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Hormon-Chaos, chron. Brustdrüsenentzündung
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ha1547
Anmeldedatum: 19.03.2009 Beiträge: 3
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Verfasst am: 19.03.2009, 16:02 Titel: Hormon-Chaos, chron. Brustdrüsenentzündung |
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Hallo,
Im August letzten Jahres bin ich (w/33) an einer Brustdrüsenentzündung erkrankt, die mit AB's, Topfenwickel und Conium behandelt worden ist. Es ist zwar schnell mal besser geworden, aber so ganz ausgeheilt ist die Brust nie. Dazu kamen ganz massive Stimmungsschwankungen und generell das Gefühl dass ich irgendwie in einem Dauer-PMS stecken bleibe. Als Ursache wurde eine Hormonstörung, verursacht durch Stress genannt, was damals sicher ein großes Thema bei mir war, ich hab mich dann auch mal dahintergeklemmt um mein Leben wieder in ruhigere Bahnen zu lenken (was seit gut 2 Monaten auch wieder der Fall ist). Anfang Jänner dann der zweite akute Schub, wieder AB's und diesmal auch ein Prolaktinhemmer chemischer Art, der nach ca. 2 Wochen Einnahme eine geringfügige Besserung der Brustbeschwerden gebracht hat, dafür hatte ich mit Schwindel, Übelkeit und leider auch nächtlichen Panikattacken (ca. 3 Stunden nach Einnahme) zu kämpfen. Nach Anraten der Ärzte hab ich noch eine Zeit lang mit der Dosis experimentiert, dann das Präparat aber aufgrund der extremen Nebenwirkungen wieder abgesetzt.
Seit einem Monat nehme ich nun ein Kombi-Präparat aus Mönchspfefferextrakt und homöopathischen Zusätzen (Tigerlilie, Schwertlilie, Alpenveilchen, Ignatiusbohne, Blauer Hahnenfuß). Nach anfänglicher Verschlimmerung war ich nach ca. 5 Tagen erstmal seit einem dreiviertel Jahr SCHMERZFREI - hin und wieder spüre ich noch ein ganz leichtes Ziehen in der Brust, aber das ist wirklich vernachlässigbar.
Soweit, so gut, wenn nicht plötzlich seit ca. zwei Wochen wieder eine Art nächtlicher Panikattacken da wären. Zwar nicht mehr so massiv wie zu Zeiten des chemischen Prolaktinhemmers ("nur" erhöhter Puls ca. 90-110, hohe Muskelspannung bis hin zu leichten Krämpfen, Kribbeln in den Beinen und ganz leichte Atemnot), dafür aber recht nervig weil sie mich am Einschlafen hindern (vor 3 Uhr schlaf ich kaum noch ein, und da um halb 7 Uhr morgens der Wecker klingelt ist das dann doch reichlich wenig.) Ich hab schon mit der Einnahmezeit gespielt, von 10 Uhr abends auf ca, 6 Uhr abends runtergesetzt, die "Attacken" kommen trotzdem pünktlich gegen 11 Uhr abends.
Unter Tags bin ich auch extrem unruhig, müde und schlapp, Puls geht bei geringen Anstrengungen schon rauf usw. Beim Internisten war ich schon, alles ok, auch Schilddrüse. Stimmungsschwankungen sind auch wieder da.
Meine Frage nun: ich hab gelesen dass Mönchspfeffer auch Prolaktinregulierend wirkt, kann es also sein dass da also auch die gleichen Nebenwirkungen auftreten wie bei der chemischen Alternative? Oder kann diese nächtliche Angststörung von einem der anderen homöopathischen Bestandteile ausgelöst werden? Kann es sein dass diese Begleiterscheinungen zur "Erstverschlimmerung" zählen, wie lange dauert es in der Regel bis diese sich wieder legt? Sind 4 Wochen da noch normal?
Ich könnte es ja rein theoretisch selbst ausprobieren und das Präparat mal für eine Woche absetzen oder so, aber ich hab Angst dass dann die Brustschmerzen wieder auftauchen, was ja nun auch keine Alternative ist...
