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Mittel finden durch Pendeln oder Muskeltest?

 

Mittel finden durch Pendeln oder Muskeltest?

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Magdalena



Anmeldedatum: 21.02.2008
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 07.03.2008, 16:15    Titel: Mittel finden durch Pendeln oder Muskeltest?

Hallo,

ich habe gehört, dass manche Homöopathen mögliche Konstitutionsmittel mittels Pendeln oder kinesiologischem Muskeltest austesten (ich glaube, letzterer kann auch diagnostisch verwendet werden).
Es erscheint mir grundsätzlich schon plausibel, dass es funktioniert, vor allem wäre es vielleicht weniger langwierig, als verschiedene Mittel einzunehmen und auf Reaktionen zu warten. Schnecke
Ich frage mich manchmal auch, wie ein Homöopath überhaupt aus dieser Fülle von Mitteln das richtige herausbekommen soll... grübel

Gibt es hier jemanden, der diesbezüglich Erfahrungen hat oder diese Vorgehensweise empfehlen würde?

Viele Grüße
Magdalena
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Fr. Laurence Gromier-Heim



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BeitragVerfasst am: 08.03.2008, 17:58    Titel:

Liebe Magdalena,


„Ich frage mich manchmal auch, wie ein Homöopath überhaupt aus dieser Fülle von Mitteln das richtige herausbekommen soll.


1) Der Therapeut arbeitet wie folgt:

• Während der Anamnese werden die Symptome aufgeschrieben.
• Danach werden die Symptome aus der Anamnese hierarchisiert, also klassifiziert. Dafür gibt es Regeln.
• Danach wird entweder in einem sogenannten Repertorium nachgeschlagen und registriert oder in einer Software - Repertorium nachgetragen.
• Repertorien sind große Nachschlagewerke, wo nach einem bestimmten System (z. B. vom Kopf bis zum Fuß geordnet oder auch alphabetisch) viele Symptome aufgelistet sind.
• Unter diesen Symptomen werden alle Arzneien aufgeführt, welche in Arzneimittelprüfungen genau dieses Symptom hervorgebracht haben, oder auch, die sich in der Behandlung kranker Menschen bei genau diesem Symptom bewährt haben.
• Wie wichtig ein Symptom ist oder wie weniger wichtig er ist sowohl als auch wie man repertorisiert, werden in Kursen bei Experten gelernt. Es sind Ärzte für Homöopathie oder Heilpraktiker für Homöopathie, die meist schon über Jahrzehnt praktizieren.

2) Wie kommt man mit der Menge von Symptomen und Arzneien zu Recht?

• Dafür gibt es die Materia medica: = Arzneimittellehren. Sie sind mehr oder weniger umfangreiche Werke. Also z. Bsp.: vom Dr. J.C. Clarke ist ein Werk ca. 4 Bände, vom Dr. Hering 12 Bände.....etc.
• Es werden in den Werken alle bislang bekannten Arzneien beschrieben. Dort werden die Symptome, welche in den Prüfungen dieser Arzneien aufgetreten sind, oder die sich in der Behandlung kranker Menschen mit der jeweiligen Arznei bewährt haben, aufgelistet. Arzneien sollen auch in bestimmte Reihefolge gegeben werden, es gibt Arzneien, die nicht gut aufeinanderfolgen oder Arzneien, die von Anderen antidotiert werden. Dies muß immer wieder nachgeschlagen werden.
• Die Therapeuten besitzen oft sehr viele Arzneimittellehren von verschiedenen Therapeuten aus der ganzen Welt. Wenn ein Therapeut, die Bezeichnung „klassische Homöopathie“ führt dann, weil er/sie dies durch eine mehrjährige Ausbildung erstmal gelernt hat. Danach verlangt die klassische Homöopathie ein ständiges Lernen und Studieren der Materia Medica. Immer wieder müssen (sollten) wir Fortbildungskursen besuchen wo wir aufgenommenen Fälle mit anderen Experten diskutieren. Wir ergänzen ständig unsere Repertorien und verfeinern unsere klinischen Beobachtungen.


3) Zum Thema „Pendeln“, Muskeltest etc...

