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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Formica rufa, Rote Waldameise


Familie der Formicinae (Form.)


Formica rufa (Rote Waldameise) Rote Waldameisen sind staatenbildende Insekten und gehören wie auch Bienen und Wespen zu den Hautflüglern. Sie sind ausgezeichnete Baumeister und errichten bis zu zwei Meter hohe kuppelartige Hügel aus Fichtennadeln und Pflanzenmaterial, in denen bis zu 2 Millionen Ameisen leben. Sie treten in drei verschiedenen Formen auf: Arbeiterinnen, Männchen und Königin, wobei die Königin größer als die Arbeiterinnen ist und Flügel besitzt; sie ist der Mittelpunkt des Ameisenstaates und kann bis zu 15 Jahre alt werden. Als nützliche Tiere helfen Ameisen das ökologische Gleichgewicht im Wald zu stabilisieren, fressen Schädlinge, beseitigen Aas und tragen zur Lockerung des Bodens bei. Bei Angriffen beißt die Ameise ihren Feind und spritzt Säure in die Wunde.
In der klassischen Homöopathie ist sowohl eine Präparation aus dem ganzen Tier (Formica rufa) wie auch nur die Ameisensäure (Acidum formicicum) gebräuchlich, für die Herstellung von Formica rufa wird eine ungeflügelte Arbeiterameise verwendet. Beide Mittel werden vorwiegend bei Gicht und rheumatischen Erkrankungen eingesetzt.

Formica rufa wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Gelenke, Atmung, Harnwege, Haut

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Kälte, Feuchtigkeit, kaltes Baden, Verrenkung, Prellung, Verheben

Hauptanwendungsgebiete von Formica rufa

- Gicht
- Rheuma

- Arthritis (Gelenkentzündung)
- rheumatisches Fieber
- Tremor (Zittern)
- Neuralgien
- Apoplex (Schlaganfall)
- Nasenpolypen
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Haarausfall
- Nephritis (Nierenentzündung)
- Diarrhoe (Durchfall)
- Urtikaria (Nesselausschlag) und -fieber
- Ekzem und Psoriasis (Schuppenflechte)
- Varikosis (Krampfadern)
- Krebs
- Verrenkungen, Prellungen

Kopf

Beschwerden des Kopfes, für die Formica rufa als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Kopfschmerzen sind häufig neuralgischer Natur, sind brennend und schießend, stellen sich ein nach Waschen mit kaltem Wasser, werden verschlimmert durch Kaffee und bessern sich durch Haarekämmen. Bei den Kopfschmerzen knackt es im Ohr, sie steigen auf vom Hinterkopf und setzen sich fest über den Augen. Schmerz in der linken Schläfe, dann im Scheitel. Stirnkopfschmerzen erstrecken sich zum Hinterkopf. Gefühl als wäre das Gehirn zu groß und zu schwer, als platze eine Blase in der Stirn. Kopfschmerzen werden begleitet von Magensymptomen. Die Kopfhaut juckt, das Haar fällt aus. Die Region um das Ohr ist empfindlich und angeschwollen, stechende Schmerzen zum Ohr hin. Formica ist eine bewährte Indikation bei Polypenbildung und kann diese verhindern.

Extremitäten

Beschwerden der Extremitäten, für die Formica rufa als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Haupteinsatzgebiete sind Gicht und Gelenkrheuma. Die Gelenke sind knotig, steif und geschwollen, die Schmerzen wandern und verlagern sich relativ rasch. Mattigkeit im ganzen Körper mit Schmerzen in allen Gliedern, Schwäche und Kraftlosigkeit der unteren Extremitäten. Die Muskeln schmerzen wie durch Überanstrengung, wie aus ihren Ansätzen gerissen. Rheumatische Gelenkschmerzen treten plötzlich auf und sind mit Unruhe verbunden, die Patienten wollen sich bewegen, obwohl die Schmerzen dadurch schlimmer werden. Eine Besserung erfolgt meist nach Mitternacht sowie durch Druck und Reiben der Körperteile. Die rechte Seite ist meist mehr betroffen als die linke. Frostschauer ziehen die Wirbelsäule entlang. Schweiße erleichtern nicht. Die Beschwerden werden häufig ausgelöst durch Kälte und Nässe, durch kaltes Baden oder feuchtes Wetter. Ein Mittel für Folgen von Verheben und Verrenkung.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Formica rufa:

Plötzlich auftretende rheumatische oder gichtige Schmerzen. Knoten, Steifheit und Schwellung der Gelenke, häufig ausgelöst durch Kälte und Nässe. Patienten wollen sich bewegen obwohl Bewegung verschlimmert. Beschwerden mehr rechtsseitig. Wärme, Reiben und Druck bessert. Folgen von Verheben und Verrenken. Schwäche der unteren Gliedmaßen. Schnupfen und Nasenverstopfung, verhindert Polypenbildung in Nase und Ohr. Kopfschmerz und Neuralgien. Empfindliche Schwellung um das Ohr. Erkältungsneigung. Tuberkulose. Asthma. Apoplex (Schlaganfall). Brennende Magenschmerzen, verlagern sich zum Kopf hin, Übelkeit mit Kopfschmerz. Ziehende Nabelschmerzen vor dem Stuhlgang. Nephritis und Ödeme. Durchfall mit hellen schaumigen Stühlen. Roter juckender und brennender Nesselausschlag, schlimmer durch kaltes Wasser. Reichlicher Schweiß ohne Erleichterung.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Formica rufa infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
Druck, Wärme, Reiben

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Kälte, feuchtes Wetter, kaltes Wasser, Bewegung, vor Schneesturm

Sonstiges

Formica rufa kann in Betracht gezogen werden, wenn Apis mell. oder Rhus tox. indiziert erscheinen, aber keine Besserung bewirken.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Formica rufa-Fall

J. W. Thomson berichtet über den Fall eines 84jährigen Mannes, der unter heftigen neuralgischen Schmerzen zwischen dem hinteren rechten Ohr und der Mitte des Hinterkopfes litt. Die Gegend war geschwollen und empfindlich und der Mann konnte keine angenehme Schlaflage finden. Besser wurden die Schmerzen nur, wenn er die Region warm zudeckte oder mit der Hand behutsam rieb. Er schwitzte zwar, was aber nicht erleichterte.
Daraufhin bekam er mehrere Male am Tag Formica rufa. Ab dem zweiten Tag fühlte er sich abends schlechter, am dritten Tag stellten sich zuckende Schmerzen ein und Krampfanfälle heftiger Schmerzen zusätzlich zu dem Wundheitsschmerz, den er schon zuvor gehabt hatte. Dieser wurde dann aber allmählich besser und am vierten Tag war selbst die Wundheit besser. Die Hauptsache war für ihn jedoch - sagte er - daß sich sein Geist und Kopf viel kräftiger fühlen würden und anstatt niedergeschlagen zu sein, sei er nun fröhlicher Stimmung und das Leben erschien ihm nicht mehr als Last, wie es für lange Zeit der Fall gewesen war.




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