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Kann ein falsches Konstitutionsmittel Schaden anrichten?
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sorena
Anmeldedatum: 17.01.2010 Beiträge: 4
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Verfasst am: 17.01.2010, 17:57 Titel: Kann ein falsches Konstitutionsmittel Schaden anrichten? |
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Hallo Liebe Leser,
kann ein falsch ausgewähltes Konstitutionsmittel bleibenden Schaden anrichten? Und wie kann ich mir sicher sein, das mein Heilpraktiker das richtige Mittel für mich auswählt?
Ich bin auf Grund des Gefühls einen Tennisball unterm rechten Rippenbogen zuhaben zum Hausarzt gegangen, mit dem Ergebnis 3 diagnostizierter Gallensteine und den Hinweis das eine Entfernung der Gallenblase anzuraten sein, wenn die Steine wiederholt Koliken auslösen sollten. Dies war vor ca. 5 Jahren. Selten habe ich seither eine Gallenkolik gehabt. Ich kann mich zu einer OP nicht wirklich durchringen, obwohl man mir Besserung meines Befindens verheißt. Aber da ich mich als ganzheitliches Wesen sehe, möchte ich meine versteinerte Galle nicht missen.
Ich beschäftige mich nun seit einiger Zeit mit der für Laien vorgesehenen Literatur, über Homöopathie. Die Homöopathie sieht den Menschen bekannter Maßen in seiner Ganzheit und nicht wie die Schulmediziner nur als Einzelteillager. In dem man Organe wegschnippeln und ggf. einfach ersetzen kann. Natürlich kann sie lebensrettend sein, das steht ja außer Frage. Aber in Bezug auf meine Gallenblase, kann ich mich mit dem Gedanken: „ Scheiden wir sie raus, dann gibt es kein Gallenproblem mehr!“ einfach nicht einlassen. Darum habe ich in der Homöopathie nach Lösungsansätzen gesucht, die mir aufzeigen, warum ich überhaupt Gallensteine bekommen habe und wo Quasi die „versteinerte“ seelische Grundlage meines Gallenproblems zu finden ist. Denn Homöopathie geht doch davon aus, dass der Körper seelische Misszustände immer auf der körperlichen Ebene Ausdruck verleiht und somit Hinweise auf oftmals verschüttete seelische Zustände gibt.
Nun bin ich beim Lesen auf die Konstitutionsmittel gestoßen und frage mich schon länger, welchen Mittel ich wohl zugeordnet bin. Ich habe mir so meine Gedanken gemacht und habe verglichen und verglichen. Aber so richtig zu einem Ergebnis bin ich nicht gekommen. So würde ich angesichts der Gallenproblematik wohl unter Lycopodium fallen. Betrachte ich eher meinen Lebensstil falle ich eher unter Calcium carbonicum. Meiner Vergangenheit nach wäre ich wohl ein rebellisches Natrium-Kind gewesen und befinde mich heute wohl eher auf dem Feldzug einer Sepia-Frau, wenn ich meine herab hängenden Brüsten, die Fettschürze (die sich nach der ersten Schwangerschaft ausgebildet hat) und Gebärmuttersenkung mit einhergehender „Husteninkontinenz“ gehen würde. Ich befinde mich derzeit in dem typischen Gefühlschaos einer Frau um die 40. Die das Gefühl hat, nicht mehr sie selbst zu sein und spürt das ein innerliches neues Frauenwesen nach draußen drängt, was sich nicht ohne knallharte Kompromisse in das jetzige Lebensmodel einfügen lässt und irgendwie oft ans Ausbrechen denkt, aber dies nicht zu Gunsten der Familie fertig bringt.
