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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Ferrum metallicum


Eisen (Ferr.)


Ferrum Das chemische Element Eisen ist das häufigste Schwermetall auf der Erde (von lat. ferreus=fest, kräftig, schwer) und war bereits in der Antike bekannt; ca. ab 1200 v. Chr. verbreitete sich das Wissen um die Eisengewinnung und somit fand der Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit statt. Als Erfinder der Eisengewinnung gelten die Hethiter; in Europa entstand die Eisenindustrie erst im 7. Jhdt. n. Chr. und 1735 wurde der erste Hochofen in England in Betrieb genommen. Für die Industrie ist Eisen das wichtigste Gebrauchsmetall.
Auch in der Alchemie des Mittelalters spielte das Eisen eine große Rolle; die Alchemisten ordneten es dem kriegerischen Planeten Mars zu und sahen es als Verkörperung des männlichen Prinzips und als Gegenspieler des weiblichen Kupfers.
Der menschliche Körper enthält 2-5 g Eisen; es ist für ihn ein lebensnotwendiges Spurenelement und ca. 10-15 mg sollten täglich durch die Nahrung zugeführt werden. Mehr als 2/3 des Körpereisens findet man im roten Blutfarbstoff Hämoglobin, hier wird es benötigt für den Transport des Sauerstoffes in die Zellen, weiterhin ist Eisen an der Bildung verschiedener Enzyme beteiligt.

Ferrum metallicum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Kreislauf, Blutgefäße, Milz, Verdauung, linker M. deltoideus

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Säfteverlust, Schweiß, Chinin

Hauptanwendungsgebiete von Ferrum metallicum

- Anämie
- Hämorrhagien (Blutungen)

- Schwächezustände
- Husten
- Heiserkeit
- Asthma
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Zahnschmerzen
- Neuralgien (Nervenschmerzen)
- Rheuma
- Schulterbeschwerden
- Tremor (Zittern)
- Kreislaufstörungen
- Herzklopfen
- Diarrhoe
- Menstruationsstörungen
- Zystitis, Nephritis (Blasen- u. Nierenentzündung)
- Enuresis (Einnässen)

Typus laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Ferrum wirkt am besten bei jungen Menschen, sowohl männlichen wie auch weiblichen, meist dunkelhaarigen. Sie sind schwächlich und leicht erschöpft, obwohl sie blühend und kräftig aussehen. Charakteristisch ist ein bleiches wachsfarbiges Gesicht mit blassen Lippen und fast weißen Schleimhäuten, was man früher als Bleichsucht oder Chlorose bezeichnet hat und heute als Blutarmut oder Anämie. Bei geringsten Anlässen erröten diese Personen, z. B. durch Erregung sowohl angenehmer wie auch unangenehmer Art, durch Genuß von Wein oder durch die geringste Anstrengung. Vom Wesen her handelt es sich meist um Personen mit sanguinischem oder cholerischen Temperament, sie sind leicht erregt, kleinlich, streitsüchtig und erzürnt durch den geringsten Widerstand.

Kopf

Beschwerden des Kopfes, für die Ferrum met. als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Zahnfleisch und Schleimhäute sind weiß und blutleer, es besteht eine Blutungsneigung, z. B. zu Nasenbluten. Das Blut ist dünn, hellrot und gerinnt schwer. Ferrum ist passend bei jungen Mädchen, die Blut spucken und unter Schwindsucht leiden. Alle Symptome sind verbunden mit großer Müdigkeit und Schwäche oder mit Kopfschmerzen und heftigem Klopfen in den Blutgefäßen. Die Kopfschmerzen sind pulsierend, das Gesicht ist dabei rot mit kalten Füßen und begleitendem Frösteln. Geringste Geräusche sind unerträglich. Den Patienten ist schwindelig, besonders beim Anblick fließenden Wassers oder beim Überqueren eine Brücke. Zahnschmerzen werden besser durch eiskaltes Wasser.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Ferrum metallicum:

Trotz blühenden Aussehens schwächliche Personen mit Anämie mit blasser Haut und Schleimhaut, leichtes Erröten, das Gesicht ist abwechselnd blass und rot. Neigung zu Blutwallungen mit kalten Händen und Füßen. Kreislaufstörungen. Voller aber weicher Puls. Pulsierende Kopfschmerzen. Frostigkeit, Abmagerung, Müdigkeit und Schwäche. Ruhelosigkeit und Tremor. Allgemeine Blutungsneigung: Nasenbluten, Lungenbluten, Bluterbrechen, Petechien, hellrotes Blut. Atemnot und Herzklopfen in der Ruhe. Husten mit Atemnot, Brustbeklemmung und Bruststichen. Fieberzustände mit kaltem roten Kopf, kalten Gliedern und Durst im Froststadium. Verdauungsschwäche mit Sodbrennen, Erbrechen und schmerzlosen Durchfällen. Abwechselnd Appetitlosigkeit und Heißhunger. Essen führt zu sofortigem Erbrechen oder Durchfall. Enuresis, Zystitis und Nephritis. Zu lange und starke Menstruation. Sterilität. Rheuma. Gelenkbeschwerden, besonders von linker Schulter und Deltoid.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Ferrum metallicum als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
sanfte Bewegung, leichte Blutung, Kopf anlehnen

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Nachts, Gemütsbewegungen, Anstrengung, Essen und Trinken, Hitze und Kälte, plötzliche Bewegung

Sonstiges

Bei Anämie sind niedrigere Potenzen einzusetzen.
Bei Blutungsneigung sollte Ferrum vorsichtig eingesetzt werden wegen seiner Fähigkeit eine Blutung herbeizuführen.
Fett, Alkohol und kalte Getränke sollten währen der Einnahme gemieden werden, besonders Bier kann verschlimmern.
Aceticum acidum, Digitalis und Thea sollten nicht zusammen mit Ferrum eingenommen werden.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Ferrum met.- Fall

Herr L. ist Sportler und war vor einigen Wochen bei einem Querfeldein-Lauf über ein Hindernis gesprungen und schwer auf die linke Seite gestürzt, danach konnte er seinen Arm ohne extreme Schmerzen nicht mehr bewegen und es wurde von seinem Physiotherapeuten ein Teilriss der Rotatorenmanschette diagnostiziert. Arnica hatte anfangs die Beschwerden gemindert, aber jetzt trat ein Stillstand im Heilungsverlauf ein. Der Patient hat große Schmerzen beim Heben des Armes, aber auch jede andere Bewegung ist schmerzhaft. Die Schmerzen werden als reißend und stechend beschrieben, sie werden schlimmer beim Hinlegen und nachts. Psychisch ist er reizbar und nervös und ungewöhnlich empfindlich gegen den geringsten Lärm; es geht ihm besser wenn er beschäftigt ist. Bei der körperlichen Untersuchung fällt ein Knacken und Krachen im Gelenk auf. Ferner ist es auffallend, dass Herr L. obwohl es schmerzhaft ist, ständig vorsichtig versucht den Arm zu heben; die vorsichtige Bewegung scheint den Schmerz etwas zu lindern.
Daraufhin erhält Herr L. das homöopathische Mittel Ferrum metallicum.


Begründung der Mittelwahl

Die vom Patienten geschilderten Symptome und Modalitäten finden sich wieder im Arzneimittelbild von Ferrum met.; alternativ könnte man auch an Bryonia als Heilmittel denken, doch die Besserung durch langsame Bewegung findet man hier nicht.



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