„...., vor allem wäre es vielleicht weniger langwierig, als verschiedene Mittel einzunehmen und auf Reaktionen zu warten.“

Aber die Lebenskraft ist menschlich und der Mensch reagiert nun entsprechend seiner Kraft!
Die Besserung der Beschwerden erfolgt nun mal nach einem bestimmten Schema. Es versteht sich von selbst, daß die Behandlung einer langwierigen chronischen Erkrankung länger benötigt als die akuter Beschwerden. In chronischen Fällen ist die Regel eine langsame Besserung des chronischen Leidens wobei auch bei gewisse Leiden und Vorgeschichten keine komplette Heilung erreicht werden kann. Der Behandler/in, die Ihnen etwas anderes ”versprechen”, sind wahrscheinlich nicht seriös. Bei langjährigen, tiefsitzenden chronischen Leiden oder Erkrankungen, die lange erfolglos vorbehandelt worden sind, kann eine Behandlungsdauer von zu mindestens ca. einem Viertel der Erkrankungsdauer erwartet werden.
Es herrscht oft ein faszinierender Wunsch nach einer schnellen, einfachen raschen Arzneimittelfindung ohne Wissen von der Lehre der Homöopathie. Warum sollten wir als Therapeuten von heute einen Muskeltest oder gar ein Pendeln verwenden, wenn wir aus der Lehre solcher Therapeuten wie u.a. wie Dr. Hahnemann, Dr. Kent, Dr. P. Schmitt, Dr. Künzli, Dr. Voisin (die je 40 Jahre lang Patienten homöopathisch erfolgreich behandelt haben) einen Fundus an Wissen und Erfahrungen erwerben können und dies erfolgreich an unsere Patienten weitergeben?

Herzliche Grüße Sun
Laurence Gromier-Heim
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Heilpraktikerin, Laurence Gromier-Heim,
Klassische Homöopathie
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Magdalena



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BeitragVerfasst am: 08.03.2008, 22:35    Titel:

Liebe Frau Gromier-Heim,

vielen Dank für die interessanten Erläuterungen. Das bedeutet also, ein guter Homöopath sollte (mehr oder weniger) auf Anhieb die passende Arznei finden?
Ich war vor einigen Jahren schon einmal längere Zeit bei einem homöopathischen Arzt, der mir viele verschiedene Mittel gegeben hat, also immer wieder ein anderes ausprobiert hat, wenn ich keine Reaktion gezeigt habe. Im Vorjahr habe ich wegen einer anderen Sache wieder bei einer Homöopathin eine Behandlung begonnen - ich hatte den Eindruck, dass sie sich ziemlich sicher war, dass das gewählte Mittel für mich stimmt, aber offenbar war es doch nicht das richtige (und sie hat es mir in ein paar verschiedenen Potenzen gegeben).
Daher habe ich irgendwie das Gefühl, dass Homöopathen bei mir ein wenig im Dunkeln tappen... verwirrt

Viele Grüße
Magdalena
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Fr. Laurence Gromier-Heim



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BeitragVerfasst am: 09.03.2008, 16:08    Titel:

Liebe Magdalena!

Ihrer Therapeutin scheint schon richtig gehandelt zu haben: Sie hat Ihnen nur ein Mittel gegeben, sie ist bei dem Mittel geblieben und sie hat auf Grund mangelnde Reaktion es immer „höher“ gegeben. Die Mittel wirken bei Hochpotenzen schon über einen längeren Zeitraum 35 Tagen bis 6 Monaten.

Ich möchte an dieser Stelle ein sehr bekannter Homöopath zitieren:

