen auf der rechten Seite.

Sonstiges

Magnesium mur. ist eine ähnliche Arznei wie Magnesium carbonicum, nur mit stärkerer Beziehung zu Leber und den weiblichen Geschlechtsorganen.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Ängste und Schlafstörung - Magnesium muriaticum-Fall

Frau G. kommt mit ihrem 9jährigen Sohn Vince wegen Angst- und Schlafstörungen zum Homöopathen. Der Hausarzt hatte verschiedene Arzneimittel verschrieben, die aber keinen Erfolg gezeigt hatten. Frau G. schildert, dass der Junge tagsüber relativ unauffällig sei, ein wenig ängstlich und zurückhaltend sei er allerdings schon immer gewesen, aber abends wenn er schlafen soll, überkommen ihn, nachdem er sich hingelegt hat, regelmäßig so heftige Ängste, dass er aus dem Bett springt und im Zimmer herumläuft. Wovor er Angst hat, könne er nicht sagen. Dabei weint er und die Mutter kann ihn nicht bewegen, zur Ruhe zu kommen, sich hinzusetzen oder zu legen. Nach längerer Zeit schläft er dann endlich erschöpft ein. Seit wann bestehen diese Zustände? So seit ca. 6 Monaten berichtet die Mutter. Ist vor 6 Monaten etwas außergewöhnliches geschehen? Nein, eigentlich nicht, d. h. außer dass sie sich von ihrem Mann getrennt habe, er sehe aber regelmäßig seinen Sohn und dieser gehe auch sehr gern am Wochenende zum Vater, diesbezüglich gäbe es keine Probleme. Nach weiterem Nachfragen ergibt sich, dass heftiger Streit und Unfrieden zu der Trennung geführt hat, die Mutter hält es auch für möglich, dass Vince teilweise die Streitereien mitbekommen habe. Sie schildert ihren Sohn als einen lieben völlig unaggressiven Jungen, der immer um Frieden und Harmonie bemüht sei. Da sich im Laufe der weiteren Anamnese auch noch eine Milchunverträglichkeit herausstellt, verordnet der Homöopath dem Jungen Magnesium muriaticum.



Begründung der Mittelwahl

Relevant für die Wahl des homöopathischen Arzneimittels Magnesium mur. ist die mutmaßliche Causa, der Streit zwischen den Eltern und die nachfolgende Trennung. Weiterhin sind die nächtlichen Ängste und die Ruhelosigkeit Leitsymptome des Mittels; die Milchunverträglichkeit bestätigt die Mittelwahl zusätzlich.



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