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Von der energetischen Störung zum körperlichen Symptom
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Von der energetischen Störung zum körperlichen Symptom

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Hänsel



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BeitragVerfasst am: 20.02.2008, 22:50    Titel: Von der energetischen Störung zum körperlichen Symptom

Nach meiner Erfahrung hat jedes Verhalten (Körper, Gefühl/Emotion und in sozialer Interaktion) eine Ursache. Leider weiß Mensch die oft nicht. Darum interessieren mich besonders solche Therapien, die sich auf Elementarursachen (Traumata) richten.

Der Begriff Energetische Psychologie stammt aus Amerika von dem Gründer und Weiterentwickler dieser einzigartigen Methode Dr. Fred Gallo. Die Grundlagen dieser Methode kommen von der Kinesiologie und aus dem alten China vor rund 5000 Jahren. Dort entdeckte man die uns heute bekannten Akupressurpunkte.

Die Theorie geht davon aus, dass der Körper von 12 Hauptmeridianen durch die wichtigsten Organe durchzogen ist. In ihnen fließt unsere Lebensenergie, im chinesischen auch Chi genannt. Die Theorie der Energetischen Psychologie besagt, dass es durch Ereignisse im Leben (Traumata, Unfälle, schlimme Erlebnisse, Stress, etc) zu Energieungleichgewichten in den Meridianen und damit im Körper kommt. Wenn diese Energie nicht wieder ausgeglichen wird, kommt es zu körperlichen Symptomen, wie z.B. Depressionen, Angstzuständen, Panikattacken, Stress, Alpträumen, Ess- und Schlafstörungen und vielem mehr.


Fühlt sich jemand von der Methode angesprochen?
Hat jemand als Patient oder Therapeut Erfahrungen sammeln können?

Wir sollten Nutzen ziehen aus einem regen Austausch.

Hänsel
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Marianne Ermisch



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BeitragVerfasst am: 21.02.2008, 13:43    Titel:

Hallo Hänsel,

wie Sie schon angesprochen haben, gibt es in der TCM als Ursache von Krankheiten auch die Emotionen. Das interessante daran ist, dass wir sie unbewusst auch kennen:

Leber/Galle - Wut, Reizbarkeit
Niere/Blase - Angst, Schreck
Lunge/Dickdarm - Sorge, Trauer
Milz/Magen - Grübeln, Nachdenken
Herz/Dünndarm - Freude, Ausgelassenheit, Lust

Sie werden die Sieben Emotionen genannt. Ein Übermass einer Solchen kann zu "Schrägläufigkeit" und somit zu Störungen führen.

Wer kennt nicht die Sprüche:

- sich vor Angst in die Hose machen
- vor Schreck bleibt mir die Luft weg
- das geht mir an die Nieren
- ist Dir ´ne Laus über die Leber gelaufen?
- das Herz klopft bis zum Hals
- das schlägt mir auf den Magen

und so weiter....So kann Angst über längere Zeit die Nierenenergie schwächen, zuviel bzw. überschwengliche Freude das Herz schädigen, Sorge lässt uns den Appetit verlieren und es fehlt der "Mitte" an Energie, große Trauer kann zu einer Lungenentzündung führen. Unterdrückte Wut schädigt das Leberelement und kann zu aufsteigenden Leber-Yang und folglich zum Apoplex (Schlaganfall), Migräne, Epilepsie führen. Das sind nur einige Beispiele.

Ein sehr interessantes und lehrreiches Buch ist "Psychologie & Chinesische Medizin" von Dr. med. Leon Hammer.

Der Einfluss der Psyche auf den Körper ist ja bekanntlich in der naturheilkundlichen Behandlung genauso wichtig, wie die körperlichen Symptome. Die TCM, die Homöopathie, Schüssler Salze und Bachblüten etc. haben in der Behandlung ganzheitliche Ansätze. Soll heissen: Der gesamte Mensch, seine Psyche, sein Körper, das Umfeld und die Lebenserfahrung spielen eine Rolle.

Das ist es, was sie so erfolgreich macht.

Ein interessantes Thema! In diesem Sinne...

Liebe Grüße

Marianne Ermisch
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Marianne Ermisch - Heilpraktikerin
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Hänsel



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BeitragVerfasst am: 21.02.2008, 16:33    Titel: Total nett

dass Sie mir so schnell antworteten.
Bevor ich auf Ihre Antwort eingehe, lassen Sie mich eine für mein Verständnis wichtige Frage abklären:

Berücksichtigt die TCM grundsätzlich das "Prinzip der Wiedergeburt"?

Aus dem Wiki (hinduistische Philosphie):
Die Qualität der Wiedergeburt oder Seelenwanderung ist abhängig von den in der/den Vorexistenz/en gewirkten Taten (Karma). »Wie einer handelt, wie einer wandelt, ein solcher wird er. Aus guter Handlung entsteht Gutes, aus schlechter Handlung entsteht Schlechtes«, lehren die Upanishaden. Karma (die Tat) ist verknüpft mit der Vorstellung an eine sittliche Weltordnung (Dharma), wodurch alle Handlungen gemäß dem Prinzip von Ursache und Wirkung die Voraussetzung für die künftige Wiedergeburt darstellen.

Das wäre nach meiner Auffassung für die Analyse total wichtig, wenn man die Determiniertheit einer Krankheit nicht nur auf genetische und/oder soziale Faktoren beschränkt.
Sollte ein Mensch hier auf der Erde also mit einem determinierten Wesen erscheinen, sind bestimmte Krankheiten (und auch Verhalten) ja zwangsläufig - und weisen im Kehrschluss auf die Beschränktheit oder Störungen seines Wesens (Seele) hin. Persönlich finde ich das geradezu unerlässlich, denn ohne Symptome: keine Analyse, Diagnose und Therapie bzw. Heilung.

Ich schreibe das natürlich nicht ohne Grund, denn immer wieder begegnen mir Menschen, deren Krankheiten aus dem Hierundjetzt einfach nicht erklärbar sind - wundervolle Menschen, die schwer vom "Schicksal" gebeutelt wurden und werden.

Freue mich, wenn Sie kurz darauf eingehen könnten.

Auch einen lieben Gruß von mir
Wolfgang
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Marianne Ermisch



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BeitragVerfasst am: 22.02.2008, 12:08    Titel:

Hallo Wolfgang,

diese Frage kann ich Ihnen nicht beantworten. Bisher habe ich mich mehr mit der Chinesischen Medizin und den psychologischen Zusammenhängen und weniger mit der Philosophie der TCM als solches befasst.

In den vielen Büchern, die ich gelesen habe bzw. mit denen ich arbeite ist mir, wenn ich jetzt so adhok darüber nachdenke, nichts dergleichen im Gedächtnis geblieben. Aber vielleicht auch, weil mein Interessen-Schwerpunkt woanders lag.

Stellen Sie doch die Frage an sich mal ins Forum, sicher wissen andere mehr.

Liebe Grüße

Marianne
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Hänsel



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BeitragVerfasst am: 22.02.2008, 17:56    Titel: Das "Wesen"

Ihre Antwort schätze ich sehr, weil sie einfach und ehrlich klingt. Danke!
Nach meinem Verständnis ist die Philosophie sehr bedeutsam deswegen, weil sie die Grundlage ist für die Einstellungen, mit den Mensch seinem und „dem“ Leben begegnet. Dabei sollte nicht das „Richtig oder Falsch“ wichtig sein, sondern wie diese Lebenseinstellungen das Verhalten konditionieren. Beispiel: wer sich als Körper wahrnimmt, wird unter der Vergänglichkeit leiden, Angst vor dem Tod haben; wer sich als unsterbliches Wesen fühlt, wird das Leben als Chance zu seiner Entwicklung und Dankbarkeit fühlen. Ich hoffe, ich konnte mich einigermaßen verständlich ausdrücken.

