Diese Webseite benutzt Cookies. Wenn Sie cysticus.de weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.Mehr Infos Akzeptieren


Zurück zur Hauptseite

Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Kalium bichromicum, doppeltchromsaures Kalium


Kalidichromat oder Kalibichromat(Kali.-bi.)


Kalium bichromicum (Kristallsalz) Bei Kalium bichromicum handelt es sich um ein körpereigenes mineralisches Salz, das besonders in der Leber vorkommt. Es unterstützt die Leber bei der Cholesterinproduktion und wirkt Ablagerungen in den Blutgefäßen entgegen. In der Biochemie Schüsslers ist es das Ergänzungsmittel Nr. 27. Beim chemischen Herstellungsprozeß bilden sich wasserlösliche orangefarbene Kristalle, die man früher zum Gerben und für Malfarben verwendete.
In der klassischen Homöopathie ist Kalium bichromicum ein häufig verordnetes Arzneimittel bei Beschwerden mit Schleimhautbeteiligung. Wegen der Toxizität ist es verschreibungspflichtig bis zur D3.

Kalium bichromicum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Schleimhäute von Nasenrachenraum und Atemwegen. Magen/Darmtrakt. Stütz- und Bindegewebe.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Biergenuß.

Hauptanwendungsgebiete von Kalium bichromicum

- Rhinitis (Schnupfen)

- Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung)
- Ozaena (Stinknase)
- Zahnfleischentzündung (Gingivitis)
- Tonsillitis (Mandelentzündung)
- Mittelohrentzündung (Otitis media)
- Heuschnupfen
- Bronchitis
- Bronchiektasen (Erweiterung der Bronchien)
- Mukoviszidose (Cf, zystische Fibrose)
- Asthma bronchiale
- Konjunktivitis (Bindehautentzündung)
- Periostitis (Knochenhautentzündung)
- chronische Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
- Ulcus ventriculi (Magengeschwür)
- Kopfschmerzen und Migräne
- Sjögren-Syndrom
- Rheuma
- Erythema nodosum (Knotenrose)
- Urethritis (Harnröhrenentzündung)
- Adipositas (Fettleibigkeit)


Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Der Betroffene hat schlechte Laune, ist mürrisch und verdrießlich. Es besteht eine Abneigung für geistige Anstrengung. Delirium mit Wahnideen, Furcht vergiftet zu werden. Der Betroffene spricht mit sich selbst.

Typus laut klassischer Homöopathie

Der Menschentyp, für den Kalium bichromicum als Heilmittel besonders wirksam ist, hat typischerweise folgende Charakteristika:
Besonders passend für hellhaarige adipöse Personen und dickliche Kinder, die zu Atemwegserkrankungen neigen. Vom Charakter her sind es sehr bodenständige sorgfältige penible Menschen, die zu Perfektionismus neigen. Sie sind überaus korrekt und fleißig; Pflicht, Ordnung und Regeln sind ihnen wichtig, sie sind nicht sehr aufgeschlossen Neuem gegenüber. Der Kali.-bi.-Patient macht sich große Sorgen um seine Gesundheit, versteckt aber seine Gefühle hinter einer sachlichen und sehr detaillierten Beschreibung seiner Krankheit. Passend für Alkoholiker, besonders Biertrinker.

Husten/Atemwege

Beschwerden der Atemwege, für die Kalium bichromicum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Chronische und akute Entzündungen der Schleimhäute besonders der Atemwege. Der Schleim läuft den Nasenrachenraum herab, die Betroffenen müssen sich häufig räuspern. Chronische Nebenhöhlenentzündung mit Absonderung von festen Schleimklumpen mit Schmerzen an der Nasenwurzel. Schmerzen im Gesicht an kleinen umschriebenen Stellen. Bei allen Beschwerden werden große Mengen an Schleim abgesondert, der äußerst zäh, fadenziehend, klebrig und teils gummiartig sein kann. Die Absonderungen sind dick gelblich oder grünlich, auch mit blutigen und krustigen Bestandteilen. Der Husten ist rau oder rasselnd, mit Heiserkeit, mit Würgen durch Schleim. Der Auswurf ist schwer löslich und zäh, gelb oder grünlich. Der Husten verschlimmert sich durch Essen oder Trinken. Die Zunge ist meist glatt, rot und glänzend oder landkartenartig. Die Patienten beschreiben häufig das Gefühl eines Haares auf der Zunge oder im Hals. Der Stirnhöhlenkatarrh ist begleitet von Kopfschmerzen, die sich beim Einsetzen der Absonderungen bessern.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Kalium bichromicum:

Das Hauptleitsymptom ist die Absonderung von zähem fadenziehenden oder auch gummiartigen Schleim bei allen Beschwerden. Dicke grünliche oder gelbe Absonderungen. Auch der Auswurf ist dick, zäh, gelb bis grün und klebrig bis fadenziehend. Schnupfen mit Verstopfung der Nase sowie Druck und Schmerz an der Nasenwurzel. Stinkender Geruch mit Absonderung von zähen Schleimklumpen aus der Nase, auch Geruchsverlust. Heftig rasselnder Husten mit Würgen durch zähen Schleim im Hals. Gefühl eines Haares auf der Zunge oder im Hals. Landkartenzunge, Zäpfchenödem. Bindehautentzündung (siehe auch Euphrasia) mit Augen, die morgens mit eitrigem Sekret verklebt sind. Kopfschmerzen mit Flimmersehen oder Blindheit vor den Anfällen, Sehkraft kehrt zurück wenn die Kopfschmerzen zunehmen. Kopfschmerz in der Stirn oberhalb des Auges, besonders rechts, Schmerz in Knochen und Kopfhaut. Träge Verdauung, Appetitverlust. Chronische Gastritis der Säufer (Biertrinker), rundes Ulcus ventriculi. Erbrechen von zähem Schleim und Blut. Runde Haut- und Schleimhautgeschwüre wie ausgestanzt. Essen bessert Magenbeschwerden und Kopfschmerzen. Muskel- und Gelenkrheuma mit wandernden Schmerzen, die plötzlich kommen und gehen, auch im Wechsel mit Verdauungsbeschwerden. Hörbares Gelenkknacken. Verlangen nach Bier, aber Unverträglichkeit. Große Schwäche. Punktförmige Schmerzen, plötzlich, wandernd. Die Beschwerden bevorzugen die rechte Seite.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Kalium bichromicum als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Wärme, Hitze, Ruhe, frische Luft, Essen.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
morgens, beim Erwachen, beim Ausziehen, heißes Wetter, Bier.

Sonstiges

Calcium carbonicum sollte nicht nach Kalium bichromicum eingenommen werden.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Sinusitis - Kalium bichromicum-Fall aus der Praxis

Herr V. kommt zum Homöopathen mit einer chronisch rezidivierenden Entzündung der Nebenhöhlen. Vor ca. 18 Monaten erkrankte er erstmalig an einer Sinusitis, die erst mit Hausmitteln und dann mit Antibiotika behandelt wurde. Daraufhin wurden die akuten Beschwerden zwar etwas besser, aber gesund wie vorher fühlt er sich nicht. Er beschreibt einen ständigen Druck im Bereich der Nasenwurzel und ein Völlegefühl im Kopf, das besonders unangenehm beim Bücken sei. Ferner habe er ein Trockenheitsgefühl in der Nase und die ausgeatmete Luft fühle sich seltsam heiß an. Der Nasenschleim sei sehr zäh und klebrig, mal gelblich und mal grünlich. Sein Geruchssinn sei auch stark vermindert. Bei der Untersuchung stellt der Homöopath weiterhin ein geschwollenes Zäpfchen fest und rote inselförmige Bezirke auf der Zungenschleimhaut. Daraufhin verordnet er Herrn V. das homöopathische Arzneimittel Kalium bichromicum.

Begründung der Mittelwahl

Bei einer chronischen Sinusitis kommen mehrere Arzneimittel infrage, z. B. findet sich im Arzneimittelbild von Cinnabaris ebenfalls der Schmerz an der Nasenwurzel. Die typische Beschaffenheit des Schleimes ist jedoch überaus charakteristisch für Kalium bichromicum und die Verordnung wird gesichert durch das Zäpfchenödem und die Landkartenzunge, die sich bei Cinnabaris nicht im Mittelbild finden. Ein weiteres bestätigendes Symptome ist das geschilderte Gefühl, die ausgeatmete Luft sei heiß.



Naturheilkunde Forum
Schüssler Salze Test  Bachblüten Test  Heilpilze   Top

 Impressum    Datenschutz