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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Kalium sulfuricum, Kaliumsulfat


schwefelsaures Kalium (Kali.-s.)



Hierbei handelt es sich um das Kaliumsalz der Schwefelsäure. Die farblosen durchsichtigen Kristalle sind hart, schmecken bitter bis salzig und lösen sich gut in Wasser. Man findet den Stoff in der Natur in Form sog. Doppelsalze in verschiedenen Mineralien, außerdem fällt es bei der Herstellung von Salpetersäure als Nebenprodukt ab. In der Industrie findet Kaliumsulfat vielfach Anwendung bei der Herstellung von Farbstoffen, Sprengstoff, Düngemittel und in der Pharmazie. In der Lebensmitteltechnik sind Kaliumsulfat und Kaliumhydrogensulfat als Zusatzstoffe unter E 515 zugelassen; sie gelten für den Menschen als unbedenklich ohne Höchstmengenbegrenzung und werden als Festigungsmittel, Säureregulator und Trägerstoff eingesetzt. In der Biochemie Schüßlers findet es als Salz Nr. 6 vorwiegend bei Hauterkrankungen Anwendung.
In der klassischen Homöopathie gilt Kalium sulfuricum als wichtiges Mittel bei Erkrankungen vorwiegend der Schleimhäute.

Kalium sulfuricum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Augen, Schleimhäute der oberen Atemwege, Magen, Uterus, Haut

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
unterdrückte Hautausschläge

Hauptanwendungsgebiete von Kalium sulfuricum

- Kopfschmerzen
- Konjunktivitis (Bindehautentzündung)
- Blepharitis (Lidrandentzündung)
- Otitis media (Mittelohrentzündung)
- Tubenkatarrh
- Alopecia (Haarausfall)
- Kopfschuppen
- Milchschorf
- Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung)
- Tonsillitis (Mandelentzündung)
- Pharyngitis (Rachenentzündung)
- Bronchitis und Asthma
- Heuschnupfen
- Schnarchen
- Gastritis
- Leberbeschwerden
- Obstipation (Verstopfung)< br> - Hämorrhoiden
- Nephritis (Nierenentzündung) nach Scharlach
- Rheuma
- Hautekzem
- Nesselfieber
- Psoriasis (Schuppenflechte)

Kopf

Die Patienten klagen über Schnupfen und Schleimhautkatarrhe sowie Heiserkeit schon bei leichten Erkältungen. Die Zunge ist gelblich belegt, die Nase ist verstopft, die Symptome verschlimmern sich in warmen Räumen und bessern sich an der frischen Luft. Die Absonderungen sind mild, gelblich, zuweilen auch grünlich oder eitrig. Oft sind die Ohren beteiligt, verstopft und mit Absonderungen oder es bilden sich Polypen im Gehörgang. Auch die Augen können betroffen sein, ebenfalls mit dicker gelblicher Sekretion. In der Brust hört man Schleimrasseln und abends und nachts geht es den Betroffenen schlechter.

Verdauung

Beschwerden der Verdauung, für die Kalium sulfuricum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Betroffenen verspüren ein Kälte- oder Leeregefühl im Magen oder auch Angst- und Ekelgefühle. Sie lehnen vor allem Brot, Eier, Fleisch und warme Speisen ab sowie heiße Getränke. Der Magen ist aufgetrieben, die Lebergegend schmerzt, sie klagen über Völlegefühl und Sodbrennen; sie müssen häufig aufstossen, was ihre Beschwerden lindert. Ein häufiges Symptom ist Übelkeit und Erbrechen, z. B. nach dem Essen, bei Kopfschmerzen, beim Husten, während der Regel. Die Zunge ist gelblich belegt. Ein Verlangen kann bestehen nach kalten Speisen und Getränken sowie sauren Dingen und Süßigkeiten. Verstopfung ohne Drang wechselt mit Durchfall oder es besteht ein chronischer Durchfall, auch mit unwillkürlichem Stuhlabgang.

