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schizophrenie homöopathisch behandeln
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schizophrenie homöopathisch behandeln

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Karsten Feldmann



Anmeldedatum: 19.09.2016
Beiträge: 6
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 20.09.2016, 13:00    Titel:

Hallo Luc,

zuerst muss ich ein wenig mit dem Glauben aufräumen, das das Repertorisieren in der Homöopathie eine "exakte Wissenschaft" sei.
Es ist sicherlich einer der besten Wege sich einem Fall zu nähern und in die Tiefe des "Körperlichen Ausdrucks" einer Person und seiner ganz spezifischen Körperlichen Ausdrucksmittel einzutauchen. JA ! Das ganz bestimmt. In den Repertorien liegt unendlich viel Wissen und Erfahrung. Aber man muss sich auch als das verstehen, was sie sind. Ein Werkzeug. Eines von vielen.
Das wichtigste Werkzeug ist die Beobachtung und das "Mitgehen und Einstimmen" auf den Patienten. Am besten aus einer Position von absoluter Neutralität, Wertfreiheit und gelassener Ruhe. Der Patient wird mich dann in Bewegung versetzen und führen. Bestenfalls direkt zu sich und seinem Problem.
DAS ist nicht zu ersetzen. Der Patient kann sich selbst nicht in dieser Form sehen oder betrachten. Niemand kann das bei sich selbst.

Und daher ist eine Selbstbehandlung auch immer gewissen Beschränkungen unterworfen. Es bleibt immer ein gewisses Glücksspiel.
Wer sich selbst durch die Rubriken eines Repertoriums betrachtet, der beschränkt seine Sicht auf einen Bruchteil, und muss den rest interpretieren. Und Interpretationen sind keine Beobachtungen. Daher kommt es zu sehr häufigen Fehleinschätzungen in der Selbstbehandlung. Klammert sich der Homöopath an sein Repertorium, dann macht er den gleichen Fehler.

Bei Körperlichen Beschwerden, die keine starke psychische Komponente haben, funktioniert es trotzdem recht gut. Was beweist, wie gut die Repertorien sind.
Bei seelischen und psychischen Problemen, versagt man jedoch ohne die tiefe Kenntnis der Arzneimittel und Ihrer Gruppen und Beziehungen zueinander dann aber total.
Man wiederholt immer wieder die gleichen Mittel und kann so jahrelang behandeln ohne von der Stelle zu kommen.
Stramonium, Ignatia, Natrium, Lachesis, Helleborus, ... etc. man wechselt die Behandler ... und alles Wiederholt sich endlos.
Die Mittel wirken auch immer ... aber nur kurz. Es kippt immer wieder zurück. Der Patient ist frustriert und wechselt den Behandler. Anschließend denkt der Homöopath er hätte den Fall gelöst, weil sein Patient ja nicht mehr kommt. (Auch Homöopathen sind Menschen und hoffen und glauben auf ihren Erfolg)

Gerade bei den Seelischen Symptomen "Geist und Gemüt" versagt das Repertorium oft !

Angst vor Dunkelheit haben sehr viel mehr Mittel, als im Repertorium stehen. Nämlich alle Mittel, die starke Ängste auslösen können.
"Religiöser Wahn" ist etwas kompensatorisches und kann ebenfalls in vielen Zusammenhängen ausgelöst werden.
Das Repertorium ist hier keine sichere Hilfe. Nur ein schwacher Wegweiser.

Stramonium zeigt die "Angst vor Dunkelheit" nur im Selbstversuch oder bei der Arzneimittelprüfung sehr ausgeprägt, zuverlässig und schnell. Darum steht es dort.
Wenn z.B. in einer Rubrik "Lach." steht, dann sind IMMER ALLE SCHLANGEN zu prüfen. Steht dort "Lat.-m.", dann sind alle Spinnen zu prüfen.
Und diese differentielle Prüfung kann lange dauern, denn die Mittel sind teilweise sehr schwer zu differenzieren. Körperliche Symptome oft sehr ähnlich.
Es gibt spezielle "Bindungsdiffentielle" Betrachtungen, die hier zum Ziel führen. Aber dafür muss der Behandler die Bindungs- und Beziehungsfähigkeit des Patienten prüfen und genauestens beobachten. Das kann man naturgemäß auch nicht in der Selbstbehandlung.

Das als kleines Vorwort.

Dein Satz: "... Ich denke nicht, dass bei mir ein Trauma vorliegt das im Stande gewesen wäre eine Psychose auszulösen, es ..." erreicht mich nicht wirklich.
Liegt ein Trauma vor, dann würdest Du selbst es nicht bemerken. Das ist die Aufgabe eines Traumas. Das Du es nicht bemerkst. Nur gelegentlich kocht es hoch, und lässt dann wieder nach. Das Cannabis kann die "Grenzen des Bewusstseins" schwächen und so der Psychose den Zutritt zu Deinem Geist sehr erleichtern.
Dann ist Cannabis der Auslöser, aber nicht die Ursache.

Ein Trauma muss auch nicht in der "Bewussten Lebenszeit" erfolgen. Traumata können auch übernommen werden, oder in einer extrem frühen Lebensphase entstehen.
Ich habe schon eines behandelt, wo der Ursprung später absolut eindeutig geklärt wurde. Und das erst Monate nach der richtigen Arzneimittelgabe.
Das Leben dieser Frau veränderte sich in den folgenden 12 Monaten in JEDER Hinsicht.

Es war im 7ten Monat zu einer lebensbedrohlichen Komplikation in der Schwangerschaft gekommen. Das Kind hatte sich über mehrere Tage in der Nabelschnur verwickelt und schwebte in Lebensgefahr. Das erfuhr die Patientin aber erst als sie ihre Mutter auf mein Drängen hin konkret danach befragte.
Auch Traumata von Eltern oder Großeltern aus Kriegszeiten können mit einer unglaublichen Intensität von den Kindern oder Enkeln übernommen werden.

Ich vermute einmal, dass Dein Stramonium seine Wirkung über kurz oder Lang einbüßen wird. Aber wenn es hilft ... dann ist es gut.

" .... Das durchleben weitere Wahnsymptome schreckt mich jedoch ab, jedoch kann ich es nicht vermeiden um endgültig zu wissen was Sache ist. ..."
Da offenbarst Du eine Vorahnung, die ich ernst nehmen würde, wenn ich Dein "Helfer" wäre.


Zu Deiner letzten Frage:

Ich habe bislang ca. 150 Personen mit den unterschiedlichsten seelischen Störungen behandelt. Nicht immer mit nachweislichem Erfolg, da der Kontakt manchmal abbrach.
Die Diagnosen "Schizophrenie, Psychose, Passiv Aggressive Störung, Narzissmus, ADHS" oder ähnliches sind klinischer Natur und in der Homöopathie weitgehend wertlos.
Narzissmus kommt bei Schlangen häufiger vor, Passiv Aggressives Verhalten bei Spinnen. Aber auch das sind keine sicheren Kriterien. Nur Wegweiser und grobe Anhaltspunkte.

Über Traumatherapie wirst Du im Internet sicherlich viele Informationen finden. Das ist ein riesiges Thema.

Eine Vollständige Heilung gibt es nicht. Das Leben ist immer zu einem gewissen Maße im Ungleichgewicht. Das dient dem Leben durch Chaos. Das ist notwendig und ein Prinzip des Lebens. Das Leben möchte Kampf und Chaos als Wegbereiter für das Entstehen und Gedeihen. Krankheit ist ein "Zustand der Neuorientierung" und der Stabilisierung von Ungleichgewichten.

Um Dir aber nicht völlig auszuweichen kann ich eine durchschnittliche Zahl angeben. Vom Hauptmittel bis zur weitgehenden Auflösung braucht es häufig 4 bis 5 Mittel.
Es können auch 2 sein oder 7. Aber 4-5 ist eine gute Zahl. 2-3 Fehlversuche kommen dazu.
Die Behandlungsdauer bei einer mittelschweren Beeinträchtigung der Psyche liegt aber oft bei 2 bis 3 Jahren (mindestens). Kann aber auch 5-7 Jahre betragen bei schwereren Fällen. Bei jedem richtig gewählten Mittel kommt es bis zu mehreren Monaten zu entsprechenden körperlichen Symptomatiken. Dabei fließt die Seelisch gebundene Energie auf die Körperliche Ebene ab, und wird dort quasi "verdaut". Es ist hier wichtig diese Phasen bis zum Schluss abzuwarten. Es gibt Ausnahmen. Auf ein Spinnenmittel folgt häufig früher oder später Tuberculinum. Das kann gegeben werden, sobald Symptome auftraten, die die Atmung betreffen oder besondere Hautsymptome auftreten. Der Fall kommt sonst nicht zum Abschluss. Aber auch hier: Sachkenntnis und sicheres Beurteilen von außen sind unerlässlich !

