Unter einem Ischialgiesyndrom versteht man eine degenerative und dadurch entstehende funktionelle Veränderung der Lendenwirbelsäule. Aber auch durch
eine funktionelle Störung kann die Stabilität der Lendenwirbelsäule beeinträchtigt werden.
Beim umgangssprachlichen "Hexenschuss" auch Ischialgie genannt ist der Schmerzbereich im unteren LWS(Lendenwirbelsäulen-Bereich).
Es liegen Bewegungseinschränkungen und Muskelverspannungen vor, aber eine Ausstrahlung des Schmerzes in andere Bereiche liegt
noch nicht vor.
Bei der Ischialgie (radikuläres Ischialgiesyndrom) kommt eine Schmerzausstrahlung ins Gesäß und in die Beine hinzu. Auch neurologische
Missempfinden (leichte Lähmungen bis zu Störungen der Blasen- und Darmentleerung), verursacht durch den jeweiligen Spinalnerv,
kommen hinzu.
Handelt es sich um ein pseudoradikuläres Ischialgiesyndrom so strahlen die Schmerzen ebenso aus, allerdings ist der Spinalnerv an sich
selbst noch nicht in seiner Funktion beeinträchtigt.
Im Bereich der schulmedizinischen Therapie werden medikamentöse Mittel zur Schmerzlinderung, konservative Therapien
(z.B. Krankengymnastik) und operative Maßnahmen vorgenommen.
Eine Kombination der schulmedizinischen und der naturheilkundlichen Therapie (z.B. Schüssler-Salze, Bachblüten und Phytotherapie)
zeigt gute Erfolge auf, sofern der ganzheitliche Aspekt (die seelische Ebene) mitbehandelt bzw. mitbetrachtet wird.
Die Schüssler Salze Therapie:
Eines der Hauptmittel bei einem Hexenschuss ist das Salz Nr. 2
Calcium Phosphoricum.
Durch seine entspannende Wirkung auf den Muskeltonus kann der starke Druck auf die damit belastenden Nervenenden genommen
werden. Auch dem damit verbundenen Taubheitskribbeln kann dadurch entgegen gewirkt werden. Gleichzeitig bringt das Salz auf
der seelischen Ebene eine weitere Entspannung und sorgt für mehr Lockerheit, was sich auf den gesamten Muskeltonus im
körperlichen Bereich positiv auswirkt.
Das Schmerzmittel schlechthin im Rahmen der Schüssler-Salze ist die das Salz Nr. 3
Ferrum Phosporicum. Damit die Schmerzen gelindert werden können,
ist eine Einnahme von bis zu 40 Stück nicht ungewöhnlich, diese aufgeteilt in rascher Abfolge (ca. 2 Stück je Gabe) langsam
im Mund zergehen lassen. Eine gleichzeitige äußerliche Behandlung des schmerzenden Areals durch die Schüssler-Salbe
Nr. 3 verstärkt die Wirkung.
Ein weiteres Salz, welches für mehr Entspannung und Beruhigung sorgt, ist das Schüssler-Salz Nr. 7
Magnesium Phosphoricum. Eingenommen als "Heiße 7" (die Mischung wird wie
folgt zubereitet: ca. 10 Stück der genannten Schüssler-Salze in 1/8 Liter kurz aufgekochtes Wasser auflösen) bei akuten
Schmerzattacken, bei immer wieder neu einschießenden Beschwerden oder bei Schmerzen mit Pausen bringt es durch seinen beruhigenden
Effekt Linderung. Zusätzlich kann man die Wirkung noch verstärken, indem man die Salbe des Salzes Nr. 7 bei akuten Beschwerden auf
die betroffen Bereiche aufträgt und sanft einmassiert.
Nr. 8
Natrium Chloratum
Zur Hauptaufgabe des Salzes Nr. 8
Natrium Chloratum zählt die Regulierung des
Wasserhaushalts und u.a. auch die Regulierung des Stoffwechsels der nicht durchbluteten Körperteile (z.B. Bandscheiben, Sehnen und
Bänder). Durch eine regelmäßige Gabe des Salzes (am besten morgens) wird der Stoffwechsel dieser Körperteile besser in Gang gebracht.
Säureablagerungen im Bereich der Bandscheiben bzw. Ablagerungen auf den Nervenfasern können eine Ischialgie ebenso verstärken.
Hier ist, am besten bereits vorbeugend, dass Schüssler-Salz Nr. 9
Natrium Phosphoricum
angezeigt. Es kurbelt den Stoffwechsel an und reguliert den Säurehaushalt im Körper. Die beste Einnahmezeit ist nach
19.00 Uhr.
Bachblüten
Da eine Erkrankung in der Bandscheibenregion immer mit einem gewissen Druck verbunden ist, ist an
die Blüte Nr. 11
Elm zu denken. Patienten bei denen diese Blüte das Krankheitsbild verbessert,
setzen sich meist selbst sehr unter Druck, da sie es jedem Recht machen wollen, keine Schwäche zeigen wollen und sich mehr als
100 % Perfektion abverlangen. Das sich solch ein selbst gemachter Druck auch körperlich zeigt, ist nachvollziehbar.
Wenn bereits die Kraft am ausgehen ist, Energielosigkeit, keine Begeisterungsfähigkeit und jede Tätigkeit mit extremer Kraft
ausgeübt wird, ist die Bachblüte Nr. 17
Hornbeam angezeigt. Organotrop bezogen
stärkt sie das Bindegewebe und wirkt generell einer Degeneration entgegen.