Vielen Dank für eine Antwort,
lg Hannah |
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wattebällchen

Anmeldedatum: 09.07.2008 Beiträge: 957 Wohnort: 76327 Pfinztal-Kleinsteinbach
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Verfasst am: 19.03.2009, 19:14 Titel: |
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Hallo ha1547,
darf ich mal fragen, ob diese Mastitis nach der Geburt (also bei stillender Brust) auftrat oder so aus heiterem Himmel ?
Hast du Antra (ein Magensäurehemmer) genommen ? Da kann es eine Nebenwirkung sein, dass der Prolaktinspiegel verrückt spielt und auf einmal Milch kommt.
Es gibt noch viele andere Medis, die einen erhöhten Prolaktinspiegel verursachen können (z. B. Blutdrucksenker, Antidepressiva, Antiandrogene (wird bei Haarausfall gegeben) usw.
Man muss auch mal schauen, ob in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) alles in Ordnung ist oder ob evtl. ein Tumor (Prolaktinom = gutartig) dahinter steckt.
Der Gegenspieler des Prolaktins ist das Dopamin (es hemmt das prolaktinfreisetzende TRH = Thyreo-Releasing-Hormon d.h. es setzt die Schilddrüse in Gang).
Dass Pravidel einen Haufen Nebenwirkungen macht (Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufkollaps, Übelkeit, Herzrhythmusstörungen, Gewichtszunahme und nicht zuletzt Psychosen / Halluzinationen), ist bekannt. Der Beipackzettel ist fast 50 cm lang ...
Besser verträglich ist Destinex.
Also ich denke, dass du in die Hand eines Spezialisten gehörst (Endokrinologe = Hormonspezialist). Diese ganze Rumprobiererei ist doch Pipilores.
Ohne der Homöopathie an Bein treten zu wollen, aber bei deinem Krankheitsbild kommst du damit nicht weit, weil man noch gar nicht weiß, was du hast. Diese ganzen Mittel sind "frauenspezifisch" wirksam. Vielleicht hast du auch zuviel davon genommen ? Dann gibt es auch bei homöopathischen Mitteln Nebenwirkungen.
Erst mal fehlt die Diagnostik. Bevor nicht klar ist, was dahinter steckt, kann man keine Therapie machen.
Hormone sind ein Regelkreis, d. h. alles hängt miteinander zusammen.
Und es ist wie bei Zahnrädern. Man kann nicht an einem drehen ohne dass sich die andern auch verstellen.
Und dann dieses ewige wieder Absetzen der Medis, das bringt doch nix, außer dass dein Körper total durcheinander ist.
Wenn du in der Nähe einer Uni-Klinik wohnst, lass dich mal dort in die Ambulanz überweisen.
Schreibe bitte chronologisch auf, wie der Ablauf deiner Krankheit war / ist und was du jeweils an Medikamenten genommen hast.
Der Endokrinologe muss das wissen, weshalb alles so durcheinander ist.
Als Tipp zur symptomatischen Behandlung deiner Brust rate ich dir zu Retterspitz-Umschlägen. Ich habe auf der Wöchnerinnenstation die allerbesten Erfahrungen damit gemacht.
Retterspitz gibt es in der Apotheke. Gib den Begriff mal hier oben in die Suchleiste ein, da wirst du Loblieder über Retterspitz finden... Seit ich den hier mal vorgeschlagen habe, ging vermutlich der Umsatz in die Höhe ...
Und drücke auf keinen Fall an deinem Busen rum, auch wenn es "interessant" ist, dass da Milch kommt. Es können immer Keime eindringen und dann wird es gar nicht schön ... Mach am besten eine kleine sterile Kompresse auf die Brustwarze.
Und den BH gut hochbinden, Träger kürzer machen, damit der Busen nicht hängt, sonst schießt noch mehr Milch ein. _________________ Ich mache das Mögliche, GOTT macht das Unmögliche.
www.praxis-die-insel-4you.de
Naturheil-Praxis "Die Insel"
Helga Bergmann
Söllinger Str. 9 c
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ha1547
Anmeldedatum: 19.03.2009 Beiträge: 3
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Verfasst am: 19.03.2009, 20:26 Titel: |
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Vielen Dank für die rasche und ausführliche Antwort!!!
