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Klassischer Homöopath oder Heilpraktiker?

 

Klassischer Homöopath oder Heilpraktiker?

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olibi



Anmeldedatum: 20.11.2008
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BeitragVerfasst am: 20.11.2008, 21:29    Titel: Klassischer Homöopath oder Heilpraktiker?

Bei mir wurde vor 6 Monaten Morbus Basedow diagnostiziert. Ich möchte neben der Behandlung beim Hausarzt (Einnahme von Carbimazol sowie regelmäßiges Blutbild) gern noch mehr tun bzw. überhaupt erstmal rauskriegen, wo das herkommt (falls das möglich ist). Gegen meine Migräne (die oft von der Halswirbelsäule ausgeht) würde ich auch gern mal was sinnvolleres unternehmen, als Schmerztabletten, die oft sowieso nicht helfen. Eine Freundin hat mir geraten, mal zum Heilpraktiker zu gehen. Allerdings habe ich, bei der Suche nach einem "Guten" auch erfahren, daß es Unterschiede zwischen zwischen den klassischen Homöopathen und den Heilpraktikern gibt. Was ist denn in meinem Fall sinnvoller?

Vielen Dank im Voraus!!!
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wattebällchen



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BeitragVerfasst am: 21.11.2008, 09:24    Titel:

Hallo und guten Morgen olibi,

uiuiui, da kommt aber eine Herausforderung am frühen Morgen...

Ich denke, dein Arzt hat dich schon umfassend über dein Krankheitsbild aufgeklärt. Trotzdem muss man den andern Lesern gegenüber ein wenig erklären, um was es sich bei dir handelt.
Vielleicht findest auch du noch so manches Interessantes.

Morbus Basedow (Morbus heißt Krankheitsbild und es hat ein Herr Basedow als erster beschrieben) ist eine Autoimmunkrankheit gegen Schilddrüsenzellen, bei der Antikörper gegen die TSH-Rezeptoren in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) gebildet werden und diese unterdrücken.

Woher dieses plötzliche "Ausflippen" der SD kommt, ist noch ungeklärt. Manchmal ist eine Schwangerschaft, eine Röntgen-Kontrastmitteluntersuchung (jodhaltig), bestimmte Nahrungsergänzungsmittel mit viel Jod drin (zum "Abnehmen") der Auslöser. Basedow-Patienten sollten auf zuviel Jodzufuhr verzichten, da dies die Schilddrüsenentzündung unterhält.

TSH heißt Schilddrüsen-Stimulierendes Hormon. Es wird von der Hypophyse gebildet und ausgeschüttet, wenn die Konzentration im Blut von ihr als zu niedrig gemessen wird.

Man kann dies auch im Blut messen. Der TSH-Wert alleine genügt aber nicht. Man braucht auch noch weitere SD-Parameter wie z. B. T3 und T4 (freies SD-Hormon im Blut. T3 wird aus T4 gebildet) und MAK und TRAK (Monoklonale Antikörper) usw. Die sind erhöht, wenn die Immunreaktion überaktiv ist.

T3- und T4-Werte sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Neben verschiedenen Symptomen wie anfallsweises Herzrasen, Zittern, Schweißausbrüche, Unruhe, Durchfall, Vergrößerung des SD-Gewebes (= Kropf ist nicht immer), Augenbrennen, Augendrücken, Blendempfindlichkeit usw., was sehr unangenehm ist, weil alles eben oft anfallsweise kommt, gibt es noch ein typisches Symptom: Die hervorquellenden Augen (nicht bei jedem feststellbar).

Diese kommen daher, weil es auch an andern Stellen im Körper solches Gewebe gibt, wo SD-Antikörper andocken können. Z. B. teigige Schwellung an der Vorderseite des Unterschenkels (Schienbein), in Muskeln , Knochen, im Gehirn und vor allem in der Augenhöhle.

So genannte Glycosaminoglycane werden gebildet und die speichern Wasser. Es kommt zu einer Entzündung, zum Ödem und Gewebsvermehrung und das drückt die Augen vor.
Dies nennt man "Exokrine Orbitopathie". (Orbita = Augenhöhle).

