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Materia Medica

Klassische Homöopathie

Schüssler Salze
Bachblüten


Samuel Hahnemann: Klassische Homöopathie

Aesculus hippocastanum, Gemeine Rosskastanie


Familie der Hippocastanaceae (Aesc.)


Aesculus hippocastanum, Gemeine Rosskastanie Die Rosskastanie ist ein ursprünglich auf dem Balkan heimischer aber auch in Mitteleuropa verbreiteter Baum, der 30 und mehr Meter hoch wird und ein Alter von 200 Jahren erreichen kann. Der Baum gelangte mit den Osmanen nach Europa. Der Name erklärt sich aus der Tatsache, daß seine Samen als Pferdefutter und als Heilmittel gegen Pferdehusten verwendet wurden. Die Rosskastanie ist wirtschaftlich keine bedeutende Baumart, aber ihre Samen stellen ein wertvolles Mastfutter dar, das für die Winterfütterung von Hirschen und Rehen verwendet wird. Im Gegensatz zu den Esskastanien sind Rosskastanien für den Menschen ungenießbar.
Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Heilwirkung der Pflanze auf den Menschen entdeckt; man kann fast alle Pflanzenteile in der Phytotherapie einsetzen. Der Hauptinhaltsstoff Aescin hat eine gefäßstärkende, entzündungshemmende und antikoagulierende Wirkung. Die Volksmedizin rät, gegen Rheuma und Gelenkbeschwerden stets eine Kastanie in der Tasche zu tragen.
In der Bachblütentherapie stellt man aus der Knospe der Rosskastanie die Bachblüte Nr. 7 Chestnut Bud her.
In der klassischen Homöopathie wird Aesculus vorwiegend bei Darmbeschwerden, Krampfadern und Hämorrhoiden eingesetzt.

Aesculus wirkt bevorzugt auf Beschwerden von

Venen, Leber, Verdauungstrakt, Rektum, Schleimhäute, Kreuzbein-Darmbein-Region

Folgende Umstände können die Beschwerden ausgelöst haben:

(Causa):
Pfortaderstauung, venöse Stauung, Tee

Hauptanwendungsgebiete von Aesculus

- Varicosis (Krampfadern)
- Varikozele (Krampfadern der Hodenvenen)
- Oesophagusvarizen (Krampfadern der Speiseröhre)

- Hämorrhoiden
- Laryngitis, Pharyngitis (Hals-und Kehlkopfentzündung)
- Obstipation (Verstopfung)
- Diarrhoe (Durchfall)
- Rektumprolaps (Aftervorfall)
- Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
- Hernien (Brüche)
- Lumbago (Rückenschmerzen)
- Ikterus (Gelbsucht)
- Leberzirrhose
- Arthritis
- Morbus Bechterew
- Uterusprolaps (Gebärmuttervorfall)
- Geschmacksstörungen
- Husten
- Kopfschmerzen
- Wechselfieber

Innerer Hals

Beschwerden des Halses, für die Aesculus als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Hals, Mandeln, Zäpfchen und hintere Rachenwand sind dunkelrot und angeschwollen, es besteht der Drang zu ständigem Räuspern und das Gefühl, als sei der Hals zusammengeschnürt. Der Hals brennt heftig wie Feuer. Wundheitsgefühl oder stechende Schmerzen mit Trockenheit und dem Verlangen dauernd zu schlucken. Hals und Zunge fühlen sich an wie verbrüht. Große Mengen von süßlichem fadenziehendem Schleim werden hochgeräuspert. Kloßgefühl. Kitzelhusten. Der Hals ist empfindlich gegen eingeatmete Luft. Meist ist die linke Seite mehr betroffen.

Rektum

Beschwerden des Rektum, für die Aesculus als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Eines der wichtigsten Mittel bei Hämorrhoiden, der Anus fühlt sich wund an mit Brennen, Jucken und Völlegefühl, es finden sich starke Schmerzen aber wenig Bluten. Hämorrhoiden behindern die Entleerung, schmerzen wie wund oder stechend wie von einem Messer. Starke Schmerzen nach dem Stuhlgang und Darmvorfall (Prolaps). Der After brennt und Frostschauer laufen den Rücken auf und ab. Schmerzen im Anus erscheinen nach dem Stuhlgang und halten stundenlang an. Verstopfung mit anhaltendem Stuhldrang, der erfolglos bleibt oder mit großen harten trockenen Stühlen. Völlegefühl im Enddarm. Blähungen gehen dem Durchfall mit plötzlichem Stuhldrang voraus; es folgen dann Bauchschmerzen und Aufstoßen. Der erste Teil der Entleerung ist meist hart, danach folgt dünner breiiger Stuhl, gelb, bräunlich oder auch weißlich. Das Rektum fühlt sich zusammengeschnürt an oder als sei es voller kleiner spitzer Stöckchen.

