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Klassische Homöopathie + Komplexmittel ???

 

Klassische Homöopathie + Komplexmittel ???

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Gregor



Anmeldedatum: 31.05.2011
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 31.05.2011, 16:31    Titel: Klassische Homöopathie + Komplexmittel ???

Ich bin neu hier und habe eben versucht, diese Fragen einzugeben, was anscheinend nicht geklappt hat. Hier 2. Versuch, hoffentlich ist es nicht doppelt

Aus den Artikeln unter http://www.cysticus.de/naturheilkunde-forum/homoeopathischen-artikeln-t2462.html habe ich schon einiges entnommen. Es bleiben aber eine grundsätzliche Frage und 2 spezifische Fragen:

1. Bei Vorhofflimmern wurde von einer erfahrenen Therapeutin für meine Frau erst Pulsatilla und dann Staphisagria als Konstitutionsmittel gewählt und jetzt über ca. 8 Monate in steigenden Potenzen von LM 6 bis 14 verordnet. Ergebnis ist, dass die Maximalfrequenz sich jetzt in Grenzen hält (80-100 gegenüber 120-150), Episoden aber häufiger sind. Bei Episoden wurde Beloc erhöht und die "Notfallösung" (einige Tropfen auf ein Glas Wasser) genommen.
Jetzt sagte ein Heilpraktiker, der auch davon betroffen ist, er nähme Strophantus von Heel, 1-2 Tabletten unter die Zunge, würde schneller helfen als Staphisagria. Gekauft und geschaut - das ist ja ein Komplexmittel und würde insoweit der "reinen Lehre" widersprechen - oder auch nicht?
Frage daher: Kann klassische Monotherapie in Akutfällen grundsätzlich mit einem Komplexmittel ergänze werden, ohne die Wirkung Konstitutionstherapie zu beeinträchtigen? "Grundsätzlich" weil ich eben gelernt habe, dass es Folgemittel, feindliche Mittel usw. gibt, was natürlich im Detail zu klären wäre.

2. Jetzt die spezielle Frage: Geht Staphisagria 14 mit Strophantus comp? Strophantus enthält 9 substanzen D1 bis D4: Crataegus, Selenicereus grandeflorius, Nitroglycerinum, Arnica montana, Kalmia latifolia, Spigelia anthelmia, Kalium carbonicum, Strophantus gratus.
Wären diese Substanzen mit Staphisagria verträglich?

3. Ich bin jetzt 70, 170 cm, 68 kg, rundum gesund aber seit 2-3 Jahren steigt mein Blutdruck langsam an, Durchschnitt 133 d.h. nach Sport 115-125, ansonsten nach PC Arbeit auch 145-155. Ein Artikel meinte, dass der Körper den Druck steigert, um trotz enger werdender Gefäße alle Organe noch gut versorgen zu können - logisch, ich sollte eigentlich etwas für meine Gefäße tun - aber was?
Von einer Heilpraktikerin wurde mir Strophaktiv g-Strophantin D4 Tropfen empfohlen. Aber nach Beschäftigung mit Strophantin habe ich den Eindruck bekommen, dass das eher ein Akutmittel ist für den obigen Fall aber nicht unbedingt ein Mittel zur Gefäßpflege. Wie sehen Sie das?
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Fr. Laurence Gromier-Heim



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BeitragVerfasst am: 31.05.2011, 18:30    Titel:

Guten Abend Gregor,

Zitat:
Frage daher: Kann klassische Monotherapie in Akutfällen grundsätzlich mit einem Komplexmittel ergänze werden, ohne die Wirkung Konstitutionstherapie zu beeinträchtigen? "Grundsätzlich" weil ich eben gelernt habe, dass es Folgemittel, feindliche Mittel usw. gibt, was natürlich im Detail zu klären wäre.


Ja es widerspricht sich schon. Staphysagria ist gewählt worden, weil diese Arznei genau auf die Beschwerden Ihrer Frau passt, Komplexmittel werden von Therapeuten angewendet, die das Repertorisieren nicht gelernt haben (ist im übrigen kein Vorwurf). Der Therapeut mit der Empfehlung für ein Komplexmittel, arbeitet wahrscheinlich nicht klassisch homöopathisch.
Zitat:
Jetzt die spezielle Frage: Geht Staphisagria 14 mit Strophantus comp? Strophantus enthält 9 substanzen D1 bis D4: Crataegus, Selenicereus grandeflorius, Nitroglycerinum, Arnica montana, Kalmia latifolia, Spigelia anthelmia, Kalium carbonicum, Strophantus gratus.
Wären diese Substanzen mit Staphisagria verträglich?