Zum anderen befolge ich seit vielen Jahren einen Grundsatz: Dinge, die getrennt erscheinen, zusammenzuführen, und Dinge, die als Eins erscheinen, als Teile zu unterscheiden. Ich nenne Ihnen mal ein Beispiel: die allgemeine Definition des menschlichen Systems lautet: Körper, Geist, Seele. Aber was ist nun Seele? Sich darüber zu belesen fiel mir sehr schwer, da diverse Autoren mit den Begriffen nicht genau umgehen und Seele, Psyche und Geist wechselweise zur Beschreibung desselben Phänomens benutzen.
Ich unterscheide das Menschsystem in: Wesen, Geist, Körper – und als interaktiv zwischen den Elementen wirkende Verbindung die Psyche. Das mag falsch sein, aber ich komme analytisch bestens damit zurecht.

Als kleine Anmerkung lassen Sie mich noch folgendes sagen. Mit der Einstellung, man sei „nur“ Körper, fühlt sich das Leben viele eher sinnlos an, als wenn man lebt mit dem Gefühl, für sein Wesen etwas Positives zu erschaffen. Dieses Grundgefühl trägt dann auch durch schwere Zeiten.


Einen lieben Gruß an Sie und alle Leser
Wolfgang
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Marianne Ermisch



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BeitragVerfasst am: 27.02.2008, 12:41    Titel:

Nun, Wolfgang, Ihre Antwort hat mir sehr gefallen!

Die Philosophie als solches ist sicherlich bedutungsvoll für unsere gesamte Lebenseinstellung. Meine Antwort bezog sich auch eher auf die der Chinesischen Medizin. Die Chinesen wollten und wollen ja Krankheit und Tod vermeiden, indem sie schon vor Ausbruch einer Krankheit den Arzt konsultieren. Ein guter Arzt ist der, der seinen Patienten gesund erhält. Viellleicht war mir deswegen auch kein Standpunkt bezüglich der Wiedergeburt im Gedächtnis geblieben, weil dies in den betont medizinischen Büchern nicht so benannt wird.

Ihre Sichtweise über Wesen - Geist - Körper finde ich gut, so muss ja schliesslich jeder seine Art der Definition solcher "Dinge" finden.

Schon früher wurde um den seelischen Bezug bzw. die seelische Ursache bestimmter Erkrankungen gewusst, jedoch ist die Medizin heute (sagen wir mal die "Schulmedizin") mehr dahingehend ausgelegt, Krankheit in Form von Labor- und anderen technischen Daten zu definieren.

Welcher Arzt hat heute denn noch die Zeit lange Anamnesegespräche zu führen oder einen Auslöser im Umfeld, in der Psyche oder Kindheit zu eruieren? Ich denke mal, die wenigsten.

Und hier komme ich wieder auf den Punkt. Das Zusammenspiel von Körper und Geist/Seele wird oft nur in sogenannten psycho-somatischen Erkrankungen gesehen. Dass aber auch ein banaler Schnupfen oder Kreuzschmerzen etwas mit dem seelischen Befinden zu tun haben kann, sehen die meisten nicht. Hier im Zusammenhang mit "die Nase von etwas voll haben" oder "die schwere Last, die man zu tragen hat, bricht einen das Kreuz".

Ihr Beispiel mit der Vergänglichkeit des Körpers ist sehr treffend und auch hier gebe ich Ihnen völlig Recht. Was geht uns nicht alles verloren, wenn wir uns nur als körperliche Wesen sehen...Wir altern körperlich deutlich sichtbar und können doch bis zum Schluss an Reife zunehmen, lernen und in uns ruhen. Was wir körperlich nicht mehr schaffen, können wir in Gedanken weiter tun; wo wir nicht mehr hinkommen aufgrund unseres betagten Alters dahin lassen uns unsere Träume fliegen.

Die sogenannte Anti-Aging-Welle zeigt jedoch, dass die Menschen gar nicht alt werden wollen. Für mich heisst das aber auch, dass sie ihr Leben nicht so geniessen können, wie sie es sollten. Sich im Winter des Lebens zurückzuziehen und an die - da ist wieder das schöne Wort - Vergänglichkeit des Körpers anzupassen. Sicherlich sind die "Alten" heute fitter, als früher. Das finde ich persönlich auch schön, jedoch die andere Seite der Medaillie ist, dass die Alten/Gebrechlichen nicht mehr geschätzt werden. Man gehört zum alte Eisen , wird abgeschoben, allein gelassen etc. Das aber ein alter Mensch wertvoll ist, genauso wie ein junger,dass vergessen viele Menschen leider. Wir können so viel lernen von der Lebenserfahrung alter Menschen und ich wünsche mir, dass alte Menschen wieder mehr geachtet werden.

So, nun muss ich aber weiterarbeiten. Schön, dass Sie dieses Thema hier eingestellt haben. Ich hoffe, andere beteiligen sich noch an unserer Unterhaltung.

Liebe Grüße

Marianne
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Marianne Ermisch - Heilpraktikerin
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Hänsel



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BeitragVerfasst am: 01.03.2008, 04:46    Titel: Fliessen

Ja, Marianne, Sie lassen deutlich Ihren täglichen Bezug zur Praxis spüren und haben ein gutes Gefühl für die Realität des (heutigen) Lebens. Das tut mir gut, besonders, weil Sie Ihre „Bilder“ emotionslos vortragen. Ihr Gesicht sagt mir auch, dass Sie im Grunde Ihres Wesens (!) sehr an menschlichen Problemen interessiert sind. Das bin ich auch, allerdings wählte ich einen anderen Weg, bzw. wurde mir ein anderer Weg bereitet. Mein Interesse gilt hauptsächlich grundsätzlichen Wirkzusammenhängen, und um die verstehen zu können, begleite ich helfend auch Menschen, aber einzelne Menschen intensiv über längere Zeiträume. Nun, ich brauchte eigentlich keine Selbstdarstellung, sondern eher eine Überleitung zu meinem Anfangsbeitrag.

Ganzheitlich ist für mich ein Modebegriff insofern, als dass NIEMAND in der Lage ist, einen Kranken als Menschen GANZ zu erkennen. Ich kenne nicht mal jemanden, der sich selber mehr als einigermaßen kennt. Kein Wunder, weil man ja weiß, dass viele Ursachen aus dem Unbewussten gesetzt werden. Einige dieser Ursachen sind traumatisch sehr sicher – da sehr lebensfeindlich - abgeschirmt, so dass nicht einmal der Betroffene an die Informationen herankommt und auch einen Helfer nicht an seine Kernproblematik heran lässt. Sie kennen vielleicht die Zusammenhänge, die unter anderem Alice Miller in einigen ihrer Bücher sehr gut beschreiben konnte.

Fred Gallo geht einen ganz besonderen therapeutischen Weg. Er geht davon aus, dass für JEDE Störung, komme sie nun körperlich, im Verhalten oder im Geist zum Ausdruck, eine (oder mehrere) Ursachen hat, die sich auf den energetischen Teil des Körpers auswirken. Für ihn sind nicht die einzelnen Symptome am wichtigsten, sondern das System, das er mit verschiedenen Methoden versucht wieder in Harmonie zu bringen. Sein Prinzip leuchtet mir ein, weil es an einer relativ neutralen Stelle im System ansetzt, der Energie. Ich weiß aber auch, dass Energie nur einer der therapeutischen Aspekte ist, der nach meinem Verständnis ergänzend wirkt.

Ein anderer Ansatzpunkt ist das Verhalten – Menschen werden immer wieder krank, wenn sie nicht ihre Gewohnheiten ändern; ein anderer Punkt ist die Mentalität, und wenn Menschen ihre Einstellungen zu sich selbst, den Mitmenschen – Sie nannten ein sehr treffendes Beispiel - und dem Leben als solchen nicht (teils grundlegend) verändern, werden sie immer wieder krank. Ein weiterer Aspekt ist die Gesellschaft, in der Mensch lebt. Was politisch und sozial geschieht wirkt oft ansteckend, macht deprimiert, macht Angst, schafft Verwirrung, und die erlebte Gleichgültigkeit vieler Zeitgenossen kann hoffnungslos machen. Dagegen sei kein Kraut gewachsen, könnte man meinen, aber es gibt auch einen Weg, dem Ungeist des gesellschaftlichen Systems nicht in die Fänge zu geraten, bzw. da wieder heraus zu kommen.

