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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Hydrastis canadensis, Kanadische Gelbwurz


Hydrastis canadensis

Hydrastis, Kanadische Orangen- oder Gelbwurz, Familie der Ranunculaceae (Hydr.)


Die Gelbwurz ist in Nordamerika und Kanada heimisch, wo schon die Ureinwohner ihre Heilwirkung schätzten, vor allem als Stärkungsmittel und als Magenbitter sowie bei Wechselfieber. Die giftige Wurzel der Pflanze enthält ein gelbes Sekret, welches die Indianer zum Färben von Gesicht und Kleidung benutzten. In der Zahmedizin wird Hydrastisextrakt aufgrund seiner gefäßzusammenziehenden Wirkung zur Blutstillung nach Extraktion verwendet. Seine Inhaltsstoffe Hydrastin und Berberin sind toxische Alkaloide, daher ist Hydrastis verschreibungspflichtig bis zur Potenz D3.
In der klassischen Homöopathie wird Hydrastis eher selten verordnet, hat aber - wenn treffend gewählt - eine sehr tiefgreifende Wirkung sogar auf Krebserkrankungen.

Hydrastis wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Schleimhäute. Gefäßnerven. Drüsen. Magen-Darm-Trakt. Haut.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Krebs. Abführmittelabusus. Alkohol- und Drogenabusus.

Hauptanwendungsgebiete von Hydrastis

- Krebserkrankungen besonders Magen-, Gebärmutter-, Brust- und Hautkrebs
- Epitheliom der Zunge

- Krebskachexie (Abmagerung und Kräfteverfall bei Krebs)
- Schmerzen bei Krebsleiden
- Konunktivitis (Bindehautentzündung)
- Aphten und Geschwüre der Mundhöhle
- chronische Katarrhe der oberen Atemwege
- Rhinitis (Schnupfen)
- Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung)
- Bronchitis
- Mukoviszidose (Cf, zystische Fibrose)
- Asthma
- Lungenödem
- Menstruationsstörungen
- Fluor (Ausfluss)
- chronische Blasenentzündung
- Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
- Obstipation (Verstopfung)
- Leberstörung
- Meteorismus (Auftreibung)
- Flatulenz (Blähsucht)


Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Große Traurigkeit, Niedergeschlagenheit und Weinen. Gedächtnisschwäche, den Betroffenen fällt das Denken und Verstehen schwer. Reizbarkeit und Zorn, schlimmer nach dem Essen. Angstgefühl im Bauch nach dem Stuhlgang.

Typus laut klassischer Homöopathie

Der Menschentyp, für den Hydrastis als Heilmittel besonders wirksam ist, hat typischerweise folgende Charakteristika:
Personen, die zu chronischen Katarrhen der Schleimhäute und zu Geschwürsbildung neigen. Durch Drogen- oder Alkoholabusus heruntergekommene Personen. Alte schwache abgemagerte und schnell ermüdbare Menschen. Patienten mit Krebs.

Husten/Atemwege

Beschwerden der Atemwege, für die Hydrastis als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Bronchitis, Sinusitis und Katarrhe mit dickem klebrigem fadenziehendem gelbem oder auch weißem Schleim, der von den hinteren Nasenöffnungen in den Rachen fließt. Katarrh der Eustachischen Röhre mit nachfolgender Schwerhörigkeit und/oder Ohrgeräuschen. Die charakteristischen dicken Absonderungen betreffen alle Schleimhäute wie Augen, Nase, Ohren, Innerer Hals, Bronchien. In der Nase bilden sich immer wieder Krusten. In Mund, Gaumen und Zunge treten Apthen oder Geschwürsbildungen auf. Chronische Bronchitis alter Leute mit Ausräuspern großer Schleimmengen. Rasselnder Husten mit dickem gelbem Auswurf.