Mastitis nonpuerperalis heißt die korrekte Bezeichnung, also ohne Stillen (habe keine Kinder, also noch nie gestillt). Sie ist wirklich aus heiterem Himmel aufgetaucht. Medikamente hab ich zu der Zeit keine genommen, hatte aber ein halbes Jahr VOR Auftreten der Mastitis einen Bandscheibenvorfall und wurde ca. 4 Wochen lang mit Schmerzmittel und zugehörigem Magenschutz zugedonnert. Aber dass meine Hormone darauf erst ein halbes Jahr später reagieren glaub ich nun auch nicht…
Ohne der Schulmedizin ans Bein pinkeln zu wollen: Ich wohne in der Nähe einer Uni-Klinik und war dort schon an der Brustambulanz (genauer gesagt nach dem 2. Akutschub). Ich wurde dort auf Herz, Nieren und Hormone geprüft, prinzipiell alles OK, auch der Prolaktinspiegel ist eigentlich im Rahmen des Normalen. Der Prolaktinhemmer wurde mir quasi „probehalber“ aufs Aug gedrückt, unter der Begründung dass die Drüsen geschwollen sind, also muss zuviel Prolaktin da sein – man hat’s bei der Blutabnahme wohl gerade nicht erwischt. Ansonsten auch nix Auffälliges:
Schilddrüse OK, Hypophyse normal groß und ohne Tumor, internistische Bilderbuchbefunde. Da wird’s dann mit der Ursachenforschung langsam eng. „Zum Glück“ hab ich die geschwollenen, harten Drüsen, sonst würde mir vermutlich eh keiner glauben dass die Brust ziemlich weh tut. Sekret geht übrigens keines ab.
So sind wir mittlerweile beim Stress gelandet, den ich vielleicht noch als Ursache für die Erstentzündung gelten lassen kann (weil’s damals wirklich stressig war), aber mittlerweile hab ich mein Leben wieder bis auf die üblichen Kleinigkeiten ganz gut eingerenkt – ich betreibe regelmäßig Sport, ernähre mich einigermaßen gesund, rauche nicht, trinke nicht, mach brav meine Entspannungsübungen, hab mich sogar schon vom Psychologen anschauen lassen – also mir gehen langsam auch die Ideen aus was ich noch machen könnte. An der Klinik haben sie für mich auch nicht mehr als ein Schulterzucken übrig, also werde ich mich wohl oder übel mit der Sache abfinden müssen – in jedem Fall lass ich jetzt mal alles medikamentöse und homöopathische Zeug weg, besser Brustschmerzen als eine ausgewachsene psychische Störung durch all das Zeug. Und dann hoffe ich mal dass sich mein Körper irgendwie selbst helfen kann... |
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Fr. Laurence Gromier-Heim

Anmeldedatum: 31.01.2007 Beiträge: 674 Wohnort: Tel.: 06222/64978
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Verfasst am: 19.03.2009, 22:48 Titel: |
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Liebe HA1745,
Die homöopathische Mittel, die Sie genommen haben sind sog. Komplexmittel. Das heißt, dass mehrerer Mittel zusammengemischt wurden in der Hoffnung ein ähnliche Beschwerdebild wie Ihrer behandeln zu können. Leider ist es keine individuelle Verschreibung nach homöopathischen Grundsätzen. Die Zutaten, die Sie genannt haben können alle Stimmungsschwankungen/Panikattacken auslösen. Siehe dazu mein Artikel unter:
http://www.cysticus.de/naturheilkunde-forum/komplexmittel-was-ist-das-t1152.html
Die klassische Homöopathie kann wohl auch bei solchen Krankheitsbildern wie Ihrer ankommen. Man muss aber das Prinzip verstehen:
Das bedeutet, dass eine Arznei (keine Mischung) aufgrund aller ihrer Beschwerden und Symptomen auch unter Berücksichtigung sonstiger Eigenschaften gewählt wird. Dies aber erfordert eine gesamte Anamnese, um das homöopathische Mittel nur für Sie richtig wählen zu können. Die klassische Homöopathie kommt am weitesten um den Wechsel zwischen die Brustbeschwerden und Ihrer Panikattacken zu unterbrechen. Lösungen oder/und Salben auf die Brust zu reiben mögen wohl vorübergehend helfen, die Bereitschaft an Brustentzündungen zu erkranken werden diese lokale Möglichkeiten aber nicht angehen können. Ich würde Ihnen empfehlen einen klassischen Homöopath/in aufzusuchen. Ein guten klassischen Homöopathen/In erkennt man u. a. daran, dass er/sie eine sehr ausführliche Erstgespräch + Untersuchung (Dauer 1h30 bis ca. 2 Stunden) erhebt und dass er/sie zu einer Zeit immer nur eine einzelne Arznei gibt.