"Heilung" von Schizophrenie bedeutet : Den ungewollten oder nicht integrierten Persönlichkeitsanteil annehmen und zu einer Einheit der Persönlichkeit gelangen.
Das wäre die Gesundheit bei einem Schizophrenen. Der Charakter bleibt aber Lebenslang davon geprägt. Aber die seelischen Anteile kämpfen nicht mehr darum "zur Kenntnis genommen" zu werden. Es kehrt Ruhe ein.

So gesehen gibt es also keine "Heilung", ... aber eine Beschwerdefreiheit im weitesten Sinne. Daher kann ich nicht behaupten eine Schizophrenie geheilt zu haben. Aber Schlaflosigkeit, Desorientierung, Panikattacken, Verwirrte Zustände, Stimmen oder ähnliches habe ich bereits des öfteren unter dem Einfluss meiner Arzneimittelwahl verschwinden sehen. Meist mit mehr oder minder heftigen Körperlichen Symptomen.

"Vollständige Heilung" braucht in der Regel mehrere Mittel. In einer Abfolge können Spinnen, Schlangen, Pflanzen usw. nacheinander folgen.
Eines kann ich jedoch sehr eindeutig sagen: Es ist auffällig, wie oft Psychische Krankheiten auf Tierische Gifte und Substanzen regieren. Bei mir liegt in 80% aller Fälle der "Einstieg" bei den starken Tierischen Toxinen.
Die Behandlung macht es notwendig, das der Behandler "eng am Patienten" bleibt. Auch wenn das mitunter sehr anstrengend ist.
Mitunter muss man auch nachts mal reagieren.

Es gibt keine feste Folge. Wie war das noch ? Gründliches Repertorisieren nach jeder Gabe und Wirkung.
Aber ich gebe zu ... ich habe oft schon zu Beginn einen "Plan der Mittel" im Kopf. Meist tritt er so nicht ein, aber Erwartungen und Enttäuschung steigern den Lerneffekt.

Wenn Psychopharmaka gegeben werden, bin ich oft fast Blind in einem Fall.
Ich betrachte hauptsächlich das persönliche Bindungs- und Sozialverhalten des Menschen. Das erfühlt man aus dem persönlichen Umgang.
Unter schweren Psychopharmaka, z.B. in der Psychiatrie sind diese Dinge nur sehr eingeschränkt möglich. Es ist so, als ob man nur noch die besonders "lauten Töne" hört.
Hier hilft es oft nur noch die Lebensgeschichte genau zu analysieren und zielgerichtet zu provozieren. Das mag sich schlimm anhören, hilft aber oft weiter.
Ich brauche echte Reaktionen mit echten Gefühlen und Stimmungen. Und die sind beeinträchtigt unter Psychopharmaka.

Ich hoffe das hilft Dir ein wenig weiter.

LG, Karsten
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Ich studiere und praktiziere die Klassische Homöopathie seit 20 Jahren. Ich behandle ausgesuchte Fälle kostenlos. Schwerpunkt Beziehungs- und Bindungsstörungen / Psychose und Persönlichkeitsstörungen.
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lucmachine



Anmeldedatum: 18.09.2015
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 20.09.2016, 19:05    Titel:

Hallo Karsten,

danke für deine ausführliche Antwort.
Als aller erstes möchte ich dir ein großes Lob aussprechen für all jene Menschen denen du weitergeholfen hast, ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass eine Zusammenarbeit mit einem erfahrenen und angagierten Menschen vor allem bei psychischen Erkrankungen unerlässlich und sehr hilfreich ist. Jedes richtig gewählte Mittel bringt Erleichterung und stärkt die Lebenskraft. Als ich anfangs nur Neuroleptika hatte, und die Krankheit unter diesem Schutz immer noch in ihren vollen Zügen tobte fühlte ich mich tod, jeder Tag kostete mich Überwindung. Heute kann ich sagen, dass unter einem Simile, bestenfalls dem Simillimum für die jeweilige Schicht, trotz Medikamenten ein lebenswertes Leben möglich ist. Ich bin nicht mehr depressiv, kann halbtags wieder arbeiten und spüre auch eine Verbindung zu der Natur und meinen Mitmenschen. Alles dies wäre ohne meinen Homöopathen der unter anderem auch Psychiater ist nicht möglich gewesen. Ich würde es nicht annähernd wagen mich selbst zu Behandeln, bei der schwere dieser Erkrankung. Ich habe mich hier angemeldet um meine Erfahrung zu teilen und bestenfalls auf Menschen zu stoßen die auch in mit diesem Thema sehr vertraut sind und mir vielleicht einige Tipps geben können. So wie du! :)

Warum behandeln sie nicht Hauptberuflich Menschen mit psychischen Erkrankungen bei all ihrer Erfahrung speziell auf diesem Gebiet??

Das Repertorisieren sehe ich gleich wie du als eine wage Richtlinie, sind Symptome jedoch sehr ausgeprägt wie beispielsweise "beten", "Angst vor Tieren - spezielle Spinnen und Insekte", "Glaubt Tiere seinen Menschen", oder Halluzinationen wie "sieht Fratezn" --> alles Symptome die bei mir vorgekommen sind, finde ich schon, dass sie einen zu den in frage kommenden Mitteln führen können. Jedes Mittel hat ja dann noch seine Essenz und Hauptsymptome die helfen auszuschließen. Natürlich muss man die Mittel sehr gut kennen.
Natürlich ist bei der Dynamik einer Schizophrenie schwierig die wesentlichen Symptome herauszufiltern, da einem ja alles Angst macht, und die Beziehungsideen in alle möglichen Horrorgeschichten verstricken wo praktisch Angst vor allem Herrscht wenn es in dem jeweiligen Kontext des Beziehungswahns steht. Somit ist schwer die eigentlichen wichtigen Symptome für die Mittelwahl herauszufiltern. Jedes Simile stärkt jedoch die Lebenskraft und nach Kalium Bromatum war meine Psychose bereits charakteristischer, sie hatte sich verändert und es war einfacher das nächste Mittel zu finden. Was ich noch hinzufügen möchte, sie erwähnten, dass es immer einen wertefreien Beobachter geben sollte der einen Begleitete, ich muss sagen diesmal waren es meine Mutter und Geschwister die meinem Homöopathen die wichtigsten Informationen geliefert haben über Telefon da ich selbst in der Psychiatrie Zwangseingewiesen war. Er hatte schon eine Vorkenntis von mir und tat sich deshalb mit den bereits vorhandene und neuen Symptomen leichter das Mittel zu finden.

Ich würde es Genial findne wenn einen in der aktuen Phase in der Psychiatrie Homöopathen beobachten und begleiten würden und somit im Akutstadium die in Frage kommenden Mittel ausprobieren könnten. Es wäre sehr fortschrittlich die Homöopathie als Behandlungsmethode miteinzubeziehen.

Haben sie jemals einen hochpsychotischen Menschen begleitet??

Du meintest, dass unter einem richtig gewählten Mittel innerhalb der nächsten Monate körperliche Symptome auftreten. Leider war das bei mir noch nicht der Fall, diese hätte nämlich bedeutet, dass sich meine Symptome bereits von der geistigen auf die Körperliche Ebene verlagert hätte. Ich warte sehentlich auf einen Ausschlagt, Ausfluss,...

Natürlich bin ich in meinem Leben in einige verstrickte Situationen geraten, auch nach der Geburt war ich in einem "Galskasten" getrennt von meiner Mutter da ich nichts gegessen habe und mir über eine Nadel im Kopf die Nährstoffe zugeführt worden sind. Ich glaube das hat mich sicher sehr geprägt diese frühe Trennung von meiner Mutter. Und ganz alleine.
Ich glaube jedoch, dass dies zu einem späteren Zeitpunkt noch ein Thema sein wird, zu einer tieferliegenden Schicht gehört, die wenn ich soweit komme noch behandelt werden wird.

Oder beziehen sie alles aus der Lebensgeschichte mit ein um ein Mittel zu finden?

Mein Homöopath meinte es muss erst einmal die Psychose aufgeräumt werden. Wenn nichts mehr psychotisches da ist.

