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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Lac humanum, Lac maternum


Muttermilch (Lac-h., Lac-m.)


Lac humanum (Muttermilch) Innerhalb der klassischen Homöopathie bilden die sog. „Milchmittel“ (lat. Lac=Milch) eine eigene Gruppe von Arzneien; sie werden aus der Muttermilch des Menschen und unterschiedlicher Säugetiere gewonnen. Zur Zeit sind ca. 25 Milchmittel erhältlich, die bekanntesten sind Lac caninum (Hundemilch), Lac felinum (Katzenmilch) und Lac vaccinum (Kuhmilch).
Lac humanum wird aus der Muttermilch einer einzigen Frau gewonnen; ein Alternativmittel ist Lac maternum, welches aus der Milch von neun stillenden Frauen hergestellt wird. Die ersten Milchmittel wurden Mitte des 19. Jhdt. von Dr. Samuel Swan in die Homöopathie eingeführt. Der berühmte Homöopath Dr. J. T. Kent schrieb 1880:
„Milch ist das Hauptnahrungsmittel im Frühstadium der Entwicklung des menschlichen und tierischen Lebens, und damit besteht eine enge Beziehung zu unseren innersten Wesen.“
Daher werden die Milchmittel in der klassischen Homöopathie häufig verschrieben, wenn es in der entscheidenden Lebensphase des Stillens zu Störungen gekommen ist oder wenn Beschwerden auf Defizite dieser Lebensphase zurückgeführt werden können. Weiterhin besteht eine Affinität zu der weiblichen Brust und ihren Erkrankungen.

Lac humanum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Gemüt, Schleimhäute, Brust, weibliche Genitalien

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Abstillen, Milch, Trennung, Tod von Angehörigen, Tod von Haustieren

Hauptanwendungsgebiete von Lac humanum

- Mastitis (Brustdrüsenentzündung)
- Mastodynie (Brustschmerzen und -spannung)
- Mammatumore

- Milchunverträglichkeit
- versiegende Milchproduktion
- Menstruationsstörungen
- PMS (prämenstruelles Syndrom)
- Daumenlutschen
- Nägelbeißen
- Schlafstörungen
- Konzentrationsstörungen
- Dyslexie (Leseschwäche)
- Legasthenie (Lese-Rechtschreibschwäche)
- Dyskalkulie (Rechenschwäche)
- ADHS
- Enuresis (Bettnässen)
- Sprachstörungen, Stottern
- Angststörungen

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Auslöser für die Beschwerden sind häufig Verlust- und Trennungssituationen, z. B. Tod der Mutter, des Kindes oder eines Haustieres; auch die frühe Geburt eines Geschwisterkindes. Hintergrund ist eine Störung der frühen Mutter-Kind-Beziehung, das Gefühl der Ablehnung durch die Bezugsperson, von der man besonders abhängig ist. Auch frühes oder plötzliches Abstillen kann beim Säugling eine Lac humanum-Pathologie auslösen. Menschen, die das Gefühl haben, in dieser Phase zu kurz gekommen zu sein, brauchen häufig im späteren Leben ein Milchmittel. Die Betroffenen sind übermäßig anhänglich und sanft, unentschlossen, leiden unter Verlassenheitsgefühlen. Sie leben in großer Abhängigkeit von den Menschen, die sie lieben und trauen sich nicht, ihre Bedürfnisse zu artikulieren, aus Angst verlassen zu werden. Das Selbstwertgefühl ist gering, Kinder kauen an den Nägeln oder lutschen noch lange am Daumen. Es besteht ein starkes Verlangen nach Süßigkeiten, vor allem nach Schokolade, was sich aus der Tatsache erklärt, dass Süßes seit jeher als Ersatz für Liebe und Zuneigung gilt. In der Schule zeigen sich Lernprobleme wie Legasthenie (Lese-Rechtschreibschwäche, Leseschwäche (Dyslexie) und Dyskalkulie (Rechenschwäche), ADHS, Sprachstörungen.