Herzliche Grüße
Laurence Gromier-Heim _________________ Heilpraktikerin, Laurence Gromier-Heim,
Klassische Homöopathie
Praxis-Tel.: 06222-64978
WWW.heilpraktiker-direkt.de
Homöopathen ohne Grenzen e. V.
http://www.hom-og.de/ |
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wattebällchen

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Verfasst am: 20.03.2009, 08:55 Titel: |
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Hallo,
du siehst, dass meine Kollegin derselben Meinung ist, dass da einfach zuviel zusammengemixt wurde ...
Auch wenn alle die homöopathischen Mittel "irgendwie" für frauenspezifische Beschwerden passen, "das" Mittel muss man erst in einer genauen Anamnese rausfinden.
Ich bin mit meinen Ausführungen nur so weit in die Schulmedizin gegangen, weil von dir von einem "Hormon-Chaos" (was du ja aber laut Befunden gar nicht hast) postiert wurde und nicht, dass diese ganzen Untersuchungen schon abgelaufen sind. Auch die Diagnose hast du nicht geschrieben. Das muss man aber wissen...
Wir machen uns hier sehr viel Mühe und nehmen uns Zeit (wir arbeiten hier alle ehrenamtlich), was leider oft bei den Ärzten nicht der Fall ist.
Also bitten wir auch um entsprechende Info. _________________ Ich mache das Mögliche, GOTT macht das Unmögliche.
www.praxis-die-insel-4you.de
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Helga Bergmann
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ha1547
Anmeldedatum: 19.03.2009 Beiträge: 3
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Verfasst am: 20.03.2009, 09:13 Titel: |
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Vielen Dank für die umfangreichen Informationen und Erklärungen - ich weiß Ihr ehrenamtliches Engagement sehr zu schätzen und entschuldige mich für eventuell unzureichende Eingangsinformationen - es ist halt immer schwierig zwischen Länge des Postings und Informationsgehalt abzuwägen.
Das "Hormon-Chaos" wurde mir als Letzdiagnose von den Ärzten so mitgeteilt, auch wenn man im Blut nichts außergewöhnliches finden kann so gehen sie doch davon aus dass irgend etwas in meinem Körper für Turbulenzen im Hormonhaushalt sorgt - und das ist nach Ansicht der Ärzte der (noch nachwirkende???) Stress. Tut mir leid wenn ich mich hier etwas missverständlich ausgedrückt habe.
Eigentlich wollte ich nur wissen ob es prinzipiell möglich ist dass dieses Präparat, das ich derzeit einnehme, die Panikattacken auslösen kann - und auf diese Frage habe ich ja nun eine recht eindeutige Antwort erhalten. Vielen Dank dafür! Mein weiterer Weg sieht nun also so aus dass ich dieses Mischpräparat erstmal absetze und mich dann wirklich mal von einem "richtigen" Homöopathen anschauen lasse - denn anscheinend ist im Mischpräparat ja was dabei was mir bei den Brustbeschwerden hilft, das ist ja schon mal ein guter Ansatzpunkt. Auch für den Homöopathen :-)
Also Ihnen allen nochmal vielen Dank für die Informationen, die in jedem Fall sehr hilfreich sind - und Danke auch nochmal für Ihr Engagement: wie Sie bereits richtig geschrieben haben ist es den Ärzten in der Praxis leider nicht immer möglich lange genug zuzuhören um aus den Patienten die wichtigen Informationen herauszuholen, und der Patient weiß ja leider auch nicht welche Informationen nun wichtig sind und in den 5 Minuten Anamnesezeit auf den Tisch gebracht werden sollen. Zum Glück gibt es also solche Foren wie hier und solche Menschen wie Sie!
