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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Stramonium, Stechapfel


Stramonium (Stechapfel

Datura stramonium, Familie der Solanaceae (Stram.)


Der Stechapfel ist ein einjähriges giftiges Nachtschattengewächs, urspünglich heimisch in Westasien, das eine Höhe von 1,20 m erreicht. Der Name Stechapfel erklärt sich durch die stachelige Frucht; die Herkunft des lateinischen Namens ist unsicher. In Schriften der deutschen Botaniker taucht der Name erstmals in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts unter dem Namen Solanum furiosum auf. Es ist nicht genau bekannt, wann der Stechapfel aus seiner asiatischen Heimat nach Europa vorgedrungen ist; wahrscheinlich wurde er von Zigeunern - ebenso wie das Bilsenkraut - eingeschleppt, die die Samen des Stechapfels als Zauberbannungsmittel verwendeten.
In Westasien und Osteuropa wurde die Pflanze häufig als Arzneimittel genutzt; z. B. atmete man bei Zahnschmerzen den Rauch ein; in Rußland legte man die frischen Blätter auf Brandverletzungen. In Peru und Mexico gilt Stramonium als Narkotikum und Aphrodisiakum und wird in Form von Teeaufgüssen oder als Zusatz zu einer Zigarette konsumiert. Als Wirkung stellt sich eine Geistesverwirrung und ein Gleichgültigkeitsgefühl gegen die Umwelt ein sowie Schlaf- und Dämmerzustände mit erotischen Träumen. Zu ihrer Verwendung als Narkotikum berichtet Murray, dass die türkischen Frauen, wenn sie ihre Ehemänner betrügen wollten, sie mit Stechapfelsamen einschläferten. Wegen seiner Giftigkeit waren Todesfälle bei der Einnahme nicht selten; die Vergiftung geht einher mit erweiterten Pupillen, Zuckungen, Krämpfen, beschleunigtem Puls und der Unfähigkeit zu trinken. Auch für alle Haustiere ist die Pflanze giftig, nur Kaninchen können die Blätter ungeschädigt fressen.
In der klassischen Homöopathie wird Stramonium vorwiegend bei Erkrankungen des Zentralnervensystems und des Gemütes verordnet. Samuel Hahnemann äußert sich über seine homöopathische Wirkung folgenderweise:
„...so wie ein von Quecksilberdampf und eine von Schreck entstandene Art Veitstanz mittels des Stechapfels geheilt ward, oder eigentlich von seiner Kraft für sich dergleichen Art von Zuckungen zu erregen.....ebenso konnte auch Schmalz eine mit Manie abwechselnde Melancholie mit Stechapfel heilen, weil dieser ....solche alternirenden Gemüthsverwirrungszustände auch für sich zu erzeugen im Stande ist.“


Polychreste - Konstitutionsmittel Stramonium

Während einige „kleine“ Mittel vorwiegend auf bestimmte Organe einwirken und dadurch relativ leicht den akuten Beschwerden zuzuordnen sind, haben die „großen“ Mittel, die sog. Polychreste (Polychrest=für vieles zu verwenden) ein sehr großes Wirkspektrum auf Körper, Psyche und Geist (Konstitutionsmittel).

Stramonium wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Zentralnervensystem, Haut, Atmung, weibliche Genitalien

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
unterdrückte Absonderungen, Entbindung, Alkohol, Schreck, Schock, Tollwut, Sonneneinstrahlung

Typus/Konstitution laut klassischer Homöopathie

Der Menschentyp, für den Stramonium als Heilmittel besonders wirksam ist, hat typischerweise folgende Charakteristika:
Eine wichtige Arznei für sehr heftige Beschwerden Kinder mit Krampfbeschwerden, für Erwachsene mit Delirium. Das Gesicht ist rot, heiß und aufgedunsen; Gesichtsfarbe und Ausdruck wechseln sehr schnell, bald zu rot, bald zu blass. Die Augen sind glänzend und weit offen mit weiten Pupillen oder der Patient verdreht die Augen. Die Stirn ist gerunzelt und in Falten gezogen, die Lippen sind trocken; der Mund macht automatische Kaubewegungen, die Zunge hängt aus dem Mund, zäher Speichel tropft aus dem Mund. Die Nasenflügel sind weiß bei rotem Gesicht. Der Kopf ist heiß und die Extremitäten sind kalt. Die Gesichtsmuskulatur kann sich krampfhaft verzerren, zum sog. Risus sardonicus.