Es ist meist „das Entweder oder oder“ Prinzip. Es gibt sehr guten homöopathischen Mittel, die akut eingesetzt werden können und dies Einzel. Wichtig ist jedes Mal, dass die Beschwerden, die dann auftreten genau neu zu repertorisieren. Es ergibt dann eine neue Verschreibung, mit einer neue Arznei oder gar das Konstitutionsmittel. Wenn Ihrer Frau aber zufrieden ist, dann verstehe ich den Einsatz vom Strophantus comp. nicht. Wenn ihrer Frau noch etwas braucht, dann soll sie dies mit Ihrer HP besprechen. Vielleicht benötigt sie ein anderes Mittel.
Staphysagria ist ein ganz großes Mittel in der Homöopathie, eingesetzt als LM-Potenz hat er auch eine Wirkung auf das Gemüt. Wenn man wirklich mehrere Präparaten einnehmen will, dann kann der HP eine speziell Rezeptur verschreiben: mit meistens max. 2-3 Urtinkturen. Diese Urtinkturen werden dann nicht gemischt, sondern zu verschiedene Zeiten genommen. Man entfernt sich aber von der klassische Homöopathie.
Zitat:
Von einer Heilpraktikerin wurde mir Strophaktiv g-Strophantin D4 Tropfen empfohlen. Aber nach Beschäftigung mit Strophantin habe ich den Eindruck bekommen, dass das eher ein Akutmittel ist für den obigen Fall aber nicht unbedingt ein Mittel zur Gefäßpflege. Wie sehen Sie das?

Strophantus hat eine positive Wirkung auf Patienten mit Angina pectoris. Homöopathisch haben aber alle diese Mittel eine Arzneibild. Irgendeiner auch prohylaktisch zu nehmen halte ich für wenig sinnvoll.
Wie sind beide Blutdruck-Werten in der Ruhe, nach Sport? Wie hoch ist Ihr Puls? Treten Beschwerden auf, wie vertragen Sie die Sonne, die Kälte, Ihrer Angewohnheiten müssten eruiert werden, auch bei einer phytotherapeutische Verschreibung. Warum gehen Sie nicht zur HP und lassen Sie sich nicht klassisch homöopathisch behandeln, wie Ihre Frau? Man muss nicht einen schon etablierten Bluthochdruck haben um selbst zu handeln. Wenn nicht, dann wäre vielleicht den Weg über die Phytotherapie besser für Sie. Wichtig ist sich in professionellen Händen zu begeben, dies und das zu probieren ist häufig nicht nachhaltig.
Ich hoffe ich konnte Ihrer Fragen beantworten.
L. Gromier-Heim
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Gregor



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BeitragVerfasst am: 01.06.2011, 23:46    Titel:

Sehr geehrte Frau Gromier-Heim,

sehr herzlichen Dank für Ihre ausführliche und schnelle Antwort.

Hinsichtlich der Frage der Zufriedenheit bei meiner Frau (66 Jahre, 64 Kg, 168 cm) ist natürlich immer die Frage, was noch erreichbar wäre und ob die therapeutischen Potentiale schon voll ausgeschöpft sind - früher haben wir Bergwanderungen oder Radtouren gemacht, was jetzt zum beiderseitigen Bedauern nicht mehr geht da körperliche Anstrengungen meist am nächsten Tag eine tachycardes Ereignis nach sich ziehen. Auslöser waren nach Meinung der Therapeutin und meiner Frau Auseinandersetzungen in ihrer Familie insofern wäre das gemütswirksame Mittel schon richtig. Ich sehe allerdings Null-Fasten auch als eine alternative oder ergänzende Ursache an und frage mich, ob irreversible organische Veränderungen vorliegen. Wir haben uns damit abgefunden, dass sich Vorhofflimmern nicht „heilen“ lässt und dass wir unser Leben anpassen müssen, womit wir natürlich nicht ganz zufrieden sind.
Ihre Aussage „nicht mischen“ und mit der Therapeutin klären, ob etwas zu ändern ist, ist klar.

Was mich betrifft werde ich die Heilpraktikerin nochmal ansprechen wegen meiner Zweifel an Strophaktiv. Mein Puls ist i.a. in Ruhe um 60 oder etwas drunter, beim Radfahren 90-120, beim Jogen bis 160, geht aber dann nach 100 m Gehen wieder auf 110-120 zurück. Beschwerden habe ich keine, Sonne vertrage ich gut, meide aber die Mittagszeit. Der diastolische Druck bleibt meist unter 90, üblich ist 85. Die Überlegung, dass es nicht primär darum geht, den Druck herabzusetzen sondern darum etwas für die Gefäße zu tun, was eine Senkung des Drucks nach sich ziehen würde, scheint mir sinnvoll. Ob klassische Homöopathie der beste Ansatz dafür ist? Meine Heilpraktikerin verwendet die Dunkelfelddiagnostik, die mir recht interessant schien. Vielleicht weiß sie noch etwas andres.

Ich würde auch gerne zu Ihnen kommen aber das wären 3-4 Stunden mit dem Auto und ich bin selten in Ihrer Gegend.