Weibliche Organe

Beschwerden der weiblichen Organe, für die Lac humanum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Es besteht eine starke Beziehung zur weiblichen Brust und zum Hormonsystem. Ein Mittel für viele Probleme in Schwangerschaft und Wochenbett, z. B. Stillprobleme, Versiegen der Milch, Mastitis (Brustentzündung), Brustschwellungen und - spannungen. Die Milch fließt außerhalb von Schwangerschaft und Wochenbett; Milchfluß bei Männern. Weiterhin charakteristisch sind Zyklusstörungen mit ausbleibenden Blutungen oder zu starken schmerzhaften Blutungen; diese sind dunkelbraun bis schwarz und verbunden mit dem Gefühl des Abwärtsdrängens. Alle Beschwerden sind schlimmer um den Zeitpunkt der Menses herum.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Lac humanum:

Überwiegend ein Frauen- und Kindermittel. Milchunverträglichkeit, starkes Verlangen oder starke Ablehnung von Milch. Stillprobleme, Versiegen der Milchprduktion, Brustdrüsenentzündung (Mastitis), Probleme beim Abstillen, Schwangerschaftsbeschwerden, Brustschwellung und -spannung. Brustkrebs. Prämenstruelles Syndrom. Menstruationsbeschwerden mit Schmerz und dunklen bis schwarzen Blutungen und Abwärtsdrängen. Hitzewallungen. Psychisches Thema: Abhängigkeit/Unabhängigkeit - einerseits Wunsch nach Selbstverwirklichung, andererseits Wunsch nach Familie/Kindern/Beziehung. Auslöser der Beschwerden durch Störungen der frühen Mutter-Kind-Beziehung. Schlaflosigkeit, lebhafte Träume von Babies und Tod. Nägelbeißen, Daumenlutschen, Bettnässen. Schulschwierigkeiten. Stottern. Beschwerden durch den Verlust oder Tod der Mutter, geliebter Personen, von Haustieren. Ängste und Verlassenheitsgefühle. Kopfschmerzen besser bei Bewegung. Juckende Hautausschläge. Vermehrter Appetit, Abneigung gegen saure Speisen, Verlangen nach Schokolade, Süßigkeiten und Salz. Alkohol verschlimmert die Beschwerden. Schwammige Fußsohlen wie zu lange im Wasser gewesen.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Lac humanum als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
Essen, Bewegung

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Milch, Alkohol

Sonstiges

Lac humanum weist große Ähnlichkeit mit den Arzneimittelbildern von Pulsatilla, Magnesium und Carcinosinum auf.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Lac humanum-Fall

Karl-Josef Müller berichtet über den Fall der 7jährigen Bianca, die mit ihrer Mutter wegen Unruhe und Daumenlutschen zur Behandlung kam.
Das Mädchen ist auffallend groß, die Mutter berichtet, dass sie sehr nervös und hibbelig sei, nie ihre Füße ruhig halte, besonders beim Essen sei sie immer am Zappeln, das wäre schon als Baby so gewesen. Sie nimmt alles in den Mund, lutscht am Daumen und knabbert an den Fingern, kaut auch die Fingernägel ab. Sie habe schon immer viel genuckelt, immer einen Schnuller im Mund gehabt und ein großes Saugbedürfnis. Zum Schlafen braucht sie ihr Schmusefell, das Daumenlutschen verstärke sich wenn sie müde sei, bei Ärger und bei Langeweile. Bianca wurde 4 Monate lang gestillt, dann war die Mutter mit den Nerven fertig, denn das Kind hatte schlimme Blähungen und sie musste es stundenlang herumtragen, so dass sie kaum noch zum Schlafen kam. Durch den Streß versiegte dann die Milch und sie stillte ab. Daraufhin ging es der Mutter besser aber Bianca wurde seitdem noch unruhiger und infektanfällig. Nach dem Eßverhalten befragt, berichtet die Mutter, dass Bianca sehr gern Milch und Kakao trinke, auch gern Brei, am liebsten Schokolade und Nutellla, und dass sie noch viel mehr Süßes essen würde wenn sie es bekäme. Ängste hätte Bianca nicht, sie wolle oft allein etwas unternehmen, allein im Zelt schlafen, allein einkaufen gehen, ihr Selbstvertrauen schätzt die Mutter hoch ein.
K.-J. Müller verordnet zuerst das homöopathische Mittel Nux vomica, was keine Besserung bewirkte. Daraufhin bekam das Kind das Mittel Chocolate, woraufhin es immerhin ruhiger beim Essen wurde. Den Durchbruch und eine tiefgreifende Besserung brachte dann aber Lac humanum.


Begründung der Mittelwahl

Das abrupte Abstillen der Mutter hatte Müller an Lac humanum denken lassen, bestätigend wertete er das ausgeprägte Verlangen nach Milch und Süßigkeiten und das Saug- und Schmusebedürfnis was im Gegensatz zu dem Unabhängigkeitsstreben des Kindes stand.





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