Es ist eine Kontrolle beim Augenarzt unbedingt notwendig.
Man kann mit speziellen Vitaminen versuchen, Einfluss zu nehmen (verschreibt der Augenarzt). Augentropfen oder Gels unbedingt, wenn der Lidschluss nicht mehr 100% ist.

Unbedingt das Rauchen aufgeben, falls dies der Fall sein sollte.

Manchmal muss die SD entfernt werden.
Oder man kann eine Radio-Jod-Therapie (Bestrahlung) machen. Dazu
ist niedrig dosiertes Cortison gegen die Entzündung notwendig.
Medikation mit SD-Hormonen oder Thyreostatika, wenn notwendig.
Manchmal werden auch Immunsuppresiva (z. B. Methotrexat) gegeben, um die Immunreaktion in den Griff zu bekommen. Dann unbedingt Schwangerschaft sicher verhüten !!!

Alle 4 - 6 Wochen ist eine Kontrolle der Werte notwendig.

Lass kontrollieren, ob deine Migräne evtl. von den Augen ausgeht >> Augenarzt. Siehe oben.
Du kannst auch verschiedene Entspannungstechniken lernen (Autogenes Training, Muskelentspannung nach Jacobson, Yoga, Tai Chi, Qi Gong usw.).
Achte bewusst auf deine Haltung und lass immer wieder die Schultern fallen.
Lass dir von einem Physiotherapeuten isometrische Übungen zeigen oder andere, damit du an deiner Haltung arbeitest.

Zudem muss dein behandelnder Arzt unbedingt davon wissen, was du evtl. zusätzlich einnimmst.
Die Schilddrüse unterliegt dem Regelkreis der Hormone. Da hängt alles zusammen wie mit Zahnrädern verbunden. Wenn du an einem drehst, drehen alle andern mit.
Halte dich bitte strikt an die Medikation des Arztes. Die SD ist ein ganz ganz ganz empfindliches Organ. (Schon Fasten kann sie total aus der Bahn werfen...).

Mach bitte keine Eigenmedikation. Das kann ins Auge gehen. Im wahrsten Sinne ...
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Fr. Laurence Gromier-Heim



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BeitragVerfasst am: 21.11.2008, 15:28    Titel:

Liebe/r Olibi,

Die Klassische Homöopathie ist nicht – wie oft angenommen wird – eine Heilmethode nur für kleinere Befindlichkeitsstörungen, sondern im Gegenteil eine Methode, die grundsätzlich selbst schwere Erkrankungen deutlich bessern oder gar heilen kann. Aber selbstverständlich kann dies im Einzelfall natürlich niemals vorausgesagt oder gar versprochen werden (das kann keine Heilmethode, auch nicht die sogenannte Schulmedizin).
Interessant für Sie kann dazu folg. Thread geschrieben unter „Klassische Homöopathie“ sein.

http://www.cysticus.de/naturheilkunde-forum/hashimoto-thyreoiditis-t649.html


Bei der Migräne könnte einen Osteopath/in helfen.
Beste Grüße
Laurence Gromier-Heim
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wattebällchen



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BeitragVerfasst am: 24.11.2008, 10:14    Titel:

Information:

Basedow ist nicht dasselbe wir ein Hashimoto ...
Entsprechend unterschiedlich ist die Therapie.
Bei Basedow wird die SD-Funktion gebremst, bei Hashimoto muss man substituieren (ersetzen).

Zwar sind beides Autoimmunerkrankungen, bei denen beide Male auch zuviel Jodzufuhr als Auslöser vermutet wird, aber es sind zwei verschiedene Erkrankungen.

Basedow ist eine Hyerthyreose (Überfunktion) und Hashimoto eine Hypothyreose (eigentlich Thyreoiditis) = Unterfunktion.
Ein Hashimoto fängt mit Hyperthyreose an, geht dann aber in eine Hypothyreose über.
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BeitragVerfasst am: 24.11.2008, 14:39    Titel:

Leider ist das homöopathische Denken ein anderes Denken als der in der allopathische Medizin Es ist immer wieder schwierig in einem Forum klar zu machen wie die Homöopathie funktioniert. Hashimoto ist nicht Basedow keine Frage, wollte aber klar stellen, dass auch bei schweren Erkrankungen (z. Bsp.: wie Hashimoto) die klassische Homöopathie Erfolge zeigen kann.
Liebe Grüße
Laurence Gromier-Heim
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wattebällchen



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BeitragVerfasst am: 24.11.2008, 15:33    Titel:

Ich habe mein obiges Posting bzgl. Homöopathie editiert.

