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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Lilium tigrinum, Tigerlilie


Lilium tigrinum, Tigerlilie

Tigerlilie oder chinesische Lilie, Familie der Liliaceae (Lil.-t.)


Die in Ostasien heimische Tigerlilie ist besonders in China weit verbreitet und wird dort wegen ihrer eßbaren Zwiebel auch kultiviert. In der Volksmedizin Asiens gilt die Pflanze seit jeher als wertvolles schleimlösendes Heilmittel bei Husten, ferner soll sie harntreibend wirken und eine positive Wirkung auf die Sehkraft haben. An Ratten wurde eine antiöstrogene Wirkung nachgewiesen.
In der klassischen Homöopathie wurde Lilium tigrinum erstmals 1867 von amerikanischen Homöopathen erwähnt und wird bis heute vorwiegend bei hormonell bedingten Beschwerden und Herzleiden eingesetzt.

Lilium tigrinum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Beckenorgane. Urogenitaltrakt. Herz. Linke Körperhälfte.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Hormonelle Veränderungen wie z. B. Klimakterium und Pubertät.

Hauptanwendungsgebiete von Lilium tigrinum

- Menstruationsbeschwerden
- PMS (prämenstruelles Syndrom)

- Uterusprolaps (Gebärmuttervorfall)
- Gebärmuttersenkung (Descensus uteri)
- verzögerte Rückbildung nach Entbindung
- Blasenbeschwerden/Blasenschwäche bei Senkung
- Inkontinenz
- klimakterische Beschwerden
- Fluor (Ausfluß)
- Kopfschmerzen
- Depression
- Tachykardie (Herzrasen)
- Herzrhythmusstörungen
- neurotische Herzbeschwerden
- Astigmatismus (Stabsichtigkeit)
- rheumatische Arthritis

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Die Patienten sind in Hast und Eile und haben das Verlangen, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, sie meinen dringende Pflichten erfüllen zu müssen. Sie tun zwar viel, halten aber nicht durch und bringen nichts zu Ende, machen ziellose eilige Bewegungen. Die Patienten sind niedergeschlagen und leiden unter Schwermut, Depression und Melancholie. Sie können kaum das Weinen zurückhalten, sind gleichgültig gegenüber allem, was man für sie tut. Religiöse Gemütsstörungen können auftreten, die Patienten haben Angst um ihr Seelenheil.

Typus laut klassischer Homöopathie

Der Menschentyp, für den Lilium tigrinum als Heilmittel besonders wirksam ist, hat typischerweise folgende Charakteristika:
Lilium tigrinum ist überwiegend ein Frauen- und Kindermittel. Der typische Patient ist hin- und hergerissen zwischen seinen Instinkten bzw. Bedürfnissen einerseits und seinen Idealen bzw. Überzeugungen andererseits. Stark ausgeprägte Sexualität; die Patienten müssen ständig beschäftigt sein, um das sexuelle Verlangen zu unterdrücken. Obszöne Gedanken drängen sich auf. Die Betroffenen leiden sehr unter der Furcht vor moralischer Entgleisung, sog. "Nonnen-Huren-Syndrom". Sexuelle Erregung und moralische Furcht wechseln sich ab.

Herz

Herzbeschwerden, für die Lilium tigrinum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Patienten leiden unter starkem Herzklopfen, der Puls ist sehr schnell, unregelmäßig und im ganzen Körper zu spüren. Kälte- und Schwächegefühl in der Herzgegend. Angina pectoris mit Schmerz im rechten (!) Arm, Verschlimmerung durch Liegen auf der rechten Seite, besser durch Reiben. Der Patient hat das Gefühl, sein Herz sei zum Bersten voll, oder es werde gepackt und zusammengedrückt. Gefühl, das Herz sei an einem Faden aufgehängt.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Lilium tigrinum:

Sog. "bearing-down-Gefühl" - als wenn die Beckenorgane nach unten drängen (auch Sepia), Verlangen die Beine zu überkreuzen und die Organe zu stützen. Gebärmuttervorfall. Gebärmuttersenkung. Menstruationsbeschwerden mit dunklem klumpigen Blut, das Blut fließt nur bei Bewegung. Blasenbeschwerden durch Senkung. Alle Beschwerden werden von Herzklopfen begleitet. Herzflattern. Gefühl, als ob das Herz in einen Schraubstock gepreßt werde oder von berstender Fülle. Pulsieren im ganzen Körper mit Gefühl von Auftreibung. Tachykardie. Unruhe, Hast und Eile. Astigmatismus mit Kurzsichtigkeit. Kopfschmerzen im Zusammenhang mit Uterusbeschwerden. Rheumatische Arthritis. Druckgefühl im Rektum, ständiger Stuhldrang, besonders im Stehen. Häufiger Harndrang. Übermäßiges sexuelles Verlangen mit moralischer Furcht. Ruhelosigkeit und Depression. Schmerzen an kleinen Stellen.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Lilium tigrinum als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Frische Luft, Beschäftigung, Übereinanderschlagen der Beine, Reiben.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Zimmerwärme, Gehen, Stehen, Erschütterung, nach der Regel, Trost und gutes Zureden.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Senkungsbeschwerden - Lilium tigrinum-Fall aus der Praxis

Frau K. ist 29 Jahre alt und kommt in die Praxis wegen einer Senkung der Gebärmutter. Sie hatte vor einigen Wochen von Zwillingen entbunden und leidet nun unter Senkungsbeschwerden. Sie klagt, dass sie sehr häufig anhaltenden Harndrang verspüre, dem sie immer sofort nachgeben müsse. Sie traue sich kaum noch aus dem Haus, weil ja nicht immer eine Toilette in der Nähe sei. Weiterhin hätte sie das Gefühl, alle inneren Organe könnten durch die Vagina herausfallen, daher würde sie ständig die Beine überkreuzen, was dem Gefühl entgegenwirke. Beim Gehen und Stehen sei es besonders schlimm. Sie sei schon bei ihrem Gynäkologen gewesen, der die Diagnose "Uterusprolaps" (Gebärmuttervorfall) stellte und ihr riet, noch etwas abzuwarten und wenn dann keine Besserung erfolge würde er eine OP in Erwägung ziehen, was Frau K. auf keinen Fall möchte. Der Homöopath fragt nach evtl. Begleitsymptomen, was Frau K. verneint. Wie sei der Schlaf, wie der Appetit? Der Schlaf sei gut, der Appetit auch, allerdings verspüre sie häufig einen Heißhunger auf Fleisch, das sei schon seltsam.
Daraufhin verschreibt der Homöopath Frau K. das homöopathische Arzneimittel Lilium tigrinum.

Begründung der Mittelwahl

Für die geschilderten Beschwerden kommen die homöopathischen Arzneien Sepia und Lilium tigrinum infrage, denn der anhaltende Harndrang bei Uterusprolaps und das Überkreuzen der Beine sind Leitsymptome der beiden Arzneimittel. Der Heißhunger auf Fleisch spricht gegen aber gegen Sepia, welches eher eine Abneigung gegen Fleisch aufweist.




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