Ich bin kein Sport oder Tanzfan, obgleich ich körperliche Arbeit brauche und genieße. Trotz meines Übergewichtes habe ich eine gute Figur und meiner Arme, Beine, Gesicht und Hände sind straff und muskulös. (Auf einem Foto vom Gesicht würde man keine Anzeichen von Fettleibigkeit erkennen.) Ein Bürojob, mit der Option sich ständig tiptop kleiden zu müssen, widerstrebt mir zutiefst. Ich liebe die Natur und alles natürliche, Tiere, Pflanzen, Steine ungestylte Menschen…(Frauen mit angeklebten Fingernägeln und Schönheitswahn bringen mich zum eher zum Schmunzeln und ich bedaure sie zutiefst!) Schönheit kommt von Innen und Falten, Fettpölsterchen und „Schönheitsfehler“ geben dieser Art von Schönheit erst die richtige Würze! Ich habe im Groben und Ganzen ein gesundes Selbstbewusstsein, nur mit dem Selbstwert steht es je nach seelischer Verfassung mal so, mal so. Ich bin von Beruf Floristin und mein Traum war immer eine eigene große Familie (Pulsatilla?). Ich liebe meine 3 Kinder, bin aber nicht überbehütend (Calcium). Ich hatte keine Probleme mit dem Schwangerwerden. mit den Schwangerschaften geschweige denn mit den Geburten. Diese Teil meines Lebens war immer ganz natürlich, so wie das lange Stillen meiner Kinder. Ich war und bin gerne Mutter (was Sepia eher widerspricht oder?) Ich liebe Sex, aber nur wenn ich es will, kann genau genauso gut darauf verzichten ohne was zu verpassen (womit ich wieder bei Sepia wäre). Ich bin sehr pflichtbewusst, allerdings habe ich aufgehört übersteigert pingelig zu sein (Calcium?), neige dennoch dazu Dinge (für mich) perfekt zumachen. Ich erwarten von Menschen (von Erwachsenen) den gleichen Einsatz den ich selbst zubringen bereit bin. Ich habe keine Probleme vor Menschenmengen zusprechen, habe aber gesundes Lampenfieber. Ich gehe auf Menschen gerne zu. Rede mir Dinge ohne Blatt vorm Mund (aber nicht ausfallend) von der Seele (wie Ihr ja gerade merkt :o). Ich bin einfühlsam und komme gut in der Gesellschaft zurecht, allerdings kann ich auch sehr gut allein sein und mich dabei ausgesprochen gut fühlen. Ich liebe Musik, bin sehr musikalisch, lese gern und lerne gern (im Gegensatz zu früher). Ich bin sehr Harmoniebedürftig, dennoch kläre ich unangenehme Dinge am liebsten persönlich und sofort. Ich lasse mich nicht von Leuten in die Tasche stecken, dieses Vorrecht haben nur meine Kinder und diese auch nur in Ausnahmefällen ;o). Wenn mir jemand quer kommt oder es gar wagt mich anzuschreien. Hat er verloren, dann rupfe ich ihm alle seine Haare einzeln heraus. Autoritätspersonen, wie in meiner Kinderzeit gibt es für mich nicht mehr. Es ist mir völlig egal wer oder was mir gerade gegenübersteht und wem ich gegenüber meine Meinung vertreten muss. Ich nehme mich nicht zurück, nur weil es ein Vorgesetzter ist oder ich in der Situation allein auf weiter Flur mit meiner Meinung bin. Was nicht bedeutet dass ich verbal aus der Rolle falle. Ich kann sehr offensiv und aggressiv sein, wenn es die Situation erfordert. Ich lasse mir Grundsätzlich nur was sagen, wenn es in einem angemessen Ton und vor allem mit der nötigen Kompetenz an mich herangetragen wird. An sich wahrt mir gegenüber ein jeder die notwendige Distanz und begegnet mir mit dem nötigen Respekt. So kommt es nur sehr selten vor, dass ich mich auf agressive Art verteidigen muss. Ich respektiere nur Menschen die meine und die Würde andere Menschen wahren (Sepia), ansonsten werde ich anmaßende Menschen gnadenlos überrollen!
Aufgrund dieser bunten Mischung fällt es meinen Heilpraktiker und mir sehr schwer einen soliden Schwerpunkt betreffend den Konstitutionstyps zu finden auf den wir uns einigen können. Er sieht in mir eher das Calcium, weil ich mich für viele weltliche Dinge interessiere und ich in meiner Vergangenheit aufopferungsvoll um meine Familie gesorgt habe, ohne auf mich selbst zu achten. (Kurze Rückblende nur zum besserem Verständnis: Ich habe zusammen mit meiner Mutter sieben Jahre lang meinen an Alzheimer erkranken Vater mit vielen Gefühlshochs- und Tiefs bis zum Tode in unserem Haus gepflegt. Neben meiner eigenen 5 köpfigen Familie und halbtags Berufstätigkeit. Nebenher die ständige seelische Mitbetreuung meiner acht Jahre älteren Schwester, die seit 20 Jahren an einer Zwangsstörung erkrankt ist.)