Vielleicht ist ja noch ein Mittel aus der Familie der Nachtschattengewächse das in Frage kommt, oder noch besser meinen Fall deckt. Da war noch "Hyos", das hat aber immer etwas erotisches und will nackt sein. Und Belladonna, fühlt sich besser im Dunkeln, was bei mir eindeutig nicht der Fall war. Dann gibt es aber noch eine ganze Reihe Mitteln aus dieser Familie ich glaube Mandragora, Tabacum,...mehr weiß ich nicht. Der Homöopath müsste mich jedoch knall psychotisch sehen um genau differenzieren zu können. Vielleicht könnte eine Videoaufnahme das nächste mal etwas erleichtern. Wäre eine gute Idee, findest du nicht??

Jaja, ein sehr komplexes Thema diese Krankheit Schizophrenie und die homöopathische Behandlung. Und dann kommen da noch die Psychopharmka hinzu mit ihren Unterdrückungen und Nebenwirkungen, auch ein schwieriger Punkte der miteinbezogen werden muss.

Ich hoffe auf weitere handfeste Symptome und viel viel Glück.

Ich hoffe das nächste Mittel erlöst mich von der Schlaflosigkeit (die mit Sicherheit von der Psychose kommt) und dem Rest der Symptome.

Meine Mail

lucawinkler7@gmail.com

Würde mich sehr freuen wenn sie mir einige Fällge von Psychosen die sie behandelt haben wenn sie zufällig festgehalten haben. Es ist sehr spannend in diesen Fällen zu stöbern und durchaus ermutigend!!!

Lg Luc
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Karsten Feldmann



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Beiträge: 6
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 21.09.2016, 11:23    Titel:

Guten Morgen Luc,

ich freue mich zu lesen, das Du einen Homöopathisch geschulten Psychiater hast !! Das ist äußerst selten.

"Warum behandeln sie nicht Hauptberuflich Menschen mit psychischen Erkrankungen bei all ihrer Erfahrung speziell auf diesem Gebiet??"


Weil ich mir selbst meine Fälle suchen möchte. Und das kann ich nur so. Ich bestimme alle Parameter meiner Arbeit selbst.
Bin weder auf ein Einkommen daraus, noch auf einen Erfolg angewiesen. Diese Freiheit nutze ich um mich auf diesen "Randbereich" zu konzentrieren.
Manchmal arbeite ich wochenlang nur in meinem normalen Beruf, und manchmal wühle ich mich monatelang durch Prüfungsprotokolle und englischsprachige
Literatur zu diesen Themen.
Die "Schamanische Heilkunst" hat ebenfalls viel zu bieten. Dort ist ein Trauma ein "Dämon". Man muss alles umdeuten und
interpretieren, aber das Wissen, dass sich dort sammelt ist enorm.

Zusätzlich kann ich dadurch sehr lange beobachten. Der Patient erwartet oft nach einer Sitzung oder Behandlung ein Mittel. Er zahlt ja auch dafür.
Das kann ich mir sparen, bis ich maximale Sicherheit in meiner Beurteilung der Situation habe. Und das kann auch schon mal 4 Sitzungen oder 2-3 Monate
dauern. Ich treffe mich auch schon mal mit meinen "Patienten" und "Klienten" in Alltagssituationen und verbringe einen halben Tag mit ihnen.
Da fährt schon einmal eine Harley vorbei, und während ich mir bei dem Lärm die Ohren zu halte brüllt meine elegant gekleidete Begleitung mit völliger
inbrunst "Ahhhh, GEIL !! Ich liebe diesen Sound !". Das erzeugt unweigerlich bei mir den Gedankengang: -> Repertorum "Mag den Klang von Trommeln" -> "Burschikoses Auftreten".

Das sind Eindrücke, die man in keiner Praxis bekommt. Mit Kindern ist das sowieso die beste Methode um sie zu erleben.
Und die "Beziehungsdynamik" und "Beziehungsfähigkeit" eines Menschen kann man nur in Alltagssituationen beurteilen.
Das Verhältnis "Behandler -> Patient" hat ein unüberbrückbares Gefälle.
Bei Psychosen und Trauma muss man nah' an den Menschen ran. Für Kontaktscheue Menschen ist das eher nichts.

Und bei allem was Du schreibst ... Du kannst Dich selbst nicht sehen.
Das hat in meiner Denkwelt nichts mit einem "blinden Fleck" zu tun. Auch wenn das oft in der Literatur als Erklärung herangezogen wird.
Der wahre Grund ist ein Anderer.

Homöopathie ist eine "Phänomenologische" also beobachtende Heilkunst, die die Dinge zueinander in "Beziehung" setzt. Verhältnisse und
Relationen in BEZIEHUNG zueinander setzt. Das Schlüsselwort ist "Beziehung".

Betrachte ich mich selbst, so verhält sich das ungefähr so als wenn ich jemandem Sage "Die Botschaft deines Lebens ist auf deinen Körper Tätowiert. Lies sie."
Aber immer wenn er den Blick auf seine Haut wendet, geht das Licht aus und er sieht nichts mehr. Schau er auf, geht es wieder an.
Der Mensch ist als Individuum nicht denkbar. Nur in Beziehung zu anderen und zur Welt. Dem nach "innen gewandten Blick" fehlt damit das wichtigste.
Die Beziehung zu anderen und zur Welt. Damit ist in der Selbstbetrachtung nur noch die "Beziehung zu sich selbst" vorhanden. Aber die spielt
in der Homöopathie schon aus historischen Gründen nur eine untergeordnete Rolle. Es gibt zwar die sogenannten "Ich-nahen Symptome", aber das ist zu wenig.

Dazu kommt, das die Fähigkeit sich an eigene Gefühle zu erinnern bei Menschen sehr viel schwächer ausgebildet ist, wie die Fähigkeit der Erinnerung
an Fakten und Daten. Wir neigen dazu Daten und Fakten zu verändern, damit sie sich mit unseren Gefühlen decken. Umgekehrt aber ebenso ! Und wir bemerken nicht, ob wir das Eine oder das Andere tun !
Das sind viele Faktoren, die es nahezu unmöglich machen sich selbst einigermaßen gut zu erfassen.
Und das ist in einer Psychose noch sehr viel schwieriger. Dort spielen die Gefühle "verrückt" und verändern die Wahrnehmung nachhaltig. Das geht dann
fließend über in einen Wahn.
Ein guter Homöopath wird die feine Trennung dieser Ebenen erkennen und in die passenden Verhältnisse setzen um den Zustand einschätzen zu können.
Das lernt man aus keinem Buch. Das ist nur Erfahrung.

Dafür ist das Akutstadium eher schlecht geeignet. Besser ist der "Stabile Lebenshintergrund". Die Lebensbasis. Akutphasen sind bei Psychiatrischen
Erkrankungen wie ein Vulkanausbruch. Man kann die Lava untersuchen, aber man kommt nicht mehr nah genug ran, um das Innere zu erkennen.
Vom Akuten reicht ein kurzer Eindruck. Das Wesentliche ist der Stabile Mensch.

Und ja, ich habe viele Menschen in akuten Schüben in der Psychiatrie aufgesucht und in ihren "Wiedereingliederungsphasen" ins Leben.
Tobend, schreiend in Wahnvorstellungen und tiefster Depression ... in absoluter Panik und Todesangst.
Aber das alles ist besser als Apathie und Antriebslosigkeit.

"Ich würde es Genial finden wenn einen in der akuten Phase in der Psychiatrie Homöopathen beobachten und begleiten würden und somit im Akutstadium die in
Frage kommenden Mittel ausprobieren könnten. Es wäre sehr fortschrittlich die Homöopathie als Behandlungsmethode mit einzubeziehen."

Das scheint sehr verlockend, und ich kann den Wunsch verstehen. Aber die Akutphase ist der denkbar schlechteste Augenblick für eine Arzneimittelgabe.
Der "Ausbruch" zeigt eine Instabile und schwache Phase. Besser gibt man in einer Phase kurz nach einer Erholung, wenn die Kräfte für eine Reaktion besser
aufgestellt sind. Und dann DAS EINE RICHTIGE. Oder zumindest das, was am besten passt.

Wenn Du noch keine körperlichen Symptome hattest, dann liegt der Schwerpunkt noch immer "sehr hoch". Dann ist das Wesentliche noch nicht erkannt worden.
Bei Deiner Beschreibung MUSS es eine körperliche Reaktion geben. Alles Andere sind Fehlversuche.