Jedoch sollte olibi ihrem Arzt sagen, was sie noch an zusätzlichen Medikamenten einnimmt, aus genau diesem Grund, weil Homöopathie wirkt.

Dies sollte kein Angriff auf die Homöopathie sein. Jedoch sollte man sich für eines von beiden entscheiden.

Sie darf auf keinen Fall ihre jetzigen Medikamente, die sie vom Arzt bekommt, selbständig absetzen.

Und für solch ein Krankheitsbild wie Basedow es ist, braucht sie einen erfahrenen Homöopathen ...

Gerade die Schilddrüse ist ein ganz heikles Organ.
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olibi



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BeitragVerfasst am: 02.12.2008, 18:39    Titel:

Hallo liebes Wattebällchen, hallo liebe Frau Gromier-Heim,

VIELEN DANK für Ihre Antworten!!!

Ich mußte noch ´ne Weile auf der ganzen Sache "rumdenken", deshalb erst jetzt meine Antwort.

Hab meine Ärztin aufgrund Ihres Rates einfach mal dazu befragt. Sie findet eine unterstützende(!) Behandlung durch einen Homöopathen sinnvoll. Ich werde ihr dann auf jeden Fall auch mitteilen, was ich einnehme.

Mittlerweile bin ich auch der Überzeugung, daß diese Krankheit bei mir nicht nur körperliche Ursachen hat (auch wenn ich vor 11 Monaten Mama geworden bin und das vielleicht dazu beigetragen hat). In meiner Familie gab es vor einigen Jahren große Probleme. Ich war mit der Situation und der damit zusammenhängenden Verantwortung ziemlich überfordert. Da die Schilddrüse ja "das Organ der Seele" sein soll, sehe ich da inzwischen einen Zusammenhang.

Wie man an meiner ursprünglichen Frage sieht, hatte ich mir das alles ein bischen zu einfach vorgestellt ;o) Aber ich habe das Gefühl, ich bin auf dem richtigen Weg!

Die Frage ist jetzt noch, woran man einen guten Homöopathen erkennt. Mir wurde Dorothea Weihe aus Hannover empfohlen. Ich hoffe, sie ist die richtige Wahl.

Einen Termin beim Augenarzt mache ich auf jeden Fall noch!

Das "Schultern-fallen-lassen" bringt tatsächlich schon Besserung bezüglich der Migräne. Richtige Übungen werde ich mir also auf jeden Fall auch nochmal von einem Profi zeigen lassen!!!!

Viele Grüße

olibi
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Fr. Laurence Gromier-Heim



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BeitragVerfasst am: 02.12.2008, 19:43    Titel:

Liebe Olibi,
Ein gute klassische Homöopathen/-in erkennt man u.a. daran, dass er/sie eine sehr ausführliche Anamnese (= Erstgespräch + Untersuchung) erhebt – dauert normalerweise viele Stunden – und dass er/sie zu einer Zeit immer nur eine einzelne Arznei gibt.
Im Übrigens seriöse Heilpraktiker/in egal welche Spezialität und/oder seriöse Ärzte für klassischen Homöopathie verlangen niemals das Absetzten der „übliche“ Medikation des Patienten. Besonders in der klassische Homöopathie stellt sich die Lebenskraft bei chronischen Krankheiten langsam um, somit brauchen Sie keine Angst zu haben, dass die „Schilddrüse“ durcheinanderkommt.
Dorothea Weihe ist eine Ärztin für klassische Homöopathie mit gutem Ruf.
Noch ein Tip: Vergessen Sie jedoch nicht immer wieder Fragen zu stellen, wenn Sie etwas nicht verstehen, denn der homöopathische Weg ist ein anderer medizinischer Weg als der übliche.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg!
Herzliche Grüße
Laurence Gromier-Heim
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