Rücken

Beschwerden des Rückens, für die Aesculus als Heilmittel infrage kommt, haben typischerweise folgende Charakteristika:
Ein Schwächegefühl findet sich im Bereich der Wirbelsäule, als wollten die Beine versagen. Der Lumbalbereich ist wie lahm und wund oder steif bei Bewegung, Rückenschmerzen gehen mit Hämorrhoiden einher. Es besteht eine Affinität zu Beschwerden der Kreuzbein-Darmbein-Region. Die Rückenmuskeln sind steif, Hitze in Nacken und Schultern. Die Füße knicken um beim Gehen.

Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome von Aesculus:

Venöse Stauung, Stauung im Pfortadergebiet, Blutfülle in verschiedenen Körperteilen. Schmerzhafte Hämorrhoiden, oft begleitet von Rückenschmerzen. Varizen (Krampfadern). Das Rektum fühlt sich an wie mit spitzen Stöckchen gefüllt, messerstichartige Schmerzen. Schleimhäute von Mund, Hals und Rektum sind trocken, rau, geschwollen und brennen. Innerliche schmerzhafte Hämorrhoiden, prall und purpurrot, mit wenig Blutung. Diarrhoe. Verstopfung mit schwierigem hartem trockenem Stuhl. Analprolaps (Darmvorfall) nach Stuhlgang. Völlegefühl des Rektum mit intensivem Schmerz im After über Stunden anhaltend nach dem Stuhlgang. Brennen im Rektum mit Schauder den Rücken auf und ab. Halsentzündungen mit Empfindlichkeit gegen kalte Luft. Neigung zu dauerndem Räuspern und Schlucken. Oesophagusvarizen bei Leberzirrhose und Pfortaderstauung. Gelbsucht. Magenschmerzen und Gastritis, Schmerz drei Stunden nach dem Essen. Rückenschmerzen besonders Lenden- und Kreuzbeingegend mit Lahmheitsgefühl. Uterusprolaps. Kopfschmerzen mit Schwindel und Augenflimmern. Brustbeklemmung mit Brennen und Stechen in der Herzgegend.

Modalitäten

(=alles was den Krankheitszustand verbessert oder verschlimmert)
Folgende Umstände sind typisch für Beschwerden, für die Aesculus als Heilmittel infrage kommt:

Besserung der Beschwerden durch:
Kälte, kühle frische Luft, kühles Bad, fortgesetzte Anstrengung, Bluten (der Hämorrhoiden)

Verschlechterung der Beschwerden durch:
im und nach dem Schlaf, nach dem Stuhlgang, Liegen, Bücken, Gehen, warmer stickiger Raum

Sonstiges

Nux vomica sollte nicht zusammen mit Aesculus eingenommen werden.
Sulfur antidotiert die Wirkung von Aesculus.
Tee sollte während der Einnahme gemieden werden.

Bitte beachten Sie:

Tritt eine Besserung der Beschwerden ein, muss die Einnahme abgesetzt bzw. reduziert werden, mehr dazu unter Handhabung homöopathischer Arzneien.

Aesculus-Fall

Dr. med. Hans Leers berichtet über folgenden Fall von Darmbeschwerden:
Ein 40jährger Mann leidet seit 17 Jahren an Durchfällen und Beschwerden des Afters, besonders nach weichem oder dünnen Stuhlgang sind die Symptome schlimmer. Er hat dann ein Gefühl im Darm wie geschwollen, es juckt und kribbelt. Weiterhin verspürt er ein ständiges Druckgefühl, besonders im Sitzen. Nach dem Stuhlgang stellt sich ein Hitzegefühl ein. Bei der Untersuchung finden sich am After blaue harte Knoten.
Daraufhin gibt Dr. Leers am 4.2. dem Patienten 1 Gabe Aesculus C200. Am 29.3. ist der Patient beschwerdefrei; auch objektiv sind keine Knoten mehr zu sehen. Nach einigen Tagen traten dann wieder geringe Beschwerden auf, das Mittel wurde noch einmal wiederholt und seitdem besteht Beschwerdefreiheit. Auch die Durchfälle traten seither nicht mehr auf.





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