Und DAS IST DAS WESENTLICHE : " ... Natürlich bin ich in meinem Leben in einige verstrickte Situationen geraten, auch nach der Geburt war ich in einem "Glaskasten" getrennt von meiner Mutter da ich nichts gegessen habe und mir über eine Nadel im Kopf die Nährstoffe zugeführt worden sind. Ich glaube das hat mich sicher sehr geprägt diese frühe Trennung von meiner Mutter. Und ganz alleine. ... ".

Zu dem Zustand, den Du damals in Deiner Seele verspürt hast, brauchst Du das passende Mittel.

"... Ich glaube jedoch, dass dies zu einem späteren Zeitpunkt noch ein Thema sein wird, zu einer tieferliegenden Schicht gehört, die wenn ich soweit komme noch behandelt werden wird. "

Nein, DAS ist die oberste Ebene der Hierarchie. Das Mittel für die Eröffnung.
Das Thema "Allein und Verlassen sein. Ohne Kontakt. Ohne Berührung. Hilflos auf andere Angewiesen. Dem Tode nah."

Triffst Du das, dann purzeln Die dir Körperlichen Symptome in den nächsten Monaten nur so entgegen. Dann kannst Du fleißig Repertorisieren und Dein Wissen ausspielen.

"Oder beziehen sie alles aus der Lebensgeschichte mit ein um ein Mittel zu finden? "
Selbstverständlich auch das. Anders geht es nicht.

"Mein Homöopath meinte es muss erst einmal die Psychose aufgeräumt werden. Wenn nichts mehr psychotisches da ist. "
Da liegt er goldrichtig !

"Der Homöopath müsste mich jedoch knall psychotisch sehen um genau differenzieren zu können. Vielleicht könnte eine Videoaufnahme das nächste mal etwas erleichtern. Wäre eine gute Idee, findest du nicht?? "
Darf ich das sagen ? (Es ist eine Schnapsidee ;-) ... )

Nein, das hilft nicht weiter. Das Thema steht oben.


"Vielleicht ist ja noch ein Mittel aus der Familie der Nachtschattengewächse das in Frage kommt, oder noch besser meinen Fall deckt. Da war noch "Hyos", das hat aber immer etwas erotisches und will nackt sein. Und Belladonna, fühlt sich besser im Dunkeln, was bei mir eindeutig nicht der Fall war. Dann gibt es aber noch eine ganze Reihe Mitteln aus dieser Familie ich glaube Mandragora, Tabacum,...mehr weiß ich nicht. "

Du hast gut recherchiert. Aber das sind alles Ebenen die "unterhalb" liegen. Triffst Du das Thema, wird vieles davon von allein verschwinden.
Gut ist, das Du es gesammelt hast, denn eines davon könnte das Folgemittel sein. Aber das ist fraglich. Triffst Du das Thema nicht, sind alle diese Mittel nur von kurzer Wirkung.


"Ich hoffe auf weitere handfeste Symptome und viel viel Glück. "
Es werden keine Symptome kommen, die Dich weiter führen. Die Psychose ist DAS Symptom. Erst wenn Deine Lebenskräfte schwächer werden muss Dein Körper mehr tragen.
Dann kommen mehr Symptome. Aber die werden weiterhin unlogisch und wenig zielführend sein.
Für eine Differentialdiagnose sind sie wertvoll !!
Aber dafür muss man etwas zum Differenzieren haben.


Glück ? ja, ... das braucht man bei allem Wissen und können auch immer. Auch ich.

Mein Fälle würden Dir nichts nützen. Jeder ist absolut und völlig einzigartig.
Meine Aufzeichnungen und Gedanken dazu wären interessanter. Aber die sind schon sehr komplex und
würden Dir wohl sehr Fremdartig erscheinen. Und auch ich suche noch den "großen Zusammenhang".


Ich sehe Deine Mailadresse. Das ist ein sehr nettes Angebot.
Aber ich würde diesen Dialog gern noch etwas hier halten.
So können andere dem auch folgen, und vielleicht entdecken sie Parallelen zu sich selbst.

Ich komme gern später auf Dein Angebot zurück.
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Ich studiere und praktiziere die Klassische Homöopathie seit 20 Jahren. Ich behandle ausgesuchte Fälle kostenlos. Schwerpunkt Beziehungs- und Bindungsstörungen / Psychose und Persönlichkeitsstörungen.
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lucmachine



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BeitragVerfasst am: 21.09.2016, 19:48    Titel:

Hallo Karsten,

ich finde es toll, dass du mit den Menschen den du weiterhilfst versuchst besser zu verstehen, das ist sicherlich nur möglich wie du arbeitest, sonst wäre es unvorstellbar so viel Zeit in einen Fall zu investieren, würde man nicht bezahlen können. Erinnert mich ein wenig an Hahnemann wie er sich intensiv mit Klockenbring auseinandergesetzt hat. Genau an diesem Beispiel finde ich wie wichtig es wäre wenn der Homöoapth in Extremsituationen an Ort und Stelle ist und genau beobachten kann wie sich sein Pazient verhält. Es geht ja eigentlich nur darum, gewisse Verhaltensweisen zu beobachten und festzuhalten. Gesichtsausdruck, Sprache, Gesten, Ängste,...

Du meintest in Extremsituationen sollte nicht ein Homöopathisches Mittel gegeben werden. Und diese Situationen seinen nicht so wichtig, wesentlich für die Mittelwahl ist der stabile Mensch. Aber wenn der stabile Mensch nicht mehr existiert, wenn eine geistige Zerüttelung stattgefunden hat und nur mehr mit Medikamenten in Schach gehalten wird ist die oberste Schicht die zum korrekten Mittel führt genau dieses Stadium. Kalium Bromantum und Stramonium wurden alle beide an Hand der Extremsituationen die ich erlebt habe verschrieben worden. Wie ich sonst bin und mich verhalte war unwichtig. Und ich muss sagen, mit dieser Angehensweise wurde mir viel weitergeholfen. Stramonium bekam ich im Akutstadium und ich war nach einer Nacht ein anderer Mensch, frei von Wahnvorstellungen. Ich bekam es in Hochpotenzen verkleppert bis zu 6-8 mal am Tag und es holte mich langsam aber sicher immer mehr aus meiner Paranoia. Ich konnte spüren wie ich mit jeder höheren Potenz Ängst hinter mier ließ bis ich zum Schluss wieder in der "Realität" angekommen war. All dies wäre diesmal ohne Stramonium nicht der Fall gewesn. Ich bin dankbar und kann mein Glück immer noch nicht fassen, dass genau in diesem Moment das passende Simillimum für diesen Zustand gefunden wurde. Konnte somit auf eine hohe Dosis Neuroleptika verzichten und nehme heute nur noch ein Minimum. Ich kann nur sagen auch wenn es so kompliziert klingt, wenn die Symptome charakteristisch genug sind um auf ein Mittel hinzuweisen dann ist es durchaus möglich, da in einer Psychose genügend Symptome produziert werden an Hand derer man sich an eine Verschreibung wagen kann.

Ich habe Fälle gelesen und auch persönlich von meinem Homöopathen gehört, dass viele die ihr Simile für die Psychose (bei denen sie in Phasen verläuft, keine Schizophrenie) genau dann anfangen verkleppert zu nehmen wenn einen sich eine neuer Schub anbahnt, oft verläuft sie dann viel harmloser und kürzer. Und das ist dann das eine richtige Mittel, oft heilt ihre Psychose erst nach langer Zeit, oft nie, oft nach dem ersten verschrieben Mittel. Und bei mir vermute ich brauche ich noch einige bis ich vollkommen gesund bin, das Simillimum für die oberste Schicht wurde bereits gefunden, davon bin ich mir sicher. Nun ist nur die Frage ob es auch imstande ist Teile meines krankhaften Erlebens zu löschen und schließlich zu neuen Symptomen zu führen oder Palliativ war, bei Schizophrenie stehen die Chancen 50/50 für eine Heilung oder Palliaton.

Sollte es tatsächlich ein Mittel geben, das noch tiefer Schichten erreicht, also bis zu meinem Trauma in der Kindheit wäre natürlich genial. Es müsste dann aber auch die Symptome der obersten Schicht decken. Ansonsten ist die Gefahr wenn auf eine tiefere Schicht verschrieben wird, dass sich dadurch die oberste verändert und nicht mehr gut erkennbar ist, das dazu führt, dass das AKTUELL passende Mittel schwieriger zu finden ist und somit verhindert wenn es nicht gefunden wird, dass Schicht für Schicht abgetragen wird. Natürlich wäre ich darüber sehr froh, das ganze Übel in einmal auszurotten.