So, nun konnte ich mal etwas davon aufschreiben, was ich unter „Ganzheitlich“ verstehe. Und damit dieses Thema, dass außer uns beiden niemanden zu interessieren scheint, sich nicht allzu lange hinzieht, ergänze ich die Ausführung durch meine Vorstellung von den grundsätzlichen Wirkkräften im Menschen. Es sind Geist (WAS) und Liebe (WIE). Beide Kräfte werden gestört: Geist wird verwirrt und dadurch beschränkt, und Liebe wird durch Angst vermindert. Mit diesem Ansatz kann ich aber niemandem helfen, und da kehre ich zurück in Ihre Praxis. Die Entwirrung und die Entängstlichung beginnt „unten“, bei natürlichen Wirkstoffen, bei Entgiftung, bei einer gründlichen, mehrschichtigen Diagnose. Und für den Helfer sollte eine Ethik (z.B. sich für die Menschen Zeit nehmen, ohne zu vergessen, auch für sich selber ausreichend Zeit aufzuwenden) gelten, damit er sich mit seiner Hilfe auch selber hilft. Schließlich gehört auch zur ganzheitlichen Behandlung, dass man den „Patienten“ vorleben kann, dass es auch anders geht, als es die bürgerliche Ordnung genau zu wissen meint.

Es wurde spät, und es geht mir blendend, eine Wohltat, über mein zentrales Lebensthema an Sie, ein verständiges Wesen, schreiben zu dürfen. Hoffentlich ist es mir einigermaßen gelungen, einem roten Faden zu folgen.

Einen herzlichen Gruß nach Berlin (einer Stadt, die mir viele gute Erinnerungen liefert)
Wolfgang

PS. Ich wählte die Überschrift "Fliessen", weil eine anregende, offene Kommunikation die Folge von Gesundheit ist - und gesund hält!
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Hänsel



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BeitragVerfasst am: 01.03.2008, 16:35    Titel: TCM als Farbe im Regenbogen

Ich möchte künftig, so schön wie eine persönliche Beziehung auch sei, meine Beiträge in der Ansprache allgemeiner fassen.

Als Ergänzung zu meinem letzten Beitrag:
Die analytischen, diagnostischen und therapeutischen Ansätze für Heilung sind vielfältig, und jeder „Lobbyist“ preist die Vorzüge „seiner“* Methode an. Aber was richtig im Sinne von hilfreich bzw. notwendig ist, da können selbst Experten die Vielfalt der Optionen kaum noch überblicken, geschweige denn objektiv für ein immer individuelles Problem (eines einzigartigen Menschen) entscheiden.
* Das ist in der Regel aber eine „fremde“ Methode, mit der man nur übereinstimmt. Gerne erinnere ich hier einmal an die „Freudschen“ Erkenntnisse, die sich trotz all ihrer Falschheit hartnäckig in therapeutischen Kreisen etablierten.

Nach meinem Gefühl kann man diesem Dilemma nur entgehen, indem man als Helfer immer wieder versucht, sich auf das Wesentliche zu besinnen und nicht allein sich von Symptomen fesseln lässt.

Ergänzend möchte ich auch mal „Bruno Gröning“ zitieren:
„Jede Krankheit ist heilbar, aber nicht jeder Mensch“.
Wir können eben nicht alle Gründe erkennen, WARUM ein Mensch erkrankt, warum er krank sein MUSS. Der alte chinesische Ansatz, den Arzt für den Erhalt der Gesundheit zu bezahlen, ist natürlich toll, aber in der Praxis haben wir es eben mit kranken Menschen zu tun, und leben in einem System, das die Helfer/Heiler vom Erfolg unabhängig honoriert.

Sollte mich jemand um einen Rat fragen, sagte ich:
„Bleibe bei dir, entwickle bessere Gefühle für dich und verbessere deine Intuition, sodass dein „Bauch“ zu deinem besten Ratgeber wird“.
Dieses Prinzip könnte auch für Therapeuten gelten, die ihren (funktionierenden) „Bauch“ fragen können, welche Methode im speziellen Fall die richtige ist.

Lassen sie mich ein kleines Erlebnis erzählen. Vor elf Jahren wollte meine Lebensgefährtin mir Akupunkturnadeln setzen – eine tolle Idee: nach dem ersten Stich bin ich fast ohnmächtig geworden.

Allen ein schönes Wochenende wünscht
Wolfgang
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Marianne Ermisch



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BeitragVerfasst am: 01.03.2008, 16:52    Titel:

Lieber Wolfgang,

die Empathie fehlt vielen Menschen heutzutage. Wer will sich denn noch hineinversetzen in die Probleme anderer Menschen. Dabei ist es so wichtig und auch erfüllend, jemenden zuzuhören, wenn er sein Inneres preisgibt, sich der Hoffnung hingibt, ihm wird zugehört und geholfen.

Alles muss heute schnell, lukrativ und ohne großen Arbeitsaufwand geschehen. Jeder ist für sich selbst verantwortlich...wo bleibt die Verantwortung für das Gemeinsame? Wer nimmt sich noch die Zeit, sich nach innen zu wenden und inne zu halten? Für Gefühle und Gedanken ist keine Zeit mehr vorhanden. Die Menschen - natürlich nicht alle ;-) - rasen durch das Leben ohne sich bewusst zu sein, dass ihnen das Wesentliche verloren geht. Immer scvhneller, weiter, höher...das fängt ja schon bei den Kindern an, welche kaum den Kindergarten entwachsen schon mit PC, Gameboy und TV hantieren. Die Natur erleben sie kaum noch wie unsereins: entdeckend, neugierig und spielerisch.

Der Sinn des Lebens, seinen Weg im Großen Ganzen zu finden, ein Teil des Universums zu sein, das Miteinander. Dies sind Dinge, welche in der heutigen Spassgesellschaft einfach keinen Platz mehr haben.

Zeit ist nicht Geld, Zeit ist Luxus! Zeit für sich und vor allem, Zeit anderen schenken. Sich an kleinen Dingen erfreuen, wie Spatzen, die sich im Sand ein Bad gönnen.

Wer an Andere denkt, miterlebt, wie schön es ist, anderen Menschen zu helfen, Ihnen eine Freude zu bereiten, der merkt sehr schnell, wie schön es ist. Es gibt einem Kraft, man fühlt sich stark und die Liebe, welche einem entgegengebracht wird wärmt.

Die Lebenseinstellung, lieber Wolfgang, genau das ist es! Wer seine Kinder sozial gesund erzieht, ihnen von Anfang an zeigt, wie wertvoll jeder einzelne Mensch, egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder mit welcher Erkrankung, der setzt einen Grundstein. Ein so geförderter junger Mensch wird sicherlich offen sein für das Schöne im Leben und Empathie haben.

Wer sich nicht selbst ein wenig pflegt, sich eine Auszeit nimmt, die Seele baumeln lässt, nach innen schaut, der ist empfänglich für Krankheit, Stress und vieles mehr.

Eine positive Lebenseinstellung allein bringt schon so viel! Mit dem Leben im Fluss sein, nicht gegen jeglichen Strom schwimmen, sich also auch mal treiben lassen. Es kostet viel Kraft, immer etwas "herausholen zu wollen".

Emotionen, Ängste und Traumen, fast ein jeder hat sie durchgemacht. Der eine hat sie vielleicht verarbeitet, ein anderer ist sein Leben llang "anfällig" in welcher Form auch immer, ohne sich dessen bewusst zu sein, was ihm denn fehlt. Ja, solche Ursachen können unser ganzes Leben bestimmen und wir suchen vielleicht viele Ärzte und Heilpraktiker auf, in der Hoffnung auf Linderung. Manch einer weiss ja auch gar nicht, was so in seiner Seele schlummert und hin und wieder emporkommt. Wenn wir nicht auf unser Inneres hören, sondern nur Ablenkung und schnelle Lösungen suchen, werden wir des Pudels Kern nicht erreichen.

