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Tinkturen herstellen
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Anja
Anmeldedatum: 03.05.2007 Beiträge: 4
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Verfasst am: 03.05.2007, 22:52 Titel: Tinkturen herstellen |
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Hallo,
wenn ich mir Tinkturen herstelle, nehme ich meistens ein Ethanol-Wasser-Gemisch von 50%.
Jetzt weiß ich, dass man im Allgemeinen sagt, dass man bei Blüten und zarten Pflanzen um die 30%, bei Hölzern usw. im die 70% nimmt.
Mich würde allerdings interessieren, ob es eine Vorschrift/Übersicht gibt, in der genau beschrieben steht, bei welcher %-Stärke welche Stoffe aus der jeweiligen Droge gezogen werden. Da soll es massive Unterschiede geben.
Vielen Dank und viele Grüße
Anja  |
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Adolf Nahrstedt

Anmeldedatum: 04.10.2006 Beiträge: 46
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Verfasst am: 04.05.2007, 11:00 Titel: |
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| Tinkturen sind ethanolisch-wässrige Extrakte aus pflanzlichen (seltener tierischen) Drogen (=getrocknete Teile), die im Verhältnis 1Teil Droge auf 5 Teile Extraktionsmittel (bei stark wirksamen Drogen auch 1 Teil auf 10 Teile Extraktionsmittel) durch Mazeration (10-tägiges Stehenlassen im Ansatzbehälter), Perkolation (langsamer Durchfluss des Extraktionsmittels durch eine Glasröhre gefüllt mit Droge) oder Wirbelextraktion (Behandeln von Droge in Extraktionsmittel mit einem schnell wirbelnden Küchenstab für wenige Minuten) hergestellt werden. Das Drogenmaterial sollte dabei gut zerkleinert sein (bei "weichen" Drogen z.B. Blätter klein zerschnitten; bei härteren z.B. Hölzer eher grob gepulvert). die Arzneibücher verwenden für die Grösse der Drogenpartikel die sogenannten Siebmasse. Die Ethanolstärke liegt bei den meisten Drogen bei 70% (Spiritus dilutus, verdünnter Ethanol 70%). sie richtet sich nach der Löslichkeit der erwünschten extrahierbaren Inhaltsstoffe (Wirkstoffe). Bei höheren Wasseranteilen gehen mehr hydrophile (wasserlösliche) Stoffe in die Tinktur, bei höheren Ethanolanteilen mehr lipophile (fettlösliche). Bei Weissdorntinktur kommt man z.B. mit 45% Ethanol aus; bei Myrrhentinktur benötigt man 90% Ethanol. Man kann also keine allgemeine Vorschrift geben: die Ethanolstärke hängt vom verwendeten Drogenmaterial ab. Die Arzneibücher geben deshalb bei der Herstellung von Tinkturen und Extrakten die Ethanolstärke an. Bei "Hausgebrauch" und ohne weitere Kenntnis des Drogenmaterials würde ich allerdings für 70% Ethanol plädieren, nicht für 50%. |
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Anja
Anmeldedatum: 03.05.2007 Beiträge: 4
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Verfasst am: 04.05.2007, 19:00 Titel: |
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Hallo Prof. Nahrstedt,
ganz herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort, die mir sehr weitergeholfen hat.
Viele liebe Grüße
Anja |
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