Zu den Menstruationsbeschwerden (Regelschmerzen=Dysmenorrhoe) zählen Unwohlsein, krampfartige Unterleibsschmerzen mit Austrahlung der
Schmerzen bis in den Rücken, Übelkeit und Kopfschmerzen.
Es können Kreislaufstörungen auftreten die bis zu Ohnmachtsanfällen führen können. Die Beschwerden können so massiv sein, dass ein
normaler Tagesablauf nicht mehr möglich ist und eine "Arbeitsunfähigkeit" besteht. Die Symptome
treten vor (PMS=Prämenstruelle Syndrom) und während der monatlichen Regelblutung auf.
Es wird unterschieden zwischen einer primären und sekundären Dysmenorrhoe.
Bei der primären Dysmenorrhoe ist die Menstruation selbst Auslöser für die Beschwerden. Verursacht werden diese durch eine vermehrte
Ausschüttung von Prostaglandinen, die für eine gesteigerte Kontraktion der Gebärmutter verantwortlich sind, damit die
Gebärmutterschleimhaut abgestoßen werden kann.
Bei einer sekundären Dysmenorrhoe können die Beschwerden durch eine organische Erkrankung (z.B. Endometriose, Myome, Zysten) oder
durch die Spirale (Intrauterinpessar) ausgelöst werden.
Die negative Einstellung zum eigenen Körper, Stress und seelische Hintergründe können das Beschwerdebild noch verstärken bzw.
auch auslösen.
Schulmedizinisch wird bei starken Regelschmerzen mit Ovulationshemmern (Pille) behandelt. Gegen die Schmerzen werden Analgetika
(ASS, Ibuprofen, etc.) und spasmoliytische (krampflösende) Medikamente (z.B. Butylscopolamin) verabreicht.
Naturheilkundliche Therapien (z.B. Schüssler-Salze) sind bei Menstruationsbeschwerden zu empfehlen und zeigen eine gute Wirkung.
Entspannungstechniken und das Hineinfühlen in den eigenen Körper sowie mehr Akzeptanz gegenüber dem "weiblichen Zyklus" lindern
die Symtome obendrein.
Die Schüssler Salze Therapie:
Bei starken Schmerzen und Krämpfen helfen die Salze Nr. 2
Calcium Phosphoricum
und die Nr. 7
Magnesium Phosphoricum. Beide Salze wirken wärmend und beruhigend,
was sich auf die Unterleibsmuskulatur schmerzlindernd auswirkt.
Die Nr. 7 sollte als "Heiße 7" eingenommen werden (die Mischung wird wie folgt zubereitet: ca. 10 Stück der
genannten Schüssler-Salze in 1/8 Liter kurz aufgekochtes Wasser auflösen). Zusätzlich kann man die Wirkung noch
verstärken, indem man die Salbe des Salzes Nr. 7 bei akuten Beschwerden auf den betroffen Unterleibsbereich aufträgt und sanft
einmassiert.
Sollte die Nr. 7 die Schmerzen nicht lindern und die Krämpfe sehr massiv sein, kann zusätzlich durch die Gabe des Schüssler-Salzes Nr. 2
Calcium Phosphoricum Einfluss auf die Kontraktionen der Gebärmutter ausgeübt werden
und für mehr Entspannung der Muskelzellen sorgen. Es sollten alle 5 Minuten zusätzlich 2 - 3 Stück des Salzes Nr. 2 eingenommen werden.
Treten während der Menstruation zusätzlich Kopfschmerzen auf, sollte an die Nr. 3
Ferrum Phosphoricum
gedacht werden. Durch den Energiefluss, der durch dieses Schüssler-Salz angeregt wird, können die auftretenden Kopfschmerzen
gelindert werden.
Da im Rahmen der Menstruationsblutung ein Ausscheidungsprozess und somit eine monatliche "Reinigung der Gebärmutter" stattfindet, wirkt
das Schüssler-Salz Nr. 10
Natrium Sulfuricum unterstützend auf dieses Vorgehen aus und
erleichtert den Ausstoß der Gebärmutterschleimhaut.
Das Salz Nr. 19
Cuprum arsenicosum hat eine gute Wirkung auf Krampfzustände
im Körpers. Im akuten Stadium sollte dieses Schüssler-Salz im Wechsel mit dem Salz Nr. 7 und dem Salz Nr. 2 alle 5 Minuten dem Körper zugeführt werden.
Die Nr. 25
Aurum chloratum natronatum reguliert alles "Rhythmische" im
Organismus und ist somit das "Salz" bei Menstruationsbeschwerden.
Bachblüten
Bei einer Neigung zu Krämpfen bringt die Bachblüte Nr. 15
Holly Erleichterung. Außerdem
fördert sie das "Emotionale" und lockert so die Gefühlsebene auf, wenn diese zu sehr ignoriert wird.
Beech, die Blüte Nr. 3, lässt einem auf der mentalen Ebene toleranter werden, was sich auch
im Rahmen der Menstruationsbeschwerden "durch das Loslassen von starren Mustern und Ansichten" positiv bemerkbar machen kann
("Muskulaturauflockernd").
Bei einer Blütenmischung zur Abhilfe von Menstruationsbeschwerden sollte auch an die Blüte der "Reinigung" gedacht werden.
