Die Wechseljahre (Klimakterium) gehören zum Fluss des Lebens einer Frau. Es ist die Zeit (der Wechsel), in der die Geschlechtsreife endet und der
Übergang in das Senium (Alter) stattfindet. Der Übergang (Prämenopause), in der die zyklischen Ovarialfunktionen und so die monatliche Regelblutungen allmählich
aufhören, kann mehrere Jahre dauern. Den Zeitpunkt der letzten Menstruation bezeichnet man als Menopause und er findet meist zwischen dem 46. und
52. Lebensjahr statt. Während der Wechseljahre stellen sich die Hormone einer Frau um, die Östrogenbildung lässt nach und es können Beschwerden
wie z.B. Hitzewallungen, Schlafstörungen, unregelmäßige Blutungen, Stimmungsschwankungen, Schweißausbrüche, Libidomangel, Gewichtszunahme,
Scheidentrockenheit und Schwindel auftreten.
Bei starken Beschwerden kann eine Hormonbehandlung Linderung schaffen, allerdings ist diese Methode nicht unumstritten aufgrund Nebenwirkungen
und eventueller Spätfolgen.
Im Rahmen der Naturheilkunde kann den Beschwerden ganzheitlich entgegengewirkt werden. Schüssler-Salze unterstützen den Körper im Prozess
der Hormonumstellung, Bach-Blüten erleichtern die Akzeptanz des Wechsels auf seelischer Ebene und in der Phytotherapie gibt es Heilpflanzen,
die die Hormonveränderungen auf natürlicherweise begleiten und somit regulieren können.
Die Schüssler Salze Therapie:
Calcium Phosphoricum, das Schüssler-Salz Nr. 1, ist zuständig für die Elastizität im Körper.
Durch die Hormonumstellung kommt es zu mehr Trockenheit im Organismus. Das Salz Nr. 1 macht spröde Haare weicher und wirkt der Hauterschlaffung
entgegen. Die Wirkung des Salzes ist sehr langsam, so dass es in der Zeit des Wechsels, ohne weiteres jahrelang eingenommen werden kann.
Das Schüssler-Salz Nr. 2
Calcium Phosphoricum ist ein wichtiges Salz für die Knochen und
unterstützt den Körper im Prozess gegen die Osteoporose. Außerdem gleicht es Unruhe und Ruhelosigkeit aus. Das Schüssler-Salz Nr. 2 benötigt
eine längere Einnahmedauer, da es sich um ein sehr langsam wirkendes Salz handelt.
Die Nr. 4
Kalium Chloratum ist ein bedeutendes Salz für das Bindegewebe und für
den Gefühlshaushalt. Das Salz erleichtert in der Zeit des Klimakteriums die geistige Auseinandersetzung mit dem Lauf des Lebens und
kann so Stimmungsschwankungen ausgleichen.
Die Nr. 5
Kalium Phosphoricum ist zuständig für das Lecithin, was Bestandteil
der Nervenzellen im Körper ist. Es stärkt die Lebensenergie und wirkt so Weinerlichkeit, Mutlosigkeit und geistiger Abgespanntheit
entgegen. Es ist ein wesentliches Salz bei Neigung zu Depressionen. Da dieses Salz sehr belebend wirkt, sollte es morgens eingenommen werden.
Das Schüssler-Salz-Nr. 7
Magnesium Phosphoricum ist das Hauptmittel bei Beschwerden im
Klimakterium. Es hat eine ausgleichende Wirkung auf die Abläufe im Organismus und somit auch auf den Hormonhaushalt. Es lindert
Krämpfe und kann bei Migräneanfällen Erleichterung schaffen. Auch bei Hitzewallungen zeigt das Salz eine ausgleichende Wirkung.
Die Einnahme kann bei akuten Beschwerden als "heiße 7" erfolgen (die Mischung wird wie folgt zubereitet: ca. 10 Stück der Schüssler-Salze in 1/8 Liter kurz aufgekochtes Wasser auflösen und
langsam schluckweise, etwas im Mund einspeichelnd trinken). Im Rahmen von Wechseljahresbeschwerden empfiehlt es sich die Nr. 7
über einen längeren Zeitraum regelmäßig abends, entweder als "heiße 7" oder als Direkteinnahme 2 - 3 Stück langsam im Mund zergehen lassen.
Natrium Chloratum, das Salz Nr. 8 regelt den Wasserhaushalt im Organismus. Durch die hormonelle
Umstellung kann es im Klimakterium zu Wassereinlagerungen als auch zu vermehrter Trockenheit von Haut und Schleimhäuten kommen.