Genau diese Beziehung in der ein Mensch steht zu anderen versucht man besser zu verstehen. Genau das filtert mein Homöopath heraus, aber begrenzt auf die Psychose. Ihn interessiert MOMENTAN nicht wie ich mich verhalte und warum ich was mache oder nicht, vorerst, bis ich einige Jahre frei von Neuroleptika bin und Anfallsfrei, auch aus Erfahrung. Am Anfang hatte er oft voreilig das Konsitutionsmittel gegebn und somit Rückfalle riskiert. Nun wartet er bis zu 5 Jahren.

Ich habe diese Erfahrungen am eigenen Leib gemacht, hatte vorher auch die Vorstellung, ein Konstitutionsmittel könnte mir weiterhelfen, in diesen Fällen jedoch leider nicht. Ich habe auch von Tara Peyman einer amerikanischen Psychiaterin und Homöopathin gelesen, dass sie einen immer von ihren Extremsituationen erzählten lässt, also von den manischen, psychotischen Schüben. Sie repertorisiert anhand dieser Informationen. Mein Arzt macht es gleich.

Aber wie heißt es so schön, "wer heilt hat recht", warum sollte es nicht auch andere Herangehensweisen geben.

Vor ich meinen Arzt gefunden habe war ich in der Schweiz in einem bekanntem Zentrum das homöopathisch behandelt. Sie versuchten auf meine Konstitution zu verschreiben, erfolglos. Ich war auch nicht lange bei ihnen deshalb wäre es auch falsch etwas zu sagen, jedoch werden Psychosen wie eine Akutkrankheit behandelt in der nur die zur dieser Zeit auftretenden Symptome eine Rolle spielen.

aus dem Organon

Para. 221

War jedoch aus dem gewöhnlichen, ruhigen Zustande plötzlich ein Wahnsinn oder eine Raserei (auf Veranlassung von Schreck, Ärgerniß, geistigem Getränke u.s. w.) als eine acute Krankheit ausgebrochen, so kann, ob sie gleich fast ohne Ausnahme aus innerer Psora entsprang, (gleichsam als eine von ihr auflodernde Flamme) sie doch in diesem, ihrem acuten Anfange, nicht sogleich mit antipsorischen, sondern muß mit den hier angedeuteten Arzneien, aus der Classe der übrigen geprüften Heilmittel gewählt, in hoch potenzierten, feinen, homöopathischen Gaben erst behandelt werden, um sie so weit zu beseitigen, daß die Psora in ihren vorigen, fast latenten Zustand vor der Hand wieder zurückkehre, in welchem der Kranke genesen erscheint.
z. B. Aconit, Belladonne, Stechapfel, Bilsen, Quecksilber u.s. w.

Kann ich nur bestätigen, aus meiner persönlichen Erfahrung als Pazient!!

Lg luc
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Karsten Feldmann



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Beiträge: 6
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 22.09.2016, 12:10    Titel:

Hi luc :-),

"Sollte es tatsächlich ein Mittel geben, das noch tiefer Schichten erreicht, also bis zu meinem Trauma in der Kindheit wäre natürlich genial. Es müsste dann aber auch die Symptome der obersten Schicht decken. Ansonsten ist die Gefahr wenn auf eine tiefere Schicht verschrieben wird, dass sich dadurch die oberste verändert und nicht mehr gut erkennbar ist, das dazu führt, dass das AKTUELL passende Mittel schwieriger zu finden ist und somit verhindert wenn es nicht gefunden wird, dass Schicht für Schicht abgetragen wird. Natürlich wäre ich darüber sehr froh, das ganze Übel in einmal auszurotten."

Du würdest Dich also über das Eine freuen .. " ... , also bis zu meinem Trauma in der Kindheit wäre natürlich genial.", stellst aber eine Bedingung an die Heilung ? "... Es müsste dann aber auch die Symptome der obersten Schicht decken. Ansonsten ...".

Und da beginnst Du selbst in Deiner Betrachtung und Wünschen alle Ergebnisse zu verfälschen. Deine gesamte Mittelwahl ist damit "verschoben". Solltest Du Dich selbst behandeln, wirst Du es so nicht finden können.

Dein Zitat: "Genau diese Beziehung in der ein Mensch steht zu anderen versucht man besser zu verstehen. Genau das filtert mein Homöopath heraus, aber begrenzt auf die Psychose. Ihn interessiert MOMENTAN nicht wie ich mich verhalte und warum ich was mache oder nicht, vorerst, bis ich einige Jahre frei von Neuroleptika bin und Anfallsfrei, auch aus Erfahrung. Am Anfang hatte er oft voreilig das Konsitutionsmittel gegebn und somit Rückfalle riskiert. Nun wartet er bis zu 5 Jahren."

Das ist ein sehr seltsamer und unnötig komplizierter Ansatz. Das Ziel erreicht man auf dem direkten Wege.

Ich denke, der Irrtum liegt in den Prioritäten, die Du/Ihr bei der Hierarchisierung der Symptome trefft.

Es gibt zahllose Theorien zur Betrachtung der Menschlichen natur und der Prioritäten eines "gesunden menschlichen Gefüges".

Für meinen Arbeitsschwerpunkt hat sich das Modell einer Pyramide des Seins als das zweckmäßigste herausgestellt.
Wenn ich ein Modell finde, das mir eine bessere "Trefferquote" liefert, dann nehme ich das auch gern. Ich bin da nicht religiös veranlagt.

In diesem Modell steht eine Pyramide auf dem Boden. Sie ist in 3 gleich hohe Teile geteilt. Der unterste Teil stellt den Körper dar, und trägt alles. Er hat die größte Masse und das größte Volumen. Er symbolisiert alles Materiell greifbare am Menschen. Die fassbare Substanz. Den Körper haben wir weitestgehend "willentlich unter Kontrolle".

In der Mitte der Pyramide steht Geist und Verstand. Die kognitiven Fähigkeiten. Also etwas unfassbares, das wir nur eingeschränkt unter Kontrolle haben, und das nur existiert, wenn unser Körper lebt und existiert.

Oben in der Spitze der Pyramide liegen Emotion, Empfindung und komplexe Wahrnehmungen.
Hierüber haben wir keine Kontrolle.

Jede Ebene ruht auf der darunter liegenden mit ihrem Gewicht. Jeder negative Einfluss wird nach unten in die darunter liegende Ebene "abreagiert" um alles zu stabilisieren. Sind alle 3 Ebenen in der Stabiliierung involviert, dann kann das 2 Ursachen haben. Es fließt alles geordnet ab, oder der Mensch steht kurz vor dem Kollaps. Das sind die Extreme. Dazwischen gibt es unendlich viele Varianten.

So weit ist das ein gängiges Modell, das viele Homöopathen so anerkennen.

In meinem Model kommt jetzt noch eine Komponente dazu. Das ist die Beziehungsebene. Sie gleicht der Spitze der Pyramide.
Dem kleinen Punkt ohne Masse und Volumen. Der Punkt aus dem unsere Lebensenergie stammt.
Wir nähren uns aus allen Beziehungen die wir haben. JEDER EINZELNEN. Positiv und negativ.

Stirbt ein nahes Familienmitglied, dann schlägt das durch bis auf die Körperliche Ebene.
Ich vergaß zu schreiben, das die Wichtigkeit der Ebenen von unten nach oben zunimmt.

Isoliere ich einen Säugling zu lange, dann kommt es zu Deprivation.
Und das wird schnell zu einer dauerhafter Behinderung der Beziehungsfähigkeit.
Das kann in der Folge und je nach Disposition und Lebensverlauf sehr vielfältige "komorbiditäten" entwickeln. Lebenslange Körperliche Probleme sind oft die Folge. Aber das ist für mich alles nicht so wichtig.

Ich schaue auf den Menschen in einem "halbwegs stabilen" Zustand, und betrachte, wie er auf die unterschiedlichsten Reize reagiert.
Wie kompensiert er ? Wie gleicht er Mangel oder überschuss aus ? Wie verhält er sich mir gegenüber ? Will er mich beeindrucken, oder mein Mitleid, möchte er im verborgenen bleiben und sich so schützen vor Verletzungen, oder ist er offen und lebhaft ?

Dabei komme ich den Urspüngen (nicht den Ursachen!) langsam immer näher.
Der Mensch ist Dynamisch. Diese Stybilisierungs-Dynamik, erkenne ich nur außerhalb akuter Schübe.

Wenn ich dieses Prinzip erkannt habe, mache ich mich an das Sammeln von Körperlichen Symptomen. Und ERST dann !
Was mir an Symptomen vor die Füße fällt, sammle ich natürlich auch vorher ein.