Er möchte mir gerne Calcium in einer Hochpotenz geben. Aber ich bin mir mit nicht wirklich sicher ob ich nicht doch zu Sepia tendiere und was Calcium in einer Hochpotenz denn bewirkt. Ich habe mir vorerst Bedenkzeit ausgebeten.
Kann es gesundheitliche bzw. seelische Schäden mit sich bringen, wenn es das falsche Mittel ist und wie lange sollte man Hochpotenzen einnehmen und in welcher Form und wie wirkt Calcium, was ist das Ziel?
LG Sorena |
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Fr. Laurence Gromier-Heim

Anmeldedatum: 31.01.2007 Beiträge: 674 Wohnort: Tel.: 06222/64978
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Verfasst am: 18.01.2010, 14:32 Titel: |
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| Zitat: | | Aufgrund dieser bunten Mischung fällt es meinen Heilpraktiker und mir sehr schwer einen soliden Schwerpunkt betreffend den Konstitutionstyps zu finden auf den wir uns einigen können. |
Die Auswahl über die Arznei hat Ihren HP zu treffen nicht Sie. Es ist anscheinend für Sie sehr interessant über die Homöopathie zu lesen, aber letztendlich ist die klassische homöopathische Behandlung kein Gesellschaftsspiel zwischen Ihnen und den Therapeut, geschweige davon eine Wett-Veranstaltung. Was wollen Sie sich beweisen?
| Zitat: | | Und wie kann ich mir sicher sein, das mein Heilpraktiker das richtige Mittel für mich auswählt? |
Wovor haben Sie angst? Warum so wenig Vertrauen?
Sie haben Ihren Alzheimer Kranken Vater gepflegt. Alle Achtung. Ich kenne diese Krankheiten sehr gut und weiß um die Schmerzen und die Verzweiflung, die sie bei Angehörigen, bei den Betroffenen auslöst. Man wird nicht mehr erkannt, der Kranke der mal so stark war, verliert täglich an Selbständigkeit, seine Abhängigkeit wird auch täglich größer. Das will keiner selbst erleben. Diese Krankheit macht Angst, schmerzt alle sehr. Die Pflege dieser Krankheit zerrt an den Kräften.
Dann pflegen Sie noch Ihrer Schwester… Haben 3 Kinder, ein Job… Kein Wunder, dass Sie dem Therapeut nicht die Entscheidung überlassen wollen, denn Sie sind immer anscheinend diejenige, die über/mit anderen über alles entscheiden…Wann haben Sie zuletzt Urlaub gemacht, Ruhe genossen?
Sagen Sie dem Therapeut über Ihre Ängste Bescheid, ein wichtige Punkt für Ihm, denn er kann Sie nur unterstützen, wenn Sie offen zu Ihm sind.
Sie sind auch zu einem Fachmann gegangen, weil er Ihnen urteilsfrei (wie Hahnemann es wünschte) eine Arznei verschreiben sollte. Sie als Betroffene sind nun mal nicht urteilsfrei.
Homöopathische Arzneien sollen dem Patient helfen aus seiner Situation heraus zu kommen. Es gehört also mehr als ein paar Gemütssymptome. Der Therapeut hat auch gelernt, dass Arzneien tief oder oberflächig wirken können, dass Arzneien unter sich nicht immer vertragen, sich nicht immer ergänzen. Er weiß auch, dass wir vermeiden ein Fall mit bestimmten Mittel anzufangen. Er fängt mit Calcium carbonicum, weil er Ihrer Beschwerden aufgenommen hat mit Berücksichtigung auf die Geschichte der Eltern, Großeltern, Geschwister, Schwangerschaften. Er hat wahrscheinlich repertorisiert, die Symptome hierarchisiert und erwartet eine Wirkung. Wichtig ist das Sie ihm unterstützen anstatt gegen Ihm konkurrieren zu wollen. Das heißt: Schreiben Sie nach Einnahme die Veränderungen, die Sie merken, fühlen, spüren abends oder in einer ruhige Minute. Häufig merken die Angehörigen die Veränderungen, schreiben Sie es auch auf. Sollten Beschwerden auftreten und Sie sind beunruhigt dann rufen Sie den Therapeut an. Wenn eine Erkältung auftritt lassen sie sich von Ihrem Therapeut behandeln, denn nicht jedem Mittel passt im Rahmen eine chronische Behandlung zum gegebenen Mittel. Achten Sie darauf was Ihrer Beschwerden verbessert oder verschlimmert wie Kälte oder Wärme, Umschläge…
| Zitat: | | Kann es gesundheitliche bzw. seelische Schäden mit sich bringen, wenn es das falsche Mittel ist: |
Die Nebenwirkungen wenn sie überhaupt auftreten sind meiner Meinung nach reversibel. Ihrer Interpretation jedoch ein äußerst schwierige Aufgabe für den Therapeut, deswegen ist er aber da und ist angewiesen auf Ihrer Rückmeldung. Über „seelische Schaden“ habe ich noch nie gehört…
| Zitat: | | … und wie lange sollte man Hochpotenzen einnehmen und in welcher Form… |
Dies ist die Entscheidung Ihres Therapeuten. Er hat die Daten.