Liebe Grüße und besten Dank
Hannah |
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wattebällchen

Anmeldedatum: 09.07.2008 Beiträge: 957 Wohnort: 76327 Pfinztal-Kleinsteinbach
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Verfasst am: 20.03.2009, 11:58 Titel: |
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Dies, was ich jetzt schreib, gilt nicht nur für dich, sondern für alle, die dies lesen:
Ich empfehle Patienten mit so verworrenen Vorgeschichten immer, sie sollen mal auflisten, was wann geschah und was dagegen unternommen wurde.
Da es üblich ist, nach 5 Minuten bei den meisten Ärzten (nicht allen ..) mit einer Spritze im Po und einem Rezept in der Hand wieder draußen zu sein, muss man in dieser kurzen Zeit alle Info rüberbringen.
Bevor ich diese Arztbriefe lesen, untersuche ich selbst und mache mir mein eigenes Bild einer vorläufigen Diagnose, damit ich von den mitgebrachten Befunden nicht beeinflusst werde. Dies macht aber nicht jeder, sondern oft wird einfach das übernommen, was der Vorgänger geschrieben hat ....
Zudem sucht sich jeder Spezialist das aus dem Symptomhaufen raus, was grade in sein "Beuteschema" passt.
Heilpraktiker sehen eher den ganzen Menschen.
(Erst gestern sah ich es mal wieder:Ich brachte jemand in die Klinik auf die Neurologie wegen einer beginnenden Lähmung (Bandscheibe). Der Arzt sagte: "Das mit Herz und Schilddrüse ist Sache der Internisten" ... Dabei hat er ja auch mal Anatomie und Pathologie gelernt.)
Kopien von Untersuchungsberichten, Arztbriefen, Laborbefunden etc. unbedingt geben lassen. Zuhause abheften und bei Arztwechsel mitnehmen.
Dies bekommen meine Patienten beim ersten Telefonkontakt gesagt, dass sie dies besorgen sollen und auch alle Medikamente, die sie einnehmen. (Manchmal nehmen sie einen Mix aus Medis, dass einem schlecht werden kann ... Oft erklärt dies dann die Beschwerden... ).
Da ist so eine Tabelle mit der Vorgeschichte sehr hilfreich.
Man vergisst oft das Datum und verliert auch selbst den Überblick. Der "Weißkitteleffekt" und der Zeitdruck (= Stress) tut ein Übriges.
Bitte keine Romane schreiben, sondern übersichtlich vorne Datum, dann was war, dann was dagegen getan wurde. Kurz und knackig.
Mach das mal in Ruhe und recherchiere auch, wer was in deiner Familie hatte (Krebs, Bluthochdruck, chronische Krankheiten, Diabetes usw.) und was du an Kinderkrankheiten durchgemacht hast. Das wirst du gefragt, wenn du mal ins Krankenhaus musst. Diese Familienanamnese schreibst du auf eine extra Liste.
Du siehst nun auch, dass man für eine effektive Diagnose und Therapie nicht nur viel Fachwissen benötigt, sondern auch Zeit braucht.
Man kann schon mal etwas frei verkäufliches in der Apotheke holen, aber wenn es nach 3 Tagen - 1 Woche nicht besser geworden ist, muss man eben zum Fachmann/frau, der das gelernt hat.
Viel hilft nicht immer viel ...
Gerade in der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) und Homöopathie braucht man auch detektivischen Spürsinn, um das Richtige zu finden. _________________ Ich mache das Mögliche, GOTT macht das Unmögliche.
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Naturheil-Praxis "Die Insel"
Helga Bergmann
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