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Materia Medica

Klassische Homöopathie

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Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Baptisia tinctoria, Wilder Indigo


Baptisia

Familie der Leguminosae (Bapt.)


Die Heimat des Wilden Indigo liegt in Nordamerika; er wächst dort vorwiegend auf trockenem unfruchtbaren Boden, ist sehr widerstandsfähig und gedeiht auch in deutschen Kulturen ausgezeichnet. Die Pflanze ist mehrjährig, wird bis zu 1 m hoch, im Juli und August hat der wilde Indigo eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Heidelbeerstrauch. Die Laubblätter werden beim Trocknen schwarz und man gewinnt aus ihnen einen indigoartigen Farbstoff. Sowohl der Gattungsname als auch der Artname bezieht sich auf die Gewinnung der Farbe Indigo aus den Blättern: Baptisia von griech. bapto=färben und lat. tinctoria=malen, färben. In Ihrer Heimat werden die jungen Sprossen der Pflanze wie Spargel gegessen. Früher galt Baptisia als eine wichtige Arznei bei Typhus; in neuerer Zeit konnte man eine immunstimmulierende Wirkung ihrer Inhaltsstoffe nachweisen und daher findet man Baptisia als Bestandteil in Kombinationspräparaten zur Abwehrsteigerung wie z. B. Esberitox.
Das homöopathische Mittel wird aus der frischen Wurzel mit Rinde hergestellt und wurde von N.L. Thompson erstmals homöopathisch geprüft und 1857 in die Materia medica eingeführt.
In der klassischen Homöopathie ist Baptisia ein wichtiges Mittel bei akuten Infektionen und Fieberzuständen.

Baptisia wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Zentralnervensystem, Gemüt, Tonsillen, Schleimhäute

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Infektionen, Lebensmittelvergiftung, Gasvergiftung

Hauptanwendungsgebiete von Baptisia

- akute Infektionen
- septische Fieber

- Influenza
- Meningitis (Hirnhautentzündung)
- Alzheimer
- Psychosen
- Mumps
- Migräne
- Stomatitis
- Diphterie
- Tonsillitis (Mandelentzündung)
- Oesophagusstriktur
- Bronchitis
- Pneumonie
- drohender Abort
- Kindbettfieber
- Rückenschmerzen
- Enteritis, bakterielle Ruhr
- Appendicitis (Blinddarmentzündung)
- Würmer
- Flecktyphus
- Krebs
- Gasvergiftung

Innerer Hals

Beschwerden des Halses, für die Baptisia als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Ein Mittel für Diphterie und Mandelentzündung, vor allem wenn die Entzündung auffallend schmerzlos ist. Der innere Hals ist dunkelrot bis purpur oder blaurot; auch das Zäpfchen ist dunkelrot und häufig finden sich Pickel darauf. Der Atem ist übelriechend, die Zunge fühlt sich an wie verbrannt und das Schlucken ist erschwert bis unmöglich. Der Patient klagt über ein Zusammenschnürungsgefühl; er kann nur Flüssigkeiten schlucken, selbst eine geringe Menge fester Nahrung führt zu Würgen. Krampf oder Lähmung der Speiseröhre. Dicker zäher Speichel tropft aus dem Mund.

Fieber

Beschwerden bei Fieber, für die Baptisia infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Ein Mittel bei vielen Fieberzuständen, bei epidemischer Grippe mit allgemeinem Zerschlagenheitsgefühl. Der Kranke klagt über schmerzende Muskeln, das Bett sei zu hart (auch Arnica), er ist unruhig und die Stellen auf denen er liegt schmerzen. Das Fieber ist hoch mit gerötetem Gesicht und einem Ausdruck wie betrunken. Der Kranke ist benommen und entkräftet und der Puls beschleunigt. Er weiß nicht was er redet, ist verwirrt und im Fieberwahn, hat Wahnideen, glaubt z. B. doppelt oder dreifach zu sein oder in Stücke zerbrochen, glaubt im Bett verstreut zu sein. Er mag nicht reden, ist gleichgültig allem gegenüber, murmelt vor sich hin und schläft ein wenn man ihn anspricht. Der Schüttelfrost fehlt abend und nachts oder wird dann besser. Alle Absonderungen sind faulig und sehr übelriechend. Indiziert bei Typhus abdominalis mit Fieber, sowie bei epidemischem Fleckfieber, besonders wenn die Zunge dick weißlich oder gelblich belegt ist und Risse und Geschwüre aufweist; weiterhin bei Fieber mit Petechien, Rückfallfieber, Kindbettfieber und septischem Fieber