Crab Apple, die Nr. 10 fördert den Reinigungseffekt und lässt das "monatliche
Blut" leichter fließen.
Während der Zeit der Menstruation ist bei vielen Frauen ein Stimmungstief vorhanden. Ein "Seelentröster", wie von Edward Bach
bereits bezeichnet, ist die Blüte Nr. 29
Star of Bethlehem. Sie sollte
in einer Bachblüten-Mischung nicht fehlen, wenn es um Regelbeschwerden geht.
Die Blüte Nr. 22
Oak ist die Blüte der "Kämpfer und Arbeitstiere". Frauen, die diese
Bachblüte benötigen versuchen oft ihre Menstruation zu verdrängen, damit die "Pflichterfüllung Arbeit" nicht darunter leidet.
Der weibliche Zyklus lässt sich aber nur schwer ignorieren und "meldet sich so durch Menstruationsbeschwerden zu Wort".
Für Frauen, die in der Zeit der Menstruationsblutung und auch sonst sehr gereizt sind und wenig Toleranz gegenüber
anderen Personen zeigen, ist die Bach-Blüte Nr. 32
Vine angebracht. Sie hilft bei starken
Schmerzen während der Regelblutung, da sie die Energie, die für das dominierende Verhalten aufgebraucht wird,
mehr in die Muskulatur und in den Kopfbereich fließen lässt.
Ernährung
Da es bereits einige Tage vor der Monatsblutung bereits zu unangenehmen Wassereinlagerungen kommen kann, ist es empfehlenswert
an diesen Tagen auf eine leichte, kochsalzarme und entwässernde Kost umzusteigen und Fertiggerichte (meist sehr viel Salzgehalt)
zu meiden.
Tierische Fette sollten in dieser Zeit so gut wie möglich eliminiert werden, da die enthaltene
Arachidonsäure die Bildung schmerzaktiver Substanzen fördert. Eine Umstellung auf mehr pflanzliche Fette ist hier angezeigt.
Nahrungsmittel die viel Magnesium enthalten, sollten mit auf dem Speiseplan stehen (z.B. Nüsse, Weizenkeime, Milchprodukte).
Mit diesen Lebensmitteln kann bereits eine vorbeugende Wirkung erzielt werden.
Kaffee, andere koffeinhaltige Getränke sowie schwarzer Tee sind in dieser Zeit zu meiden bzw. nur sehr begrenzt getrunken werden.
Heilpflanzen
Als schmerzstillende und beruhigende Heilkräuter gelten die Melisse (Melissa officinalis) und das Gänsefingerkraut (Potentilla
anserina). Das Gänsefingerkraut hat auch noch eine blutstillende Wirkung (bei sehr starker Monatsblutung).
Ein weiteres wichtiges Frauenkraut ist die Schafgarbe (Millefolii herba). Sie ist menstruationsregulierend, krampflösend und
stoffwechselregulierend.
Mönchspfeffer (Agnus Castus) bringt durch seine enthaltenen Phytohormone ein gestörtes Hormongleichgewicht wieder ins Lot und
verhilft zu einem regelmäßigeren Zyklus und lindert menstruationsabhängige Kopfschmerzen.
Noch besser als im Teeaufguß kommen die Wirkstoffe des Mönchspfeffers zur Geltung, wenn der dieser pulverisiert wird. Der Geschmack ist pfefferähnlich und kann so gut zum Würzen der täglichen Speisen
verwendet werden (max. ca. 30 mg täglich).
Johanneskraut (Hypericum perforatum) ist stimmungsaufhellend und vegetativ ausgleichend. Vor allem bei starken Stimmungsschwankungen
während der Zeit der Menstruation bzw. auch schon zuvor (PMS) gehört es in die Teemischung.
Bei kolikartigen Schmerzen bringt der Gemeine Schneeball (Vibrum opulus) aufgrund seiner krampflösenden Wirkung Erleichterung.
Achtung! Bei sehr niedrigen Blutdruck sollte diese Heilpflanze nicht angewandt werden!
Zu guter Letzt sollte in einer Teemischung noch an die Ringelblume (Calendula) gedacht werden, sie wirkt krampflösend und
zyklusregulierend aufgrund eines östrogenartigen Wirkstoffs, der in der Pflanze enthalten ist.
Zusammenfassung
Die naturheilkundliche Therapie zeigt bei Menstruationsbeschwerden sehr gute Erfolge und stellt eine gute Alternative zu
Schmerzmedikamenten und einer Hormontherapie dar. Vor allem im Bereich der Phytotherapie gibt es sehr gute Heilpflanzen, die bei
Regelbeschwerden gute Dienste leisten. Schüssler-Salze regulieren den Mineralhaushalt und Bachblüten nehmen Einfluss auf den
seelischen Aspekt während der Zeit der Monatsblutung.
Ruhe und Entspannung sind in dieser Zeit für den Körper enorm wichtig und sollten deshalb nicht zu kurz kommen (z.B. Entspannungsübungen).
Außerdem stärkt die Akzeptanz gegenüber dem monatlichen Zyklus die körperliche und seelische Verfassung ungemein und trägt so
zur Linderung der Beschwerden bei.