„....Es gab in Bern einen Patienten - ich habe in Bern für die Homöopathen dort Supervision gemacht und der Arzt dort kam mit diesem Patienten. Vithoulkas hatte den Mann 3 Mal gesehen, und Vithoulkas ist ein sehr guter Homöopath, er ist ein Meister, er hat mir das Wissen vermittelt und mich auf den richtigen Weg gebracht. Ein Lehrer, der das weitergibt, was er weiß, ist ein guter Lehrer. Wie dem auch sei, Vithoulkas ist ein sehr offener Mann und er gibt all sein Wissen weiter, aber von diesem Berner Patienten hat auch er das Mittel nicht erkannt...
Er erzählt dann weiter:
Wir stecken nicht ständig unsere Nase ins Repertorium. Ein Mittel ist eine Erscheinung, eine Totalität. Das Repertorium hilft uns, das Mittel zu finden, deswegen müssen wir ins Repertorium sehen. Dort sehen wir die verschiedenen Mittel. Wir können uns dann überlegen, ob es vielleicht dieses oder jenes Mittel ist. Da stehen vielleicht zehn Mittel und wir müssen differenzieren. Wir bekommen also die Idee von dem Mittel und dann ist die Frage, was wir sonst noch von dem Mittel wissen. Der Weg ist, zu sehen, daß dieses oder jenes eigentümlich ist und dann das Mittel zu geben.“


Dieser Homöopath hat über 30 Jahren Erfahrung und erzählt immer wieder von Fällen, die (auch bei Ihm) längere Zeit verlaufen bis das richtige Mittel gefunden wird. Dies hat ihm/uns aber nie verführt eine andere Methode zu wählen als die Vorgeschriebene.

Herzliche Grüße und einen schönen Sonntag wünscht Ihnen:
Laurence Gromier-Heim
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Magdalena



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BeitragVerfasst am: 09.03.2008, 17:45    Titel:

Fr. Laurence Gromier-Heim hat Folgendes geschrieben:
Ihrer Therapeutin scheint schon richtig gehandelt zu haben: Sie hat Ihnen nur ein Mittel gegeben, sie ist bei dem Mittel geblieben und sie hat auf Grund mangelnde Reaktion es immer „höher“ gegeben.


Ich glaube, sie hat mir schon zu Beginn eine höhere Potenz gegeben. Beim letzten Mal sollte ich das Mittel zwei Wochen lang nehmen, das war dann wohl keine Hochpotenz.

Zitat:
Die Mittel wirken bei Hochpotenzen schon über einen längeren Zeitraum 35 Tagen bis 6 Monaten.


Das heißt, eine erste Reaktion kann sich erst nach 6 Monaten zeigen...? grübel

Aber ich hoffe doch, dass es nicht Jahre dauert, bis sich Fortschritte zeigen, dafür wäre schon sehr viel Ausdauer nötig.

Viele Grüße
Magdalena
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Fr. Laurence Gromier-Heim



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BeitragVerfasst am: 09.03.2008, 19:11    Titel:

Liebe Magdalena!

".....Ich glaube, sie hat mir schon zu Beginn eine höhere Potenz gegeben. Beim letzten Mal sollte ich das Mittel zwei Wochen lang nehmen, das war dann wohl keine Hochpotenz....."

Was hat sie Ihnen gesagt? Man kann auch Hochpotenzen oft wiederholen...

Die Mittel wirken bei Hochpotenzen schon über einen längeren Zeitraum 35 Tagen bis 6 Monaten.
Das heißt, eine erste Reaktion kann sich erst nach 6 Monaten zeigen...?
Nein, das heißt nur, dass manche Mittel über diese Zeit wirken. Die Erstwirkung kann sich innerhalb von 2 Tagen oder 2 Wochen zeigen...
Die Referenz ist der Mensch und seine Vorgeschichte.
Herzliche Grüße
Laurence Gromier-Heim
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Magdalena



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BeitragVerfasst am: 09.03.2008, 20:47    Titel:

Fr. Laurence Gromier-Heim hat Folgendes geschrieben:
Was hat sie Ihnen gesagt? Man kann auch Hochpotenzen oft wiederholen...


...dass sie das Mittel noch in verschiedenen Potenzen ausloten will.
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Fr. Laurence Gromier-Heim



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BeitragVerfasst am: 10.03.2008, 13:17    Titel:

Liebe Magdalena,

leider weiß ich nicht was Ihrer Therapeutin meint. Am Besten wäre doch nochmal mit Ihr zu sprechen und Ihre Fragen (die im übrigens sehr interessant sind) mit der Therapeutin zu klären.
Herzliche Grüße
Laurence Gromier-Heim
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