Kinder

Kinder, für die Stramonium als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Stramonium ist eines der „heftigsten“ Mittel der Materia medica, es ist oft angezeigt, wenn Kinder sehr heftige Symptome und Reaktionen zeigen. Die Kinder haben eine Neigung zu Krämpfen und Schockreaktionen. In Streßsituationen reagieren sie unberechenbar. Heftige Wutanfälle mit Zerstörung von Dingen treten auf. Gleichzeitig haben die Kinder viele Ängste: sie klammern sich an die Eltern, haben Angst im Dunkeln, müssen nachts Licht anhaben. Sie haben Angst vor Geistern, vor Hunden, vor Spinnen. Sie haben Angst vor dem Alleinsein; die Angst kann so stark sein, dass sie gar nicht mehr allein sein können. Sie suchen ständig die Nähe der Eltern, Folge kann ein übermäßiges Klammern und ein unterwürfiges Verhalten sein. Aufgrund der Ängste kann es auch zu neurologischen Symptomen und Fieberkrämpfen kommen; sogar Lähmungen einer Körperhälfte können auftreten. Nachts haben sie Ein- und Durchschlafprobleme; sie leiden unter Albträumen und erwachen mit Schreck, mit wildem Blick erschrecktem Gesichtsausdruck und erkennen die Eltern nicht, sog. Pavor nocturnus (Nachtschreck). Bei Atemnot verfärbt sich die Haut bläulich. Weiterhin besteht eine Neigung zu Zuckungen und Tics, auch zu unwillkürlichen Bewegungen und Zittern, besonders nach Erschrecken oder nach einem Tadel. Stottern.

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Betroffenen sind in einem Erregungszustand mit manischen Zügen, die Pupillen sind weit, die Patienten zeigen eine außerordentliche Geschwätzigkeit oder unmotiviertes Lachen, auch Fluchen und Tobsucht. Sie haben Angst vor Tunnels, Angst vor dem Alleinsein, sie fühlen sich bedroht, verlangen nach Gesellschaft. Auch im Dunkeln verschlimmert sich die Angst, sie können nicht schlafen ohne Licht. Beim Anblick von glitzernden Gegenständen, von Wasser oder Spiegeln können Krämpfe auftreten. Der Anblick oder das Geräusch von Wasser macht Angst (sog. Hydrophobie). Sie haben Halluzinationen und Wahnwahrnehmungen, sehen Fantasiegestalten. Ihre Sinneswahrnehmungen können nicht mit der Realität in Verbindung gebracht werden und veranlassen sie zu heftigen Gegenreaktionen. Stramonium ist neben Hyoscyamus eine wichtige Arznei bei aktivem Delirium. Alle Arten von verrückten Handlungen kommen vor, Lach- und Weinkrämpfe, religiöser Wahn mit Beten und Singen und absurde Gebärden und Handlungen.

Kopf

Der Patient bohrt seinen Kopf ins Kissen, hebt ihn häufig an oder macht konvulsivische Bewegungen. Der Hals ist steif, der Patient kann den Kopf nicht nach hinten biegen. Beim Schwindel wird der Kopf wie nach hinten gezogen, er ist schlimmer beim Gehen im Dunkeln oder bei geschlossenen Augen, im Hellen können die Patienten gut gehen. Sehstörungen gehen den bohrenden Kopfschmerzen voraus, wegen der Schmerzen im Genick kann der Kopf nicht nach vorn gebeut werden. Kopfschmerzen durch Sonneneinwirkung, Sonnenstich. Weiterhin finden sich im Arzneimittelbild vielerlei Sehstörungen wie Nachblindheit, Schielen, Doppeltsehen (Diplopie), Dinge sehen zu klein oder zu groß aus, Gegenstände erscheinen schief, alles erscheint grün oder schwarz. Die Augen tränen bei Kopfweh und Ohrenschmerzen. Auch akustische Halluzinationen werden beobachtet. Der Mund ist extrem trocken, trotzdem werden Getränke abgelehnt. Das Schlucken ist schwierig oder unmöglich, vor allem das Schlucken von Flüssigkeiten. Schluckstörungen aufgrund von Lähmung oder Spasmen der Speiseröhre mit Abneigung oder Angst vor Wasser (Hydrophobie). Atemnot durch Glottisödem mit panischer Angst vor dem Alleinsein. Kloßgefühl im Hals, Zähneknirschen. Die Zunge ist weiß belegt oder mit feinen roten Punkten bedeckt und zeigt Zahneindrücke.