| Zitat: | | und wie wirkt Calcium: |
Es sind keine magische Kräfte, sondern die Arzneien wurden beim Gesunden überprüft und bewirkten Symptomen, die ähnlich ihren sind. Ein gutes Buch ist "Homöopathik" vom G. Risch.
| Zitat: | | … was ist das Ziel? |
Die Antwort liegt bei Ihnen: Warum sind Sie zum Therapeut gegangen?
Herzliche Grüße
Laurence Gromier-Heim _________________ Heilpraktikerin, Laurence Gromier-Heim,
Klassische Homöopathie
Praxis-Tel.: 06222-64978
WWW.heilpraktiker-direkt.de
Homöopathen ohne Grenzen e. V.
http://www.hom-og.de/ |
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sorena
Anmeldedatum: 17.01.2010 Beiträge: 4
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Verfasst am: 18.01.2010, 19:18 Titel: |
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Vorab einen Herzlichen Dank für Ihre sehr ausführliche Antwort.
Ich möchte versuchen Ihre Rückfragen zu beantworten.
Warum ich so skeptisch gegenüber der Mittelauswahl meines HP bin, liegt daran, dass ich mich nicht so gut betreut fühle wie ich es mir erhofft hatte.
Wie es dazu kam…
Ich suchte mir einen HP, weil ich mir von der Homöopathie Erleichterung bzw. Unterstützung für mein Wohlbefinden erhoffe.
Ich kam also in diese Praxis und musste als erstes einen dreiseitigen Aufnahmebogen beantworten. Was ja bei vielen Ärzten üblich ist. Als ich in Sprechzimmer kam. Wurde ich freundlich begrüßt und ich wurde gefragt warum ich gekommen bin. Ich erklärte meinen HP warum (Gallensteine, ständige Blähungen, Erschöpftheit usw....).
Er befragte mich zu meiner Person, häuslichen Situation und ich erzählte von meiner aktuellen und meiner Vergangensituation Pflege und Co. Des Weiteren fragte er mich ob ich unter Nahrungsmittelallergien leiden würde. Ich sagte ich sei auf Verschiedenes getestet worden ohne Ergebnis, aber die läge auch schon einige Jahre zurück.
Er schlug mir eine Konstitutionstypsbehandlung vor. Er umriss diese Therapie mit einer kurzen Erklärung, dann stand er auf holte einige Globulifläschen aus dem Schrank und nahm eine Art Wünschelrute und "pendelte" die Fläschchen aus und sagte Calcium wäre für mich das Richtige. Ich war ehrlich gesagt sehr entsetzt über diese Art und Weise der Mittelfindung. Ich fragte warum den gerade dieses Mittel richtig sein sollte und er gab mir die Erklärung wie schon geschrieben. Ich sagte dass ich nicht so richtig mit dem Auspendeln umgehen könnte und ich mir die Behandlung noch einmal überlegen möchte.
Zuhause angekommen, habe ich versucht mehr über das Calciummittel und seine Wirkungsweise zu erfahren, Letzteres ohne Erfolg und habe mich mit den anderen Mittel der Konstitutionstypen beschäftigt und fand eben auch bei einigen anderen Mitteln Beschreibungen die auf mich zutreffen würde und konnte mich mit Calcium an Hand verschiedener Beschreibungen eher weniger Übereinstimmung in Bezug auf meine Person finden. Ich habe mit ihm einige Tage später noch einmal gesprochen und meine Skepsis dazu geäußert, dennoch er behaarte auf Calcium als meinen Konstitutionstypus und ich bat mir noch einmal Bedenkzeit aus.