Ich sehe es in der täglichen Praxis nur allzu oft, wie die Patienten erwarten, dass sich ihr Befinden, Ihre Symptome doch möglichst schnell bessern sollen! Geduld und die Bereitschaft zur Änderung der Lebensweise haben leider nicht viele. Und so kommt es, ähnlich wie bei Fred Gallo beschrieben, zu Blockaden, die wir Therapeuten dann finden und beseitigen müssen.

Ganzheitlich...Wolfgang, wir werden nie einen Menschen in all seinem Selbst erfahren. Weil er/sie und auch Sie und ich nie alles von uns preisgeben. Ganzheitlich heisst ja hier auch eher, im Sinne von Körper, Seele und Geist/Psyche. Unser Anspruch ist es, den Menschen in seiner Situation, in der er sich beim Besuch bei uns zeigt aufzunehmen. Wir wollen wissen, wie er sich fühlt, was er er- und durchlebt hat und was ihn peinigt. Sie sehen, wir kümmern uns den "ganzen Menschen". In seiner Gesamtheit, die ihn ausmacht. Wobei Umwelt und Erlebnisse manchmal wichtiger sind, als die augenscheinlich "wichtigen" Dinge, welche in plagen. So, wie im Beispiel oben mit dem Schnupfen.

Ich werde mich mal reinlesen, in die Lehre Fred Gallos, damit ich mehr Hintergrund habe und genauer erfahre, was Ihr Anliegen, was die Basis Ihres Themas ist. Ansonsten finde ich es recht spannend, mit Ihnen zu "diskutieren".

Was ich aber schon erlesen habe ist, dass es im Grunde genommen die gleiche Herangehensweise ist, die viele Therapeuten, wie ich auch, benutzen. Egal, ob in der Homöopathie oder nach TCM. Gefühle, Emotionen und Auslöser finden in den meisten Krankheiten und Therapien Ausdruck.

So, nun werde ich mal enden und mich auf Ihre Antwort freuen. Egal, ob sich hier noch jemand miteinklingt, oder nicht, ich selbst empfinde es als äusserst spannend und auch wohltuhend, hier mit Ihnen unsere Gedanken auszutauschen.

Alles Liebe

Marianne
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Hänsel



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BeitragVerfasst am: 01.03.2008, 23:45    Titel: Donnerwetter!

Mal ganz schnell meinen Gefühlen Ausdruck verleihend:

Das war einer der "schönsten" Beiträge, poetisch UND sachbezogen, die ich je in einem Forum las.
Bewunderung für Sie - mögen Sie es spüren, dass hier jemand ist, der Ihr Wesen sehr wertschätzt. Auf der "emphatischen Ebene" gibt es ja keine Entfernung, ja, keine Distanz, weil in meiner Lebenspraxis Empathie einen Ethos beinhaltet.

Ihr
Wolfgang

geht natürlich den Weg, den Sie jetzt eingeschlagen haben, mit Ihnen weiter.
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Hänsel



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BeitragVerfasst am: 02.03.2008, 16:23    Titel: Lebenseinstellungen

Hallo Marianne,

da Sie einige wichtige Aspekte ansprechen, möchte Ihren Beitrag gerne abschnittsweise beantworten.

1. Empathie
Mit dem Begriff konfrontierte mich ein Lehrer in einer Hamburger Christopherusschule, als ich mich gegen das Phlegma der Lehrerschaft wendete und mich für das Wohl der Kinder einsetzte, bzw. das versuchte, weil die Lehrer sich als „stärker“ erwiesen.
Emphatisch sind nach meiner Erfahrung nur deswegen so wenige Menschen, weil sie mehr oder weniger (meist mehr!) reaktiv sind.
Mit Empathie assoziiere ich Supervision, bei der ja ein „objektiver Beobachter“ tätig werden soll. Meinem Zuhören setze ich jedenfalls Grenzen, nicht zuletzt wegen der Menschen, die nur reden wollen und nichts zu sagen haben, und weil viele Menschen nur reden, um ihre wahren Probleme zu verdecken. Hier ist ein Zuhörer gefragt, der Akzeptanz ausstrahlt, den Sprechenden auf keinen Fall verurteilen wird, egal, über welche „Leichen in seinem Keller“ er spricht. Und auch hier wieder kommt der traumatische Aspekt ins Spiel; der „Patient“ muss erfahren, dass er einen zuverlässigen Begleiter gefunden hat, der das Aufarbeiten lebensbedrohlicher Informationen gemeinsam mit ihm durchsteht. Dafür braucht der Therapeut sicher nicht nur Zeit, sondern vor allen Dingen auch „Charakter“. Nun können wir über das Engagement sprechen. Ich persönlich investiere lieber viel zeit in wenige Betroffene, als wenig Zeit in viele.

2. Kultur und Zeitgeist
Unsere „Kultur“ wird geprägt von einem Zeitgeist, der eine rasante und immer rasantere Entwicklung betreibt. Dem können die meisten Menschen nicht standhalten, flüchten sich in Oberflächlichkeit und Banalitäten, und das in manischer Form. So IST das. Erfolg wird im Sinne einer kapitalistischen Werteordnung definiert, und höhere Sinnfragen ersticken in kleinbürgerlichen Vorstellungen von Normalität. Da hilft mir nur der Satz: Bleibe bei dir selbst. Und möchte ergänzen: wo anders sollte man gesund werden und gesund bleiben können, als bei unablässiger Selbstbeobachtung.
Kinder sind es wohl wert, ein eigenes Thema zu bekommen.

3. Das „Wasser“, in dem wir schwimmen
Unser gesellschaftliches System macht Stress; gezielt wird Angst geschürt. Und ich sage Ihnen nichts Neues, dass ein uraltes Prinzip politisch immer noch praktiziert wird:
Teile und herrsche. Ich vermute, hinter diesem Prinzip steckt auch der Ansatz, starke destruktive Kräfte (der Mensch sei das schlimmste Tier, sagt man) des Menschen zu kanalisieren bzw. zu unterdrücken. Mag das auch ein Grund dafür sein, dass die „psychischen Krankheiten“ stetig zunehmen. Es ist ja auch niemand da, der WIRKLICH nicht nur über die Sinnfrage spricht, sondern ein Konzept zur Umsetzung anbietet. Die esoterische Bewegung verhieß uns schon vor dreißig Jahren den großen Umschwung.
Nun, auch die Sinnfrage halte ich für so wichtig, darüber in einem eigenen Thema zu sprechen.

4. Zeit
Ja, die liebe Zeit, da stimme ich natürlich ganz mit Ihnen überein. Zeit ist jedenfalls für mich eines der Geschenke, das man nicht nur weiter verschenken darf, sondern MUSS. Das kann, mit den richtigen Lebenseinstellungen, viel mehr als Spaß machen – nämlich glücklich. Nun setzen die Menschen seit einigen Generationen auf die Kraft der Vernunft und gestalten ihr Leben mit de, was sie für Freiheit halten. Ehrlich gesagt, ich denke nicht an sie, wenn ich durch den Wald stromere. Wenn jeder seines Glückes Schmied ist und sich statt Glück nur Spaß gönnt, bitte sehr. Es sind dann die, die später mal auf dem Sterbelager liegen und wispern: „War das alles?“

Oh je, eben meldete sich Besuch an. Der Beitrag ist ohnehin lang genug, und so werde ich den zweiten Teil meiner Antwort am Abend schreiben.