Bei Beschwerden wie Schweißausbrüchen, Hitzewallungen, Ödemen und Scheidentrockenheit wirkt die Nr. 8 als Regulator und bringt den
Flüssigkeitshaushalt wieder ins Gleichgewicht. Die Schüssler-Salbe Nr. 8 ist eine ideale Feuchtigkeitscreme, nicht nur in der Zeit
des Wechsels. Die optimale Einnahmezeit für das Salz ist am Morgen und die Einnahme sollte über einen längeren Zeitraum erfolgen
(ca. 5 Stück täglich langsam im Mund zergehen lassen).
Der Säurehaushalt im Körper ist durch die hormonelle Umstellung oft strapaziert und so empfiehlt es sich diesen durch das
Schüssler-Salz-Nr. 9
Natrium Phosphoricum zu stärken. Das Salz beugt zusätzlich der
Cellulitis vor, da es die Säuren aus dem Bindegewebe schleust.
Bei Wassereinlagerungen, geschwollenen Beinen schafft das Schüssler-Salz-Nr. 10
Natrium Sulfuricum
Abhilfe. Gleichzeitig regt es die Ausscheidung von Giftstoffen an und dient somit zur Körperentschlackung. Die beste Einnahmezeit für dieses
Schüssler-Salz ist in den Vormittagsstunden.
Die Nr. 11
Silicea stärkt das Bindegewebe und wirkt der Hauterschlaffung entgegen. Da es Säure freisetzt,
sollte bei der Einnahme dieses Salzes an die zusätzliche Einnahme des Salzes Nr. 9 gedacht werden, damit die freigesetzte Säure entsprechend
abgebaut werden kann. Silicea sollte jeden Morgen über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, damit eine anhaltende Wirkung einsetzen kann.
Ein wichtiges Schüssler-Salz für die Menopause ist die Nr. 13
Kalium Arsenicosum, da
es in der Zeit des hormonellen Umbruches für einen stabilisierenden Effekt sorgt. Außerdem ist es ein bedeutendes Salz für Haut, Haare und das
Nervenkostüm.
Bei innerer Unruhe, Schlafstörungen, Kopfschmerzen ist an das Salz Nr. 14
Kalium Bromatum
zu denken. Es hat eine regulierende Auswirkung auf die hormonellen Drüsen und ist somit im Klimakterium ein wesentliches Mittel.
Bei Neigung zur depressiven, weinerlichen Stimmung ist das Schüssler-Salz Nr. 15
Kalium Bromatum
angezeigt. Gleichzeitig hat es eine lindernde Wirkung bei Schweißausbrüchen und Herzrasen.
Das typische Frauenmittel im Rahmen der Schüssler-Salze
Aurum Chloratum natronatum,
die Nr. 25 sollte in der "Zeit des Wechsels" nicht fehlen, da es einen ausgleichenden Einfluss auf Hormonschwankungen und Stimmungsschwankungen
hat.
Bachblüten
Bei starken Gefühlsschwankungen (zornig, hysterisch) ist die Blüte Nr. 6
Cherry Plum angezeigt.
Sie bringt mehr Ruhe und Gelassenheit in den Tag und verhilft die aggressive Energie in positive Kräfte umzuwandeln.
Die Bachblüte Nr. 38
Willow schafft Erleichterung bei Weinerlichkeit, Verbitterung und Resignation.
Sie trägt dazu bei, dass der "Lauf des Lebens" besser akzeptiert werden kann.
Die Zeit des Klimakteriums stellt bei manchen Frauen einen Neubeginn dar. Vor allem bei Frauen, deren Kinder "Flügge werden" und die sich evtl.
nochmal beruflich oder auf andere Weise verändern oder etablieren möchten. Hier kann die Blüte Nr. 13
Gorse
Mut spenden. Aber auch bei anderen kritischen Lebensfragen kann sie dazu beitragen leichter Entscheidungen zu fällen.
Die Bachblüte Nr. 3
Beech ist für Frauen, die innerlich verhärtet sind. Sie zeigen wenig Toleranz
gegenüber ihren Mitmenschen und auch gegenüber sich selbst. Hier löst die Bachblüte die innerlichen "Versteifungen" und macht emotionaler
und verhilft zu mehr Akzeptanz gegenüber anderen Personen, sich selbst und dem Leben generell.