Ist ein seelischer Druck vorhanden, welcher durch konkrete Ängste wie z.B. Versagensangst, Existenzängste hervorgerufen wird,
ist an die Bachblüte Nr. 20
Mimulus zu denken. Im Rahmen einer
Ischialgie liegen oft zukunfts- und finanzielle Ängste zugrunde. Die Bachblüte verhilft die stark negativen Vorstellungen zu lösen,
damit man seinen Weg wieder mit leichteren Schritten gehen kann und so der starke innerliche Druck gelöst wird.
Überfordert man seinem Körper über längere Zeit oder setzt sich starken Stesssituationen aus, verschafft es die Blüte
Nr. 23
Oak diesen selbstgesetzten Leistungszwang zu überdenken und so wieder die
angenehmeren Dinge ins Leben zu lassen. So werden die Verspannungen im Bereich des Muskelapparates gelöst und vieles
"bewegt sich wieder leichter".
Auch angestaute Aggressionen können eine extreme Anspannung auf der körperlichen Ebene hervorrufen. Oft sind solche Persönlichkeiten
um solch eine Selbstbeherrschung bemüht, dass sich der dadurch entstehende Druck auch auf die Bandscheiben und deren
umliegende Muskulatur ausdehnen kann. Hier ist die Bachblüte Nr. 6
Cherry Plum
notwendig. Sie löst die angestauten Emotionen und verhilft diese besser zu kontrollieren. Als Ausgleich hierzu empfiehlt es
sich des Weiteren den angesammelten "Ärger" ggf. durch körperliche Bewegung (Sport) oder sogar durch Kampfsport auszugleichen,
was sich wiederum auch positiv auf den Bewegungsapparat auswirkt.
Eine weitere Bachblüte, welche bei Gelenkbeschwerden hilfreich sein kann, ist die Blüte Nr. 19
Larch. Sie ist angezeigt, wenn durch fehlendes Selbstvertrauen und großer Unsicherheit
eine zu geringe Körperspannung vorhanden ist. Sie stärkt das eigene Vertrauen in sich, schafft somit mehr Stärke, was sich
auf die körperliche Stabilität, vor allem im Wirbelsäulenbereich auswirkt.
Heilpflanzen
Hier sollte an Heilpflanzen mit analgetischen und stoffwechselanregender Wirkung gedacht werden.
Eine bewährte Teemischung ist eine Mischung zu gleichen Teilen von Weidenrinde (Salix alba), Johanniskraut (Hypericum perforatum)
und Holunder (Sambucus nigra), davon 3x-täglich eine Tasse trinken.
Gut für den Stoffwechsel ist der Löwenzahn (Taraxacum officiale) und die Brennnessel (Urtica urens), ebenso als Teemischung
verabreicht mehrmals über den Tag verteilt trinken.
Zur äußerlichen Anwendung (Vorsicht bei Allergiebereitschaft!) bewährt haben sich das Johanniskrautöl, spezielle Pflaster
die mit Paprika (Capsicum annuum) angereichert sind und Einreibungen und Bäder mit ätherischen Ölen der Kiefernnadel als
auch der Pfefferminze.
Ebenso bewährt ist ein Badezusatz aus Heublumen. Hier ca. 500 g Heublumen mit 5 Liter kaltem Wasser übergießen, diese
Mischung ca. 15 Minuten kochen lassen - die Heublumen dann abseihen und die restliche Flüssigkeit in ein
warmes Badewasser geben. Auf anschließende Bettruhe achten!
Eine muskelentspannende Wirkung aufgrund seiner durchblutungsfördernden Wirkung wird dem Beinwell (Symphytum) zugeschrieben.
Als Salbenmischung aufgetragen kann er bei starken Beschwerden Erleichterung schaffen.
Ernährung
Im Rahmen von Ischialgien bestehen nicht selten auch Verdauungsbeschwerden. Als Ursache gilt hier, dass der Bereich
der unteren Wirbelsäule den Darmzonen zugeordnet wird. Deshalb werden im Zusammenhang mit der Ernährung gute Erfolge mit Heilfasten,
einer Darmsarnierung oder mit einer Leberreinigung (baut zusätzlich Säureablagerungen im Körper ab) erzielt.
Wichtig für die Funktionen des Nervensystems ist das Vitamin B12. Es hat sich nachweislich eine gute Wirkung im Zusammenhang
mit zusätzlicher Verabreichung von Vitamin B12 bei Erkrankungen im Bereich des Ischiasnerves gezeigt. Deshalb empfiehlt sich vorbeugend eine
separate Supplementierung bzw. Lebensmittel, in denen dieses Vitamin enthalten ist. Hierzu zählen vor allem Nahrungsmittel tierischer Herkunft, aber auch
grob gesäuertes Gemüse (z.B. Sauerkraut).
Zusammenfassung
Eine naturheilkundliche Therapie, vor allem kombiniert mit regelmäßiger körperlicher Bewegung und der Betrachtung
seiner psychischen und seelischen Situation kann durchaus im Rahmen von Erkrankungen im Ischialgiebereich für Abhilfe
schaffen. Es sollte vor allem der psycho-somatische Anteil nicht unterschätzt werden. Aufgrund unserer schnelllebigen Zeit und
dem damit verbundenen starken Druck aus "vielen Richtungen" vermag es nicht verwundern, dass vor allem Erkrankungen im
Bereich der Bandscheiben, Ischialgiebereich, etc. immer mehr werden.
Deshalb ist es wichtig, die Dinge mit etwas mehr "Abstand" zu betrachten, damit dem oft auch selbst gesetzten Druck etwas
Luft genommen wird und man "leichteren Schrittes" sein Leben mehr genießen kann.