Wenn ich es richtig verstanden habe ändert man doch als Erwachsene nicht mehr sein Konstitutionstyp oder? Also müsste ich mich doch auch in der Beschreibung des Calciums wieder finden können, kann ich habe nur bedingt. In den Beschreibungen von Sepia oder auch Natrium finde ich sehr viel mehr Übereinstimmungen. Darum bin ich so skeptisch und natürlich ganz besonders wegen dem Auspendeln, das ist mir suspekt.
Dann bin ich auf diese Forum gestoßen und habe gesehen, das Sie sehr detailliert und sehr sachbezogen auf die Fragen antworten und habe mir erhofft das meine Bedenken gegenüber einer evtl. falschen Behandlung verstreut werden könnten und ich etwas über das Calciummittel und seine Wirungsweise erfahren würde.
Wie Sie ja geschrieben haben, kann "nichts" passieren. Da Hochpotenzen eher auf die Seele wirken und auch heftige Erstverschlimmerungen mit sich bringen können, habe ich Angst vor der Heftigkeit. Ich möchte nicht noch mehr Schlafstörungen, Erschöpfungszustände erleiden oder evtl. nach einiger Zeit feststellen müssen, das nichts passiert und ich mein Geld in eine Behandlung investiere die mir nichts bringt, denn leider habe ich dieses nicht gerade übrig und muss es mir sehr vom Munde absparen und es wohlüberlegt ausgeben. Da hätte ich schon gern etwas mehr Sicherheit über die Mittelwahl, als nur ein Pendel.
Denn mein Ziel ist es ja meinen Alltag wieder mit Genuss und Freunde leben zu können und die Blähungen und Erschöpfungszustände loszuwerden und Geldsorgen tragen nicht gerade zur Entspannung bei.
Was die Homöopathie betrifft bin ich recht wissbegierig, das gebe ich gern zu und auch das ich sicher keine sehr leichte Patientin bin, ich möchte eben wissen was man mit mir macht und warum.
Ich hoffe ich konnte Ihnen die Fragen beantworten.
Mit freundlichen Grüßen Sorena. |
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sorena
Anmeldedatum: 17.01.2010 Beiträge: 4
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Verfasst am: 18.01.2010, 23:32 Titel: |
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Ich habe noch etwas vergessen...
Einen richtigen Familienurlaub gab es nur 1x 14 Tage lang für mich und meine Familie. Alleine weg, war ich in 17 Jahren Ehe und Muttersein nur ganze 3 Tage. Sonst war und bin ich immer rund um die Uhr für die Familie da, manchmal war es auch die Hölle. Gerade in der Zeit der Pflege, gab es gar keine Auszeiten für mich, auch wenn mein Vater einmal im Jahr für 10 Tage in die Kurzzeitpflege ging. Für mich vergingen diese 10 Tage angefüllt mit den Dingen sie sonst liegen blieben. Ich konnte mich nicht für oder gegen diese Pflege entscheiden, ich hatte keine Wahl, die äußeren Umstände ließen es nicht zu. Ich weiß das es andere Menschen in dieser Situation gibt, die alles stehen und liegen lassen können, sich ablenken können, wenn man es so will, selbst leben können. Ich hingegen habe die Erfahrung gemacht, das man einfach nur funktioniert, egal wie, weil man muss. Weil man den Menschen liebt dem man pflegt und nicht möchte dass es ihm schlechter geht, wenn er in fremde Hände kommt. (Wie es leider, bis auf einmal, immer der Fall der Kurzzeitpflege war, statt Erholung brachte sie Leiden durch Vernachlässigung über meinen Vater, das er körperlich gebrechlicher zu uns zurückkam und wir mehr Pflegezeit aufwenden mussten, wie im normalen Fall.) Wirkliche Hilfe und Unterstützung gab es nicht. Freunde wandten sich ab, weil sie mit der Situation nicht klar kamen und weil sie nicht verstehen konnten, warum meine Mutter nicht alleine pflegen konnte, weil sie nicht begriffen, was Vollpflege in einem solchen Fall bedeutet. Sie nicht wissen konnten, was es heißt einen Menschen auf diese Art zu verlieren, weil sie selbst Eltern hatten die gesund waren und ihnen immer eine Stütze sein konnten. Sie hielten mir, aber meist hinter meinen Rücken vor (so das es über andere wieder an mich herangetragen wurde), wie sehr ich mich in meiner Persönlichkeit veränderte (einschließlich meines Mannes), warum ich meine fröhliche unbeschwerte Art "Leichtigkeit des Seins" in einen nachdenklichen, bestimmten und reduzierten, in sich gekehrten Menschen verwandelte, der es hätte doch einfach besser wegstecken müssen. Weil sie mich für stark und belastbar hielten, was ich auch sicher sein wollte & musste, weil ich genötigt war die für mich schrecklichste und gleichsam barmherzigste Entscheidung meines Leben treffen zu müssen, nämlich die meinem Vater in Ruhe bei mir daheim sterben zulassen und alle lebensverlängernde Maßnahmen abzulehnen. Ja, ich habe und musste viele Endscheidungen über und mit anderen Menschen treffen. Wie gern hätte ich mir so manche Entscheidung an Menschen mit mehr Lebenserfahrung abgegeben.
