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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Digitalis purpurea, Roter Fingerhut


Familie der Scrophulariaceae (Dig.)


Digitalis Der rote Fingerhut ist eine zweijährige in Europa und Nordafrika heimische Pflanze und steht unter Naturschutz. Durch seine Inhaltsstoffe Digitalin und Digitoxin zählt er zu den stärksten Giftpflanzen; bereits der Verzehr von zwei Blättern kann für den Menschen tödlich sein. Auffallend ist, dass er seine Blüten stets gegen das freie Licht ausrichtet (botanisch: „einseitswendig“); so sind nur Erdhummeln in der Lage von unten in die Blüten hineinzukriechen, um sie zu bestäuben.
Seine medizinische Wirkung kannte man bereits im 18. Jahrhundert; schon 1775 behandelte William Withering Menschen, die an Wassersucht litten, mit Digitalis, nach einem Rezept das er von einem alten Kräuterweib bekommen hatte. Die Einführung des Mittels in die Homöopathie geht auf Samuel Hahnemann persönlich zurück, der es mit 13 Kollegen zusammen prüfte und das Arzneimittelbild erstellte. Aber auch in der Allopathie wird Digitalis medizinisch eingesetzt, hauptsächlich zur Stärkung der Kontraktionskraft des Herzens. Der französische Schulmediziner Germain Sée erklärte 1883: „Die Digitalis verursacht beim gesunden Menschen einen intermittierenden Puls und heilt - wie durch eine sonderbare Laune der Natur - eben diese Erscheinung beim kranken Menschen.“ - nicht wissend, dass er mit dieser Aussage die Simile-Regel Hahnemanns („Ähnliches mit Ähnlichem heilen“) bestätigte.
In der klassischen Homöopathie wird Digitalis vorwiegend bei Herzkrankheiten eingesetzt; wegen der Toxizität ist Digitalis verschreibungspflichtig bis einschließlich D3.

Digitalis wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Herzmuskel, Zentralnervensystem, Gefäße, Magen, Prostata

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Alkohol, Musik, sexuelle Exzesse, traumatischer Schock.

Hauptanwendungsgebiete von Digitalis

- Tachykardie

- Bradykardie
- Herzrhythmusstörungen
- Vorhofflimmern
- Herzinsuffizienz
- Herzrasen
- Schlafstörungen
- Delirium (tremens)
- Schwindel
- Angststörungen
- deressive Zustände
- Konjunktivitis
- Tinnitus
- Nierenleiden
- Prostatahypertrophie
- Migräne
- Magenbeschwerden
- Ödeme

Verdauung

Beschwerden der Verdauung, für die Digitalis als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Jede Aufregung verursacht bei den Betroffenen Magenbeschwerden; sie fühlen eine extreme Übelkeit mit Druck in der Magengrube. Übelkeit und Erbrechen kann schon durch den Anblick von Speisen ausgelöst werden. Trotz Magenbeschwerden ist die Zunge ohne Belag. Besserung erfährt der Patient bei leerem Magen und im Freien. Großer Durst und wenig Appetit. Die Leber ist vergrößert und schmerzhaft. Durchfälle mit Stühlen von aschgrauer Farbe. Gefühl als sei der Magen an einem Gewicht befestigt.

Herz/Kreislauf

Herz/Kreislaufbeschwerden, für die Digitalis als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Der Puls ist extrem verlangsamt, kann bis auf 30 oder 40 Schläge sinken. Oder der Puls ist unregelmäßig und beschleunigt. In der klassischen Homöopathie wird Digitalis sowohl bei zu schnellem wie auch zu langsamen Puls eingesetzt. Die Haut ist bläulich, besonders das Gesicht (Zyanose). Nachts schreckt der Patient hoch mit Atemnot und Todesangst und ohnmachtsartiger Schwäche, so dass er kaum sprechen kann. Er muss umhergehen, hat Angst und quälenden Harndrang. Der linke Arm ist schwach oder taub. Nächtlicher Harndrang bedingt durch Herzinsuffizienz. Die Haut ist kalt oder Hitzewellen werden gefolgt von großer Schwäche mit kaltem klebrigen Schweiß. Gefühl als ob das Herz stehenbleibe. Gefühl, das Herz hinge an einem Faden. Das Herzklopfen ist schlimmer beim Umdrehen im Bett.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Digitalis:

Herzerkrankungen sowohl mit Herzrasen (Tachykardie) als auch verlangsamtem Puls (Bradykardie), Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, Zyanose, ohnmachtsartige Schwäche. Aufschrecken in der Nacht mit Angst und Atemnot. Tauber oder schwacher linker Arm. Herzklopfen. Ständiger Harndrang und vermehrtes nächtliches Wasserlassen (Nykturie). Wassersucht. Depressive Zustände mit vielen Ängsten besonders vor der Zukunft, Traurigkeit durch Musik. Nächtliches Erwachen mit Schreck. Schlaflosigkeit. Träume vom Fallen. Kalte Haut, Hitzewellen mit großer Schwäche, kalter klebriger Schweiß. Migräne mit heftigem Erbrechen und Schwellung von Gesicht oder Lidern, Erweiterung der Pupillen, Sehstörungen, Speichelfluß. Krachen im Kopf besonders beim Einschlafen. Kopfschmerzen und Schwindel, schlimmer bei Bewegung. Fallen des Kopfes nach hinten wie gelähmt. Tödliche Übelkeit mit flauem ohnmachtsartigen Gefühl in der Magengegend. Großer Durst und wenig Appetit. Jede schlechte Nachricht verursacht Magenbeschwerden. Übelkeit durch Geruch und Anblick von Speisen. Prostataschwellung bei alten Menschen, Harnverhaltung durch vergrößerte Prostata. Entfärbte Stühle, Gelbsucht, Lebererkrankungen. Alle Beschwerden sind schlimmer durch Anstrengung oder geringe Bewegungen sowie nach den Mahlzeiten.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Digitalis als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
Ruhe, frische Luft, flach auf dem Rücken liegen.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Aufrichten, Aufsetzen, Anstrengung, Bewegung, Musik, Liegen auf der linken Seite, Geruch von Speisen, nach den Mahlzeiten, kalte Getränke.

Sonstiges

China sollte nicht zusammen mit Digitalis gegeben werden, es antidotiert die Wirkung und vermehrt die Angst.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Zwei Digitalis-Fälle

Dr. Dudgeon berichtet von einem Herrn, der seit 1 ½ Jahren unter einem eigentümlichen und lästigen Symptom litt: jeden Abend wurde er beim Einschlafen von einem lauten metallischen Krachen in seinem Kopf aufgeweckt, was ihn hochschrecken ließ. Dies wiederholte sich meistens dreimal bis der Mann endlich schlafen konnte. Er war schon eine längere Zeit behandelt worden, aber bisher ohne Erfolg. Durch eine Gabe Digitalis wurde er von seinem Leiden geheilt.
Dr. H. F. Adams berichtet von einem bereits seit einer Woche kranken Kind, welches keine Nahrung bei sich behalten konnte ohne sie zu erbrechen. Es hatte häufige quälende Stuhlausleerungen mit stark übelriechendem Charakter. Außerdem stieß das Kind plötzliche scharfe Schreie aus und klammerte sich an seine Bezugspersonen, es schielte und hatte den Kopf weit nach hinten gezogen. Der Bauch war vollkommen leer und hatte die Form eines Bootes, die Glieder waren kalt und die Kälte erstreckte sich auch auf den Rumpf. Digitalis C200 heilte das Kind.





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