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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Barium carbonicum, Bariumkarbonat


Bariumfeuer

Baryta carbonicum, kohlensaures Baryt (Bar.-c.)



Hierbei handelt es sich um das Carbonat des Erdalkalimetalls Barium, ein farb- und geruchloses weißes Salz, das in der Natur als sog. Witherit vor allem in Russland, USA und Österreich vorkommt. Es trägt seinen Namen nach seinem Entdecker, dem britischen Arzt und Botaniker William Withering (1741-1799). Es ist schwer wasserlöslich, löst sich aber in Säuren und verbrennt mit grüner Flamme, weswegen es auch gern in der Pyrotechnik verwendet wird. Weiterhin dient Baryt als Grundstoff bei der Glasherstellung und ist Bestandteil von Rattengift, Zement und Backsteinen. Für den Menschen ist Barium carb. gesundheitsschädlich, es reizt die Schleimhäute und bewirkt bei Einnahme Herzkreislaufstörungen, Störungen des Gastrointestinaltraktes und des Nervensystems.
In der klassischen Homöopathie wird Bar. carb. vorwiegend bei Drüsenentzündungen und Entwicklungsstörungen verordnet.

Barium carbonicum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Lymphsystem, Herz, Gefäßsystem, Magen, Haut, männliche Genitalien

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Sonneneinstrahlung, Verkühlung, Luftzug, fremde Menschen, unterdrückter Fußschweiß.

Hauptanwendungsgebiete von Barium carbonicum

- Kopfschmerzen

- Migräne
- Haarausfall (Alopezie)
- Neuralgien
- Drüsenschwellungen
- Morbus Hodgkin
- Tonsillitis (Mandelentzündung)
- Scharlach
- Keuchhusten
- Otitis media (Mittelohrentzündung)
- Asthma
- Arteriosklerose (Gefäßverkalkung)
- Hypertonie (Bluthochdruck)
- Aneurysma
- Apoplexie (Schlaganfall)
- Enuresis (Bettnässen)
- Entwicklungsverzögerung
- Morbus Alzheimer und Demenz
- Gedächtnisschwäche
- Prostatitis (Entzündung der Prostata)
- Prostatahypertrophie (Vergrößerung der Prostata)
- sexuelle Funktionsstörungen
- Obstipation (Verstopfung)
- Nagelbettentzündung (Panaritium)
- Tumoren wie Warzen, Zsten, Atherome, Lipome, Sarkome
- Fußschweiß
- Phobien

Typus/Konstitution laut klassischer Homöopathie

Der Menschentyp, für den Barium carbonicum als Heilmittel besonders wirksam ist, hat typischerweise folgende Charakteristika:
Barium carb. ist vorrangig ein Mittel bei geistiger oder körperlicher Entwicklungsverzögerung oder Retardierung; es wird vor allem bei Kindern und alten Leuten eingesetzt, z. B. Wachstumsprobleme und Zwergwuchs sind eine Indikation. Die Betroffenen sind oft körperlich und geistig unreif, abgemagert und schwach, sie haben häufig einen dümmlichen Gesichtsausdruck. Sie neigen zu sog. Lymphatismus, die Lymphdrüsen sind akut und auch chronisch vergrößert und angeschwollen, auch verhärtet, besonders zervikal und inguinal.

Stimmung/Gemüt laut klassischer Homöopathie

Die Beschwerden begleitend können folgende typische Gemütszustände auftreten:
Die Betroffenen sind in ihrer Entwicklung verzögert und unreif, was sich an kindischem naiven Verhalten und seltsamen Manieren zeigen kann. Sie haben Minderwertigkeitsgefühle und sind übermäßig schüchtern, fühlen sich klein und nichts wert, meinen ausgelacht oder beobachtet zu werden; Sie verstecken sich und meiden die Öffentlichkeit, bleiben lieber in vertrauter Umgebung. Sie haben ein starkes Schutz- und Anlehnungsbedürfnis und übernehmen ungern Verantwortung. Angstzustände mit Furcht vor allem wie z. B. Alleinsein, Dunkelheit, Geister, Fremde, Agoraphobie. Weiterhin Schreckhaftigkeit und Überempfindlichkeit, meist besteht eine Aggressionshemmung. Die Betroffenen sind unentschlossen und passiv, misstrauisch und vertragen keine Kritik. Kinder sind nervös und beißen die Nägel ab, leiden in der Schule unter Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, vergessen alles, verstecken sich. Starke Abneigung gegen Fremde: Fremde zu sehen verschlimmert die Symptome oder verursacht deren Wiederauftreten.

