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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Drosera rotundifolia, Sonnentau


Sonnentau, Drosera

Drosera, Familie der Droseraceae (Dros.)


Drosera ist eine insektenfressende Pflanze und wächst vor allem in feuchten sumpfigen Gebieten und Mooren. Der Name Sonnentau erklärt sich durch die Drüsenhärchen um den Stengel, an denen sich Tröpfchen einer klaren klebrigen Flüssigkeit befinden, ähnlich einem Tautropfen. Wenn ein Insekt die Pflanze berührt, klebt es an den Drüsenhärchen fest, reflektorisch schließt sich das Blatt und das gefangene Insekt wird enzymatisch verdaut.
Auf den Sonnentau als Heilpflanze wurden die frühen Homöopathen aufmerksam, weil Schafe, die die Pflanze fraßen, heftigen Husten bekamen und dann verendeten, was nach dem Ähnlichkeitsgesetz einen Bezug der Heilkräfte der Pflanze zum Atmungssystem nahelegte.
So wird in der klassischen Homöopathie Drosera besonders zur Behandlung von Atemwegserkrankungen eingesetzt; für Hahnemann war es das Hauptheilmittel für den Keuchhusten.

Drosera wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Atemwege. Kehlkopf. Knochen. Gelenke.

Hauptanwendungsgebiete von Drosera

- alle Arten von Husten wie:

- Reiz- bzw. Kitzelhusten
- Bronchitis
- Keuchhusten
- Krampfhusten
- Asthma
- Lungentuberkulose (Lungenschwindsucht)
- Pneumonie (Lungenentzündung)
- Kehlkopfentzündung (Laryngitis)
- Heiserkeit
- Aphonie (Stimmlosigkeit)
- Husten mit Nasenbluten
- Morbus Basedow (Schilddrüsenüberfunktion)
- Kropf (Struma)
- Knochenschmerzen
- Schmerzen im Hüftgelenk
- Masern

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Furcht vor der Nacht. Furcht vor Geistern. Furcht allein zu sein. Gefühl verfolgt zu werden.

Husten/Atemwege

Beschwerden der Atemwege, für die Drosera als Heilmittel infrage kommt haben typischerweise folgende Charakteristika:
Krampfartiger bellender trockener Husten mit Kitzelreiz im Kehlkopf. Gefühl von einer Feder im Kehlkopf. Keuchhusten. Die Hustenanfälle folgen rasch aufeinander, der Patient bekommt kaum Luft und das Gesicht kann sich bläulich verfärben. Brechreiz und Würgen mit Erbrechen von wenig Schleim. Große Erschöpfung nach dem Husten. Schmerzhafte Stiche in der Brust. Der Patient hält den Brustkorb fest beim Husten (auch Bryonia). Der Bauch schmerzt vom Husten. Der Husten ist schlimmer nachts, besonders um und nach Mitternacht. Die Stimme ist tief, belegt, heiser oder tonlos. Asthma beim Reden.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Drosera:

Symptomatisches Hustenmittel bei nächtlicher Verschlimmerung. Keuchhusten. Kitzeln im Kehlkopf wie von einer Feder. Rasch aufeinander folgende Hustenanfälle mit Atemnot. Begleitendes Nasenbluten. Das Schlucken fester Speisen ist erschwert. Verschlimmerung nachts, besonders nach Mitternacht. Verschlimmerung im Liegen. Hustenanfälle beim Reden, Singen, Lachen oder Niesen. Laryngitis mit tiefer rauer Stimme oder Stimmverlust. Trockenheitsgefühl im Rachen und Kehlkopf. Schmerz und Steifheit in Knöcheln und Gelenken. Zucken der Schulter in Ruhe. Krämpfe in den Händen. Verfolgungsangst.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert) Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Drosera als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Druck. Bewegung. Beugen oder Drehen nach hinten.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
nach Mitternacht. Warmes Bett, Liegen, künstliches Licht. Reden, Lachen, Singen, Niesen.

Sonstiges

Laut Hahnemann ist Drosera ein tiefgreifendes Mittel und sollte nicht häufig wiederholt werden.
Die frühen Homöopathen schätzten Drosera als Heilmittel für die Tuberkulose.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Husten - Drosera-Fall aus der Praxis

Frau B. kommt mit starkem Husten in die Praxis, der sie schon seit 2 Wochen quält. Der Husten erinnerte sie stark an den Keuchhusten ihrer Kinder im letzten Jahr, daher war sie bereits beim Hausarzt gewesen und hatte einen Rachenabstrich machen lassen. Ihr Verdacht hatte sich allerdings nicht bestätigt. Der Hausarzt hatte ihr zwar ein hustendämpfendes Mittel verschrieben, sie wünscht nun aber eine begleitende homöopathische Behandlung. Nach den Beschwerden befragt, schildert sie ihre Symptome wie folgt: Begonnen hatten die Beschwerden wie eine Erkältung mit Kratzen im Hals und etwas Fließschnupfen, zu dem sich ein Husten gesellte. Obwohl die Erkältungssymptome dann besser wurden, wurde der Husten immer schlimmer, die Anfälle häuften sich, besonders nachts kam sie kaum zur Ruhe. Fast könne sie danach den Wecker stellen, ab 24.00 Uhr seien die Anfälle schlimmer, dann folgen die Attacken so rasch aufeinander, dass sie um Luft ringen müsse. Trotz starkem Würgen könne sie nur wenig zähen Schleim heraushusten, ab und zu enden die Hustenanfälle mit Erbrechen.
Nach der Anamnese und Untersuchung verschreibt der Homöopath Frau B. das homöopathische Arzneimittel Drosera LM 12 in Tropfenform, von denen sie 1mal täglich 3 Tropfen einnehmen soll und vereinbart einen Folgetermin in 1 Woche.


Begründung der Mittelwahl

Frau B.s Husten erinnert tatsächlich sehr stark an einen Keuchhusten und daher entscheidet sich der Homöopath wegen der typischen Leitsymptome für das Arzneimittel Drosera. Da die Hustenanfälle von Würgen und Erbrechen begleitet werden, hätte er auch Ipecacuanha in Erwägung ziehen können; allerdings hat das Symptombild dieses Arzneimittels nicht die typische Verschlimmerung nach Mitternacht.




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