All diese Jahre war vergleichbar mit einer Geburt, es gibt nur den Weg nach draußen, egal wie! Wenn dann alles überstanden ist, ist der Weg zurück in ein normales unbeschwertes naives Leben unmöglich. Wie ein Baby muss ich jetzt lernen mit meiner neuen Freiheit umzugehen. Und auch mit dem Gefühl nicht immer für andere da sein zu müssen. Ich muss lernen mich wieder an meinem Leben erfreuen zu dürfen, was mir sehr sehr schwer fällt. Eine neue Frau wurde in mir geboren, die sich langsam auf den Weg in ihr neues Leben macht. Das mach Angst, hauptsächlich die das sie wieder schwach sein darf, aber dies noch nicht wagt. Sich fallen lassen zu dürfen tut fast schon weh, wenn man lange Zeit andere durchs Leben trägt bis in den Tod hinein und darüber hinaus.
LG Sorena |
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Fr. Laurence Gromier-Heim

Anmeldedatum: 31.01.2007 Beiträge: 674 Wohnort: Tel.: 06222/64978
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Verfasst am: 19.01.2010, 13:19 Titel: |
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Jetzt verstehe ich auch Ihren Misstrauen, den hätte ich auch. Denn… ein historische Ausflug:
Der Begriff der „klassische Homöopathie“ entstand Mitte des 20 Jahrhunderts um sich schon damals von der Komplexhomöopathie und die Anwendung von Mitteln in Tiefpotenzen wie D-Reihe abzugrenzen. Später blieb der Begriff „klassische Homöopathie“ um sich von Hilfstrategien zur Mittelfindung abzugrenzen. Die Hilfstrategien wie Astrologie, Laierbücher, Pendeln, kinesiologisches austesten, Elektrostab und bewährte Indikationen usw. sind nur verzweifelte Versuche die Homöopathie zu vereinfachen.
Echte Homöopathie ist harte trockene Arbeit, verlangt immer wieder das Studieren der „alten Bücher“, denn schwierig ist immer die Begutachtung der Heilungsverläufe und die miasmatischen Zuordnung des Falles. Das heißt, dass ein Mittel angebracht erscheint aber aufgrund vom Beschwerden Verlauf und Krankheitsvorgeschichte der Eltern ein anderes Mittel gewählt wird um tatsächlich aus der Situation herauskommen zu können. (mehr auf meiner Webseite). Zusätzlich ist das Wissen um die Wirkungen der Arzneien in verschiedenen Bereichen wie Toxikologie, objektive Heilwirkung an Kranken sowie subjektive Heilwirkung an Kranken notwendig.
Die Basis der klassische Homöopathie ist die Auswahl der Mittel unter der Repertorisation der Symptome in einem anerkannten Repertorium wie Synthesis oder Boger-Bönninghausen usw… Zum Glück gibt es seit einige Jahren diese dicke Wälzer auch als Software. Repertorisieren im Kopf, durch Pendeln oder Familienaustellung usw. bleibt unzulässig.
An alle Forumleser: Ich möchte nochmal betonen, dass schon am Telefon geklärt werden sollte welche Art der Repertorisation durchgeführt wird. Es gibt nur eine klassische Homöopathie und die Versuche unter den Mantel des „modernen“ das Organon zu ignorieren nutzen nicht wirklich den kranken Menschen.
