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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Ignatia amara, Ignatiusbohne


Ignatiusbohne, Strychnos ignatii, Familie der Loganiaceae (Ign.)



Ignatia ist eine auf den Philippinen heimische Schlingpflanze, die bis zu 20 m lang werden kann, sehr giftig ist und das Nervengift Strychnin enthält. Spanische Jesuiten brachten die Pflanze im 17 Jhd. nach Europa und gaben dem Brechnußgewächs seinen Namen zu Ehren des Hl. Ignatius von Loyola, dem Gründer des Jesuitenordens. In der Volksmedizin wurde Ignatia vornehmlich für Beschwerden von Magen, Leber, Milz und Darm eingesetzt.
In der klassischen Homöopathie werden die getrockneten Samen verarbeitet. Hier ist Ignatia ein häufig verordnetes Arzneimittel und wird vor allem bei seelischen Beschwerden oder ihren Folgen verwendet. Wegen der Toxizität ist es bis zur Potenz D3 verschreibungspflichtig.

Ignatia wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Gemüt. Nervensystem.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa): Kummer, Schreck, Sorge, enttäuschte Liebe, Eifersucht. Verlust geliebter Personen. Alte Rückenverletzung. Folgen von zuviel Kaffee, Tabak, Branntwein, Kamillentee.

Hauptanwendungsgebiete von Ignatia

- Beschwerden durch enttäuschte Liebe
- Beschwerden durch Tod oder Verlust geliebter Personen
- Ängste
- Kummer, Heimweh
- Appetitstörungen
- Aphten (Schleimhautgeschwüre der Mundschleimhaut)
- Globus hystericus (Fremdkörpergefühl im Hals)
- Tics und Muskelzuckungen
- Krämpfe
- Lähmungen
- Husten, der schlimmer wird je mehr man hustet
- Tonsillitis (Mandelentzündung)
- Fieber
- Kopfschmerzen
- Migräne mit Sehstörungen
- Magenbeschwerden (besonders nach Kummer)
- Hämorrhoiden
- Analprolaps (Aftervorfall)
- Menstruationsstörungen (besonders durch Kummer)
- Rückenschmerzen

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Körperliche Beschwerden durch emotionale Ereignisse wie Schreck, Kummer, enttäuschte Liebe, Verlust oder Tod geliebter Personen. Große Widersprüchlichkeit der Symptome. Flüchtige Beschwerden, die ständig wechseln. Nervöser, hysterischer erregter Gemütszustand, passend besonders zu nervösen Frauen mit sensiblem sanftem Gemüt und schneller Auffassung mit schnellem Handeln. Der Patient verspürt einen tiefen Kummer, er brütet vor sich hin, seufzt, lacht und weint abwechselnd, will aber nicht getröstet werden; manchmal genießt er die Traurigkeit. Neigung, leicht in Ohnmacht zu fallen. Der Patient verträgt nicht den geringsten Tadel oder Widerspruch.

Kopf

Beschwerden des Kopfes für die Ignatia als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Kopfschmerzen wie von einem Nagel, der von innen nach außen drückt. Kopfschmerzen nach emotionalen Ereignissen wie Kummer, Schreck oder Enttäuschung. Schweregefühl im Kopf. Stirnkopfschmerz. Nervöser Kopfschmerz. Häufiger ist die rechte Seite betroffen. Kaffee oder Tabakgeruch sind unverträglich oder verschlimmern die Schmerzen. Schwindel mit Flimmern vor den Augen. Sehstörungen mit Lichtblitzen oder Zickzacklinien.

Hals

Beschwerden des Halses, für die Ignatia als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Harte geschwollene entzündete Mandeln. Stiche vom Hals bis ins Ohr. Gefühl eines Klumpens oder Pflocks wenn nicht geschluckt wird, der Patient kann den Klumpen nicht heruntergeschlucken. Bei Halsschmerzen können feste Speisen besser geschluckt werden. Globus hystericus. Schlundkrämpfe. Beißen auf die Zunge oder die Wangen beim Kauen. Heißhunger mit gleichzeitiger Übelkeit. Schluckauf.

