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Knochendichte/Wirbelsäulenproblematik, Brüche beim Feldhasen

 

Knochendichte/Wirbelsäulenproblematik, Brüche beim Feldhasen

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lago-morpha



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BeitragVerfasst am: 29.05.2011, 11:46    Titel: Knochendichte/Wirbelsäulenproblematik, Brüche beim Feldhasen

Hallo,

über Google bin ich auf deses tolle Forum gestossen.

Mit großem Interesse habe ich den Beitrag mit dem Schienbeinbruch gelesen.

Nun zu meiner Frage: Seit vielen Jahren ziehe ich, meist vermeintlich verwaiste, Junghasen auf. Später werden sie wieder in die Freiheit entlassen.

Leider häufen sich in den letzten 3 Jahren die Knochenbrüche während der Aufzucht. Meist dann, wenn die Tiere einen Wachstumsschub machen.

Aus ganz Deutschland erreichen mit anrufe mit der Frage, was denn zu tun sei, das Tier würde das Bein hochziehen. Ein Röntgenbild ergibt in 99,9% aller Fälle einen Knochenbruch.

Der Verdacht liegt nahe, das es mit den strengen Wintern und der mangelnden Nahrungsaufnahme der Feldhasenmütter zu tun hat. (Unterversorgung der Föten in Kombination mit der späteren deutlich minderwertigen Ersatzmilch)

Leider kommt es auch immer wieder zu den gefürchteten Querschnittslähmungen beim Junghasen in der Aufzucht. Das Tier macht einen Freudensprung und dabei bricht der Wirbel. traurig

Schon länger überlege ich, der Aufzuchtsmilch spezielle Vitamine oder Mineralien bei zu mischen. Das immer wieder empfohlene Korvimin ZVT, welches hier ebenfalls zum Einsatz kommt, verhindert die o.g. Problematik nicht!

Jetzt stellt sich mir jedoch die Frage nach welchen Mitteln?

Calcium sollte immer im Verhältniss 3:1 zu Phospor verabreicht werden. (soll das wirklich so sein) Ist die Gabe von Phospor also zwingend nötig?

Des weiteren lese ich immer wieder von der Vitamin D Gabe, die wohl auch bei Kindern bis zu einem Alter von 2 Jahren, wegen der gefürchteten Rachitis so wichtig sein soll, um Calcium überhaupt in den Knochen einzulagern.

Wie sieht es somit mit Schüsslersalzen aus? Reichen diese oder sollte man gezielt z.b. Vigantoletten einsetzten in Kombi mit einer Calciumgabe oder Calcium phosporicum D6?

Alle Mittel sollten gut löslich sein damit sie mit der Aufzuchtsmilch gut aufgenommen werden können. Was ist in den Schüsslersalzen enthalten? Gibt es welche von Herstellern ohne Milchzucker? Der wird vom Junghasen nicht gut vertragen.

Wattebällchen hast Du einen Rat für mich? Ich würde die Knochenbrüche, die auch bei mir auftreten, gerne minimieren.

Gerne bin ich auch für andere Ideen offen.

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
Simone
hallo
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wattebällchen



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BeitragVerfasst am: 29.05.2011, 12:34    Titel:

HAllo Simone,

was es nicht alles gibt ...

Neulich hab ich bei einem Pferd Blutegel angelegt (mit durchschlagendem Erfolg) und nun soll ich Experte sein für Junghasen .... Tztztztztz ....

Also ich bin der Meinung, dass die Häschen aufs Feld gehören. Die Junghasen kommen vollständig behaart und mit offenen Augen zur Welt und liegen in der so genannten "Sasse", meist eine Furche im Acker.
(Kaninchen wohnen in Höhlen und können es sich leisten, nackte und blinde Junge zu bekommen.)

Da liegen sie auch bei Wind und Wetter und die Mutter kommt nur zweimal am Tag um zu säugen.

Die Hasenmutter ist die beste Versorgung an Vitaminen aus der Muttermilch.

Du siehst, dass dieses Gepäpple von "verlassenen" Jungtieren eher schadet als nutzt.
Schick die Leute mit dem Jungen wieder dahin, wo sie es aufgefunden haben. Bisschen mit Gras oder Erde abreiben, dass der Menschengeruch wegggeht. Mama kommt wieder. Die sitzt irgendwo und beobachtet.

Abgesehen davon, dass sie nun nicht weiß, wohin mit ihrer Muttermilch hat sie den Schmerz, ihr Junges "verloren " zu haben und sucht es verzweifelt.

Bitte lasst die Jungtiere , wo sie sind.

Bitte frag den Tierarzt oder im Zoo um Rat, denn wir sind Menschentherapeuten und kennen uns mit den Dosierungen für Tiere nicht aus.