Haut

Beschwerden der Haut, für die Baptisia als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Bezeichnend sind Geschwüre die auffallend schmerzlos sind z. B. bei offenen Beinen (Ulcus cruris) und Wundliegen (Dekubitus). Man findet Petechien (Hauteinblutungen) und Geschwüre mit übelriechenden Absonderungen, dunkelrot oder bläulich verfärbt, auch gangränös und mit eitrigen und übelriechenden Absonderungen.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Baptisia

Ein Mittel für viele Fieberzustände, septische und epidemische Fieber mit starker Entkräftung und elendigem Gefühl, mit Unruhe und großer Schmerzhaftigkeit der Muskeln, Gefühl das Bett ist zu hart (auch Arnica). Akut eintretende Fieberzustände mit rapider Schwäche und Erschöpfung. Fieber, die bei oder nach Darminfektionen auftreten. Kindbettfieber. Halluzinationen und Wahnideen im Fieber wie doppelt oder dreifach zu sein, zerbrochen zu sein oder im Bett verstreut zu sein. Gefühl, Körperteile seien abgetrennt, zu groß, taub und schwer, berauschter Gesichtsausdruck, Verwirrtheit und Benommenheit, beschleunigter Puls. Penetranter Körpergeruch, alle Absonderungen sind faulig und sehr übelriechend. Tonsillitis, Zusammenschnürungsgefühl des Halses mit Unvermögen feste Speisen zu schlucken. Vermehrter Speichelfluß. Krampf des Mageneingang. Schmerzhaft aufgetriebener empfindlicher Bauch mit Kollern und Durchfall. Abdominaltyphus, übelriechende dünne dunkle blutige Stühle. Schmerzlose Geschwüre mit übelriechenden und eitrigen Absonderungen, Ulcus cruris, Dekubitus. Beschwerden bevorzugen die rechte Seite. Symptome treten schnell auf und vergehen rasch.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Baptisia als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
angefächelt werden, Liegen auf der schmerzlosen Seite

Verschlechterung der Beschwerden durch:
feuchte Hitze, Nebel, im Zimmer, Druck, beim Erwachen

Sonstiges

Baptisia sollte nicht zusammen mit Phytolacca und Sanguinaria eingenommen werden.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

2 Baptisia-Fälle

E. M. Hale schildert folgende zwei Fälle: Ein Patient klagte über einen seit 6 Wochen bestehenden heftigen Schmerz in einer Kopfseite; auch das Gesicht war betroffen und der Schmerz zog vom Ohr bis in die Zähne. Er hatte das Gefühl, als ob der Kopf, die Zunge und die Lippen viel zu groß wären. Die Augenlider waren bleischwer und er hatte das Verlangen die Augen halb zu schliessen. Weiterhin klagte er über große Mengen übel schmeckenden zähen Speichels. Baptisia heilte hier innerhalb von 24 Stunden.
Eine andere Patientin klagte ebenfalls über Schmerzen in einer Kopfseite; es klopfte über dem Auge bis in die Schläfe. Kiefer, Zähne, Nase und der gesamte Kopf erschien wie zu groß und die Augenlider waren schwer. Weiterhin litt sie unter Augentränen und Schnupfen, die Regel war zu stark und erschien alle 2 Wochen. Baptisia heilte auch hier den Schmerz und regulierte die Menses.





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