Atemwege

Beschwerden der Atemwege, für die Ignatia als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Bezeichnend ist ein Verlagen, sehr tief zu atmen. Erstickungsgefühl. Der Patient muss häufig seufzen. Kehlkopfkrampf. Trockener Krampfhusten mit schnell aufeinander folgenden Attacken. Durch das Husten wird der Hustenreiz noch schlimmer. Die Brust fühlt sich an wie zu eng, Zusammenschnürungsgefühl der Brust. Angstgefühl in der Herzgegend.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Ignatia:

Das Mittel der großen Widersprüche mit paradoxen Symptomen: z. B. Magenschmerz besser durch Essen, Halsschmerz besser durch Schlucken. Folgen von Schreck, Schock, Kummer, Kränkung und unglücklicher Liebe. Traurigkeit mit unwillkürlichem Seufzen und Schluchzen. Verlangen nach Tiefatmung. Verlangen allein zu sein. Stiller Kummer, der bei Trost schlimmer wird. Beschwerden durch Tod von geliebten Personen. Kummer nach Verlust von Gegenständen. Starker Stimmungswechsel: nervös, widersprüchlich, hysterisch, wankelmütig, flüchtige und häufig wechselnde Symptome. Gähn-, Lach- und Weinkrämpfe. Muskelzucken, Tics. Kopfschmerz wie von einem Nagel. Schweiße im Gesicht beim Essen. Globus hystericus. Gefühl von Absinken des Magens. Fieber mit Durst nur während der Frostphase. Tabak oder Rauchgeruch verschlimmern die Beschwerden. Abneigung von frischer Luft. Abneigung von Obst und Süßigkeiten. Hämorrhoiden besser beim Gehen.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Ignatia als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Lagewechsel. Liegen auf dem befallenem Teil. Wasserlassen. Alleinsein. Druck. Tiefatmen. Schlucken (bei Halsschmerz). Essen.
Verschlechterung der Beschwerden durch:
Gemütsbewegungen. Im Freien. Kalte Luft. Berührung. Kaffee, Tabak, starke Gerüche. Abends, Liegen auf dem Rücken.

Sonstiges

Die Arzneimittel Coffea, Tabacum und Nux vomica sollten nicht zusammen mit Ignatia eingenommen werden, ferner sollte während der Einnahme auf Kaffee und Tabak verzichtet werden.
Ignatia sollte möglichst nicht abends sondern morgens eingenommen werden (S. Hahnemann: "Kurz vor dem Schlafengehen gegeben bringt es allzuviel Nachtunruhe zuwege.")

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Stirnkopfschmerz - Ignatia-Fall aus der Praxis

Frau L. kommt mit ihrer 13jährigen Tochter Jana in die Praxis, das Mädchen leidet seit 6 Wochen unter Kopfschmerzen in der Stirn. Sie war bereits beim Hausarzt gewesen, der keine Ursache herausgefunden hatte. Er verschrieb ihr daher Schmerztabletten und überwies sie dann zum HNO-Arzt. Auch dieser hatte keine organische Ursache feststellen können und vermutete eine Überforderung in der Schule. Der Homöopath erhebt eine ausführliche Anamnese, die folgendes ergibt:
Jana zeigt sich als ein sehr sensibles schüchternes Mädchen, in der Schule gehört sie leistungsmäßig zum oberen Drittel, sie hat mehrere gute Freundinnen und die Schule bereitet ihr keinen Streß. Als der Homöopath sie nach ihren Interessen und Hobbies fragt, fängt sie an zu schluchzen, Tränen laufen ihr über die Wangen und sie ist nicht in der Lage zu antworten. Die Mutter berichtet, daß Jana eine rechte Pferdenärrin sei und sehr gut und viel reitet. Leider sei ihr Pferd Mulle vor einigen Wochen schwer erkrankt und musste vom Tierarzt eingeschläfert werden. Obwohl ihre Eltern ihr ein neues Pferd kaufen wollen, komme sie darüber einfach nicht hinweg. Daraufhin gibt der Homöopath Jana 2 Globuli des homöopathischen Arzneimittels Ignatia in der Potenz C200 und schlägt einen Folgetermin in 1 Woche vor.

Begründung der Mittelwahl

Da der Tod des Pferdes zeitlich mit dem Beginn der Kopfschmerzen übereinstimmt vermutet der Homöopath darin die Ursache (Causa) und verabreicht dem Mädchen daher Ignatia, eines der wirksamsten Mittel bei Beschwerden durch Verlust geliebter Personen. Alternativ käme auch das Arzneimittel Natrium muriaticum infrage, welches man aber eher bei einem länger zurückliegendem Kummerereignis einsetzen würde.




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