Einen geruhsamen Sonntag wünscht Allen
Wolfgang
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BeitragVerfasst am: 04.03.2008, 01:01    Titel: Noch ohne Yin und Yang

So, liebe Marianne, jetzt nehme ich mir die Zeit, gestern Abend hatte ich ein volleres Programm als erwartet, für den zweiten Teil meiner Antwort auf Ihren letzten Beitrag. Gerade denke ich, ein Gespräch über unsere grundsätzlichen Lebensparameter kann auch eine heilende Wirkung erzeugen. Was denken Sie?

Es geht weiter mit
5. Liebe
Ja, wer an Andere denkt und ihnen hilft, kann gesegnet sein, wenn er denn den ersten Grundsatz der Liebe beherzigt (das ist natürlich meine ganz persönliche Meinung über das „Wesen der Liebe“): keine Gegenleistung zu erwarten, also absichtslos zu handeln. So wie Sie schreiben, Marianne, sind Sie nicht nur ein pseudoliebevoller Mensch. In der allgemeinen Lebenspraxis sieht das ganz anders aus, da geht es um Vorteil, um Nutzen und ausnutzen, um Erfolg, indem man andere besiegt. Ich glaube, das Phänomen ist die Folge einer persönlichen Verletzung und folgender fundamentaler Bedürftigkeit, einer relativen Lebensunfähigkeit. Könnte man die heilen, erübrigten sich meiner Ansicht nach viele Anwendungen auf der körperlichen Ebene. Ich erinnere hier gerne noch einmal an meinen analytischen Grundsatz, der auch mit diesen Worten beschrieben wurde: Angst frisst Seele. Und wenn dann noch eine geistige Verwirrung hinzukommt und das Lebensfundament ins Wanken bringt, brauchen wir uns nicht wundern, wenn Menschen mit sich alleine mehr als genug zu tun haben. Ihre Klarheit und ihre Gefühle sind da, so ist meine Erfahrung, eine Ausnahme.

6. Das soziale Gefüge
Oh ja, eine sozial gesunde Erziehung befürworte ich natürlich auch. Tatsache ist, dass sich Rassismus und die Bewertung des Lebenswert nach Geldleistung durch die Generationen – bis heute – hinzieht. Die „menschliche Urproblematik“ (ich nenne das mal so, weil es Rassismus seit Anbeginn der Menschheit zu geben scheint. Ich lese ja gerade die Kulturgeschichte von Indien, wo das Kastensystem sogar einen von Hautfarbe, Religion und Geschlecht unabhängigen Rassismus demonstriert.
Schauen wir unsere heutige Jugend an, können wir auch keine bemerkenswerte Entwicklung von ethischen Werten feststellen. Von Wemoderwas sollten die auch vermittelt werden? Dem politischen System geht es eben darum, aus Kindern produktive, und keine glücklichen Erwachsenen zu machen. In unserem gesellschaftlichen System eine, ich nenne es mal harmonische Lebenseinstellung zu entwickeln, gelingt nur sehr wenigen. Entsprechend hoch ist das Krankenniveau, entsprechend groß der Unmut, begleitet von Phänomenen wie Depression und Hoffnungslosigkeit. Leider ist die Lebenseinstellung eines Menschen nicht leicht veränderbar – ich suche seit über zwanzig Jahren nach einer praktikablen Lösung. Vielleicht gelingt es hier, den Kern des „Übels“ weiter zu erhellen.

7. Urtrauma?
Was Emotionen, Ängste und Traumen betrifft, stimme ich Ihnen zu. Nach meiner Auffassung ist JEDER Mensch traumatisiert und hat Angst vor diesem und jenem, auch wenn sich das „nur“ als Projektion äußert. Ich bin sogar der Meinung, jeder Mensch sei – mehr oder weniger natürlich – schizophren und als Folge davon ambivalent. Menschen mit einem klaren Persönlichkeitskern gibt es wenige, jedenfalls sind mir nur sehr wenige begegnet. Die traumatische Ebene und das Unbewusste sind einer meinen großen Forschungsgebiete, und ich freue mich, weiter mit Ihnen darüber zu sprechen, vielleicht in einem anderen Thema. Ich halte das Wissen über die Zusammenhänge für sehr wichtig, weil man sonst kaum das Verhalten eines Menschen verstehen kann.
Übrigens freue ich mich, weil sie offensichtlich Gefühle und Emotionen unterscheiden.

8. Dr. Fred Gallo
Wenn ich ihn richtig verstanden habe, geht er davon aus, dass sowohl körperliche Krankheit als auch das Verhalten sich selbst und anderen gegenüber determiniert wird von (mehr oder weniger weit zurückliegenden) Ursachen, die unter anderem das Energiesystem blockieren. Energie ist nun mal einer der Faktoren, die für Bewegung/Dynamik und Veränderung notwendig sind. Aber es ist eben nicht nur die „neutrale Energie“, die ein System bewegt. In meinem Konzept spielt die „Erste Geige“ das Motiv. Wenn das stimmt, kann man Energie im Überfluss generieren und mühelos Berge versetzen.
Ich nenne Ihnen mal ein Beispiel. Wenn ein Krieg begonnen wird, müssen Menschen, die bislang brave Bürger sind, dazu motiviert werden, zu Mördern zu werden und sich andererseits auch ermorden zu lassen; DAS gelang (und gelingt) immer wieder bei vielen Millionen. Da frage ich mich in aller Demut, warum mir nicht gelingt, nur einen einzigen Menschen dazu zu bringen, das Gegenteil zu tun: für sich (und seine Mitmenschen) in dem Sinne zu sorgen, glücklich zu sein. Aber das nur am Rande.

9. Geheimnis
Ja, Marianne, das ist auch ein großes Phänomen, etwas „Bestimmtes“ nicht preisgeben zu wollen. Einiges können Menschen ja nicht berichten, weil sie selber im dunkeln tappen, aber einiges wollen sie eben auch nicht sagen. Ich meine, es kommt auch immer auf den Ansprechpartner an. Dem muss man umso mehr vertrauen, je heikler die Informationen werden. Und je mehr menschliche Kompetenz ein Helfer einzubringen hat, je tiefer wird sich auch ein Hilfebedürftiger öffnen. Für wichtig halte ich auch, KEINE Informationen mit Schuld und Urteil zu beantworten – da braucht es dringend nur ein objektives Verstehen der Situation, die ein Patient schildert. Aber da bin ich mal wieder abgeglitten auf die so genannte Psychoschiene – habe übrigens einer Freundin für ihre Nebenhöhlen am Sonntag ein chinesisches Öl zum Inhalieren mitgegeben. Nur mit Psycho geht es eben auch nicht.
Interessant übrigens, dass Sie Geist/Psyche schreiben. Und was mir gerade einfällt: in Pflanzen „steckt“ ja auch Geist, wenn ich nicht irre.
Was ich spüre bei Ihnen ist: Sie zeichnen sich aus durch menschliche Kompetenz, und die halte ich persönlich für wichtiger als alles medizinische Wissen.

10. Wissen
Ja, Sie lesen Fred Gallo, und ich lese TCM. Was mir als erstes auffiel war eine gewisse Uneinigkeit – was mich aber nicht wunderte. In „Fachgebieten“ muss das individuelle Interpretieren wohl so sein, mit der Folge, dass man sich als Anwender in der Regel nur auf sich selber verlassen kann und seiner Intuition bzw. seiner Erfahrung folgen muss.

So geht es mir seit vielen Jahren, ich folge meinem Gefühl und meiner Intuition. Fragen Sie nicht, warum sich eine befreundete Heilerin veranlasst sah, mir lange Briefe über homöopathische Mittel zu schreiben, warum ich darauf reagierte, warum ich dieses Forum „fand“ – und Sie als eine inspirierende Partnerin. Ich glaube an Bestimmung, an Fügung, an eine Vernunft, die nicht mit der des Menschen annähernd vergleichbar ist. Nun, das mag sich anhören wie die totale Unfreiheit – aber das Gegenteil ist bei mir der Fall: ich konnte mich von allerlei törichten, irreführenden Einstellungen, von informativen Verwirrungen und Ängsten befreien.