Haut

Beschwerden der Atemwege, für die Kalium sulfuricum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Haut ist sehr trocken und schuppt sich, sie brennt und juckt. Schuppenflechte (Psoriasis). Hautausschläge sind ringförmig und zentral blass, die Haut daneben rot und glatt. Weiterhin sieht man rote Flecke, Leberflecke und knötchenförmige Urtikaria. Weiterhin eiternde Geschwüre mit brennenden stechenden Schmerzen und Nässen der Haut nach dem Kratzen. Kalium sulf. ist indiziert, wenn Hautausschläge, z. B. bei Kinderkrankheiten, nicht richtig herauskommen.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Kalium sulfuricum:

Warmblütige Personen mit kalten Händen und Füßen, mit viel Schwitzen und Pulsieren im Körper. Mangel an Lebenswärme, aber Hitze verschlimmert die Beschwerden. Abendliche Kopfschmerzen, Haarausfall, Milchschorf und Kopfschuppen. Neigung zu chronisch-eitrigen Schleimhautkatarrhen, insbesondere von Nase und Nebenhöhlen. Schleimhautpoylpen. Ohrentzündungen mit eitrigen Absonderungen. Husten und Bronchitis mit grobblasigem Schleimrasseln, schlimmer im warmen Zimmer, Husten nach Grippe. Kruppartige Heiserkeit. Bronchitis mit gelber Sekretion. Asthma und Atemnot, schlimmer bei Wärme und besser im Freien. Gelbe Beläge der Zunge, gelbe auch eitrige Absonderungen, dick-rahmige Sekretion. Besserung der Beschwerden in kühler frischer Luft. Magenkatarrh mit Erbrechen, Sodbrennen und Auftreibung mit Abneigung gegen warme Speisen. Nacken-, Rücken und Gliederschmerzen, Rheuma und wandernde Gliederschmerzen mit Verschlimmerung durch Wärme, arthritische Knoten. Fieber und Wechselfieber mit nächtlicher Erhöhung. Trockene sich schuppende Haut. Schuppenflechte. Geschwüre aus denen gelbes Wasser sickert. Papulöse und unterdrückte Hautauschläge. Schnelles Schwitzen. Abneigung gegen heiße Getränke. Die Beschwerden bevorzugen die linke Seite.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Kalium sulfuricum als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
Kälte, frische Luft, Gehen, Fasten.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Hitze, abends, 2 - 4 Uhr, in warmen überheizten Räumen, Wetterwechsel von kalt zu warm, Geräusche, Trost.

Sonstiges

Das Arzneimittelbild Kalium sulfuricum ähnelt sehr dem von Pulsatilla, mit dem Unterschied, dass letzteres auffallend durstlos ist; daher wird Kalium sulfuricum auch "das durstige Pulsatilla" genannt.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Kalium sulfuricum-Fall aus der Praxis

Frau C. kommt mit ihrer 9jährigen Tochter in die Praxis, die seit zwei Wochen unter hartnäckigem Schnupfen mit Nebenhöhlenbeteiligung leidet. Da Frau C. über ein homöopathisches Grundwissen verfügt, hatte sie ihre Tochter bereits eine Weile mit der Arznei Pulsatilla behandelt. Anfangs war auch noch das rechte Ohr verstopft und schmerzhaft, diese Beschwerden ließen dann unter Pulsatilla rasch nach. Nun war die Besserung aber zum Stillstand gekommen, was ein neues Arzneimittel verlangte. Die Absonderungen seien dick, mild und gelb, manchmal grünlich, an der frischen Luft gehe es dem Kind viel besser, abends verschlimmern sich die Symptome. Wie sei die Stimmung? Das Kind sei schon anhänglicher und weinerlicher als sonst, besonders am Abend. Durst? Ja, sie trinke viel, sowohl kalte als auch warme Getränke. Daraufhin bekommt das Mädchen das homöopathische Mittel Kalium sulfuricum.


Begründung der Mittelwahl

Die Mutter lag anfangs mit Pulsatilla richtig, die Besserung der Ohrbeschwerden bestätigte das ja auch, dann allerdings hatte das Mittel ausgewirkt. Alle angegebenen Symptome finden sich im Arzneimittelbild sowohl bei Pulsatilla als auch bei Kalium sulfuricum, bis auf den Durst. Da Pulsatilla für seine Durstlosigkeit bekannt ist und Kalium sulfuricum "das durstige Pulsatilla" genannt wird, fällt hier die Entscheidung zugunsten des letzteren.




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