Magen-Darm-Trakt

Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, für die Hydrastis als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Betroffenen klagen über dumpfen anhaltenden Magenschmerz, der ein hinfällig ohnmächtiges Schwächegefühl verursacht. Senkung des Magens oder das Gefühl einer Senkung. Oft besteht trotz Leere- und Schwächegefühl starke Abneigung gegen Essen bis hin zu Ekel vor dem Essen. Erbrechen, auch das Erbrochene ist dick und fadenziehend. Auftreibung, Kolik, Sodbrennen, Völlegefühl und Flatulenz. Es kann Verstopfung ohne Stuhldrang bestehen oder auch Durchfall abwechselnd mit Verstopfung. Der Durchfall treibt morgens um 7.00 Uhr aus dem Bett. Der harte schafskotartige Stuhl ist von Schleim bedeckt. Hydrastis ist ein bewährtes Mittel bei Verstopfung, wenn sonst keine anderen Symptome bestehen. Verstopfung nach Abführmittelmißbrauch oder Verstopfung kleiner Kinder. Schleimhautgeschwüre des Rektum.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Hydrastis:

Hauptleitsymptom sind die dicken gelben fadenziehenden zähen Absonderungen sowie degenerative oder Schwächezustände mit Abmagerung. Katarrhalische Erkankungen der Schleimhäute mit Tendenz zu Blutungen und Geschwürsbildung. Katarrh der Eustachischen Röhre, Schwerhörigkeit nach Tubenkatarrh. Die Schleimhautabsonderungen können auch weißlich, ätzend, wundfressend und blutig sein. Weißlicher Zungenbelag mit gelbem Streifen. Konstanter Magenschmerz, bitterer Geschmack im Mund. Trotz Leeregefühl im Magen Ekel vor Speisen aller Art. Magen- und Leberfunktionsstörungen. Geschwüre und Krebs, besonders an den Körperöffnungen und Schleimhäuten. Krebsschmerzen wie Messerstiche. Mammakarzinom mit eingezogenen Brustwarzen. Hautleiden mit brennenden Schmerzen. Harnwegsinfekt (siehe auch Blasenentzündung) mit dickem fadenziehendem Schleim im Urin. Verstopfung ohne Stuhldrang. Eingerissene Ohrläppchen.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Hydrastis als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Wärme, Einhüllen des Kopfes, Ruhe, Druck auf den Magen, feuchtes warmes Wetter

Verschlechterung der Beschwerden durch:
nachts, Bewegung, kalte Luft, waschen, Berührung, trockener Wind, geringster Blutverlust

Sonstiges

Der große Homöopath J.H. Clarke war der Meinung, dass kein anderes homöopathisches Arzneimittel so viele Krebsfälle geheilt hätte.
Hydrastis, Kalium bichromicum und Coccus cacti sind die häufigsten Arzneien bei Bronchitis mit reichlich zähem fadenziehendem Auswurf.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Obstipation - Hydrastis-Fall aus der Praxis

Frau S. kommt bereits zum zweiten Mal wegen ihrer chronischen Obstipation in die Praxis. Sie hatte derzeit berichtet, dass sie schon jahrelang Abführmittel nehme und sich einen von allein funktionierenden Stuhlgang gar nicht mehr vorstellen könne. Daraufhin hatte sie vor vier Wochen bereits ein homöopathische Arzneimittel bekommen, leider hatte sich aber in den vergangen Wochen nichts getan, so dass jetzt eine erneute Repertorisation erfolgen muss. Obwohl Der Homöopath Frau S. noch einmal genau über die Symptomatik befragt, gewinnt er keine neuen Erkenntnisse oder Symptome. Es fällt Frau S. nur noch ein, dass sich während des Stuhlganges ein leichter brennender Schmerz bemerkbar mache. Unter Berücksichtigung dieses Symptomes repertorisiert der Homöopath neu und verordnet ihr daraufhin Hydrastis canadensis.

Begründung der Mittelwahl

Als auslösende Ursache (Causa) der Verstopfung kommt vor allem der übermäßige Abführmittelgebrauch infrage, daher hatte Frau S. bereits das Arzneimittel Nux vomica bekommen, was allerdings nicht heilend wirkte, da es nicht das Symptom "brennender Schmerz während Stuhlgang" abdeckt, während es im Arzneimittelbild von Hydrastis zweiwertig (= höherwertig) zu finden ist.




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