Himmel, das war ein ellenlanger Beitrag, aber noch einmal teilen wollte ich ihn nicht; Interessierte können ihn ja auch in zwei Abschnitten oder absatzweise lesen.

Lassen Sie mich schließen mit einem Wort aus Ihrem Fachgebiet. Man sprach im Forum von „Der Philosophie der TCM“. Insofern muss ich mich schlecht fühlen, wenn ich hier – vorerst medizinisch relativ laienhaft – in Ihrer Rubrik schreibe.

Danke für Ihre Offenheit, danke für das, was mit Ihren Worten hier herüber schwingt.

Einen herzlichen Gruß an Alle, von
Wolfgang
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Marianne Ermisch



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BeitragVerfasst am: 04.03.2008, 13:29    Titel:

Nun Wolfgang, dann werde ich mal die kleine Pause nutzen, welche sich mir gerade auftut.

Ganz lieben Dank für die Wertschätzung, die Sie mir entgegenbringen. Dies kann ich nur von ganzem Herzen zurückgeben!

Mir fällt gerade was von Paracelsus ein:
Der Arzt soll die Kraft und die Natur der Krankheit im Ursprung suchen und nicht in dem, was von der Krankheit selber kommt, denn den Rauch vom Feuer sollen wir nicht löschen, sondern allein das Feuer selbst.

Meine Recherchen im Internet haben bezüglich Fred Gallo nicht das ergeben, was ich mir erwartet habe. Also werde ich die Tage losziehen und nach einem Buch Ausschau halten, welches mir mehr Information bringt. Da ich meist mehrere Fachbücher gleichzeitig zum Lesen bereitliegen habe, sollte ein weiteres nichts schaden. ;-)

Die Uneinigkeit, welche Sie beim Studieren der TCM bemerken, findet sich in vielen Bereichen. Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass bei der Übersetzung bzw. Interpretation des Gelben Kaisers (Ursprung der TCM-Litheratur) Unterschiede auftreten.

Auch Fred Gallo bedient sich, wenn ich es richtig verstehe, dem Bezzug von Emotionen/Gefühlen auf die Organe. Dies scheint ein Teil seiner Arbeit auszumachen, die Energie mittels Klopfen zum Fliessen zu bringen. Bei der Akupunktur liegt es ja fast gleich: Wir suchen nach der Ursache der Erkrankung, der Symtome oder der Gefühle/Emotionen und finden sie in einer Störung des zugehörigen Funktionskreises. Auch hier spielen Traumen und Erfahrungen eine große Rolle. So kann die über längere Zeit bestehende Angst die Nierenenergie schwächen, was nicht nur zu körperlichen Symptomen führt, sondern auch gleichzeitig weiterhin Angst schürt, den Willen schwächt und am Selbstvertrauen nagt.

Rüdiger Dahlke mit seinem Buch "Krankheit als Symbol" sowie auch Dr. med. Walter Köster mit seinem Buch "Spiegelungen zwischen Körper und Seele" haben an sich auch diesen Hintergrundgedanken, mit dem wir uns hier beschäftigen. Beide zeigen auf ihre Art auf, wie seelische Verletzungen zu körperlichen Erkrankungen führen können.

Sich "zu-vertreten" im wahrsten Sinne des Wortes hat ja auch nicht nur das "Umknicken mit dem Fuß als Ausdruck. Nein, auch hier kann man oft davon ausgehen, das der vielleicht gewählte (Lebens-) Weg nicht der richtige ist.

Also frage ich den Patienten auch immer nach den Ursachen oder nach den Gegebeheiten, welche da waren, als das Übel seinen Anfang nahm.Es ist erstaunlich, was maches Mal dabei herauskommt.

Sicherlich, es gibt und wird es immer auch geben, Patienten/Menschen, die eine Unsicherheit verspüren, sobald es an tieferliegende Dinge geht. Das war auch mein obiger Gedanke bezüglich der Geheimnisse. Nicht alles, was in uns schlummert wollen wir auch hinaufholen. Hier ist geduldiges Zuhören und eine, wie von Ihnen beschriebene Akzeptanz ganz wichtig. Nicht weiterbohren, wenn wir spüren, dass der Vorunssitzende abblockt oder in diesem Moment das Hochkommende nicht aushalten könnte.

Intuition. Ja vieles machen wir intuitiv und ich denke auch, es ist richtig so. Das Wissen kann einem manchmal im Weg sein, wenn es den Blick für das Wesentliche verdeckt. So entscheide ich mich mit dem Patienten oft spontan für die in Frage kommende Thearpie. Dies kann auch dazu führen, dass eine "richtige" Therapie im Sinne von Homöopathie oder Chinesischer Medizin in den Hintergrund tritt und hier erstmal nur Zuhören und Hilfe zur Selbsthilfe vorrangig ist.

Ihr Glaube an Bestimmung, Wolfgang, halte ich nicht für etwas Unfreies. Nein, es ist ja die Bestimmung oder unser Schicksal, in dessen Hände wir uns ab und zu geben, und uns treiben lassen. Oder anders ausgedrückt: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt! Dies ist auch mein Lebensmotto. Nimm den Tag so, wie er frisch vor Dir steht und begrüße ihn mit einem Lächeln. Warte ab, was er Dir bringt und lass Dich darauf ein. Maches Mal erschrecken wir, weil er uns Dinge oder Gefühle bringt, die uns nicht gefallen, aber jeder Schatten hat auf der anderen Seite Licht.
So bin ich nicht böse, wenn ein Patient den Termin absagt, sondern nutze die Zeit, um z. B. etwas aufzuarbeiten, weiter im Buch zu lesen oder um gute Musik zu hören.

Ja, auch ich denke in Pflanzen steckt ein "Geist". Eigentlich muss doch alles, was lebt, so etwas beinhalten. Pflege ich meine Pflanzen mit Liebe und nicht nur mit Licht und Wasser, sogedeihen sie doch auch gleich besser. Oder, warum gibt es uns solche Kraft, wenn wir einen kräftigen Baum umarmen? Er gibt uns schon was wieder, ja daran glaube ich.

Die Philosophie der TCM ist doch im Prinzip das selbe, was unser ganzes Thema hier ausmacht. Sie möchte das Qi zum Fliessen bringen, wo es stagniert. Möchte Emmotionen und Gefühle erkennen, um zu sehen, ob sie uns schaden. Möchte, dass wir im Einklang mit der Natur und den Fünf Wandlungsphasen leben. Und sicher möchte sie auch, dass wir uns unserer Herkunft, Vergangenheit und unserem Innern bewusst sind.

Gestern habe ich mit einem Kollegen lange gesprochen, der aus gesundheitlichen Gründen und auch wegen senes hohen Alters nicht mehr praktiziert. Er sagte mir, dass er es teilweise am Ende leid war, zu sehen, wie wenig die Menschen auf sich achten! Es hat ihm viel Kraft gekostet, sie dazu zu bringen, auf ihr Inneres zu hören und sich selbst zu sehen. Gut, es ging um das Thema Modalitäten in der Homöopathie, aber er hat etwas angesprochen, was mir zu Herzen gegangen ist. Die Menschen schauen nur noch nach aussen und nicht mehr nach sich selbst. Viele achten nicht auf sich. Selbstliebe und Selbstpflege fehlt hier wohl.

"Ich glaube, das Phänomen ist die Folge einer persönlichen Verletzung und folgender fundamentaler Bedürftigkeit, einer relativen Lebensunfähigkeit. Könnte man die heilen, erübrigten sich meiner Ansicht nach viele Anwendungen auf der körperlichen Ebene." Sun Wie wahr! Sehr gut ausgedrückt! Wobei wir wieder zu der Frage gelangen: Was ist wichtig für uns und unser Seelenheil? Wie bringt man den Menschen dazu, sich selbst und andere zu lieben und zu achten?