Wenn ich eine beeinträchtigung der Beziehungsebene bemerke (auch Trauma beeinträchtig die Beziehungsebene sehr stark), dann prüfe ich zuerst auf die 3 Gruppen Milch, Schlangen oder Spinnen.
Sie sind nicht immer einfach zu unterscheiden, aber es gibt gute Wege die Gruppe zumindest einzugrenzen.
Danach erfolgt ein feineres Einkreisen.
Bei einer Störung der Beziehungsebene ist der Weg des Energie von der Spitze der Pyramide bis zur Ableitung durch den Körper (um im Bild zu bleiben) sehr weit.
Dabei kommt es zu enormen Verzerrungen der Symptome, da im Menschen viele Verlagerungsprozesse stattfinden. Diese rühren aus seiner Lebenserfahrung und erlernten oder übernommenen seelischen Kompensationsmechanismen her.

Wohlgemerkt, das sind keine Mutmaßungen oder Theorien, sondern Erfahrungen und Beobachtungen aus 20 Jahren.


Schaut ein Behandler jetzt "nur" auf den sichtbaren Teil des Menschen, dann entgeht ihm das Wichtigste. Der AUSLÖSER.
Und aus den Lehren Hahnemanns wissen wir, wie wichtig es ist, das Wie und Warum, das seit Wann und wodurch zu erfragen.

Ich kann 20 jahre und mit 5 Homöopathen an einem Menschen "herumdoktern", und das habe ich schon erlebt ... und es wird nie
aufgelöst. Jeder stochert im Körperlichen herum. Keiner erkennt den Auslöser.

Ich möchte mit einem Zitat von Whitmond hier schließen:

Polychrest versus >seltenes Mittel<
Zusätzliche Symptome von Latrodectus mactans

"In der Regel schlagen unsere Bemühungen, in einem bestimmten Fall das heilende Mittel zu finden, nicht deswegen fehl, weil es kein Mittel gibt, das die Totalität der Symptome decken würde, sondern weil wir eben dieses Mittel nicht in Erwägung gezogen oder erkannt haben. Jede Substanz im Mineral-, Pflanzen- und Tierreich stellt ein potentielles Arzneimittel dar, das gegebenenfalls bei einer vorliegenden Störung vonnöten sein könnte.
Von diesen Millionen von therapeutischen Möglichkeiten sind selbst in der umfassendsten Arzneimittellehre, der Materia Medica von Boericke,
nur ungefähr 1200 aufgeführt. Von der Mehrzahl dieser Mittel haben wir nur eine fragmentarische Kenntnis der zum exakten Verordnen erforderlichen Symptome, im Gegensatz zu den vielleicht hundert bestgeprüften Polychresten.

Man hört oft, ein gründliches Wissen um die Polychreste reiche aus, um jedem Fall, mit dem wir konfrontiert werden, gerecht zu werden. Schließlich sind diese Arzneimittel aus dem Grunde Polychreste, weil ihre Natur und Zusammensetzung in einer solch fundamentalen Beziehung zum menschlichen Organismus stehen, daß die Mehrzahl aller Störungen ihrer Verordnung bedarf. Auf der anderen Seite sollten wir uns eingestehen, daß wir wegen unserer größeren Vertrautheit mit diesen Mitteln dazu neigen, einen häufigeren Gebrauch von ihnen zu machen, als es die Bedürfnisse unserer Patienten rechtfertigen würden. Das Simillimum ist aber durch kein Mittel zu ersetzen. Zweifellos sind die Polychreste die grundlegendsten Substanzen und von tiefgreifender Wirkung. Ist jedoch ein Mittel von oberflächlicher Wirkung durch die Symptome gerade angezeigt, wird jedes andere Mittel von noch so tiefgreifender konstitutioneller Wirkung nicht besser als destilliertes Wasser wirken. Häufig stoßen wir auf Hinweise, bestimmte Arzneimittel seien >gute< oder >schlechte< Mittel für dieses oder jenes. Diese Denkweise steht jedoch im Widerspruch zum Grundgedanken der Homöopathie. Es gibt keine >guten< oder >schlechten< Mittel, nur Polychrest versus >seltenes Mittel<: Zusätzliche Symptome von Latrodectus mactans angezeigte und nicht angezeigte. SULFUR und CALCIUM CARBONICUM können ganz schlechte Mittel sein, und irgendein obskures Kraut mit einer vermeintlich oberflächlichen Wirkung kann sich als gutes Mittel erweisen, wenn das Bild des individuellen Falles es erfordere.

Die Erfahrung des Verfassers geht dahin, daß sieben oder acht von zehn Patienten wirklich ein Polychrest brauchen und befriedigend darauf
ansprechen. Die verbleibenden zwei oder drei brauchen ein weniger gebräuchliches Mittel, zumindest eine Zeitlang. Dieses Patientenkontingent
stellt die Masse der therapeutischen Versager und unbefriedigenden Besserungen, die wir erleben. Oft nehmen wir Hindernisse auf dem Wege
der Genesung an, wo unsere noch fragmentarischen Arzneimittelkenntnisse das einzige Hindernis darstellen.
Der Fall, der in diesem Artikel vorgestellt wird, sprach zunächst auf die besten diagnostischen und therapeutischen Bemühungen nicht an. Nachdem die scheinbar gut indizierten Polychreste ohne Wirkung blieben, lieferte dieser Fall wertvolle, ausgeprägte Symptome eines kaum geprüften Mittels, das sich als das Simillimum herausstellte."


Aus Edward C. Whitmond "PSYCHE UND SUBSTANZ - Essays zur Homöopathie"

Whitmond hatte erst Medizin in Wien studiert und anschließend ein Psychologie Studium bei Adler.
Studierte C.G. Jung und Karl König. Er war bis zu seinem Tode 1988 als analytischer Psychologe in
New York tätig und hatte zahllose Veröffentlichungen über die Universität in Princeton.
Er war also alles andere als ein "esoteriker".



Wir kennen dazu auch in Deutschland ein gutes Sprichwort, wenn man nur nach dem sucht, was man schon kennt, oder
wozu man Zugang hat.

"Wenn das einzige Werkzeug, dass ich habe ein Hammer ist, dann sieht jedes Problem aus wie ein Nagel".

"... Die Erfahrung des Verfassers geht dahin, daß sieben oder acht von zehn Patienten wirklich ein Polychrest brauchen und befriedigend darauf
ansprechen." -Whitmond-

Und da auch ein (normaler) Homöopath seine Lebensunterhalt verdienen muss, lebt er von den 8 von 10 Patienten. Er wird keine Forschungsreisen unternehmen, um auch die letzten beiden zu heilen.
Und da hast Du den Grund dafür, warum ich gar nicht erst Versuche diesen Teil meiner Homöopathischen Arbeit kommerziell zu betreiben.

Ich möchte den Begriff der "kleinen" und "großen" Mittel noch einmal ansprechen.

Ist Sulfur ein "großes Mittel", weil es viele körperliche Symptome hervorruft ?
Ist Latrodectus M. ein "kleines Mittel", weil es wenige körperliche Symptome hervorruft ?

Wenn man in dem Pyramidenmodell von oben jeder Ebene einen Punkte-Multiplikator hinzufügen würde, der der Wichtigkeit der Ebene
entspräche, dann wirkt Latrodectus M. fast nur in den obersten 2 Ebenen und hätte eine hohe Punktzahl.
Aber das Mittel ist nicht leicht zu erkennen, wie Whitmond schon schreibt. Die anderen 12 Spinnenmittel sind noch sehr viel schwieriger !!
Da hilft oft nur probieren. Und das mag ich ganz und gar nicht.

Sulfur ist sehr "Materiell" und Körperlich ... und wirkt im Schwerpunkt unten in der Pyramide. Schwerpunkt "ganz außen (Haut) und ganz unten.
Damit aber auch sehr "offensichtlich" (im Sinne des Wortes).

Jetzt Maile ich Dich mal an ...

Liebe Grüße, Karsten
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Ich studiere und praktiziere die Klassische Homöopathie seit 20 Jahren. Ich behandle ausgesuchte Fälle kostenlos. Schwerpunkt Beziehungs- und Bindungsstörungen / Psychose und Persönlichkeitsstörungen.
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lucmachine



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BeitragVerfasst am: 22.09.2016, 18:02    Titel:

Hi Karsten,

natürlich ist mir das Modell der 3 Schichten bekannt.