Brust/Atemwege

Der Husten ist trocken und bellend, mit Heiserkeit und Stimmverlust, krächzender Stimme oder auch piepsiger quiekender Stimme. Die Stimme versagt plötzlich. Krampfhusten der Alkoholiker. Heftiger Keuchhusten im Krampfstadium und Krupphusten. Asthma mit lauter und geräuschvoller Atmung, rasselnd und röchelnd, auch seufzend. Die Atmung ist mühsam und ängstlich, der Kehlkopf wie zusammengeschnürt mit livider Verfärbung des Gesichtes. Nervöses Asthma mit anfallsweisem Krampfhusten, langsames Einatmen und schnelles Ausatmen. Der Husten wird schlimmer durch Sehen ins Licht, ins Feuer oder beim Ansehen glänzender Gegenstände. In der Brust ein drückender Schmerz, der durch Sprechen schlimmer wird, der Patient ist kaum fähig einzuatmen. Herzklopfen wird durch Bewegung so verschlimmert, das der Patient lange nicht sprechen kann.

Verdauung

Mund und Rachen sind trocken mit extremem Durst aber heftigem Abscheu gegen Wasser, wovon der Patient würgen muss. Schwieriges Schlucken, heftiger Speichelfluß, hartnäckiger Schluckauf. Alles Essen schmeckt wie Stroh. Übelkeit mit salzigem Speichel aber es kann nicht erbrochen werden. Der Patient hat das Gefühl, es steige kochendes Wasser im Hals auf. Weißer Schaum wird aufgestoßen. Der Magen ist gespannt, aufgetrieben und schmerzhaft mit Koliken, mit Poltern und Rumoren. Erbrechen von Schleim und grüner Galle. Der Durchfall ist schmerzlos mit aashaftem Geruch. Durchfall wechselt ab mit Verstopfung, Sommerdiarrhoe der Kinder. Schmerzhafte blutende Hämorrhoiden.

Uro-Genital-Organe

Harnverhaltung mit dem Gefühl als sei die Harnröhre zu eng; nach heftigem Pressen gehen nur ein paar Tropfen ab und trotz großer Anstrengung fließt der Urin nicht im Strahl. Der Harnverhalt kann auch ohne jegliches Schmerzgefühl einhergehen. Schauder während des Urinierens. Der Urin ist rot gefärbt, fließt häufig aber spärlich. Reichlicher Urinfluß nach Fieber und Delirium. Unwillkürlicher Harnabgang in der Nacht. Die sexuelle Erregbarkeit ist gesteigert mit anstößigen Reden und Gebärden. Nymphomanie. Frauen leiden unter häufigen übermäßigen und schmerzhaften Blutungen. Wahnideen während der Schwangerschaft. Psychotische Zustände stellen sich nach der Entbindung ein, sog. Wochenbettpsychose. Krämpfe nach den Wehen.

Extremitäten

Der Gang ist taumelnd und unsicher, besonders im Dunkeln und bei geschlossenen Augen. Schwindel beim Gehen. Die Muskeln zeigen eine extreme Beweglichkeit, besonders die Gesichtsmuskeln. Arme und Beine bewegen sich krampfartig, zittern und zucken. Der Patient öffnet und schließt die Hände immer wieder oder ringt die Hände. Eine Körperhälfte ist gelähmt, die andere zuckt. Krämpfe gehen einher mit kalten Schweißen, die Krämpfe sind meist schmerzfrei ohne Verlust des Bewußtseins. Bei den meisten Beschwerden hat der Patient keinerlei Schmerzwahrnehmung und legt eine ungewöhnliche Kraft an den Tag. Das Rückgrat ist sehr empfindlich, der leichteste Druck ruft lautes Schreien und Toben hervor. Finger und Fersen sind wie taub. Parkinson, Tetanus, Tollwut. Heftiger Schmerz in der linken Hüfte.

Haut

Eine Arznei bei Folgen von Unterdrückung eines Hautausschlages oder wenn das Exanthem nicht herauskommen will, auch bei Folgen von unterdrücktem Schweiß. Frühmorgens nach dem Erwachen juckt die Haut am ganzen Körper. Der Juckreiz ist beißend und stechend wie von Nesseln, rosa und knötchenförmig, Kratzen und Reiben verschlimmert ihn. Die Haut ist trocken und brennend, Gefühl auf der Haut wie das Krabbeln von Käfern. Glänzende Röte der Haut, die Röte verschwindet bei Druck, kehrt nach Beseitigung des Drucks aber wieder. Öliger Schweiß. Verbrennungen und Verbrühungen.