Angst ist lebenswichtig. Aber ein Trauma zu erfahren bzw. das Einnisten von bösen, verletzenden Erfahrungen werden wir nie verhindern können. Wichtig ist, damit leben zu können. Der eine steckt es weg und lässt den Deckel zu. Der andere erinnert sich in ähnlichen Situationen immer wieder daran, ob bewusst oder nicht und dies macht ihn krank!

Es müssen gar nicht so große Ereignisse gewesen sein. Schön Gerüche heften sich so fest ins Gedächtnis, dass wir sie unser Leben lang nicht vergessen. Teilweise schön und wir erleben ein wohliges Gefühl dabei; oder aber befremdend, angstmachend und das Herz rutscht uns in die Hose, wo wir auch immer nur diesen Geruch wahrnehmen.

So, nun kommt gleich der nächste Mensch, der meine Hilfe erbittet und ich muss zum Schluss kommen.

Auch ich wünsche allen, trotz kaltem, diesigen Wetter (Zumindest hier in Berlin) viel Sonne im Herzen!

Marianne
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Hänsel



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BeitragVerfasst am: 04.03.2008, 18:43    Titel: Auf den beiden Pfaden der TCM

Hallo Marianne, unser „Fliessen“ ist für mich außerordentlich intensiv. In meinem Leben ist es lange Zeit so gewesen, dass ich mich sehr Kräfte raubend wehren musste gegen das, was als Normal gilt. Bis ich zu der Einsicht gelangte, dass das, was von der Allgemeinheit (und darüber stehend von einem bestimmten Geist) als „Normal“ erklärt und gelebt wird, nicht automatisch auch richtig sein muss. Für mich gilt: ich lebe in einer verrückten Welt, die sich ein falsches Etikett aufklebte. Mag das in den Bereich der Versuchung führen. Umso wohltuender ist es natürlich, wenn der „unnormale“ Mensch einem Gleichgesinnten begegnet, der ihn sein Richtigsein fühlen lässt. Ein großes Danke an Sie, es fühlt sich an wie reines Lebenselixier, wie die "Goldene Blume".

Was Dr. Fred Gallo betrifft, bin ich ja auch nicht weiter als Sie. Hatte ja gehofft, im Forum hätte jemand mit der Methode Erfahrungen gemacht. Aber Gallo kocht eben auch nur mit Wasser. Nachdem ich mich intensiver mit der TCM beschäftigte (gestern las ich ein größeres Kapitel über Osteopathie), spürte ich das große Potential, was in dem Ansatz steckt – und habe beschlossen, mir weitere Kenntnisse anzueignen. Da ich einige Heiler kenne, versuche ich, auch diese mit in den Diskurs einzubeziehen. Viele Köche können wohl einen Brei verderben, viele Zutaten können aber auch eine gute Suppe kreieren.

Als sehr interessant empfand ich die Idee von den vier „Grundsätzlichen Ansätzen“:
- zu viel Yin-Energie
- zu wenig Yin-Energie
- zu viel Yang-Energie
- zu wenig Yang-Energie.
Das ist so einfach, dass mich allein das schon zu begeistern vermag – gilt doch (und gerade diese Erfahrung konnte ich vielfältig machen): In der Einfachheit liegt die Lösung.

Als weiteren sehr positiven Aspekt empfand ich, dass PRIMÄR der Mensch als „individueller Mensch“ im Vordergrund jeder Behandlung steht – und nicht, wie in vielen medizinischen Praxen, nach starren Mustern einfach drauf los gewirtschaftet wird. Umso weniger verwundert es mich, dass ein Mensch wie Sie bei der TCM „landete“. Aber ohne Ihr entsprechend starkes Gefühl für das Wesentliche wäre das eben nicht möglich gewesen.

Mal kurz zwischendurch für alle, die sich mit der chinesischen Mythologie nicht so gut auskennen:
Huangdi (der Gelbe Kaiser) gilt als Begründer der taoistischen Lehre. Als Erklärung für Tao wird angeboten: „Bewusst gehen“ oder „Bewusster Weg“.
Bewusstsein erfahre ich persönlich durch gelebte ethische Werte, auch als Verbindung zu dem, was allgemein als der „Sinn von Entwicklung und Werden“ bezeichnet wird.

Ja, ja, Marianne, „mehrere Bücher“, Sie brauchten es mir nicht sagen. Nachdem Sie mich auf eine neue Reise schickten, suchte ich in meinem Fundus nach passender Literatur, und nun liegen hier genau 25 Bücher über das Wesen des chinesischen Geistes. Ein paar Beiträge werden von mir also noch kommen, um den einen oder anderen für die TCM zu begeistern. Sich in liebevoller Begleitung zu wissen bei einer Entdeckungsreise, bei der man selber im Mittelpunkt steht, sollte schon heilende Kräfte freisetzen können, und einen Mut hervorbringen, der notwendig ist für das Erkennen traumatisch erfahrener Erlebnisse. Indem Sie Ihre Vorgehensweise beschreiben bestätigen Sie mir, wie viel „Bewusstsein“ Sie über das Wesen des Menschen verstehen. Ebenso das Prinzip vom „Wesen der Selbsthilfe“ kann ich nur unterstützen. Gestern las ich einen Abschnitt über die TCM, in dem die Selbstheilungskräfte des Menschen in den Mittelpunkt einer Behandlung gestellt sind. In dem Sinne konditionierte ich auch meinen Körper: Du kannst aus eigener Kraft heil sein, werden und bleiben – aber ich helfe dir dabei.

Nett, das Sie auf den Aspekt „Schicksal“ eingingen. Es kann ein gewaltiger Schritt in Richtung Heilung sein, bei einem Menschen die Fähigkeit zum „Hören“ zu entwickeln und ihm das Vertrauen zu geben, dem zu folgen, was er „hört“. Dazu braucht es aber, wir wissen es, eine Änderung von grundsätzlichen Lebenseinstellungen und des Verhaltens in Richtung Selbstbesinnung. Wer sich geborgen fühlt im Fluss des Lebens, wird Dinge entdecken, die vorher durch Sorgen verstellt waren.
Lassen Sie mich kurz aus meinem Leben erzählen. Ich traf viele Menschen, die so glücklich sein wollten, wie ich – aber kein einziger war bereit, so zu leben, wie ich.

Schön, wie Sie über Pflanzen sprechen, und ein treffendes Beispiel auch für den Umgang mit Menschen. Da können wir auch erleben, dass allein die Versorgung mit den (materiellen) Grundbedürfnissen nicht zu Wohlbefinden führt. So wie Blumen mehr als Licht, Wasser und Wärme brauchen, so brauchen eben auch Menschen Respekt, Wohlwollen, ein Verstehen, Zuverlässigkeit und andere Dinge mehr, um als Wesen gedeihen zu können.

Es freut mich sehr, Marianne, dass Sie mir auf den Weg der „Philosophie der TCM“ – und das mühelos – folgten. Darin steckt ja „Geist“, den man etwas allgemeiner gefasst auch „Glauben“ nennen könnte.
Am Anfang von Heilung ja könnte immerhin Geist stehen, und der Gedanke daran, über diese Möglichkeit mit Ihnen sprechen zu können, bereitet mir schon jetzt große Freude.

Das Gespräch mit Ihrem Kollegen ging Ihnen zu Herzen. Es berührt ja auch eine zentrale Frage eines jeden Menschen, der Heilen als seine Lebensaufgabe fühlt.
Nun ist es für mich so: jeder Mensch wählte sein eigenes Schicksal und trägt dafür ALLEINE die Verantwortung. Ich kann nur begleiten, da sein, helfen wollen und helfen können. Aber was daraus wird liegt nicht in meiner Macht. Mehr als meine „Hand“ reichen kann ich nicht, und mehr will ich auch nicht. Wer sie nimmt, da bedanke ich mich, wer sie verweigert, dem wünsche ich viel Erfolg auf seinem weiteren Weg. Ich wäre ein schlechter Begleiter, wenn ich mich von meinen „Patienten“ anstecken ließe – das ist Teil meiner Grundeinstellung.

So, nun hatte ich mir vorgenommen, über das Yin und Yang zu sprechen, aber so wie es scheint, kann das noch warten.

