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Natrium muriaticum
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Melisse
Anmeldedatum: 30.12.2008 Beiträge: 2 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 30.12.2008, 11:56 Titel: Natrium muriaticum |
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Ich habe mir das Buch "Psychologische Homöopathie" von Philip M. Bailey zugelegt und beim Durcharbeiten festgestellt, dass ich ein Natrium muriaticum-Typ bin.
Bailey empfiehlt in dem Buch, eine Psychotherapie durch Natrium muriaticum in der Potenz C 10M zu unterstützen.
Nach meinen Erkenntnissen ist das eine sehr hohe Potenz, die zwar in England gängig sein soll, aber von deutschen Heilpraktikern/Homöopathen eigentlich nie verordnet wird.
Warum gibt es da landesweite Unterschiede?
Und vor allem, welche Potenz könnte ich denn zur Unterstützung der Therapie (es geht hier um die Verarbeitung von Versäumnissen/Fehlern meiner Eltern in meiner Kindheit bzw. um die Herstellung einer Verbindung zum inneren Kind) nehmen? |
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Fr. Laurence Gromier-Heim

Anmeldedatum: 31.01.2007 Beiträge: 674 Wohnort: Tel.: 06222/64978
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Verfasst am: 30.12.2008, 13:44 Titel: |
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Hallo Melisse
Die klassische Homöopathie nach Hahnemann behandelt der Mensch als Ganzes. Das bedeutet, dass die psychische Symptome sowie die körperliche in Betracht gezogen werden und behandelt werden.
Bailey hat versucht in seinem Buch der Einfluss mancher homöopathischen Arzneien auf die Psyche sehr vereinfacht in einer „modernen“ Sprache zu beschreiben. Leider verführt auch das Buch zu einer zu starken Vereinfachung der Materie das der Wirklichkeit nicht entspricht. Bailey hat in England gelernt und in Australien gearbeitet was mit Sicherheit einen starken Einfluss auf die beschriebenen Typen hat. Bedauerlicherweise hat Bailey mit seinem Buch den Eindruck hinterlassen, dass „nur“ seine Gemüts-Beschreibungen von ein paar von ihm erlebten Mittel zur Findung der Arznei führt, was die Wahrheit nicht entspricht.
Als Beispiel: Ich kenne Patienten, die den Eindruck eines Natriums muriaticum geben aber wenn man die Anamnese durchführt und alle Kriterien in Betracht sieht, dann sind diese Patienten Calcium carbonicum oder Lycopodium oder Sepia! Bailey wußte um diese Möglichkeit dachte aber nicht, dass Laier "nur" nach seine Beschreibungen sich "behandeln" würden.
Grundsätzlich werden von Hahnemann und viele der danach kommenden Generationen von Homöopathen die Gemütszustände als die wichtigsten Kriterien für die Auswahl der richtigen Arznei aber nicht alleinzig. Das nennt man auch die klassische Homöopathie! Um eine Auswahl treffen zu können gehört weiterhin das Studium der alt bewährten Arzneien nach zuverlässigen überprüften Quellen. Bailey gehört nicht unbedingt dazu, aber seine Beschreibungen sind allenfalls nicht so langweilig zu lesen wie die der gut bewährten Materia medica!
Dass die klassische Homöopathie einen positiven Einfluss auf den Verlauf einer Psychotherapie haben kann ist richtig. Wie wollen Sie aber beurteilen, ob die Besserung Ihrer Symptome durch die Psychotherapie oder durch die Homöopathie besser wurde dessen bedarf eine ordentliche Erfahrung des Homöopathen, weil die Frage nach Wiederholung oder nicht Wiederholung des Mittels aufkommen wird. Bailey ist auch Psychotherapeut, was auch die Beurteilung seine Fälle erklärt. Er schildert aber nicht seiner „Fehlbeurteilungen“ um die Arzneimittelwahl! Das heißt es kann durchaus sein, dass er ursprünglich ein anderes Mittel gegeben hat und dies durch die Psychotherapie bzw. erneutem Repertorisieren geändert hat. Er hat nicht geschrieben, dass er nicht repertorisiert hat und dass et nicht die Materia medica immer wieder studiert!
| Zitat: | „Nach meinen Erkenntnissen ist das eine sehr hohe Potenz, die zwar in England gängig sein soll, aber von deutschen Heilpraktikern/Homöopathen eigentlich nie verordnet wird.
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10 M sind in Deutschland gängig und werden wohl vom deutschen Heilpraktiker verordnet.
Ein Fall wird meist nicht mit einer 10M angefangen und auch nicht in England! Bailey hatte das Buch ursprünglich für Therapeuten geschrieben, deswegen der unglückliche Eintrag über 10M. 10M werden auch in Akutfälle eingesezt. aber auch 50M und 100M!
Chronische Fälle werden weiterhin (auch bei Bailey) mit C30 oder C200 oder 1M angefangen je nach u.a. Vorgeschichte, alter, Symptome, Lebensstärke. Solche Details werden herausgelassen was den Eindruck gibt, den Sie haben. Im Übrigens die Wirkung einer 10M kann, natürlich je nach Fall, bis 1Jahr anhalten!
Wie Sie sehen so einfach ist es nicht!
Wenn Sie ein Versuch starten wollen, dann nur mit einem erfahrenen Homöopath. Fragen sie am Telefon, ob er/sie bereit ist mit Ihnen und der/die Psychotherapeut/in zu arbeiten. Ich habe Patienten, die Analyse durchführen und sich klassisch homöopathisch behandeln lassen. Sie kommen in der Tat sehr schnell voran.
Mit freundlichen Grüßen
Laurence Gromier-Heim _________________ Heilpraktikerin, Laurence Gromier-Heim,
Klassische Homöopathie
Praxis-Tel.: 06222-64978
WWW.heilpraktiker-direkt.de
Homöopathen ohne Grenzen e. V.
http://www.hom-og.de/ |
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Melisse
Anmeldedatum: 30.12.2008 Beiträge: 2 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 30.12.2008, 15:33 Titel: |
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Vielen Dank für Ihre sehr ausführliche Erläuterung.
Das bringt mich zu meiner ursprünglichen Überlegung zurück - nämlich den Besuch eines Homöopathen, um vor dem Beginn der Psychotherapie eine genaue Anamnese durchführen zu lassen.
Ich finde das Buch von Bailey aber dennoch sehr interessant und lehrreich, vor allem in Bezug auf seine umfangreichen Beschreibungen. Aber ich gebe Ihnen recht, dass man deshalb keine Eigenbehandlungen durchführen sollte.
Den Gedanken, dass dies aufgrund ein paar gelesener Bücher nicht möglich ist, hatte ich auch - was letztlich auch ein Grund für meine Anmeldung in diesem Forum und mein Topic war. Eine gute Entscheidung, wie mir scheint. |
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