Die klassische Homöopathie ist und bleibt die saubere Aufnahme von Beschwerden, deren Analyse nach der Regeln des Organons ohne Interpretationen erfolgen soll. Es wird dabei grundsätzlich auch nur ein Einzelmittel nach der Ähnlichkeitsregel verschrieben.
Konstitutionsmittel ein Leben lang? Ja und nein. Wenn Sie z. Bsp. als Kind Sepia gebraucht haben, kann es sein, dass Sie später Natrium muriaticum oder Carcinosin, Nux vomica oder Lycopodium brauchen werden. Ist aber Ihre Konstitutionsmittel in Ihrer Lebensphase festgestellt, dann gibt er Informationen welche Mittel ihm ergänzen oder darauf gut folgen.
Liebe Sorena,
Sie haben gemerkt, dass eine neue Zeit aufgekommen ist, jetzt müssen Sie es „nur“ fühlen lernen und nutzen. Ohne Druck behutsam wie möglich: Kleine Pausen über den Tag anlegen, den Kindern und den Ehemann mehr Verantwortung geben. Die Kinder können durchaus in dem Haushalt mitmachen. Die Wäsche selber in die Waschmaschine stecken, dies ist kein Kunststück. Bügeln kann man auch früh lernen und wenn es nicht picobello ist macht es nichts, es gibt wie Sie wissen viel wichtigeren Dingen im Leben. Kindern sollte man das Kochen auch früh beibringen und die dürfen auch ein Mal die Woche kochen. (…und kein Schlachtfeld hinterlassen). Je früher die Kinder unabhängig sind desto besser kommen sie später zu Recht im Leben.
Es gibt Möglichkeiten in der Volkshochschule Entspannungstraining zu machen, nicht nur recht günstig aber auch meist gut durchgeführt.
Eine Gesprächstherapie wäre auch möglich und wird meist von der GKK ersetzt:
http://www.bptk.de/patienten/psychotherapeutische_behandlung/index.html
Sie können auch mit Sicherheit eine Kur entweder allein (ich weiß nicht wie alt die Kinder sind) oder mit Kind machen. Die Caritas kümmern sich auch um die Hilfe im Haushalt.
Meine Empfehlung wäre, auch wenn sie kostenspielig ist, den HP zu wechseln und nach den oben genannten Kriterien einen echten klassischen Homöopath/in zu finden, der Sie mit Wertschätzung und Respekt begleitet.
Es gibt für Sie eine Zeit der Erneuerung, Sie werden lernen wieder unabhängig zu leben und auch, dass das Schwachsein sein darf. Wie wunderbar!
Herzliche Grüße
Laurence Gromier-Heim _________________ Heilpraktikerin, Laurence Gromier-Heim,
Klassische Homöopathie
Praxis-Tel.: 06222-64978
WWW.heilpraktiker-direkt.de
Homöopathen ohne Grenzen e. V.
http://www.hom-og.de/ |
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sorena
Anmeldedatum: 17.01.2010 Beiträge: 4
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Verfasst am: 19.01.2010, 14:33 Titel: |
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Sehr geehrte Frau Gromier-Heim,
ich hoffe sie hören den Stein der jetzt von meiner Seele plumst fallen :o).
Dann war mein Misstrauen also doch berechtigt. Aber Sie haben recht ich werde mir jetzt dank Ihrer sehr guten Beschreibung nun einen "richtigen" Homöopathen suchen, dort ist auch das Geld gut angelegt. Es ist für mich als Laien schon recht schwierig auszumachen wohin man sich wendet, um den richtigen Homöopathen zufinden. Wer suchert wird finden.
Ich gebe Ihnen recht das Kinder schon früh, ihrem Alter entsprechend, Verantwortung übernehmen sollten. Das ist bei mir von Anfang an der Fall gewesen, nicht zuletzt, weil es in der Pflegezeit gar nicht anders ging. Die Zeit der Pflege hat uns allen viel gebracht, allerdings neige ich schon dazu gern zu dirigieren und ich denke es wird wirklich Zeit - loszulassen.
Ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihrer Vorschläge und Antworten, ich werde sie auch beherzigen. Unser Kontakt tat gut danke.
Mit lieben Grüßen Sorena |
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