Ein tieferes Gefühl für den Sinn des Werdens –
mit diesem besondern Wunsch verbinde ich allgemeine gute Wünsche für Alle.

Wolfgang

schließt mit den Worten von Hui Ming Ging:

„Die Wolken schwinden im blauen Raum;
Die Berge leuchten klar.
Bewusstsein löst sich in Schauen auf,
des Mondes Scheibe einsam ruht …“
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Marianne Ermisch



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BeitragVerfasst am: 07.03.2008, 22:34    Titel:

Hallo und guten Abend!

Nun habe ich die ersten Kapitel von Fred Gallo´s "Handbuch der Energetischen Psychotherapie" gelesen und merke, dass er sich sehr an die TCM lehnt, wenn er doch die Akupunkturpunkte daraus als energetische Punkte für seine Behandlungsmethode übernimmt.

Der Ansatz, mit welchem er arbeitet ist interessant, mir jedoch noch nicht so ganz schlüssig.Er beobachtet bzw. testet die MU- bzw. Alarmpunkte. Diese können Störungen im Bereich des dazugehörigen Organs bzw. Funktionskreises anzeigen. Und jetzt kommt es, was mir noch nicht so ganz klar ist: Der Zusammenhang mit den empfundenen Emotionen/Gefühlen auf die Alarmpunte. Ich habe gelernt, dass jeder Funktionskreis bzw. jedes "chinesische" Organ sine spezifischen Emotionen/Gefühle beherbergt. Bei Fred Gallo kann jedes Element mehr oder weniger jede Emotion also jedes Gefühl auslösen. Das ist mir noch fremd. Jedoch hat er seine Erfahrung ja mit dem Muskeltests gemacht und ich denke, dass er ein fundiertes Wissen diesbezüglich zusammengetragen hat. Viele Wege führen nach Rom. Er hat eben seinen Weg auf diese Weise gefunden. Vielleicht ist es auch so, das die einzelnen Emotionen/Gefühle bei jedem Menschen einen bestimmten Funktionskreis angreifen.

Die Therapie mit der TCM als solches beinhaltet ja auch nicht den Anspruch einer Psychotherapie. Hier wird ganz einfach die psychische wie physische Störung anhand von Energiedysbalancen (Yin und Yang) oder Qi-Stagnationen (z. B. Schmerz) usw. behandelt. Das hier jedoch auch fast immer eine psychische Komponente mitschwingt liegt in der Natur der Sache: Körper und Geist/Seele lassen sich nicht von einander trennen.

Also werde ich mich weiter durch das Buch von Gallo arbeiten und hoffe auf neue Erkenntnisse...;-)

Ja, Wolfgang, das "Normale", was ist schon normal? Der Norm angepasst würde ich mal sagen. Auch ich möchte nicht in irgendeine Schublade "passen". Mir ist es wichtig, mich in dem, was ich mache, fühle und lebe auch wiederzufinden. Und ich brauchte auch einige Jahre meines Lebens, um zu begreifen, dass es mich eher krank macht, mit den Anderen mitzuhalten bzw. mit dem Strom mitzuschwimmen. Weil, vieles gefiel mir einfach nicht oder, wie Sie es ausdrücken, es raubte mir meine Kräfte.
Jetzt lebe ich ein Leben, welches mir Glück und Zufriedenheit schenkt. Ich liebe meine Arbeit, auch wenn es manches Mal bis in die Nacht hineindauert, bis ich dann zum Ende komme.

Die Einfachheit, lieber Wolfgang, die Sie bezüglich der TCM ansprechen, ist so einfach und doch so kompliziert, dass man sagt, man bräuchte einige tausend Jahre, um die TCM richtig zu erlernen. Wundert mich auch nicht, denn es ist eine Therapieform, welche über tausende von Jahren gereift ist. Aber, da stimme ich Ihnen zu, sie ist erklärbar, gut zu erfassen und logisch. da wo zuviel Yang ist, wird das Yin tonisiert, wo Fülle ist, wird Leere aufgefüllt, Stagnationen werden aufgelöst, pathogene Faktoren wie äussere Kälte eliminiert, innere Disharmonien oder sogenannte Schrägläufigkeiten werden harmonisiert.Klingt doch ganz einfach ;-)

Die Diagnostik der Traditionellen Chinesischen Medizin basiert auf Anschauen (Wang-zhen), Befragung (Wen-zhen), Riechen und Hören (Wen-zhen) und Betasten/Anfassen (Qie-zhen) und auch der modernen Medizin (Miteinbeziehen von schulmedizinischen Diagnosen). Schon der seelisch-geistige Ausdruck des Patienten, seine Haltung, seine Stimme oder der Ausdruck seiner Augen. All das sind Dinge, die eigentlich jedem Therapeuten wichtig sein sollten.

Die TCM interessiert sich nicht nur für den Ort der Beschwerden, sondern genau wie in der Homöopathie will die TCM die Modalitäten wissen. Das heisst, wie ist der Schmerz, wann wird er stärker, wann besser, was beeinflusst ihn also.

Mich hat der Bezug zu den Elementen, den Jahreszeiten, den Lebensphasen, zur Natur allgemein sehr beeindruckt. Es ist eine Therapie, die so natürlich ist, weil sie dem Lauf der Natur, des Lebens dem Wandel der Jahreszeiten usw. folgt.

Homöopathie, dachte ich früher, das ist mein Ding. Reicht ja eigentlich schon, wenn man davon ausgeht, das auch das Erlernen der Homöopathie ein Leben lang andauert. Sie hat einen anderen, mir jedoch genauso lieben Hintergrund und Heilungsansatz. Aber als ich mich in der Heilpraktikerausbildung mit der TCM anfreundete, da war es um mich geschehen. Sicherlich lag es auch an meinem Lehrer, dem ich heute noch für die Begeisterung dankbar bin, mit welcher er uns lehrte.

Nun therapiere ich mit beidem. Manchmal entscheidet der Patient, manchmal ich, und ein anderes Mal einfach die Krankheit bzw. das was ihn zu mir führt darüber, womit ich arbeite.

Der Ursprung:

Dao erzeugt eins,
eins erzeugt zwei,
zwei erzeugt drei
und drei erzeugt die 10000 Dinge.
Laotse: Dao De Jing

Aus dem Einen, dem Prinzip der Eineit, enteht die Dualität. Also Yin und Yang. Die Dinge der Welt können nur in ihrer Gegensätzlichkeit beschrieben werden, der Tag kann nur Tag sein, weil es die Nacht gibt. Der Himmel nur als Himmel, da es die Erde gibt. Yin und Yang sind ergänzende Prinzipien, bei denen das eine nicht ohne das andere existieren kann. Sie fliessen ineinander, beinhalten jeweils auch eine Teil des anderen. So, wie die Nacht zum Tag wird, der Winter zum Frühling und dann zum Sommer wird.
Nichts ist im Verständnis der TCM absolut: Im Yin ist stets auch ein Samenkorn des Yang enthalten und umgekehrt. (Die fünf Wandlungsphasen)

Sich dem Leben hingeben, mitreissen lassen von der Schönheit des aufkommenden Frühlings, sich an dem Guten halten und das Böse vergessen oder verabschieden...das ist das, was ich ein "schönes Leben" nenne. Im Rahmen des Möglichen sein zu dürfen, der man ist, sein mag. Und sich an kleinen Dingen erfreuen. Menschen helfen, zuhören, lieben, Verständnis zeigen, Hilfe anbieten und wie Sie sagen, Wolfgang, auch mal eine Ablehnung annehmen, ohne Groll. Nein, wir wünschen weiterhin alles Liebe!

In diesem Sinne, der Feierabend ruft,

Marianne

PS. Ich glaube, so langsam schliesst sich der Kreis und wir kommen der Philosophie der TCM wieder etwas näher :-)
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Marianne Ermisch - Heilpraktikerin
Chinesische Medizin - Homöopathie
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