Manche Medis sind sogar schädlich bis giftig für Tiere.

Tut mir leid für das kleine Häschen.
_________________
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lago-morpha



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BeitragVerfasst am: 29.05.2011, 12:51    Titel:

Vielen Dank für Deine Antwort.

Um eines vorweg zu nehmen, nicht ich "klaue" die Häschen aus dem Feld, sondern oftmals Spaziergänger die es "gut" meinen.

Nicht jeder Finder ruft sofort an. Manche probieren erst einige Tage an den Tieren herum bevor sie sich melden. Eine Rückführung ist dann ausgeschlossen. Das gleiche gilt für attakierte Junghasen die von Krähen gehackt werden oder die von der Katze nach Hause gebracht werden. Diese Tiere haben ohne menschliche Hilfe KEINE Chance.

Bitte solche Tiere niemals einfach zurück setzen, das wäre tödlich.

Leider nützt es wenig, das ICH weiß das die Aufzucht oft mehr schadet als nützt. Denn häufig kann ich es nicht mehr verantworten oder gar befürworten die Tiere wieder zurück zu setzen.

Tiermediziner haben die Heimtiere nicht im Studium und meine Tierärzte vor Ort konnten bisher nicht helfen!

Dennoch lieben Dank für Deine Antwort.

Liebe Grüße
Simone
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wattebällchen



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BeitragVerfasst am: 29.05.2011, 13:24    Titel:

Gerade aus denselben Gründen wie du bin ich dafür, dass die Leute die Tiere dort lassen, wo sie sind. Ausnahme sind natürlich verletzte Tiere.

Auch das Jungtier hat ganz furchtbar Stress, wenn es von Menschen mitgenommen wird.

Und es ist unverantwortlich, wenn Laien meinen, sie könnten so ein Tierchen aufziehen ....
Das geht meistens schief. Das ist falsch verstandene Tierliebe.

Wenn man ein verletztes Wildtier findet, sollte man es in fachkundige Hände geben, damit das Tier nicht auch noch mit dem Leben bezahlt ...

Weshalb kann dein Tierarzt nicht helfen ? Feldhasen sind doch keine Heimtiere.

Im Studium lernt man alles, nicht nur Heimtiere.
Es ist wie bei den Medizinern für Menschen auch. Wir müssen alle Kategorien durchlaufen und nach dem Examen spezialisieren wir uns (Großtiere, Kleintiere, Zootiere, Exoten, Fische, Echsen usw.).

Das ist schlicht und einfach eine Ausrede ....
Kaninchen behandelt er ja auch...

Frag doch mal im Zoo um Rat. Geh einfach mal zu den Reviertierpflegern von den Kleintieren (Hasen, Meerschweinchen etc.) und frag um Rat.

Den Förster zu fragen, würde ich nicht wagen, denn eine Entnahme von Wildtieren aus dem Revier ist strafbar .........

Wir müssen hier einfach nochmal ganz laut sagen:

LASST DIE SCHEINBAR VERLASSENEN JUNGTIERE, WO SIE SIND.

Noch was:
Die von Hand aufgezogenen Tiere sind meistens wesensverändert und auf den Menschen geprägt, d. h. sie haben keine Scheu mehr und werden dann Opfer von Autos oder jagenden Hunden ....

Zudem haben sie es mit der Partnersuche schwer, weil sie nicht mit Artgenossen aufgewachsen sind.

Man sieht es ja oft bei den aufgepäppelten Zootieren, dass sie dann mit Artgenossen nix anfangen können (ich sage nur : Knut ...).
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lago-morpha



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BeitragVerfasst am: 29.05.2011, 22:25    Titel:

Huhu,

nein Heimtiere werden eben nicht behandelt im Studium. Denn Heimtiere sind keine Kleintiere. Zu den Kleintieren fallen Hunde und Katzen, alles andere ist eine weitere Spezialisierung. In Kaninchendingen ist meine Praxis fit, aber bei den Hasen geraten sie an ihre Grenzen.

Zudem kann man Hasen nicht mit Kaninchen vergleichenh, daher ist es auch recht schwer an fundierte wissenschaftliche Kenntnisse von Medizinern zu kommen.

Es kommt auf die Aufzucht der Hasen drauf an! Ein Laie produziert oft ganz viele Fehler, Haltungs - und prägungsfehler sind dabei nur bedingt ein Problem. Mit Zootieren kann man das auf keinen Fall vergleichen.

Bei uns werden die Tiere Fachgerecht aufgezogen, werden mit Artgenossen in Freigehegen groß und auf die Natur vorbereitet. Und wir bemühen uns redlich unsere Aufzuchten zu Verbessern. Daher stellte ich ja auch die Frage nach dem Vitamin D3 und dem Calcium.