Schlaf

Häufig verschlimmern sich die Beschwerden im Schlaf oder sind schlimmer nach dem Erwachen aus dem Schlaf (auch Lachesis). Die Betroffenen haben Angst im Dunkeln und können nur mit Licht schlafen. Der Schlaf ist entweder tief und schnarchend oder unruhig mit Schreien und Aufschrecken. Die Augen sind halboffen im Schlaf. Der Patient ist schläfrig, kann aber nicht einschlafen. Er wälzt sich unruhig im Bett herum, träumt viele lebhafte auch angenehme Träume. Nach dem unruhigen Schlaf tritt beim Erwachen heftiger Kopfschmerz auf mit Schwindel, Augentränen und Speichelfluß.

Schmerzen

Charakteristisch ist Schmerzlosigkeit von normalerweise schmerzhaften Prozessen; der Patient ist entsetzt und voller Furcht aber der Schmerz fehlt bei den meisten Beschwerden. Weiterhin findet man eine verstärkte
Beweglichkeit der willkürlichen Muskulatur und eine Verlangsamung der unwillkürlichen Muskulatur. Im Gesicht finden sich neuralgische Schmerzen besonders in linker Wange und Ohr mit dem Gefühl als seien die Knochen durchgesägt, als sei ein Loch im Knochen. Weiterhin Kribbelgefühl im Kinn, Schwellungsgefühle in einer Gesichtshälfte.

Fieber

Das Fieber ist intensiv brennend und glühend mit delirösen Zuständen und Konvulsionen, es wird begleitet von starkem Durst und reichlichem Schweiß, auch nachts, der aber nicht erleichtert. Der Patient will nicht abgedeckt werden. Heller intensiver scharlachroter Ausschlag erscheint am ganzen Körper. Die Hitze beginnt in Kopf und Gesicht, dann Frost am ganzen Körper, dann generalisierte Hitze des ganzen Körpers. Das Gesicht ist rot bei kaltem Körper, die Augen tränen. Die Patienten leiden unter Krämpfen im Fieber oder zucken mit den Gliedern und zittern. Mit der Fieberhitze tritt eine Röte des Gesichtes und eine allgemeine Ängstlichkeit auf oder Fieberhitze mit Durst und Erbrechen. Der Puls ist klein und schnell.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Stramonium:

Eine wichtige Arznei für Gehirn. Gemüt und Nerven, mit Furcht und Schrecken aber ohne Schmerzen. Eines der gewalttätigsten Mittel der Materia medica mit heftigen Wutanfällen, mit Tobsucht und Manie, Zerstörungssucht, Zuckungen und Krämpfen und starren weiten Pupillen. Lähmungen, Meningitis, Chorea, Spasmen. Allgemein gesteigerte Beweglichkeit, unkoordinierte rhythmische Bewegungen besonders von Armen und Kopf. Deliröse Zustaände mit unaufhörlichem Reden und Geschwätzigkeit. Halluzinationen in Form von Fantasiegestelten und Visionen. Erwachen nachts mit Schreck und Furcht oder schreiend, Pavor nocturnus (Nachtschreck). Selbstvorwürfe, religiöse Wahnzustände mit Fluchen und Beten. Geistesschwäche, Verlust der Sprache; plötzliches Versagen oder Verlust der Stimme. Stottern. Viele Ängste: in der Dunkelheit, vor Tunnels, Hunden, vor Wasser (Hydrophobie), vor dem Alleinsein, verlangt nach Gesellschaft. Wasser oder glitzernde Gegenstände machen Angst, können Konvulsionen hervorrufen. Schwindel schlimmer in der Dunkelheit. Sehstörungen wie Starren, Doppeltsehen (Diplopie), Strabismus, Nachtblindheit, optische Halluzinationen, Grünsehen, Schwarzsehen. Wahnideen in Bezug auf Größe und Entfernung. Trockenheit des Halses mit Furcht und Abneigung vor Trinken, Schluckschwierigkeiten besonders für Flüssigkeiten. Unterdrückte Ausscheidungen, weder Stuhl noch Harn. Dunkler fauliger schmerzloser Durchfall. Sommerdiarrhoe der Kinder. Zu starke Menstruation, übermäßige sexuelle Erregbarkeit, Nymphomanie. Wochenbettpsychose. Verstärkte Beweglichkeit der willkürlichen Muskulatur und Verlangsamung der unwillkürlichen Muskulatur. Halbseitige Lähmungen mit Zuckungen, Krämpfen und Kribbeln. Feuerrote scharlachartige oder nicht herauskommende Exantheme. Tollwut. Tetanus. Alles ist schlimmer im Dunkeln, nachts oder nach dem Erwachen. Schmerzlosigkeit normalerweise schmerzhafter Prozesse.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Stramonium als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
Licht, Gesellschaft, Wärme

