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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Mezereum, Daphne mezereum


Seidelbast, Familie der Thymeleaceae (Mez.)


Mezereum Der Seidelbast ist eine eurosibirische Waldpflanze, ein Strauch, der bis zu 1,50 m hoch wird und in Deutschland unter Naturschutz steht. Alle Teile der Pflanze sind außerordentlich giftig; Linne berichtet, daß bereits 6 Beeren einen Wolf töten könnten; 30 g getrocknete Laubblätter würden ein Pferd töten. Weiterhin berichtet Whright vom Tod eines Mädchens durch Bluterbrechen nach Einnahme von 12 Beeren. Für Vögel sind die Beeren allerdings nicht giftig und werden gern von Drosseln gefressen. Einem Volksbrauch zufolge steckt man Seidelbast, der an Maria Himmelfahrt geweiht wurde, an den Hut um Hexen zu bannen. Die Volksmedizin benutzte die Pflanze als Abführ- und Brechmittel; die Seidelbastrinde soll auch ein Bestandteil des Cantharidenpflasters gewesen sein, das als ableitendes Mittel gegen Zahnschmerz, Kopfschmerz und Blutandrang verwendet wurde.

In der klassischen Homöopathie wird Mezereum vorwiegend bei juckenden Hautleiden und Neuralgien verordnet.

Mezereum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Haut, Nerven und Knochen von Kopf, Gesicht und Kiefer, Schleimhäute von Mund und Magen.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Zorn, Impfungen, Unterdrückungen, Quecksilber.

Hauptanwendungsgebiete von Mezereum

- Ekzeme

- Pruritus (Juckreiz)
- Impetigo (Grindflechte)
- Erythem (entzündliche Hautrötung)
- Pityriasis (Flechte)
- Tinea (Hautpilz)
- Milchschorf
- Neurodermitis
- Herpes zoster (Gürtelrose)
- Neuralgien wie
- Trigeminusneuralgie
- Ziliarneuralgie, Interkostalneuralgie
- Augenerkrankungen
- Drüsenschwellungen
- Knochentumoren
- Exostosen (Knochenwucherung)
- Rheuma
- Sehnenkontraktur
- Syphilis
- Gonorrhoe
- Obstipation (Verstopfung)
- Impffolgen

Haut

Beschwerden der Haut, für die Mezereum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Hautausschläge jucken unerträglich, schlimmer im Bett und durch Berührung. Sie sondern reichlich seröse Flüssigkeit ab. Sie haben dicke gelblichweiße Schorfe, ab und zu erscheinen Bläschen die jucken und brennen. Bläschen erscheinen um Geschwüre, jucken heftig, brennen wie Feuer, ein glänzender feuerroter Hof bildet sich um die Bläschen herum. Der Verbandstoff klebt an der Haut fest und sie blutet, wenn man ihn entfernt. Ekzeme und juckende Ausschläge erscheinen nach einer Impfung. Jucken begleitet von Frösteln. Der Kopf ist bedeckt mit dicken gelben Krusten, unter denen sich Eiter sammelt. Das Haar ist verklebt und verfilzt, der Eiter wird nach einiger Zeit jauchig und übelriechend. Nach einer Gürtelrose verbleiben brennende neuralgische Schmerzen.

Extremitäten

Beschwerden der Extremitäten, für die Mezereum als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Die Betroffenen klagen über starke brennende Knochenschmerzen, besonders der langen Knochen, die sich nachts und im Bett verschlimmern. Die nächtlichen Knochenschmerzen erstrecken sich von oben nach unten. Knochentumoren, die die Knochen von innen nach außen aufweichen, Knochenkaries, Exostosen und Perostitis. Es besteht das Gefühl, als seien die Knochen vergrößert. Die Schienbeine schmerzen und brennen, Schmerzen auch in Hüfte und Knie. Die Glieder schlafen ein. Lähmung der Beuger der Finger, es kann nichts festgehalten werden, alles fällt aus der Hand. Das Steißbein schmerzt nach einem Sturz.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Mezereum:

Ekzeme und Hautentzündungen mit Bläschenbildung, unerträglichem Jucken sowie Eiterung und Schorfbildung. Juckende brennende stechende Bläschen mit rotem Hof, nässende Ausschläge mit Krustenbildung und dicken Borken, reichliche seröse Absonderungen. Eiterungsneigung, besonders am Kopf mit Verfilzung der Haare. Weiße Schuppen auf Kopf und Körper. Unerträglich juckende Ekzeme, schlimmer nachts und im Bett. Neuralgische Schmerzen, schlimmer durch Berührung, besonders Gesichtsneuralgien mit zuckenden brennenden Schmerzen, Interkostalneuralgien, Gürtelrose und Post-zoster-Neuralgien. Ziliarneuralgie, wobei die Schmerzen ausstrahlen und nach unten schießen mit Kältegefühl im Auge. Entzündliche Schwellung von Zunge und Zahnfleisch. Chronische Gastritis und Magengeschwüre mit dunklem Erbrechen und brennenden Schmerzen. Blähbauch bei Kindern mit Drüsenschwellungen. Durchfall mit grünlichem Stuhl. Rheuma. Schmerzen vor allem im Periost der langen Knochen, schlimmer nachts, bei Berührung und bei feuchtem Wetter. Große Empfindlichkeit gegen kalte Luft. Verschlimmerung durch Kälte einerseits und durch Bettwärme andererseits. Kältegefühl der befallenen Körperteile. Asthma abwechselnd mit Hautausschlägen oder nach Unterdrückung. Angst und Schwermut beim Alleinsein, Verlangen nach Gesellschaft. Folgen von Augenoperationen. Gefühl als bliese kalte Luft in die Augen oder ins Ohr. Symptome auf nur einer Seite.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Mezereum als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
im Freien, Essen, Einhüllen.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
nachts, Wärme, Bettwärme, Berührung, Bewegung, Zugluft, kalte Luft.

Sonstiges

Mezereum ist das pflanzliche Analogon von Mercurius, sie antidotieren sich gegenseitig.
Essig, Säuren und Milch können die Wirkung von Mezereum aufheben.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Neuralgie - Mezereum-Fall aus der Praxis

(nach Alfons Stiegele, AHZ 1932)
Eine 65jährige Frau litt seit einigen Jahren an rechtsseitiger Trigeminusneuralgie, sie hatte Tag und Nacht Schmerzen wie ein heftiges Brennen und Reißen, sie klagte über ein Hitzegefühl in der ganzen rechten Gesichtshälfte, besonders in der Jochbeingegend, dort rötete sich die Haut und schwoll an. Alle therapeutischen Versuche der letzten Jahre waren erfolglos verlaufen. Sie war verwandt mit einem Arzt, einem der bekanntesten Chirurgen; dieser hatte noch versucht, ihr mit einer Röntgentherapie zu helfen, aber auch diese hatte keinen Erfolg und so wollte er jetzt operieren. Vorher wurde jedoch noch ein Versuch mit der Homöopathie unternommen. Die Patientin bekam Mezereum und Belladonna im Wechsel und diese beiden Arzneien beseitigten im Laufe von 14 Tagen die Schmerzen dauerhaft und so konnte zur Genugtuung des Chirurgen von der Operation Abstand genommen werden.

Begründung der Mittelwahl

In diesem Falle wurde das homöopathische Arzneimittel Mezereum gewählt, weil es eines der bewährtesten Mittel bei Neuralgien mit heftigen brennenden Schmerzen ist, besonders wenn sie den Gesichtsbereich betreffen.



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