Mit besten Grüßen, Gregor
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Fr. Laurence Gromier-Heim



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BeitragVerfasst am: 02.06.2011, 19:27    Titel:

Hallo Gregor,
die Dunkelfelddiagnostik ist ein sehr interessantes Diagnostikverfahren.
Es gibt gute pflanzliche Präparaten, die Ihren Gefäßen positiv beeinflüssen würden, wobei ich weiterhin denke, dass der Mensch als Ganze und nicht ein Teil davon (in dem Fall die Gefäßen) behandelt werden sollte.
Zitat:
....und frage mich, ob irreversible organische Veränderungen vorliegen...
War Ihrer Frau beim Kardiologen? Was wurde festgestellt?
Herzliche Grüße
L. Gromier-Heim
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Gregor



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BeitragVerfasst am: 06.06.2011, 12:39    Titel:

Sehr geehrte Frau Gromier-Heim,

besten Dank für Ihre Ausführungen.

Zu meiner Frau: Unser Hausarzt ist Kardiologe und Internist, er hat das Vorhofflimmern „zufällig“ entdeckt, weil es auftrat, als meine Frau zu einer Vorsorgeuntersuchung dort war in gewisser Anspannung. 24-Stunden EKG, Belastungs-EKG mit Herzecho, CT wurden gemacht mit dem Ergebnis, dass die Klappen eine leichte Undichtigkeit aufweisen, die Herzspitze sich nicht ganz so gut zusammenzieht wie der Rest, keine Stenosen aber leichte Kalzifizierung des Marklagers vorliegen. D.h. das Herz ist „mechanisch“ nicht ganz gesund aber auch nicht sonderlich krank.
Problem ist die „Elektrik“. Überwiegend läuft das Herz ruhig und kraftvoll. Im vergangenen Jahr hatten wir anhand von Pulsuhren verfolgt, dass beim Radfahren der Puls meiner Frau belastungs-gerecht gestiegen und gesunken ist wie meiner auch, nur bei etwas niedrigerer Frequenz, was vermutlich auf Beloc zurückzuführen ist. Am nächsten Tag gab es eine Episode. D.h. auch elektrisch funktioniert das Herz überwiegend gut. Es ist, als wenn ein „Wackelkurzschluss“ immer wieder einmal die Frequenz durcheinander bringt, meist nach Belastung am Vortag.
Leitliniengerechte Behandlung ist Betablocker, ASS und Markumar. Letzteres will meine Frau nicht nehmen, alternativ spritzen wir bei einer Episode nach 12 Stunden Heparin, um eine Thromben-bildung in den Herzohren zu verhindern.
Die Frage ist, ob dieser „Wackelkurzschluss“ beseitigt werden kann so dass die Episoden ganz ausbleiben. Der Kardiologe meint, das ginge mit seinen Mitteln nicht. Man kann wohl auch nicht ausmessen, wo die störenden Impulse entstehen – Leitungsprobleme zwischen Sinusknoten und AV Knoten, konkurrierendes impulsgebendes Gewebe, Störungen durch die Elektrik der Lungenvenen …
Ein Hinweis ging davon aus, dass der Sympathikus und eventuell durch ihn in Gang gesetzte Adrenalinproduktion der Auslöser sein könnte.
Die homöopathische Behandlung hat den Verlauf der Episoden gedämpft, was ggf. auf die Beeinflussung des Sympathikus zurückzuführen ist.

Ist damit das Ende der Fahnenstange erreicht oder sind weitere Verbesserungen grundsätzlich denkbar? Mit Homöopathie oder mit anderen alternativen Verfahren?

Was mich angeht wurde jetzt L-Argenin vorgeschlagen, was besser zu passen scheint als Strophaktiv. Was mir nicht ganz gefällt, ist das es ein Modemittel in der Bodybuilder- und Potenzszene zu sein scheint, was mich beides nicht betrifft. Aber ich werde es wohl mal versuchen.

Ich werde Sie demnächst anrufen um zu klären, was ich für Ihre Beratung schuldig bin.

Mit freundlichen Grüßen,
Gregor
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Fr. Laurence Gromier-Heim



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BeitragVerfasst am: 06.06.2011, 17:08    Titel:

Lieber Gregor, Danke für die Hinweisen zu Ihrer Frau.
Zitat:
Die homöopathische Behandlung hat den Verlauf der Episoden gedämpft, was ggf. auf die Beeinflussung des Sympathikus zurückzuführen ist.
Ist damit das Ende der Fahnenstange erreicht oder sind weitere Verbesserungen grundsätzlich denkbar? Mit Homöopathie oder mit anderen alternativen Verfahren

Es wäre spekulativ zu schreiben, ob ein "Ende" der Möglichkeiten gegeben ist oder nicht.
Wichtig ist, dass der Therapeut/in verantwortungsvoll mit Ihnen und Ihrer Frau umgeht und sich mit dem Krankenfall seriös auseinandersetzt. Es ist schwere Arbeit das richtige Mittel zu finden keiner Frage. Wichtig ist auch den Homöopath/in im akuten Zustand anzurufen, weil der akuten Zustand oft den Therapeut/in das Mittel zeigt, was dieser Patient später chronisch braucht.
Die Beratung im Forum ist kostenlos.
Mit freundlichen Grüßen
L. Gromier-Heim
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