Verschlechterung der Beschwerden durch:
nach Schlaf, im Dunkeln, Alleinsein, Schreck, glitzernde Gegenstände, dunkle wolkige Tage

Speisen und Getränke

Patienten, für die Stramonium als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise Verlangen bzw. Abneigung nach folgenden Speisen und Getränken:
Obwohl sie heftigen Durst haben, lehnen die Patienten es ab zu trinken, haben eine große Abneigung gegen Getränke und gegen Wasser. Sie können selbst den Anblick oder das Geräusch fließenden Wassers nicht ertragen oder es verschlimmert ihre Beschwerden. Alles schmeckt bitter oder nach Stroh und Sand, selbst saftiges Obst schmeckt trocken. Säuglinge lehnen Muttermilch ab. Es kann ein Verlangen nach sauren Dingen bestehen, der Genuß von Zitronen tut gut und das Trinken von Essig bessert die Beschwerden; hochprozentiger Alkohol und Bier verschlimmert sie.

Sonstiges

Während der Einnahme von Stramonium sollte auf Alkohol verzichtet werden.
Stramonium sollte nicht zusammen mit Coffea eingenommen werden.
Pflanzliche Säuren (z. B. Essig, Zitronensaft) können die Wirkung von Stramonium vermindern.

Hauptanwendungsgebiete von Stramoniumum:

Beschwerden des Gemütes wie
Angststörungen, Depressionen, Alkoholismus, Apathie, Bettnässen, Bulimie (Ess-Brech-Sucht), Delirium, Gedächtnisschwäche, Gedankenandrang, geistige Verwirrung, Hypochondrie, Hysterie, innere Unruhe, Manie, Neurosen, Nymphomanie, Pavor nocturnus (Nachtschreck), Psychosen, Reizblase, Reizdarm, Schlafstörungen, Suchterkrankungen, vegetative Dystonie, Wahnideen.
Beschwerden des Nervensystems wie
Alzheimer-Krankheit, Epilepsie (Krampfanfälle), Chorea, Geschmacksstörungen, Multiple Sklerose (MS), Morbus Parkinson (Schüttellähmung) Neuralgien, Neuritis (Nervenentzündung), Paralyse (Lähmung), Tetanus, Trigeminusneuralgie.
Beschwerden des Kopfes wie
Foetor ex ore, Gesichtsakne, Haarausfall, Kopfschuppen, Kopfschmerzen, Lippenherpes, Meningitis, Migräne, Morbus Meniere, Mundwinkeleinrisse, Nasenbluten, Nasenkrebs, Schwindel, Sprech- und Schluckstörungen, Zahnschmerzen, Zähneknirschen.
Beschwerden der Augen wie
Ambylopie (Schwachsichtigkeit), Amaurose (Lähmung des Sehnerv), Augenmuskellähmung, Augenzucken, Entzündung der Hornhaut (Keratitis), der Lider (Blepharitis), Fremdkörper, Gersten- und Hagelkorn, Grauer Star (Katarakt), Grüner Star (Glaukom), Hemianopsie (Halbsichtigkeit), Konjunktivitis (Bindehautentzündung), Lidrandentzündung, Netzhautentzündung (Retinitis), Photophobie (Lichtempfindlichkeit), Strabismus (Schielen), Trockenheit, Tränenfluß, Trübung der Hornhaut, Verletzungen der Augen.
Beschwerden der Ohren wie
Hörsturz, Ohrekzem, Otitis media (Mittelhrentzündung), Schwerhörigkeit, Taubheit, Tubenkatarrh, Tinnitus (Ohrgeräusche).
Beschwerden der Brust und Atemwege wie
Angina pectoris (Herzkranzgefäßverengung), Asthma bronchiale, Bronchitis, Bronchiektasen, Brustwarzenentzündung, COPD, Emphysem, Herzbeschwerden, Herzinfarkt, Laryngitis (Kehlkopfentzündung), Lungenemphysem, Mukoviszidose, Mundgeruch, Pharyngitis (Rachenentzündung), Pleuritis (Rippenfellentzündung), Pneumonie (Lungenentzündung), Rhinitis (Schnupfen), Sarkoidose, Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung), Tonsillitis (Mandelentzündung), Tuberkulose.
Beschwerden von Stoffwechsel/Verdauung wie
Adipositas, Cholezystitis (Gallenblasenentzündung), Colitis ulcerosa (Darmentzündung), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Diarrhoe (Durchfall), Divertikulosel, Enteritis (Dünndarmentzündung), Fettleber, Flatulenz (Blähsucht), Gallensteine, Gastritis (Magenschleimhautentzündung), Gicht, Hepatitis (Leberentzündung), Ikterus (Gelbsucht), Meteorismus (Auftreibung), Morbus Crohn, Nahrungsmittelunverträglichkeit, Obstipation (Verstopfung), Reizmagen, Reizdarm, Sodbrennen, Schluckauf, Stomatitis (Mundschleimhautentzündung), Übelkeit und Erbrechen, Ulcus ventriculi (Magengeschwür), Ulcus duodeni (Zwölffingerdarmgeschwür)
Uro-Genital-Beschwerden wie
Afterfissuren, Amenorrhoe (fehlende Menstruation), Blasen- und Gebärmuttersenkung, Endometriose, Eierstockzyste, Nephritis (Nierenentzündung), Ovarialtumor, Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung), Hämorrhoiden, Hodenentzündung, Hydrozele (Wasserbruch), Myome, Nierensteine, Prostatitis, Prostatahypertrophie (Vergrößerung der Prostata), Urethritis (Harnröhrenentzündung), Uterusverhärtung, Zystitis (Blasenentzündung)
Allergische Beschwerden wie
Heuschnupfen, Asthma, Allergien, Ekzeme, Neurodermitis, Quaddeln, Urtikaria (Nesselsucht).
Hormonelle Beschwerden wie
Fluor (Ausfluß), klimakterische Beschwerden, Menstruationsbeschwerden, Morbus Basedow, PMS (prämenstruelles Syndrom), Pubertätsprobleme, Schwangerschaftsbeschwerden, Stillprobleme, Struma (Kropf), Thyreoiditis (Entzündung der Schilddrüse), Über- und Unterfunktion der Schilddrüse.
Beschwerden des Bewegungsapparates wie
Arthritis (Gelenkentzündung), Arthrose, Fibromyalgie (Weichteilrheuma), Ischialgie, Lumbago (Hexenschuß), Morbus Bechterew, Osteoprose, Rheuma, Rückenschmerzen, Verletzungen wie Frakturen, Stauchung, Verrenkung, Zerrung.
Hauterkrankungen wie
Abszesse, Akne, Dekubitus (Wundliegen), Drüsenschwellungen, Ekzeme, Erytheme, Fisteln, Frostbeulen, Furunkel, Herpes zoster (Gürtelrose), Hautausschläge, Hühneraugen, Hyperkeratosen, Impetigo (Grindflechte), Keloide, Melanose, Milchschorf, Nagelgeschwür, Narben, Neurodermitis, Paronychie (Nagelbettentzündung), Pruritus (Juckreiz), Psoriasis (Schuppenflechte), Rhagaden, Urtikaria (Nesselsucht), Wundheilungsstörungen, Ulcus cruris (offenes Bein), Vitiligo (Weißfleckenkrankheit), Warzen, Zysten.
Krankheiten von Herz und Gefäßen wie
Apoplexie (Schlaganfall), Anämie, Angina pectoris (Herzkranzgefäßverengung), Arteriosklerose, Blutungen, Entzündungen (Phlebitis), Hämorrhoiden, Herzbeschwerden, Herzrhythmusstörungen, Hypertonie (Bluthochdruck), Hypotonie (niedriger Blutdruck), Koronare Herzkrankheit, Roemheld-Syndrom, Thrombose, Varizen (Krampfadern), Wassersucht (Ödem).
Ferner Infektionskrankheiten wie grippaler Infekt, Influenza, periodisch wiederkehrende Fieberzustände, Kinderkrankheiten, Lähmungen, Schwäche, Ohnmachtsneigung und viele weitere Erkrankungen!



Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.




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