Bei einem Übergang in einen neuen Lebensabschnitt ist sollte die Bachblüte Nr. 33
Walnut
nicht fehlen. Sie erleichtert den Abschied von der vorherigen Lebensphase und verhilft die neue Lebenssituation bedenkenloser anzunehmen.
Die Nr. 21
Mustard ist die Bachblüte, die bei hormonellen Umstellungen organotrop angezeigt ist.
Bei starker Schwermut, Depressionen oder Antriebsarmut, welche zyklisch bedingt sind, verschafft sie
Linderung indem sie die oft dahinterliegende Problematik leichter erkennen lässt, offener macht und somit Kraft gibt, damit wieder mehr "Freude"
ins Leben kommt.
Heilpflanzen
Der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris), das Frauenkraut schlechthin, sorgt auch im Klimakterium dafür, dass die hormonellen Umstellungen
sanft und im natürlichen Prozess verlaufen können.
Bei starker Schweißbildung, Hitzewallungen bringt der Salbei (Salvia officinalis) durch seine schweißhemmenden Eigenschaften
Erleichterung.
Das Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist besonders hilfreich bei Wechselbeschwerden. Es hat eine ausgleichende Wirkung, lindert
depressive Verstimmungen und sorgt für mehr Energie.
Bei Unruhezuständen, Nervosität und Schlafstörungen wirkt der Hopfen (Humulus lupulus) beruhigend. Außerdem hat er eine leicht östrogenartige
Wirkung.
Die Melisse (Melissa officinalis) ist angezeigt bei Nervosität, Reizbarkeit, Angst, leichten Depressionen und nervösen Herzklopfen.
Eine Tee-Mischung aus diesen fünf Heilkräutern (z.B. je 50 g), davon ca. 1 EL auf 500 ml Wasser geben - 10 Minuten ziehen lassen -
3 x tgl. eine Tasse trinken - stellt einen wunderbaren Tee bei Wechseljahresbeschwerden dar, welcher über einen längeren Zeitraum
getrunken werden kann.
Weitere Heilpflanzen zur Symptomlinderung bei Beschwerden in den Wechseljahren sind die Silberkerze/Wanzenkraut (Cimicifugia racemosa)
und der Mönchspfeffer (Agnus cactus). Bei beiden empfiehlt sich die Einnahme in Tablettenform.
Die Silberkerze hat eine östrogene Wirkung, lindert "fliegende Hitze" und wirkt generell stärkend.
Der Mönchspfeffer (Agnus cactus) ist indiziert bei präklimatischen Blutungs- und Zyklusstörungen.
Ernährung
Prinzipiell ist nahezulegen, dass das Normalgewicht angestrebt werden sollte.
Eine schützende Wirkung vor endokrinen Tumoren werden den Pflanzenstoffen Isoflavon und Lignan zugesprochen (wissenschaftlich nicht
eindeutig erwiesen), welche u.a. in Soja-Produkten (Isoflavone) und in Leinsamen (Lignane) vorhanden sind.
Die ideale Ernährung sollte eine laktovegetabile (Milch/Gemüse/Obst) Vollwertkost sein. Tierische Fette sollte nur eingeschränkt zu sich
genommen werden. Außerdem sollte auf den herkömmlichen Haushaltszucker und auf Weißmehlprodukte verzichtet werden.
Aufgrund nachlassender Östrogenproduktion besteht ein erhöhtes Risiko für Osteoporose. Vorbeugend wird hier eine kalziumreiche
Kost empfohlen (Sprossen, Getreide, Nüsse, Sesam, grünes Gemüse, Milch- und Milchprodukte).
Auf Salz sollte, vor allem bei Neigung zu Wassereinlagerung, so gut wie möglich verzichtet werden.
Zusammenfassung
Im Rahmen der naturheilkundlichen Behandlung bei klimakterischen Beschwerden werden gute Erfolge erzielt. Vor allem im Bereich der
Phytotherapie, den Schüssler-Salze und den Bachblüten kann bei vielen Beschwerden Abhilfe und Linderung verschafft werden.
Da psychische Faktoren eine nicht unbedeutende Rolle spielen, bringt oft eine reine medikamentöse Behandlung nicht den erwünschten Erfolg.
Wichtig ist es, die Veränderungen die das Leben mit sich bringt zu akzeptieren und diese als Gelegenheit für Neuorientierungen zu nutzen
(gute Unterstützung hier durch die Bachblüten-Therapie)!
Auf der anderen Seite sollte sich "frau" auch zugestehen, dass sie nicht mehr dasselbe Leistungspotential hat wie in jüngeren Jahren und
manche Dinge einfach entspannter angehen...