wattebällchen

Anmeldedatum: 09.07.2008 Beiträge: 957 Wohnort: 76327 Pfinztal-Kleinsteinbach
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Verfasst am: 08.05.2011, 13:01 Titel: |
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Hallo Settar,
ein Pseudotumor cerebri ist die Bezeichnung von gesteigertem Hirndruck und hat mit einem Hirntumor (Krebs) nichts zu tun, deshalb auch "Pseudo" bedeutet "Falsch".
Aber deshalb ist ein gesteigertetr Hirndruck nicht weniger gefährlich, denn der Druck kann ja nicht weg, weil der Schädel aus Knochen ist.
Deine Mutter gehört dringend in die Therapie bei einem Neurologen.
Von der Intensivstation kenne ich verschiedene Ursachen eines gesteigerten Hirndrucks. Das muss zunächst abgeklärt werden.
Und ein Augenarzt muss auch immer wieder den Fundus (Augenhintergrund ) untersuchen.
Als mögliche Ursache wäre eine COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung z. B. Asthma, Mukoviszidose etc.) zu nennen, dann auch (wesentlich harmloser) Verspannungen im HWS und BWS-Bereich (>> Massagen und Krankengymnastik zur Entlastung, Aquatherapie etc.).
Und je nachdem, was die Ursache ist, muss ein Spezialist die Therapie interdisziplinär steuern. D. h. , wenn deine Mutter Asthma hätte, muss der Lungenfacharzt mit dem Neurologen fachübergreifend zusammenarbeiten.
Auch verschiedene Medikamente können bei empfindlichen Patienten so etwas auslösen z. B. Eisenmangel, Cortisontherapie, versch. Antibiotika z. B. Tetracycline und Retinol (Vitamin A) in relativ hoher Dosierung.
Dann behandelt man mit Diuretika (ausschwemmende Mittel) und falls Übergewicht besteht, dies muss runter.
Als relativ "harmlosen" Eingriff wird das Ablassen von Liquor (Hirnwasser) durch eine Lumbalpunktion gemacht (stationär auf der Neurologie). Es wird der Druck reduziert.
Das ist natürlich nur eine vorübergehende Maßnahme, denn der Liquor wird laufend in den Hirnkammern und von den Hirnhäuten produziert.
Möglich ist auch eine Abflussstörung von den Gefäßen der Hirnkammern.
MRT ist vermutlich schon gemacht.
Wenn so etwas vorliegt, wird ein so genannter "Shunt" (sprich: Schant) angelegt. Dabei wird ein kleiner Schlauch von den Hirnkammern in eine Vene gelegt (hinter dem Ohr unter der Haut).
Falls dies nicht geht, kann man auch in einer OP eine Festerung der Hirnhaut machen (stationär auf der Neurologie).
Diese Therapien kenne ich aus der Klinik.
Lass dich bitte vom Arzt aufklären, was Sache ist.
Wir können hier aus der Ferne , noch zudem ohne Kenntniss von Befunden und ohne die Patientin gesehen und untersucht zu haben, gar nix sagen. _________________ Ich mache das Mögliche, GOTT macht das Unmögliche.
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