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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Kalium bromatum, Kaliumbromid


bromwsserstoffsaures Kali (Kali-br.)


Hierbei handelt es sich um das Kaliumsalz des Bromwasserstoffes, welches aus farblosen Kristallwürfeln besteht, die in Wasser löslich sind. Für die Herstellung des homöopathischen Mittels wird Bromkali zu Pulver zermahlen und mit Milchzucker verrieben. In der Natur findet man den Stoff im Meerwasser, im menschlichen Körper in der Schilddrüse. Industriell nutzt man die Substanz zu Herstellung von Filmen und Entwicklerlösungen.
Schon in der Medizin des 19. Jahrhunderts wurde Kali-br. zur Beruhigung und bei Krampfanfallsleiden verordnet, es ist das älteste bekannte Antiepilepticum. Auch heute findet man den Stoff noch in Medikamenten gegen besondere Formen der kindlichen Epilepsie. Zu hohe Dosen verursachen eine Vergiftung, den sog. Bromismus mit Benommenheit, Schwindel, Halluzinationen, Kopfschmerzen und Gedächtnisverlust.
In der Biochemie Schüsslers ist Kalium bromatum das Ergänzungssalz Nr. 14 und wird vorwiegend bei Unruhezuständen und Erkrankungen der Schilddrüse eingesetzt.

Kalium bromatum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Zentralnervensystem, Gemüt, Kehlkopf, Haut, Schleimhäute

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Kummer, Sorgen, Schreck, Zornj, sexuelle Exzesse, geschäftliche Verluste.

Hauptanwendungsgebiete von Kalium bromatum

- Gedächtnisverlust und -schwäche
- Apoplex (Schlaganfall)
- Aphasie (Sprachverlust)
- Melancholie

- (manische) Depression
- Wahnideen
- Somnolenz (Dämmerzustände)
- Schlafwandeln
- Koordinationsstörungen
- Schlaflosigkeit
- Pavor nocturnus (Nachtschreck)
- Bettnässen (Enuresis)
- Epilepsie (Krampfanfallsleiden)
- Parkinson
- Schnupfen
- Schluckschwierigkeiten (Dysphagie)
- Schilddrüsenerkrankungen
- Schluckauf
- Krupphusten
- Akne
- Zähneknirschen
- Psoriasis (Schuppenflechte)
- Urämie (Harnvergiftung)
- Diarrhoe (Durchfall)
- Impotenz
- Eierstocktumoren
- drohende Fehlgeburt
- Gicht
- Diabetes

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Kinder leiden unter nächtlichen Angstzuständen, erwachen mit Schreck, schreien, knirschen mit den Zähnen und sind wie von Sinnen (sog. Pavor nocturnus, Nachtschreck). Wirre Träume und Alträume mit Stöhnen im Schlaf lassen die Betroffenen hochschrecken und sie wissen nicht wo sie sind. Die Patienten sind bedrückt und niedergeschlagen, sie haben das Gefühl als ob sie den Verstand verlieren würden, haben Angst, vergiftet zu werden. Sie sind nervös mit Tics, unruhig, schlaflos. Anfälle von unbeherrschbarem Weinen und tiefer Melancholie können auftreten sowie auch manische Episoden.

Zentralnervensystem

Beschwerden des Zentralnervensystem, für die Kalium bromatum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Patienten sind ruhelos, können nicht stillsitzen und müssen immerfort beschäftigt sein. Hände und Finger sind in ständiger Bewegung, sie zucken und zittern bei willkürlicher Bewegung. Der Gang ist unsicher und wackelig, die Patienten schwanken und taumeln mit Störungen der Koordination, sie gehen wie ein Betrunkener. Taubheitsgefühle im Kopf und Schwindel, der beim Bücken schlimmer wird. Lähmungen und Schwäche und Gedächtnisverlust. Die Patienten stottern oder können gar nicht mehr sprechen (Aphasie). Das Sprechen ist langsam und erschwert, Wörter werden vergessen oder ausgelassen und vertauscht. Häufig handelt es sich um Folgen von Schlaganfällen, Gehirnerschütterung oder Hirnverletzungen. Neigung zu Tics und Krampfanfällen. Epileptische Anfälle treten besonders bei Neumond auf mit nachfolgenden Kopfschmerzen.Das Schlucken ist erschwert, feste Speisen können besser geschluckt werden als flüssige. Auch Geruchs- und Geschmackssinn können gestört sein.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Kalium bromatum:

Wirkung vorwiegend auf Geist und Gemüt: Depressionen und Melancholie, manische Depression, geistige Ausfälle, Gedächtnisverlust, Verlust der Sprache, Folgen von Schlaganfällen, Koordinationsstörungen. Epilepsie. Parkinson. Religiöse Manie und Wahnideen, Angst vergiftet zu werden. Suizidneigung mit Zittern. Schlaflosigkeit, Albträume, Schlafwandeln, Pavor nocturnus (Nachtschreck), Zähneknirschen. Schwindel, Kopfschmerz und Taubheitsgefühle im Kopf. Schnupfen mit Übergreifen auf den Rachen. Krupphusten. Schluckschwierigkeiten (Dysphagie), besonders von Flüssigkeiten. Anhaltender Schluckauf. Akne und Schuppenflechte. Unruhige Glieder, besonders unruhige Hände, Muskelzuckungen, Tics. Sensibilitätsverlust an verschiedenen Körperteilen: Mund, Rachen, Harnröhre, Haut. Bettnässen. Bauchkrämpfe mit Einziehung der Bauchwand. Durchfall mit grünen oder blutigen Stühlen. Impotenz oder zu starke Libido. Ovarialtumore und -zysten. Diabetes mellitus. Gicht. Abwesenheit jeglicher Schmerzempfindung. Kälte der Glieder. Periodizität der Beschwerden.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Kalium bromatum als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
geistige und körperliche Beschäftigung

Verschlechterung der Beschwerden durch:
geistige Anstrengung, Gemütsbewegungen, nachts, 2.00 Uhr, im Sommer, Neumond.

Sonstiges

Pflanzliche Säuren und Öle können die Wirkung beeinträchtigen.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Kalium bromatum-Fall

Eine 56jährige Frau litt seit längerer Zeit unter hartnäckigen Schlafstörungen. Tagsüber stand sie unter ständiger innerer Unruhe und musste sich zwanghaft bewegen, sie konnte die Hände nicht ruhighalten; stillsitzen und entspannen war für sie unmöglich. Sie hatte sich schon selbst behandelt mit verschiedenen pflanzlichen Mitteln, hatte aber keine Besserung ihres Zustandes erreichen können. Auch eine Bachblütentherapie brachte nur geringen Erfolg. Nach Aufnahme der Krankengeschichte, die keine weiteren Beschwerden hervorbrachte, empfahl ihr ein Homöopath das Arzneimittel Kalium bromatum. Bereits am 2. Tag nach der Einnahme spürte sie eine Entlastung ihrer inneren Unruhe. Es dauerte dann noch 2 Wochen bis sich auch die Schlaflosigkeit wieder normalisiert hatte. Der Erfolg war von Dauer; jetzt nimmt sie das Mittel nur noch, wenn sie besonderem Streß ausgesetzt ist.


Begründung der Mittelwahl

Relevant für die Wahl des homöopathischen Arzneimittels Kalium bromatum ist das Leitsymptom der unruhigen Hände; auch die Beschwerden innere Unruhe und Schlaflosigkeit treffen den Kern des Mittels.



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