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Was tun bei Morbus meniere

 

Was tun bei Morbus meniere

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Tinchen



Anmeldedatum: 20.01.2009
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 20.01.2009, 11:32    Titel: Was tun bei Morbus meniere

Hallo,

mein Vater leidet an Morbus meniere und es gibt dort ja nur
begrenzte Behandlungsmöglichkeiten....was kann er tun, damit
es besser wird....der SChwindel und die Überkeit sind an manchen
Tagen so schlimm, dass er liegen muss.

Hoffe sie wissen Antwort
Grüße Tinchen hallo
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wattebällchen



Anmeldedatum: 09.07.2008
Beiträge: 957
Wohnort: 76327 Pfinztal-Kleinsteinbach

BeitragVerfasst am: 20.01.2009, 12:40    Titel:

Hallo Tinchen,

jeder, dem schon mal speiübel war, kann gut nachvollziehen, wie es deinem Vater geht ....

M. Menière ist ein unangenehmes Krankheitsbild.

Hinlegen im Anfall und den Kopf möglichst ruhig halten ist die erste Hilfe.
Sicher hat er ja auch Medikamente gegen die vegetativen Symptome (Schwindel, Erbrechen) verschrieben bekommen. (z. B. Paspertin, Vomex A, Aequamen etc.).

Man kann auch ein sog. Schleifendiuretikum geben (Furosemid = z. B. Lasix), um den Stau im Endolymphschlauch zu mindern.

Gingko biloba als sanftes durchblutungsförderndes Mittel kann auch helfen (Dauertherapie).

Manche HNO-Ärzte machen auch ein lokales Betäubungsmittel ins Mittelohr. Das wird dann im Mittelohr resorbiert und ins Innenohr transportiert. Das reduziert den Schwindel.

M. Menière ist eine Produktionsstörung im Endolymphschlauch (stark kaliumreich). Es kommt zu einem Anstieg des Druckes durch zuviel Flüssigleit, der Endolymphschlauch reißt ein und die Endolymphe vermischt sich mit der Perilymphe, in der der Endolymphschlauch liegt.
Nun vermischt sich die stark natriumhaltige Perilymphe mit der Endolymphe und es kommt zu einem "Kurzschluss" der Nerven. Eine fehlerhafte Weiterleitung des Reizes ans Gehirn macht die Symptomatik.
Der Endplymphschlauch verschließt sich wieder und wächst zu. Allerdings bleibt eine Narbe. So kommt es zu fortschreitender Hörminderung.

Dein Vater sollte verschiedene Strategien erlernen und anwenden.

Wenn er sowieso ruhig liegt, kann er Entspannungsübungen machen.
Z. B. Autogenes Training, Visualisierungen von einer schönen Landschaft.

Wenn er einen niederfrequenten Tinnitus (Rauschen) hat, kann er sich dieses Rauschen in seiner Phantasie als Wasserfall an einem schönen See oder als Meeresrauschen oder Springbrunnen in einem stillen Park vorstellen.
Ich lehre solche Strategien im Rahmen des Tinnitus-Regulationstrainings.
(lies es mal auf meiner Homepage unter "Therapien".)

Zudem mache ich mit meinen Patienten ein Gleichgewichtstraining (Homepage unter "Therapien": Balancetraining zur Sturzprophylaxe für Senioren). Meist sind die Pat. durch den Schwindel im Gangbild sehr unsicher und neigen zu Stürzen.
Man fängt mit den Übungen im Sitzen an, später im Stehen z. B. Laufen auf der Stelle auf einem Erbsensäckchen, später kommt das Trampolin zum Einsatz (Laufen auf nachgebendem Untergrund) etc.

Die Therapie von Tinnitus und Gleichgewichtsstörungen ist sehr komplex und erfordert fachliche Anleitung z. B. Physiotherapie.

Wenn der Arzt nix dagegen hat und dein Vater noch rüstig genug ist, kann er moderates (gemächliches) Nordic Walking (mit Stöcken) machen. Da hat er dann immer etwas, um sich festzuhalten. Sport ist gutes Training.
Aber nur, wenn das Gleichgewicht wieder stimmt .

Er sollte auf Kaffee, Nikotin und Alkohol verzichten.
Entspannungstechniken zur Stressprophylaxe.
Er sollte einen Hörschutz tragen .

Ist die Halswirbelsäule schon untersucht worden ?
Abnutzungserscheinungen oder geklemmte Arterien können auch diese Symptomatik auslösen.

Wichtig:
Dein Vater soll sich bei der Deutschen Tinnitus-Liga (Link auf meiner Homepage) einen Notfallpass besorgen und vom Arzt ausfüllen lassen, damit er, wenn ihm unterwegs was passiert, ihn niemand für betrunken hält ....
Zudem soll er eine Spucktüte und seine Medikamente dabeihaben. Alles in ein kleines Täschchen packen.

Dass er sein eingeschaltetes Handy immer dabei hat, setze ich voraus.
Wenn du etwas Übriges tun möchtest, lass dieses Handy unter "Lifeservice 112" bei der Björn-Steiger-Stiftung registrieren. Dann kann man ihn orten, wenn er mal hilflos ist und es ist die Notfallakte schon angelegt.

Wenn noch Fragen sind, einfach wieder melden.
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Tinchen



Anmeldedatum: 20.01.2009
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 20.01.2009, 15:11    Titel: Vielen

Vielen Dank,

werde die Infos dann mal weiter leiten.

Grüße Tinchen hallo
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