Körperliche
Emotionale
Geistige

Und genau darin liegt das Problem bei Psychosen. Es verlagert sich alles auf die Geistige Ebene, die höchste, das Denken ist durcheinander, folgt einer anderen Logik. Es sind kaum körperliche Symptome vorhanden, die die jedoch noch zu erkennen sind sind noch ausschalggebender für ein Mittel als die geistigen. Bei mir zum Beispiel der "starre blick" der unter anderem umbedingt nich fehlen durfte als Symptom.

Natürlich stelle ich eine Bedingung an die Heilung, sie folgt immer gewissen Gesetzmäßigkeiten, bevor die oberste Schicht nicht abgetragen ist, also das psychotische Erleben, das bei mir wie es aussieht leider chronisch ist, nicht abgetragen wird, werden sich die darunterliegenden Komponenten nur wenig bis garnicht zeigen. Momenta fühle ich mich sehr ausgeglichen, in der Mitte, verbunden mit der Natur. Aber ist erst einmal die oberste Schicht abgetragen können sich neue Symptome auf der Emotionalen Ebene Zeigen,...Depression, Hass, unmäßige Freude,...oder gar auf der Körperlichen Eben die dann das nächste Mittel anzeigen.

Welche Symptome würdest du in meinem Falle heranziehen??

Das Sprichwort mit dem Hammer finde ich genial, aber leider ist das ein Punkt den wir nicht vermeiden können, kennen wir noch soviele Werkzeuge, wir werden immer nur das folgende Problem als das den jeweiligen Werkzeug zugeordnete sehen. Außer es befindet sich total außer Reichweite und wir gestehen uns ein es ist völlig neu. Was natürlich jeder Homöopath so machen sollte, so wie du bereits sagtes ohne irgendwelche Pläne in den Fall gehen um besser zu verstehen. Aber automatisch kommt dir schon ein Mittel in den Kopf das du kennst, welches auch sonst. Du beschäftigst dich halt viel mit Spinnen und Schlangenmittel was ich so herauslese, deshalb auch die Eröffnung von bis zu 80% mit Spinnenmitteln,...versperrst dir aber somit auch den Weg. Aber in vielen Fällen reicht auch ein Simile aus, und es gibt ja Ähnlichkeiten der Mittel, die eine Ähnliche Schwingung erzeugen aus dem Minerl, Pflanzen oder Tierreich.
Auch Kalium Bromatum und Stramonium beide hatten bei mir Ähnliche Wirkungen. Nur Stramonium hats noch besser getroffen. Wäre ich jedoch nie auf Stramonium gekommen, oder besser gesagt mein HOMÖOPATH hätte es nicht für mich gefunden, hätte ich auch gedacht das ist absolut das Richtige Mittel. Ich hoffe du verstehst was ich meine.

Natürlich ziehen große Mittel mehr Aufmerksamkeit auf sich. Aber sollte in der Reperotrisation auch nur 1 kleines Mittel auftauchen das einige der wichtigsten Symptomen deckt ist es den großen vorzuziehen, es kann den Fall eröffnen. Bei den Polychresten ist es viel wahrscheinlicher dass sie viele Symptome decken, taucht jedoch ein kleines auf das auch einige deckt sollte das einen schon Aufmerksam machen. Aber natürlich, findet sich mein Simillimum nicht unter diesen Mitteln weil es noch zu wenig geprüft ist kann ein Homöopath auch nichts machen.

Auch du kannst nur mit dem dir bekannten arbeiten und an Hand dem verschreiben, nicht wahr??

Ich bin mir der Grenzen dessen durchaus bewusst.

Ich habe ein Buch gelesen "Glücksfälle? Erstaunliche Heilungsgeschichten mit Homöopathie" von Christa Gebhardt und Jürgen Hansel. Eine Enstiegeslektüre in der mehrere Fälle beschrieben worden die unter anderem mit vielen kleinen unbekannte Mittel gelöst worden sind. Oft hat viel Glück mitgespielt, einmal hat ein Arzt zufällig eine Arzneimittelprüfung gelesen von Cypraea eglantina - Kauri-Schnecke - Porzellanschnecke, einem Mittel nur schwer oder nicht im Repertorium zu finden war. Die Schilderungen seiner Pazientin haben sich genau mit dem der Prüfung gedeckt und darauf wurde es verschrieben - mit Erfolg. Aber ich finde da muss dann schon auch viel viel Glück dabei sein. Und natürlich eine TIEFE KENNTNIS des PAZIENTEN. Deshalb finden viele Homöoapthen ja erst nach Jahren das zu einem passende Mittel, da sie immer tiefer verstehen WARUM.
Bei deinem Therapieansatz ist das sicherlich besser und schneller Möglich da du dir viel Zeit nimmst für jeden und auch ORDENTLICH UND LANGE Differenzierst zwischen den in Frage kommenden Mitteln.

Ja ich glaube, dass du probieren nicht magst. Es sollte jedoch nie ein Mittel verschrieben werden ohne genau Erstanamnese, mindestens 3-4 Stunden. Natürlich kennt man da immer noch eher Oberflächlich seinen Pazienten. Aber vor allem bei Körperlichen Problemen und eindeutigen Symptomen ist da trotzdem viel Möglich. Wobei noch mal gesagt werden muss, dass oft auch ein Simile genügend viel in Bewegung setzt.

Bei schweren Fällen muss es jedoch schon das Simillimum sein.

Hast du "Ein Fall von Schizophrenie und seine Heilung mit Cenchris contortrix" von Dr. Carlos N. Cámpora. Ich finde dieser Fall zeigt ziemlich gut wie genau das Mittel passen muss bei wirklich schweren Erkrankungen. Und auch hier war wieder ein ausgezeichnete Repertorisation nötig um den Fall zu lösen. 3 Wichtige Symptome waren nur ihm bekannt, da er sie unter Cenchris verschwinden sah, unter anderem die Hilflosigkeit die ausschlaggebend war für die Mittelfindung, jedoch nicht im Repetorium zu finden ist. Hat deshalb auch dringend geraten diese nachzutragen. Auch dies zeigt noch einmal wie wichtig ein immer wachsendes Repertorium ist!!!

Lg Luc
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Karsten Feldmann



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BeitragVerfasst am: 27.09.2016, 10:59    Titel:

Hallo Luc,

wir habe ja über das Wochenende geschrieben, und Du hast Dich entschlossen den bisherigen Weg weiter zu gehen.
Ohne weitere Fragen an mich, oder Hilfe von mir. Das ist eine gute Entscheidung.

Deshalb möchte ich hier auch nur noch auf Deine Fragen aus dem Text eingehen um diesen thread abzuschließen.

"Und genau darin liegt das Problem bei Psychosen. Es verlagert sich alles auf die Geistige Ebene, die höchste, das Denken ist durcheinander, folgt einer anderen Logik. Es sind kaum körperliche Symptome vorhanden, die die jedoch noch zu erkennen sind sind noch ausschlaggebender für ein Mittel als die geistigen. Bei mir zum Beispiel der "starre blick" der unter anderem umbedingt nich fehlen durfte als Symptom. "

Ich für meinen Teil habe aus Deinem Schreiben, begonnen von der Wortwahl, über Deine "logischen Schleifen", die Art zu argumentieren und andere Dinge 10 mal mehr erfahren, als mir mit körperlichen Symptomen möglich gewesen wäre. Diese sind nur zur Differenzierung und Absicherung bei Psychischen Störungen zielführend.
Und ich habe nur auf Dein Bindungs- (Nähe und Distanz) Verhalten geschaut.

"... die höchste, das Denken ist durcheinander, folgt einer anderen Logik." ... " .... Natürlich stelle ich eine Bedingung an die Heilung, sie folgt immer gewissen Gesetzmäßigkeiten, bevor ... "

Das dreht sich im Kreis. Wenn der Geist verwirrt ist, kann man keine zielführenden Bedingungen aufstellen. Ich für meinen Teil stelle nie Bedingungen an die Heilung.
Ich kontrolliere allenfalls nach der "Heringschen Regel". Aber manchmal "flammen" nur wenige symptome auf, und verschwinden dann. Dann hilft auch Hering nicht.
Nur die Frage:"Geht es dem Menschen grundlegend besser ?".
Deine Bedingungen haben einen anderen Sinn. Über Deine Bedingungen kannst Du alles "aushebeln" ... dazu unten am Ende mehr

" ... Welche Symptome würdest du in meinem Falle heranziehen?? " Das hatten wir am WE in den Mails.
Ich würde weder Arzneimittel verschicken, noch Dir mitteilen was konkret ich finde. Aber ich würde mich mit Deinem Homöopathen, falls Du es wünschst in Verbindung setzen und ihm meine Ergebnisse mitteilen. Was er dann damit anfängt, ist seine Sache.