Rechtlich gesehen muß der Förster immer gefragt werden. Auch wenn die Feldhasen fast nicht mehr bejagt werden, so zählen sie noch unter Jagdbares Wild und gehören schlicht ihm. In alle den Jahren hatte ich nicht einen dabei, der die Aufzucht selbst versuchen wollte. Sie alle waren Dankbar wenn es jemanden für das Tier gab. Der Wissensaustausch macht bedingt Sinn.

Erst letztens sprachen wir mit einem Jäger, der nach dem Gespräch sagte, er hätte binnen von 10 Minuten so viel über Hasen gelernt das er sich das alles aufschreiben müsse....soll heißen, so gerne wie sie vielleicht wollen würden, aber in dieser Frage können sie einfach nicht helfen.

Liebe Grüße
Simone
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BeitragVerfasst am: 30.05.2011, 10:03    Titel:

Hallo und guten Morgen Simone,

meine Worte waren nicht nur an dich, sondern an "Tiermitnehmer" gerichtet.

Wenn die Leute die vermeintlichen Waisen, lassen würden, wo sie sind, hättest du nicht das Gehege voll mit solchen Häschen .

Du selbst schreibst ja, wie schwierig es ist, diesen Tieren gerecht zu werden in der Aufzucht und Versorgung und du gibst mit Sicherheit deine ganze Freizeit und deine Helfer auch, um die Tiere zu versorgen.

Solch eine Aufzucht gehört nicht in die Hand von Laien, denn das Tier bezahlt meist mit dem Leben.
Das sind auch keine Schmusetiere.

Wie gesagt, frag doch mal im Zoo beim Reviertierpfleger. Die haben ja auch oft so kleine Zwerglein zum Aufpäppeln.

Es ehrt uns, dass wir als Ansprechpartner für so vielerlei Probleme gesehen werden, aber wir sind hier ein "Menschenforum" und es wäre Zufall, wenn du hier einen Fachmann/frau fändest. Es geht ja vor allem um die Dosierung der Medikamente.

Oder frag im Tierheim, ob die Adressen wissen. Es gibt ja verschiedene Adressen für Igelspezialisten oder Eichhörnchen usw. Vielleicht haben auch diese Spezialisten einen Tipp.

Google Stichwort "Wildtieraufzucht".

Oder maile an landwirtschaftliche Uni z. B. "Landwirtschaftliche Hochschule Stuttgart-Hohenheim". Da gibt es sicher Studenten, die ein "Tierhändchen" haben.

Oder maile direkt an eine Uni für Tiermedizin. Vielleicht können die einen Aushang mit deiner mailadresse ans schwarze Brett machen. Tiermedizinstudenten sind ja auch schon von Kindheit an mit allem möglichen Getier beschäftigt.

Wenn du eine Praxis hast, bist du sicher Tierärztin oder Tierheilpraktikerin. Tausche dich doch mit Kollegen aus. Adressen bekommst du beim Berufsverband.

Jetzt noch eine Frage in eigenem Interesse:
Was ist außer Unterkunft (Hasen auf dem Feld, Kaninchen eher auf sandigem Grund), Vorkommen, Ohren und Vermehrung der Unterschied zwischen Hasen und Kaninchen ?
Haben Hasen so einen andern Stoffwechsel wie Kaninchen ?
Man hat ja schon Eichhörnchen bei Kätzinnen angelegt und Tigerbabies bei Hunden, weshalb ist die Ernährung so unterschiedlich ?
Als Erwachsene fressen sie doch auch dasselbe.
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lago-morpha



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BeitragVerfasst am: 02.06.2011, 16:16    Titel:

Huhu,

der Landwirtschaftliche Hochschule Stuttgart-Hohenheim habe ich eine e-Mail geschickt und warte noch auf Antwort. Danke für den Tip.

Hasen äsen anders als Kaninchen, auch der Speiseplan sieht generell anders aus.

Auch ist der Körperbau unterschiedlich. So wirkt das Herz bspl. weise im Röntgen immer vergrößert, der Pupillen Reflex scheint immer verzögert und die Knochen brechen viel viel häufiger im direkten Vergleich zum Kaninchen. Auch in freier Natur. In Düsseldorf sind letztes Jahr Hasen ertrunken. Man konnte beobachten das diese Tiere 15minuten schwimmen konnten und danach unter gegangen sind. Bei diesen Tieren fanden sich später einige Knochenbrüche.

Für Kaninchen selbst gibt es keine spezielle Aufzuchtsmilch. Somit kann man das auch nicht auf die Hasen übertragen.

Mit der Aufzucht von Igel oder gar Eichhörnchen lässt sich das gar nicht vergleichen. Die Hasen sind wirklich sehr speziell und es gibt so gut wie keine Referenzwerte.

Viele Grüße
Simone hallo
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