Diese Webseite benutzt Cookies. Wenn Sie cysticus.de weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.Mehr Infos Akzeptieren


Zurück zur Hauptseite

Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Berberis vulgaris, Gemeine Berberitze


Berberis

Sauerdorn, Essigbeere, Familie der Berberidaceae (Berb.)


Der Sauerdorn ist ein 1-3 m hoher dorniger Strauch, der in Europa und Asien verbreitet wächst. Er trägt gelbe Blüten und im Herbst rote Beeren. Die Berberitze ist eine seit altersher bekannte Heil- und Giftpflanze, die das Alkaloid Berberin enthält, was bei Verzehr leichte Vergiftungserscheinungen hervorrufen kann; ca. ½ g Berberin ruft Nasenbluten, Benommenheit und Atembeschwerden hervor. Bei Einnahme größerer Mengen können Krämpfe und Tod durch Atemstillstand eintreten. Die roten Beeren sind allerdings frei von Berberin, sind sehr vitaminreich, haben einen säuerlichen Geschmack und können unbedenklich gegessen werden. In früheren Zeiten wurde aus der Berberitze sogar Wein gekeltert; Rinde und Wurzel der Pflanze wurden früher zur Gelbfärbung von Textilien verwendet. Die Volksheilkunde setzte Berberis vor allem bei Leber/Galle-Beschwerden und Verdauungsstörungen ein.
In der klassischen Homöopathie findet Berberis vorwiegend Verwendung bei gichtig-rheumatischen Erkrankungen sowie bei Gallen- und Nierenerkrankungen.

Berberis wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Niere und ableitende Harnwege, Leber, Gallenblase, Gelenke.

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
sog. harnsaure Diathese, Steinleiden, Übersäuerung.

Hauptanwendungsgebiete von Berberis

- harnsaure Diathese, Neigung zu Steinbildung

- Gicht
- Nephritis (Nierenentzündung)
- Nierensteine
- Nierengrieß - Nierenkolik
- Gallenblasenentzündung
- Gallensteine
- Gallenkolik
- Zystitis (Blasenentzündung)
- Urethritis (Harnröhrenentzündung)
- Leberstörungen
- Lumbago und Ischias
- Diarrhoe (Durchfall)
- Analfistel
- Rheuma
- Arthritis
- Neuralgien
- Hautausschläge
- Hämorrhoiden
- Sodbrennen
- Warzen

Extremitäten

Beschwerden der Extremitäten, für die Berberis als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Rheumatische Beschwerden in allen Extremitäten mit lähmungsartigen Schmerzen. Stechende Schmerzen in Hals und Rücken verschlimmern sich durch die Atmung. Schmerzen unter dem Schulterblatt (auch Chelidonium). Kreuzschmerzen und Berührungsempfindlichkeit in der Nierenregion; der Schmerz strahlt aus in den Bauch, in Lenden und Hüfte. Brennende, reißende und stechende Rückenschmerzen, Taubheitsgefühle im Rücken mit Steifheit und Lahmheit, Verschlimmerung beim Aufstehen vom Sitzen. Im Sitzen und Liegen sowie bei Erschütterung durch Gehen sind die Schmerzen vermehrt. Gefühl wie von Verstauchung in Mittelhand und Mittelfuß. Neuralgischer Schmerz unter den Fingernägeln. Die Fingergelenke sind geschwollen. Die Füße schmerzen beim Stehen wie von einem Nagel, Schmerzen beim Auftreten, Fersenschmerz. Nach Zurücklegen einer kurzen Wegstrecke sind die Beine müde und wie gelähmt. Ischias und Lumbago. Allgemein sind rheumatische und gichtige Beschwerden oft begleitet von Harnwegssymptomen.

Uro-Genital-Trakt

Blasenentzündung mit brennenden oder schneidenden Schmerzen, die sich zur Harnröhre hin erstrecken. Es besteht ein anhaltender Harndrang, der bei Bewegung oder Gehen sich verschlimmert. Die Blasenschmerzen sind schlimmer nach dem Urinieren oder wenn der Patient nicht uriniert. Schmerzen im Samenstrang strahlen aus zum Hoden hin. Auch die Hodenschmerzen verschlimmern sich bei Bewegung und beim Gehen. Der Urin ist wechselnd, stark konzentriert oder trüb und hat einen rötlichen Bodensatz. Nierensteine mit stechenden Schmerzen, die abwärts oder nach außen ausstrahlen, ausstrahlender Schmerz von den Harnleitern zu den Hoden bis in die Oberschenkel. Im Nierenbereich sind die Schmerzen schlimmer auf der linken Seite, jede Bewegung oder die Erschütterung vom Auftreten verschlimmert den Schmerz, begleitend kann ein schmerzhafter Harndrang bestehen. Im Bereich der Nieren besteht ein Taubheitsgefühl oder ein Gefühl von Sprudeln oder Blubbern. Alle Harnwegsbeschwerden verschlimmern sich durch Bewegung.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Berberis:

Konstitutionelle Veranlagung für rheumatische Erkrankungen und Gicht, Neigung zu Steinbildung. Rascher Wechsel der Symptome, wandernde Schmerzen. Erkrankungen der ableitenden Harnwege, Gallen- und Nierenkoliken. Schmerz in der Nierengegend, der sich bis zur Blase und in die Oberschenkel erstreckt, heftiger Harndrang mit Brennen und Rückenschmerzen, in alle Richtungen ausstrahlende Schmerzen, besonders längs der Harnleiter. Gefühl in der Nierengegend als ob Blasen aufsteigen würden. Brennen und Schneiden in der Harnröhre vor allem nach dem Wasserlassen. Wandernde Schmerzen, von einem Punkt ausstrahlende Schmerzen. Alle Beschwerden verschlimmern sich durch Bewegung und Erschütterung, besser durch Ruhe. Stechende und schneidende Leber- und Gallenschmerzen. Rückenschmerzen mit Zerschlagenheitsgefühl, mit Ausstrahlung in die Beine. Schwächliche Konstitution, blass, erschöpft, vorzeitig gealtert und verbraucht. Frostigkeit. Rheuma und Gelenkbeschwerden, meist ohne Schwellung, oft begleitet von Harnwegssymptomen. Schmerzende Stelle unter dem Schulterblatt (auch Chelidonium). Taubheit in der Lumbalregion. Erschöpfung und Müdigkeit besonders der Beine Wechselnder Urin trüb, stark konzentriert, schleimig oder rötlich mit Bodensatz. Jucken, Brennen und Stechen der Haut, besonders der Kopfhaut, Bläschen und Quaddeln, Psoriasis. Ekzem mit brennendem Jucken, schlimmer durch Kratzen und besser durch kalte Anwendungen. Neuralgische Schmerzen unter den Fingernägeln. Trockene Schleimhäute. Schmerzen vom Magen zum Rücken oder umgekehrt. Übelkeit vor dem Frühstück. Gefühl am Kopf wie von einer engsitzenden Kappe. Die Beschwerden bevorzugen die linke Seite.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Helleborus als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Ruhe, Ausscheidungen.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Bewegung, Erschütterung, Fahren im Wagen, Aufstehen vom Sitzen, Stehen.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Berberis-Fall von Dr. Kishore

Der indische Homöopath Dr. Kishore berichtet im folgenden Fall über den Einsatz von Berberis:
Vor einiger Zeit beschäftigte ihn der Fall einer Dame mit schwerer Blasenentzündung. Sie hatte schon verschiedenste Behandlungen hinter sich, die alle keinen Erfolg gebracht hatten und sie litt unter häufigen Rückfällen. Dr. Kishore pflegte bis dato Berberis immer nur bei akuten oder rezidivierenden Nierenkoliken zu verschreiben. Die Patientin klagte über Schmerzen in der Harnröhre und in der Blase, die jedoch nur nach dem Wasserlassen auftraten. Die Schmerzen waren stechend und breiteten sich bis zur Blase aus. Auch litt sie unter ständigem Harndrang, der sich durch geringste Bewegung verschlimmerte. Auch beim Husten wurden die Beschwerden schlimmer, gelegentlich strahlten die Schmerzen sogar seitlich über die Hüften bis in die Oberschenkel aus. Im Urin war viel Schleim und sie klagte über ein Gefühl des Nach-unten-ziehens. Daraufhin verordnete Dr. Kishore Berberis vulgaris, alle 6 Stunden einzunehmen und bei einer Besserung sollte sie es nur noch alle 24 Stunden einnehmen. Bei sehr rascher Besserung sollte das Mittel abgesetzt werden. Am 4. Tag fühlte sich die Patientin sehr viel wohler und war ohne Schmerzen beim Wasserlassen. Später nach einigen Wochen erlitt sie noch einen Rückfall, der aber ebenfalls schnell wieder auf Berberis ansprach.




Naturheilkunde Forum
Schüssler Salze Test  Bachblüten Test  Heilpilze   Top

 Impressum    Datenschutz