"Aber automatisch kommt dir schon ein Mittel in den Kopf das du kennst, welches auch sonst. Du beschäftigst dich halt viel mit Spinnen und Schlangenmittel was ich so herauslese, deshalb auch die Eröffnung von bis zu 80% mit Spinnenmitteln, ...versperrst dir aber somit auch den Weg. "

Gute Schlussfolgerung, ...

... das ist der Unterschied, wenn man sich frei bewegt und selbst Patienten sucht und forscht. Ein Geologe, der Quarzit sucht, wird Quarzit finden. Aber dazu muss er vor seine Türe und in der Natur an den richtigen Orten suchen. Hätte ich eine Praxis, und würde meine Patienten, die zu mir kommen so behandeln, dann wäre dein Schluss richtig.
Aber mein Blick "rastet" bei den Mustern ein, die ich suche. Und das ist mein spezielles Gebiet, auf das ich mich völlig konzentriere. Also erkenne ich auch die kleinsten Regungen, die eines dieser Mittel anzeigen. Ob ADHS, Schlafstörungen, Selbstverletzendes Verhalten, Psychische Probleme ... überall klopfe ich ein paar Mal drauf und prüfe ob ES mir antwortet. Oft nicht ... aber manchmal dann doch sehr laut. So passiert das.

Ich kann auch klassisch ... und das ist auch immer wieder notwendig. Meine letzten 3 (erfolgreichen) Verordnungen waren Staphisagria bei einem nicht heilenden Schnitt nach einer Hämorrhoiden OP (W.39 J.), Sepia (W. 53 J.) nach heftigsten Hitzewallungen und Kreisförmiger Tinea, Tuberculinum (M. 44 J.) bei starken Allergien und Asthma. Staph. - Der schnitt schloss sich innerhalb von wenigen Tagen, nach Sepia endeten die Hitzewallungen sofort und symptome von oben nach unten folgten. (Momentan "verbranntes Gefühl im Mund" und geschwollene Unterschenkel - Hering ?), nach Tuberculinum folgten mehrere Hautsymptome für Monate. Die Katzenhaar-Allergie ist vollständig verschwunden, nach 1 mal Tub.

"Auch du kannst nur mit dem dir bekannten arbeiten und an Hand dem verschreiben, nicht wahr??"

Nein.

Ich weiß, das ich vieles nicht weiß. Da hilft die Lehre der "Stadien", Reiche, Elemente und Gruppen weiter. Sankaran und andere wissen hier viel.
Wenn ich etwas nicht finde, dann versuche ich die beste Gruppe oder das best passende reich zu finden. Damit kann man alles finden, was jemals geprüft wurde.
Genügend Zeit vorausgesetzt.

"Ich bin mir der Grenzen dessen durchaus bewusst. "

Es gibt diesbezüglich nur Grenzen in der Selbstbehandlung !
Ein Außenstehender kann (fast) alles sehen.
Man muss nur offen genug sein. Vipera berus ist fast "Unsichtbar" ... das ist DAS symptom.

"Hast du "Ein Fall von Schizophrenie und seine Heilung mit Cenchris contortrix" gelesen von Dr. Carlos N. Cámpora ? ..." , "unter anderem die Hilflosigkeit"
"Auch dies zeigt noch einmal wie wichtig ein immer wachsendes Repertorium ist!!! "

Über die Repertorien "wachen" sehr gute Menschen, die darauf aufpassen, das nur das wichtigste hinein kommt.

"Meine" 3 Contortrix Fälle hatten alle 2 starke Syptome. Die stehen im Repertorium.

Desorientiertheit. -> Weiß nicht ob sie nach oben oder unten soll ... irrt ziellos umher, weiß nicht auf welchen Bahnsteig sie ist und wo sie hin soll.
Sehr sexualisiertes Bindungsverhalten ! Versucht beständig Bindungen über sexualität zu festigen.
Dazu oft "das übliche bei Schlangen" Herzrasen, Nasenbluten, "besonderer Bezug zum Erbrechen", blaue Flecken, etc.


Bei Psychischen Störungen ist eines besonders bedeutsam.
Die Haltung des Patienten zu seiner Heilung.

Oft ist die Krankheit des Kranken bester Freund. Sie ist ihm Soziales Bindemittel, ein Mittel um ernst genommen zu werden, ein Lebensthema, Anreiz für äußere Zuwendung,
... etc
Der Psychisch Kranke verliert durch eine richtige heilung sehr viele "Vorteile seiner Krankheit". Als erstes seine "Bindungen", dann das Mitleid "seiner Lieben". (zumindest befürchtet er das)
Nach meiner Erfahrung wollen nur 20-30% aller psychisch kranken GESUND sein. Die anderen möchten gern BESCHWERDEFREI sein. Und das ist nicht das selbe !!!
Das sind dann die "Bedingungen", die der Patient mitbringt. Siehe oben.

Ich muss dann abbrechen, weil wir nich zum Ziel kommen werden. Ich verdiene ja nichts an ihm. Und er wird mich beständig sabotieren.
Für einen professionellen Homöopathen ist dieser Patiententypus ein guter Kunde, den er jahrelang behandeln kann.

Behandler und Behandelter gehen hier einen Pakt der "hilflosen Hilfe" ein.
Der Behandler kann UND soll nicht heilen (insgeheim befolgt er den Wunsch des Patienten , nicht gesund zu werden) , und der Patient möchte eigentlich nicht gesund werden, da er nicht weiß, wie das sein wird. Angst vor dem "ganz neuen Leben".
Und das ist keine bloße Behauptung. DAS habe ich schon sehr oft erlebt !!

Die besten Homöopathen sind diejenigen, die dieses Hindernis überwinden können.
Sie können grenzenlos gut behandeln. Sie interessieren sich NUR für die Heilung, und NICHT für die "Wünsche" (Bedingungen) des Patienten.
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Ich studiere und praktiziere die Klassische Homöopathie seit 20 Jahren. Ich behandle ausgesuchte Fälle kostenlos. Schwerpunkt Beziehungs- und Bindungsstörungen / Psychose und Persönlichkeitsstörungen.
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BeitragVerfasst am: 27.09.2016, 11:03    Titel:

Ach ... ich habe folgendes noch vergessen :

"... die höchste Ebene, das Denken ist durcheinander, folgt einer anderen Logik." ...

Nicht das Denken ist "das höchste". Es sind die "Bindungen der Liebe" unter uns. Und die folgen eine anderen Logik. Das ist für den Außenstehenden sehr viel einfacher zu erkennen.

Der Patient kann das "von innen" nicht fühlen. Von außen ist es sehr offensichtlich.

Aber das kann man in kein Repertorium "packen".
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BeitragVerfasst am: 27.09.2016, 18:13    Titel:

Hallo Karsten,

also eines ist sicher, ich will unbedingt gesund werden, beschwerdefrei bin ich schon, ich würde an diesem Punkt halten und nicht mehr weitersuchen, für alles was sich in Zukunft noch zeigt an Krankheit bin ich froh wenn es irgendwie weiterhilft mich in Richtung Heilung zu bringen. Ich hätte mich auch nicht mit dir in Kontakt gesetzt wenn ich mich mit dem erreichten begnügt hätte, ich wäre auch sehr froh wenn ich nicht mehr weiterkomme mich nochmals an dich wenden zu können, da du mich ja jetzt schon ein wenig kennst. Wäre echt spannend wenn sich mein Homöopath dann mit dir in Verbindung setzen könnte, du ihm berichtest was du so in Erwägung ziehst, könntet sicher viel voneinander lernen denke ich.

Ja, klar, wenn du nach Menschen dieser Veranlagung Ausschau hälst werden sie dich sicher ansprechen, wäre wirklich anders wenn Patienten zu dir in die Praxis kommen würden.

Sicherlich ist es auch notwendig zwischen den Zeilen zu lesen. Zu beobachten wie sich ein Mensch verhält, die Bindung zu anderen,...ich glaube das alles gehört zu meinem Konstitutionsmittel, ich weiß du siehst das anders,...

Ich würde dir raten mit Q-Potenzen zu arbeiten um starke Erstverschlimmerungen zu vermeiden. Auch wenn Medikamente eingenommen werden haben sie den Vorteil, dass sie in regelmäßigen Abständen eingenommen werden können.

Viel Glück
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