Innerer Hals

Beschwerden der Halsorgane, für die Barium carb. als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Erkältungsneigung, die Mandeln sind bei jeder Erkältung angegriffen, sie sind vergrößert und eitrig entzündet, chronische Mandelentzündung. Stechende Schmerzen und viel Brennen im Hals mit Schwellung der regionären Lymphknoten an Hals und Nacken, auch Verhärtung der Lymphdrüsen. Gefühl eines Kloßes im Hals. Probleme beim Schlucken: die Halsschmerzen sind schlimmer beim leeren Schlucken, es können nur weiche Speisen geschluckt werden. Beim Essen krampft sich die Speiseröhre zusammen sobald die Speisen in die Speiseröhre gelangen, mit Würgen und Zusammenziehen; oder es können nur Flüssigkeiten geschluckt werden. Plötzlicher Ekel bei der Mahlzeit. Kinder die zwar hungrig sind, aber das Essen verweigern. Aus dem Mund läuft Speichel, Speichelfluss im Schlaf. Übler Mundgeruch, den der Patient selbst nicht wahrnimmt. Halsbeschwerden, die durch Überanstrengung der Stimme verursacht wurden.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Barium carbonicum:

Eine Arznei vorwiegend für Kinder oder ältere Leute. Verzögerte geistige oder körperliche Entwicklung, Retardierung, kindische Manieren, mangelhafte Auffassungsgabe, Ängstlichkeit, Schüchternheit und Weinerlichkeit. Intellektuelle Schwäche, Schwachsinn. Entwicklungsstörung nach einer akuten Krankheit. Stark vergrößerte Mandeln, rezidivierende Mandelentzündung mit Eiterungsneigung, ständig erkältet, chronischer Schnupfen und Halsentzündungen mit Eiterungsneigung. Schluckbeschwerden oder Unfähigkeit zum Schlucken, ständiger Schluckreiz trotz der Schluckbeschwerden. Erdbeerzunge (rot, trocken, geschwollen mit hervortretenden Papillen). Neigung zu Lymphatismus: Generalisierte Drüsenschwellung oder Drüsenverhärtung, besonders im Nacken und am Hals, Katarrh der Schleimhäute. Erbrechen mit krampfhaftem Würgen und kaltem Schweiß. Periodische Neuralgien, die plötzlich auftreten und plötzlich aufhören. Tonische und klonische Krämpfe der Muskulatur. Schmerzhafte Leberschwellung. Arteriosklerose, Buthochdruck durch Gefäßsklerose, Herzklopfen beim Liegen auf der linken Seite, Bradykardie bei Altersherz. Ständiger Harndrang mit großen Mengen hellen Urins. Menstruationsbeschwerden mit zu früher, zu starker und übelriechender Blutung. Prostatabeschwerden alter Männer. Beschwerden alter Trinker. Heiße rote scharlachartige Haut, hochrotes Gesicht bei kalten Gliedern. Heißer Schweiß, besonders an Gesicht und Kopf. Schmerzen, die in plötzlichen Intervallen auftreten. Spinnwebgefühl im Gesicht. Vorzeitiges Altern, Haarausfall und Kopfekzem. Widerlicher Fußschweiß. Große Kälteempfindlichkeit.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Barium carb. als Heilmittel infrage kommt:
Besserung der Beschwerden durch:
Wärme, warmes Einhüllen, kaltes Essen, frische Luft (nur Kopfschmerz), Alleinsein.

Verschlechterung der Beschwerden durch:
Gesellschaft, Kälte (bis auf Kopfschmerz), nasskaltes Wetter, Luftzug, Denken an die Beschwerden, Liegen auf der schmerzhaften Seite, nach dem Essen, Waschen betroffener Teile, Druck.

Sonstiges
Barium carb. sollte nicht nach Calcium carbonicum eingenommen werden.
Barium carbonicum gilt als Spezifikum bei Aortenaneurysma.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Barium carbonicum-Fall von Dr. med. Burnett

Der berühmte englische Homöopath Dr. Burnett berichtet in seinem Werk "50 Gründe Homöopath zu sein" über einen Fall und seine Heilung durch Barium carbonicum:
Während er an seinem o.g. Werk schrieb, wurde er plötzlich durch eine Depesche abgerufen zu einer Patientin mit einem besonders schweren Fall von Mandelentzündung. Er begab sich sofort zu ihr hin und stellte fest, dass bereits mehrere Arzneimittel ohne jeden Erfolg gegeben worden waren. Der Patientin ging es sehr schlecht, denn es war ihr seit 12 Stunden unmöglich, auch nur wenige Tropfen Flüssigkeit zu schlucken, sie war nicht einmal mehr fähig, eine Arznei einzunehmen und eine Operation schien unvermeidlich. Daraufhin gab Dr. Burnett ihr die homöopathische Arznei Barium carbonicum in der Potenz C3. Bereits nach zwölf Stunden war die Patientin imstande, etwas Milch und Brot zu sich zu nehmen. Dr. Burnett schreibt: "Oft habe ich mit demselben Mittel Mandelentzündungen geheilt und tausendmal, glauben Sie mir, haben andere dasselbe getan - nichtsdestoweniger mag es Ihnen als 15. Grund dienen, und wahrhaftig kein schlechter! wie die Patientin dankbar anerkannte."
Weitere bewährte Arzneien für Mandelentzündung mit schwierigen Schlucken sind (u.a.) Belladonna, Lachesis und Nitricum acidum.



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